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Kürzliche Beiträge
30. Januar 2015, 18.19 Uhr:

A Muslim you will Stay

von Bernd Beier

Einen interessanten Einblick in die Auseinandersetzungen, die sich rund um Charlie Hebdo abspielen, geben zwei Beiträge:
der Artikel mit dem Titel „Charlie Hebdo nicht rassistisch? Wenn ihr es sagt…“ von Olivier Cyran, den er Anfang Dezember 2013, über zehn Jahre nach Verlassen der Redaktion, veröffentlichte und der den Vorwurf des Rassismus gegen Charlie Hebdo via „Islamophobie“ zu begründen sucht. Er findet sich auf Französisch hier und in englischer Übersetzung hier.

Auf ihn antwortete Zineb el-Rhazoui, Mitglied der Charlie Hebdo-Redaktion, gut zwei Wochen danach unter dem Titel „Wenn Charlie rassistisch ist, dann bin ich es auch“. Er findet sich auf Französisch hier und in englischer Übersetzung unter anderem hier.

Olivier Cyran hatte zur Begründung seines Rassismus- und “Islamophobie"-Vorwurfs auch aus Artikeln zitiert, die Zineb el-Rhazoui für Charlie Hebdo geschrieben hatte. Aber im Gegensatz zu Charb, Caroline Fourest und anderen, die er in dem Artikel wegen “Islamophobie” und Rassismus angriff, hatte er ihren Namen in dem Artikel nicht erwähnt, vielleicht, wie sie süffisant anmerkte, weil er „schwierig zu behalten“ sei: Zaynab bint Mohammad ibn al-Mâatî al-Rhazwî al-Harîzî. Mit diesem Namen unterzeichnete sie dann auch.

Hier einige Zitate aus ihrem Artikel:

Unter der Zwischenüberschrift „A Muslim you will stay“ heißt es:
”Among the individuals that you assign to this racial category, there are militant atheists like me, obviously secularist [laïque].”

„… you quote Bernard Maris, Catherine, Charb, Caroline Fourest. What about me, what about me! You preferred to omit my name, when it was my articles that you pointed to as dangerously ‘Islamophobic’, thus, according to you, necessarily racist.“

Dann, unter der Zwischenüberschrift “Racism by omission”:

„A Zineb who spits on Islam, that’s beyond you, isn’t it? It disconcerts you so much that you preferred not to name me, so as not to introduce any doubt as to the veracity of your accusations of racism against us, the journalists of Charlie. If the expression ‘spit on Islam‘ shocks you, let me answer you on that too. Why the hell is a ‘white person’ who spits on Christianity an anticlerical, but an Arab who spits on Islam is alienated, an alibi, a house Arab, an incoherence that one would prefer not even to name? Why? Do you think that people of my race, and myself, are congenitally sealed off from the ubiquitous ideas of atheism and anticlericalism? Or is it that you think that unlike other peoples, our identity is solely structured by religion? What is left of an Arab when he no longer has Islam? To listen to you, a person like me must be some kind of harki of the Koran, we are traitors so profoundly stricken by a racial complex that we harbor a single regret, that of not being white.”

Und so geht es weiter.

Kein Zweifel. Sie ist einer jener schwarzen Schimmel, die es für die professionellen Islamophobie-Vorwerfer nicht geben darf.

27. Januar 2015, 12.25 Uhr:

'... mehr als nur ein instrumentelles Verhaeltnis zur extremen Rechten'

von Thomas von der Osten-Sacken

Was einige Syriza Vertreter so zu sagen haben und warum das Buendnis mit den Rechtspopulisten nicht nur ein instrumentelles ist, dazu schreibt aus Athen Antifa-Negative:

There are party officials in Syriza who have more than instrumental relations with the far-right. Th. Karypidis, Syriza official in north Greece, and link with Aneksartitoi Ellines, caught media attention when he claimed on facebook that state TV is “controlled by jews”.

In the same vein, E. Andriopoulou, Syriza representative, commenting on the military conflict in Gaza on her facebook said: “ Hitler, you faggot, not only were you a damn fascist but you did not finish the job either…”.

We dread to think what will happen to the jewish communities in Greece, with Syriza in government, should there be another military event in the middle East …

Siehe auch: Greek party withdraws anti-Semitic candidate after protests und New Greek Government Has Deep, Long-Standing Ties With Russian Eurasianist Dugin

25. Januar 2015, 00.42 Uhr:

'Shame on them'

von Thomas von der Osten-Sacken

Am 22. Januar 2015 wurde im New Yorker Stadtrat über eine Resolution gesprochen, die in Gedenken an den 70. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau verabschiedet werden sollte.

