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Kürzliche Beiträge
6. August 2012, 19.05 Uhr:

Der Berg ruaft

von Jörn Schulz

Sollten Sie zufällig gerade eine Bergtour planen, hier ein guter Rat: Klettern Sie auf keinen Fall mit Markus Söder! Denn der bayerische CSU-Finanzminister glaubt: „Hier gilt eine alte Regel vom Bergsteigen: Wenn jemand an deinem Seil hängt und dabei ist, dich mit in den Abgrund zu reißen, musst du das Seil kappen.“

So ein Seil dient der gegenseitigen Sicherung, doch wenn Sie mit Söder klettern, wird er selbstverständlich glauben, es sei allein sein Seil. In einigen wenigen Fällen ist es tatsächlich dazu gekommen, dass ein Bergsteiger das Seil gekappt hat, doch handelt es sich auch bei akuter Lebengefahr für jeden Menschen, der nicht das Gemüt eines Hannibal Lecter hat, um ein existenzielles ethisches Problem, und nicht um eine „alte Regel“. Doch Söder würde Sie schon in den Abgrund stürzen lassen, weil er fürchtet, er werde sonst das Abendessen versäumen: „Wenn wir nicht rechtzeitig das Rettungsseil kappen, an dem Griechenland hängt, gerät möglicherweise Deutschland in Gefahr.“

Oder weil er meint, die Erfahrung des freien Falles werde Ihnen gut tun: „An Athen muss ein Exempel statuiert werden, dass diese Eurozone auch Zähne zeigen kann.“ Vielleicht auch um andere Bergsteiger, die zuviel von seinem Seil beanspruchen, zu belehren: „Aber es ist auch wichtig, dass Spanien und Italien sehen, was passiert, wenn man seine Schulden nicht zahlt.“

Einmal mehr wird deutlich, dass es bei der deutschen Sparpolitik nicht um Geld geht. Es geht um Strafe und Rache. Der Puritaner will bekanntlich andere für das Vergnügen bestrafen, dass er sich selbst versagt, wobei es irrelevant ist, ob die anderen dieses Vergnügen wirklich haben (ein durchschnittlicher Grieche arbeitet für weniger Geld pro Woche und pro Jahr länger als sein deutscher Kollege). Wichtiger noch scheint das Gefühl der Erniedrigung zu sein,(„Demütig und selbstlos, um dem ungeschriebenen Gesetz der Nachkriegszeit Folge zu leisten: die Verbrechen der Vergangenheit zu sühnen“), für das man sich nun rächen will. Der Euro gilt als deutsche Währung, wer mitmachen will, muss gehorchen, oder er wird hinausgeworfen. „Irgendwann muss jeder bei Mama ausziehen, und die Griechen sind jetzt so weit“, meint Söder.

1. August 2012, 16.42 Uhr:

».... how much I love Auschwitz«

von Thomas von der Osten-Sacken

Artemios Mathaiopoulos sitzt neuerdings für die griechischen Nazis im Parlament in Athen. Er ist  auch Mitglied der Rockgruppe Pogrom, die unter anderem mit einem Lied namens “Auschwitz” auftritt. Und das geht so:

Fuck off Wiesenthal
fuck off Anna Frank
fuck off all the tribe of Abraham.
The star of David makes me throw up
oh, how much I love Auschwitz!
Bloody Jews I won’t let you [live]
so I ‘ll go to the Western Wall and piss on it. 
Juden Raus! I am burning in Auschwitz…

(Übesetzung aus dem griechischen Originaltext)

1. August 2012, 13.38 Uhr:

Wer braucht schon Menschenrechte?

von Jörn Schulz

Innenminister Hans-Peter Friedrich sorgt für mehr Transparenz in der Politik. Bislang konnte man glauben, es sei nur mangelnder Kompetenz geschuldet, wenn die Bundesregierung ständig verfassungswidrige Gesetze verabschiedet. Doch es ist Absicht. „Wir haben ja einen Abstand zwischen dem normalen Sozialhilfesatz beziehungsweise dem Hartz-IV-Satz und den Asylbewerber-Leistungen. Ich halte das nach wie vor für richtig.“ So weit, so reaktionär. Niemand soll gezwungen werden, die Menschenrechte für eine gute Sache zu halten. Nur respektieren sollte man sie, selbst wenn man Innenminister und CSU-Mitglied ist. Doch Friedrich „betonte, dass es nicht seine Aufgabe sei, die Berechnungen zu machen. Das werde die Arbeits- und Sozialministerin regeln: ‚Die wird dann die Sätze so ausrechnen, dass der Abstand zu den Hartz-IV- und Sozialhilfesätzen gewahrt bleibt’“.

