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Kürzliche Beiträge
9. April 2008, 08.10 Uhr:

Wettervorhersage

von Stefan Ripplinger

Als wir vorgestern in der Kantine des Wissenschaftszentrums zu Mittag aßen, setzten sich zwei analytische Philosophen an unseren Tisch und unterhielten sich derart laut über die notwendigen Dispositionen des Satzes „Ich glaube, es regnet“, dass mir der Reis von der Gabel hüpfte. Ich fühlte mich versucht, ebenso laut in ihre Richtung „Ich glaube, gleich hagelt’s!“ zu rufen, besann mich aber doch auf meinen Wildreis.

8. April 2008, 15.55 Uhr:

Morgen früh, wenn Gott will...

von Markus Ströhlein

“Guten Abend, gute Nacht” - das von Johannes Brahms mit einer Melodie versehene Schlaflied kennt man. Der Text kann einem allerdings auch den Schlaf rauben. Denn im Refrain heißt es: “Morgen früh, wenn Gott will, wirst du wieder geweckt.” Der Satz lässt sich auch als Todesdrohung lesen, denn was ist, wenn Gott nicht will?

Auf den Unwillen des Allmächtigen, banale Weckdienste zu verrichten, hofft Franz Josef Wagner. Der Autor der “Bildzeitung", der nicht einfach eine Kolumne füllt, sondern wacker jeden Tag auf’s Neue eine Installation des Irrsinns namens “Post von Wagner” abliefert, hat in der vergangenen Woche Inge Jens ein Briefchen geschrieben. Die Frau von Walter Jens hatte ebenfalls in der vorigen Woche dem “Stern” Auskunft über die Demenzkrankheit ihres Mannes gegeben. Walter Jens könne nicht mehr lesen, denken, einen Satz formulieren. Er irre durch sein Haus und müsse gewickelt und gewaschen werden.

Man ist versucht, den Zustand des Mannes als erbarmungswürdig zu bezeichnen, liefe das Erbarmen mit Schwerkranken in Deutschland nicht Gefahr, tödliche Formen anzunehmen. Auch Franz Josef Wagners Herz offenbart sich trotz blumiger Worte als Mördergrube:

“Ich habe meinen Pfarrer gefragt, ob man Gott anrufen kann, damit ein Demenz-Kranker erlöst wird. Mein Pfarrer sagte mir, das darf man und es ist keine Sünde. Was hinterher geschieht, ist Gottes Wille.”

Roger Kusch, der ehemalige Hamburger Justizsenator, der mittlerweile recht erfolglos die Kleinstpartei “Heimat Hamburg” anführt, will sich nicht auf Gottes Hilfe verlassen. Er hatte in der vorvergangenen Woche der Öffentlichkeit eine “Selbsttötungsmaschine” vorgestellt. Die Apparatur solle “Schwerkranken auch in Deutschland einen selbst gewählten Weg in den Tod ermöglichen". Mit dem freien Willen ist es natürlich so eine Sache. Wem der Tod lang genug als Erlösung nahe gelegt und das Kranksein als unnnötige Belastung der Allgemeinheit vorgehalten wurde, der drückt vielleicht schneller auf das Knöpfchen, das das tödliche Kaliumchlorid in die Adern leitet. “Das Gerät ist ab sofort einsatzfähig", sagte Kusch bei der Präsentation. Als Testflüssigkeit verwendete er Karottensaft.

Die “Bildzeitung” bezeichnete Kusch wegen des Auftritts als “irren Ex-Senator". Franz Josef Wagner wird aber weiterhin nicht als “irrer Kolumnist” geführt, obwohl er doch Kuschs Zielsetzung teilt. Aber bei Wagner soll ja schließlich auch Gott die schmutzige Arbeit erledigen.

8. April 2008, 12.33 Uhr:

Schalke = Tibet?

von Ivo Bozic

Auf diesen Vergleich bin nicht ich gekommen! Wie es dazu kam, erfahren Sie hier.

7. April 2008, 20.51 Uhr:

Anarchy Online

von Maik Söhler

Gerade erst entdeckt: Anarchy Online. “Play For Free!", steht da gleich am Anfang, und man denkt: klar, wie denn sonst, ist ja Anarchie, aber schön, dass es extra erwähnt wird.

Das wars aber auch schon mit der Freiheit, der Rest ist die übliche Mischung aus Online-Rollenspiel (Massive Multiplayer Online Roleplaying Game) und virtueller Welt: Community, Foren, Accounts und dergleichen (bürgerliche) Ordnungs- und Strukturelemente mehr. Wie man hört, wird in Anarchy Online sogar geheiratet.

Hat jemand Erfahrung mit dieser Welt?

7. April 2008, 19.55 Uhr:

Im Sweatshop der digitalen Epoche

von Jörn Schulz

Sie denken vielleicht, so ein Blog werde mit lockerer Hand zwischen der Kaffeepause und dem Schwätzchen mit der Kollegin geschrieben. Falsch! “Sie arbeiten viele Stunden, oft bis zur Erschöpfung", schreibt die New York Times über die Blogger im “Sweatshop der digitalen Epoche". Zwei Blogger ereilte sogar ein plötzlicher und früher Tod, Karoshi nennen die Japaner einen solchen Todesfall wegen Überarbeitung. Da mache ich lieber mal Feierabend.

7. April 2008, 15.33 Uhr:

Die Formel Jungle World

von Elke Wittich

In seinem Buch “Weltformeln - Das Leben ist eine Gleichung” hat Craig Damrauer eine Menge schöner Worterklärungsformeln gesammelt.

Beispiele? Beispiele:

Rosine = Traube : Zeit

Im Nachhinein = Könnte + Hätte + Würde

Zwiebel = Weinen - Katharsis

Enttäuschung = Erwartung : Wirklichkeit

Glücklich = Unglücklich - Un

Verrückt Sein = Selbstgespräche führen - (Handy + Headset)

Tjo.

Und wie sähe nun die Jungle World-Formel aus?

Jungle World = ?

7. April 2008, 15.07 Uhr:

Privilegierte Mammuts

von Ivo Bozic

Sehr verdächtig! Da gibt soo viele Mammutprozesse - und noch nie wurde ein Mammut verurteilt…

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