Aktivisten, die auf dem Balkon der Kammer saßen, unterbrachen jedoch die Sitzung mit lautem Gebrüll und entrollten eine Flagge Palästinas.

David Greenfield von der Demokratischen Partei hielt daraufhin diese Rede:

Übersetzung von Tapfer im Nirgendwo:

Während wir über eine Resolution gesprochen haben, die sich mit den Morden an 1,1 Millionen Menschen in Auschwitz-Birkenau beschäftigt, ich möchte betonen, neunzig Prozent davon waren jüdisch, aber die anderen zehn Prozent waren politische Dissidenten, Zeugen Jehovas, Homosexuelle, dies waren die Menschen, die alle gemeinsam in Auschwitz-Birkenau ermordet wurden, während wir darüber gesprochen haben, besaßen diese Leute die Frechheit, die Chuzpe, die Verwegenheit, die Flagge Palästinas zu entfalten und uns anzubrüllen, während wir über Auschwitz sprachen! (…)<

Was wir heute hier gesehen haben, war nackter, blinder Judenhass! Das ist es, was wir gesehen haben! Die Leute, die hier gebrüllt haben, sind nur aus einem Grund so sauer! Wollen Sie den Grund hören? Wollen Sie wissen, warum die da oben die Flagge entrollt haben? Ich sage es Ihnen! Weil Hitler seinen Job nicht zu Ende gemacht hat.

21. Januar 2015, 13.18 Uhr:

Hoffen auf Syriza Wahlsieg

von Thomas von der Osten-Sacken

Nicht nur die Interventionistische Linke, die Linkspartei und viele andere hoffen auf einen Wahslieg der Syriza am kommenden Sonntag in Griechenland, Unterstützung bekommen die griechischen Linken jetzt aus auch Frankreich:

Marine Le Pen, présidente du Front national a déclaré au Monde qu’elle « espérait la victoire de Syriza », lors des élections législatives grecques qui auront lieu dimanche 25 janvier. Pour la prétendante à l’Elysée, il n’y a aucune contradiction à ce que le parti d’extrême droite soutienne la coalition de gauche et d’extrême gauche. « Il y a une fracture en Europe qui passe par la reprise en main des peuples contre le totalitarisme de l’Union européenne et de ses complices, les marchés financiers, continue Mme Le Pen. Je suis complètement cohérente. Cela ne fait pas de moi une militante d’extrême gauche ! Nous ne sommes pas d’accord avec tout leur programme, notamment sur le plan de l’immigration. Mais nous nous réjouirions de leur victoire. »

Derweil düften, Umfragen zufolge, die Nazis von der Morgenröte im neuen griechischen Parlament bald die drittstärkste Fraktion stellen:

Opinion polls show that the violently anti-immigrant party, which rose to prominence in the depths of Greece’s recession, has a fighting chance for third place in the election, behind leftist party Syriza and conservative New Democracy, the party formerly in government.

19. Januar 2015, 21.41 Uhr:

'Putin, rette uns!'

von Thomas von der Osten-Sacken

Auf einer Bagida Demonstration in München, dem bayrischen Pendant von Pegida:

19. Januar 2015, 19.49 Uhr:

Je vraiment suis Charlie

von Thomas von der Osten-Sacken

Das neue Titelbild von Jane’s Defense Weekly:

 

19. Januar 2015, 18.21 Uhr:

„Menschen, Menschen san ma alle“?

von Jörn Schulz

Gastbeitrag von Karl Pfeifer

Wir dürfen nicht die Augen davor verschließen, dass es in Österreich Menschen gibt,
die den Terror mit allerlei an den Haaren herbeigezogenen „Argumenten“ versuchen weg zu erklären beziehungsweise in gewissen Fällen zu rechtfertigen. Es kann aber keine wie immer geartete Rechtfertigung dafür geben, in eine Redaktion oder in einen Supermarkt zu stürmen und Menschen, wegen ihrer Tätigkeit oder weil sie Juden sind, zu ermorden.

Täuschen wir uns nicht, trotz aller Erklärungen man sei Charlie Hebdo, schüchtert Terror ein und führt bei vielen Medien und Politikern zur Selbstzensur.

Man muss schon Mut haben, in Österreich an einem Tag in einer Zeitung mehrere Artikel zu veröffentlichen, die mit dem hier gelebten Islam zu tun haben. Die Presse ist mutig, denn sie hat das in ihrer Samstagsausgabe getan.
Hätte ich es nicht selbst erlebt, würde ich es nicht glauben. Ein Freund äußerte Besorgnis, weil Otto Brusatti in meiner Heimatstadt Baden bei Wien kommentarlos aus dem Koran vorlesen wollte. Und weil die kleine jüdische Gemeinde diesen Vortrag angekündigt hatte, war die Aufregung groß.

