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Kürzliche Beiträge
14. Juli 2015, 19.50 Uhr:

You go to war with the army you have

von Jörn Schulz

„Ich bin bereit, das Risiko noch größerer Armut in Kauf zu nehmen, um meiner Regierung die Chance zu geben, ein Ende der Austeritätspolitik zu erkämpfen.“ So eine Frage legt kein sozialdemokratischer Politiker zur Abstimmung vor, aber das wäre die Alternative zur Kapitulation gewesen. Ein ungleicher Kampf mit ungewissem Ausgang, nicht chancenlos, da der Feind, also Deutschland, mehr zu verlieren hat und weiterhin herrschen, aber nicht mehr kämpfen will und Risiken scheut, aber so gefährlich, dass nur die griechische Bevölkerung darüber hätte entscheiden können.

Zu Recht wird kritisiert „how easy it is to be ideologically pure when you are risking nothing“, wie Alex Andreou schreibt. Klar, man soll nicht mit anderer Leute Arsch in den Krieg reiten. Aber man soll auch nicht, und eben dies ist eines der Probleme der Sozialdemokratie, so tun, als ginge es um etwas anderes als um einen Wirtschaftskrieg. Man kann mit den Deutschen nicht vernünftig reden, und die anderen wagen nicht aufzumucken, wie Varoufakis es in seinem Rückblick auf die Verhandlungen schildert. Warum dann monatelang die Illusion vermitteln, da ginge vielleicht doch etwas? Der Umgang mit Varoufakis hatte es schon vor den entscheidenden Wochen gezeigt. Worin bestand der Tabubruch? Man hatte sich in der EU-Diplomatie in langen Jahren an die immer gleichen Phrasen und Visagen gewöhnt. Dann kommt einer daher mit Fakten und Argumenten, er ist klüger als alle seine Kollegen zusammengenommen und mehr sex appeal hat er auch noch. Klar, dass sie ihn hassen.

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9. Juli 2015, 19.46 Uhr:

Don’t mention the war

von Jörn Schulz

Historische Wendepunkte kommen nicht immer mit einem großen Knall daher. Ist es alarmistisch, wenn Larry Elliott im Guardian warnt: „Greece crisis could be a Sarajevo moment for the eurozone“? Die wilhelminische Tradition hat nun die Bild-Zeitung fröhlich aufgegriffen, und Merkels Gelassenheit erinnert an das Manifest des habsburgischen Kaisers Franz Josef vom Juli 1914: „Ich habe alles reiflich erwogen.“ Man könnte natürlich auch vom Titanic-Moment sprechen: So ein großes Schiff kann doch gar nicht sinken. Warum also den Kurs ändern?

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8. Juli 2015, 14.01 Uhr:

Griechenland und antideutsche Reinheitsgebote

von Jörn Schulz

Gastbeitrag von Bernhard Torsch

Das große deutsche Elend ist, dass die Deutschen es seit Martin Luther immer ernst meinen. Oft genug machen sie auch ernst und dann wird marschiert, bis alles in Scherben fällt und der letzte zum Abschuss freigegebene Störenfried der Volksgemeinschaft erlegt ist. Dieser protestantisch-germanische Rigorismus und Reinheitswahn taucht auch immer wieder in innerlinken Debatten auf, wovon die große Zahl von Sekten, Schismen, gegenseitigen Exkommunikationen und erbitterten Facebook-Diskussionen zeugt. Natürlich ist das kein rein deutsches Kaffeekränzchen, da politische Bewegungen, die eschatologisch ausgerichtet sind, generell zu Spaltung und Abschottung gegen außen tendieren. Es sind sehr gute Voraussetzungen, einen ordentlichen Wahn zu entwickeln, der sich zum Beispiel in megalomanischen Presseaussendungen und Bekennerschreiben äußert, in denen sich versprengte linksradikale Selbsthilfegruppen als Revolutionsgerichtshöfe, Roten Armeen und Avantgarden des Proletariats verkleiden, was nicht zufällig an den kleinen Büroangestellten erinnert, der zu Karneval als Zorro geht. Das Deprimierende an der Sache ist, dass selbst ideologiekritische Menschen sich immer wieder dazu hinreißen lassen, Kritik und Analyse gegen Ressentiment und Stallwärme zu tauschen. Ganz furchtbar ernsthaft und leidenschaftlich diskutiert man derzeit in antideutschen Zusammenhängen darüber, wie denn die griechische Syriza einzuschätzen sei. Mehrheitlich, aber ohne Abstimmung wird das Urteil gefällt: „Völkische nationalistische Bewegung mit antisemitischen Einsprengseln“.

