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Kürzliche Beiträge
13. Mai 2008, 16.22 Uhr:

Als Walter Benjamin noch Jünger war...

von Ivo Bozic

… da sammelte er auch Schmetterlinge.

12. Mai 2008, 00.36 Uhr:

Hilft sofort

von Stefan Ripplinger

Heute Abend auf Super RTL, Mediziner erforschen, wo genau Jesus Nägel eingehämmert worden sind und wieviele, welche Beschwerden er wo hatte, bis er endlich - Werbeunterbrechung, Bewegungsschmerzen?, Voltaren hilft sofort. „Religion can hardly expect to flourish in an industrial society.“ (John Crowe Ransom)

10. Mai 2008, 14.59 Uhr:

Pfingsten, vor 22 Jahren

von Ivo Bozic

Mensch, da ging es hoch her. Die Anti-Atom-Bewegung voll im Einsatz am Bauzaun von Wackersdorf.

„Vermummte Demonstranten griffen die Polizei an, sägten Löcher in den Bauzaun. Die Polizei warf aus Hubschraubern CS-Reizgas ab und trieb friedliche Demonstranten mit Schlagstöcken zusammen. Über 400 Personen wurden verletzt, ein Polizist starb bei einem Unfall, eine Demonstrantin erlitt einen Herzinfarkt. Sogar der Einsatz der Bundeswehr wurde erwogen. Selbst weiträumige Demonstrationsverbote in der Folgezeit halfen nicht.“ (Christoph Seils in der “Zeit”)

Aus diesem Anlass habe ich gedacht, es wäre doch schön, die Anti-Atom-Bewegung mal wieder zu reaktivieren und deshalb diesen hübschen Aufkleber kreiert:

10. Mai 2008, 08.17 Uhr:

Licht

von Stefan Ripplinger

Seit Griffith und Eisenstein die Nahaufnahme erfunden haben, ist es Konvention, dass der Protagonist im entscheidenden Moment riesig und strahlend erscheint. Nur bei Douglas Sirk ist es immer anders. Wenn es darauf ankommt, löscht er das Licht. Das ist in „Interlude“ so, wenn sich das Liebespaar zum ersten Mal küsst, es ist in „There’s Always Tomorrow“ so, wenn der Familienvater an seiner Familie verzweifelt, und selbstverständlich ist es in der berühmten Szene von „Magnificent Obsession“ so, in der die Blinde gewahr wird, was es heißt, blind und auf immer blind zu sein, d.h. nie wieder zum Licht zu finden.

8. Mai 2008, 17.47 Uhr:

War on Youth

von Jörn Schulz

„Es gibt keine Pause im Kampf gegen antisoziales Benehmen. Wir wissen, dass ein frühes Eingreifen gegen Unruhestifter wirksam ist, aber ich will härtere Maßnahmen gegen Gewohnheitstäter.“ Eine Rede des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad zur Motivierung der Revolutionswächter? Nein, die britische Innenministerin Jacqui Smith kündigte neue Schritte im „war on youth“ an. Die Wiedereinführung der Prügelstrafe ist vorerst nicht vorgesehen, vielmehr soll die von der Polizei in Essex erprobte Methode „frame and shame“ auf das ganze Land ausgeweitet werden. „Sie filmen, an ihre Türen klopfen, ihnen auf die Grundstücke folgen, sie immer wieder durchsuchen“, fasst ein Sprecher der Polizei von Essex die Taktik zusammen.

Es geht nicht um nachweisbare Straftaten, die ja juristisch verfolgt würden, reagiert wird auf die Denunziation „antisozialen Verhaltens“. Dazu zählt, wie das Innenministerium erläutert, unter anderem „noise nuisance“, „joy riding“ sowie der Konsum von Alkohol oder Zigaretten bei Minderjährigen. Angesichts dieser Zustände ist es kein Wunder, dass das Komasaufen (binge drinking) unter britischen Jugendlichen beliebter wird. Erstaunlich ist, dass es immer noch Jugendliche gibt, die das Leben in Großbritannien nüchtern ertragen können. Manche müssen es auch, wenigstens für kurze Zeit, denn im April konfiszierte die britische Polizei 25.000 Liter Alkohol bei 5000 Jugendlichen.

Dass solche Maßnahmen den Anpassungsdruck verstärken und Jugendliche zu stromlinienförmigen Leistungsträgern machen sollen, ist offensichtlich. Doch scheint es da auch eine verborgene psychologische Dimension zu geben. Denn recht viele britische Politiker, unter ihnen Smith, mussten ihr eigenes „antisoziales Verhalten“ in der Jugend eingestehen: Sie haben gekifft, erstaunlicherweise fast alle angeblich nur ein oder zwei Mal, manche können sich wohl glücklich schätzen, dass es damals keine Kameraüberwachung gab. Einerseits hassen sie nun ihre rebellische Jugend, andererseits hassen sie sich selbst, weil sie die Rebellion aufgegeben haben. Allein die Vorstellung, dass irgendwo in Großbritannien ein Jugendlicher eine Dose Bier aufreißt, einen Joint raucht oder „Keep Britain Untidy“ an die Wand sprüht, ist für sie eine unerträgliche Erinnerung an ihren inneren Konflikt. Smith drückt es so aus: „Ich hoffe, dass die Erfahrungen in meinem Leben mir geholfen haben, zu verstehen, dass ich die Kriminalität bekämpfen will.“

8. Mai 2008, 00.11 Uhr:

Cave poetam (2)

von Stefan Ripplinger

John Berryman, „The Imaginary Jew“ (1945), The Freedom of the Poet. Farrar, Straus & Giroux: New York 1976, S. 359–366

Den zweiten Sommer des europäischen Kriegs verbrachte ich in New York. Ich lebte in einer Souterrainwohnung in der Lexington Street, über der 34., schrieb ziemlich viel, versuchte, nicht an Europa zu denken, und spielte Musik auf einem kleinen Grammophon, dem einzigen Ding, das, außer den Büchern, in dem Zimmer mir gehörte. Haydns Londoner Symphonie, seine letzte, hörte ich in zwei Monaten wohl fünfzigmal. Als ich eines Nachts aufgeregt war, ließ ich den Tonarm fallen und erzeugte eine Serie von Kratzern zu Beginn des letzten Satzes, gerade da, wo die Oboe die Streicher zu begleiten beginnt, und noch immer, wenn ich das höre, denke ich an diesen tiefen, dunklen, länglichen, feuchten Raum zurück, kann ich seine feuchte Hitze und Möblierung riechen.

Weiterlesen.

7. Mai 2008, 23.23 Uhr:

Hobby: Lobby

von Ivo Bozic

Bekanntlich, und jetzt haben wirs schriftlich, ist die “linksextreme Jungle World” oder wahlweise auch “linksradikale Jungle World” Teil einer vom Mossad bezahlten, weltweit agierenden jüdisch-zionistischen Israel-Lobby.

Bleibt zu hoffen, dass unsere dolle Lobby eines Tages so erfolgreich ist, wie die Pali-Lobby oder die Iran-Lobby.

Wer jetzt Weltverschwörung wittert, hat natürlich vollkommen Recht. Hier gibts die Musik und das Video dazu.

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