Einerseits eine ständige Aufgeregtheit, weil wir doch den Koran nicht kennen und zu wenig über den Islam wissen. Andererseits eine vorauseilende Befürchtung, solch eine Vorlesung könnte doch die Muslime beleidigen. Nun hat Otto Brusatti in der Presse den Ablauf der Ereignisse geschildert. Auf Grund des ausgeübten Druckes konnte er die angekündigte Vorlesung nicht halten. “Die Vorlesung in Baden wurde still abgesagt“.

Der emeritierte Universitätsprofessor Maximilian Gottschlich fordert: “Der Islam muss beginnen, sich neu zu deuten“. Wie wir aus dem Text von Otto Brusatti lernen, müssen wir in Österreich beginnen die garantierten Menschenrechte wie Meinungsfreiheit und das Recht auf Information neu zu deuten.
Im Gegensatz zu meinem Freund bin ich besorgt, wenn ein namhafter österreichischer Intellektueller gehindert wird aus einem allgemein zugänglichen Buch vorzulesen.

Warum hat die österreichische Regierung in ihrer ersten Erklärung zum Terror in Paris nicht darauf hingewiesen, dass einige der Opfer nur ermordet wurden, weil sie Juden waren?

Warum glaubte diese Regierung alles mit “Menschen, Menschen san ma alle” lösen zu können, wo es doch offensichtlich ist, dass die Islamisten die Juden, also jeden Juden und jede Jüdin, als Feind betrachten?

Die vier Terroropfer im jüdischen Supermarkt starben nicht wie in der Regierungserklärung erwähnt “als Angehörige verschiedener Religionen, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren", sondern weil sie am Freitagmittag für den kommenden Sabbat Einkäufe tätigten. Sie starben weil sie Juden waren!

Erst nach dem Oskar Deutsch, Präsident der IKG, einen offenen Brief veröffentlichte und auf die Mängel in der Regierungserklärung hinwies, hat Bundeskanzler Werner Faymann im Nationalrat auch die jüdischen Opfer erwähnt.

Judenfeindlichkeit kann sich auch hinter einer antirassistischen Maske verstecken. In der Regel steckt dahinter die Bestrebung, zu verdrängen, im Namen welcher Religion gemordet wurde. Warum drängen sich die Juden – so der perverse Gedanke – wieder einmal nach vorne und sind nicht zufrieden, wenn man ihnen, nach ihrem Tod versteht sich, die absolute Gleichheit anbietet.

Der Standard veröffentlichte Samstag einen bemerkenswerten Brief von Susanna Kufner, in dem ich u.a. folgende Zeilen fand: „Nimmt ein Angehöriger einer Religion für sich in Anspruch ‘bemerkenswerter’ sein zu dürfen als andere Menschen, läuft er letztendlich Gefahr, auf dem gleichen Punkt wie der Attentäter zu stehen.“
Wenn der islamistische Mörder in einen nichtjüdischen Supermarkt gegangen wäre, um wahllos Franzosen zu morden und unter den 10 Opfern auch vier jüdische gewesen wären, dann hätte die IKG nicht protestiert, denn dann hätte die Erklärung der Bundesregierung gestimmt. Doch der Mörder – der leider nicht vom hehren Gedanken des „Menschen, Menschen san ma alle“ beeinflusst war – hat entsprechend der islamistischen Ideologie gehandelt und ist, wie er ja auch selbst zugab, mit voller Absicht in ein jüdisches Geschäft gegangen, um Juden zu morden bzw. Geiseln zu nehmen.

Daher gebietet es der minimale Anstand, dass man die Opfer benennt, so wie man ja auch Journalisten und Polizisten genannt hatte.

Wenn in Wien Christen und Muslime durch ähnliche Sicherheitskontrollen gehen müssen, um in ihr Gotteshaus oder in ihre Schulen zu gelangen, wie es Juden tun müssen, oder wenn utopische Zeiten anbrechen und Juden nicht mehr befürchten müssen, von Islamisten oder arabischen Nationalisten vor der Synagoge ermordet zu werden, wie das ja 1981 tatsächlich geschehen ist, dann werden die Wiener Juden samt allen anderen Wienern zusammen begeistert ausrufen: „Menschen, Menschen san ma alle“.

© Karl Pfeifer

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