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27. Juni 2015, 11.56 Uhr:

Gegen Mißstände in Freital und weltweit II

von Thomas von der Osten-Sacken

Von Thomas von der Osten-Sacken

FRIGIDA “Unsere Stadt bleibt sauber - Freital ist frei”in Aktion:


25. Juni 2015, 18.21 Uhr:

Feuer und Flamme für Uber

von Jörn Schulz

Von Jörn Schulz

Auf mich hört ja immer keiner. Auch nicht bei Uber, einem Unternehmen, das sich offen dazu bekannt hat, sich nicht an Gesetze zu halten. Ich habe jedenfalls schon voriges Jahr darauf hingewiesen, „dass die Tür im rechtsfreien Raum wie in einem Saloon des Wilden Westens nach beiden Seiten schwingt. Ein Unternehmen, das Gesetzestreue für überflüssig hält, kann sich ja über Blockaden oder Hackerangriffe schwerlich beklagen.“ Nun blockieren die französischen Taxifahrer, hier und da brennen Autoreifen, und siehe, auf einmal einnert sich die Regierung daran, dass man das Gesetz auch gegen Unternehmer durchsetzen könnte: „Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve hat hingegen angeblich schon reagiert und die Pariser Polizei angewiesen, das Operieren von Uber Pop im Pariser Stadtgebiet zu stoppen.“

24. Juni 2015, 21.08 Uhr:

Gegen Mißstände in Freital und weltweit

von Thomas von der Osten-Sacken

Von Thomas von der Osten-Sacken

PEGIDA, FRAGIDA … es war nur eine Frage der Zeit, bis ein lahmer Witz, den man über die Namengebung dieser Bewegung riss, irgendwo in der Provinz als Handlungsanleitung aufgegriffen würde. Nun gibt es sie wirklich: FRIGIDA.

Und die Initiative “Unsere Stadt bleibt sauber - Freital ist frei” - hat sich viel vorgenommen:

“Diese Seite soll dazu dienen, Mißstände in Freital, Sachsen, Deutschland und der Welt aufzuzeigen. Vorrangig allerdings in Freital.”

Die Mißstände in Freital, Sachsen, Deutschland und der Welt bestehen bislang vor allem darin, dass in dem Kaff ein paar Asylbewerber untergebracht werden sollen.

24. Juni 2015, 18.35 Uhr:

Funkensprühende Kontakte

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Felix Sowa

„Ich denke schräg und hab’s gern skurril, bizarr und absurd“, meint Zeichner Oliver Bär in der „Frankenpost“. Er schätze den “kurzen, funkensprühenden Kontakt zwischen philosophischen Gipfeln und den Niederungen des Instinkts”.

In die Praxis umgesetzt sieht das dann so aus:

Die Coburger Antifa fand, dieser kurze, funkensprühende Kontakt , deram 6. Juni in der oberfränkischen Zeitung „Neue Presse Coburg“ veröffentlicht wurde, bediene sich “widerlicher antisemitischer Klischees. Der Karikaturist (…) reproduziert und verbreitet in seiner Zeichnung NS-Inhalte, und die Neue Presse Coburg druckt diese bereitwillig ab.“

Und wie in solchen Fällen, die inzwischen ja Legion sind, üblich, folgt der empörte Widerspruch auf dem Fuße: „Hier einen antisemitischen Hintergrund zu vermuten ist grotesk. Der Zeichner hat den Gegenstand vielleicht etwas unglücklich dargestellt. Wenn man will, kann man immer etwas hineininterpretieren. Wir sind als großer Kämpfer gegen Rechts bekannt“, erklärte der stellvertretende Chefredakteur der Zeitung, Dieter Weigel, im Gespräch mit Radio Z aus Nürnberg

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