Da ist es ausgesprochen wohlwollend, wenn Alexander Thal, Sprecher des Bayerischen Flüchtlingsrats, kommentiert: „Bundesinnenminister Friedrich ignoriert dieses Urteil, in dem er trotzdem an dem Zwei-Klassen-Prinzip festhält. Friedrich brüskiert damit die VerfassungsrichterInnen.“ Tatsächlich hat Friedrich den organisierten Rechtsbruch und eine illegale Manipulation der Berechnung angekündigt. Ursula von der Leyen hat bislang nicht dementiert, dass sie sich an dieser Verschwörung gegen das Grundgesetz beteiligen wird.

28. Juli 2012, 13.21 Uhr:

»Beschneidung obligatorisch für Frauen und Männer«

von Thomas von der Osten-Sacken

Warum ein Gesetz zur Legalisierung der männlichen Beschneidung eigentlich von niemandem wirklich gewollt werden kann

Dass man auf keinen Fall weibliche Genitalverstümmelung mit der Beschneidung der Penisvorhaut vergleichen dürfe, ist ein Argument, das in letzter Zeit von beiden Seiten in dieser so genannten Beschneidungsdebatte gebetsmühlenartig wiederholt wird:

Der Schriftsteller Ralf Bönt stellt den Zusammenhang zwischen der Beschneidung und den “schlimmen spiegelbildlichen Genitalpraktiken an Frauen” her, und selbst Ärzte nennen beides in einem Atemzug. Dabei ist die Beschneidung der Klitoris in keiner Weise mit dem Entfernen der männlichen Vorhaut zu vergleichen.

Folgende Aussage dürfte deshalb wohl auch hierzulande weitestgehende Zustimmung finden:

We would like to point out that this “circumcision” is not what is commonly known as female genital mutilation.

Diese Zeile stammt leider nur aus der Feder eines schafi’itischen Rechtsgelehrten . Anders als die drei weiteren sunnitischen  Rechtsschulen, die FGM “nur” in unterschiedlich starker Ausprägung befürworten, ist bei den Schafi’itencircumcision obligatory upon men and women.

Da es ihnen angeblich nur um die Entfernung der Spitze der Klitoris geht, die sie als eine Art Vorhaut der Frau betrachten, wehren sie sich seit einiger Zeit, nämlich seit in Ägypten und Irakisch-Kurdistan FGM per Gesetz verboten ist, diesen Eingriff mit anderen, vor allem in Afrika praktizierten, Formen von Genitalverstümmelung zu vergleichen. Sie argumentieren vielmehr ganz ähnlich wie dieser Tage Beschneidungsbefürworter von Jungen in Deutschland: medizinisch habe ihre Form der Mädchenbeschneidung keine Folgen, dabei verweist man gerne auf entsprechende Gutachten und beginnt sogar ganz ausdrücklich FGM zu verurteilen.

Niemand, der momentan ausdrücklich ein Gesetz fordert, dass Beschneidungen aus religiösen Gründen erlauben soll, könnte deshalb ernsthaft und vor allem glaubhaft einem Kleriker der Schafi’iten erklären, wieso der seine religiöse Sicht, zu der nun mal die Beschneidung von Mädchen gehört, denn nicht auch in Deutschland ausleben können sollte. Und diese Fragen werden kommen; die interessierten Kreise im Nahen Osten sind nämlich nicht dumm und verfolgen solche Debatten ganz genau.

Deshalb auch sollten alle, die fordern, wie es der Zentralrat der Juden und verschiedene muslimische Verbände tun, dass Beschneidung an Genitalien von Minderjährigen positiv legalisiert werden solle, wissen, welche ganz unintendierten Folgen dieses Gesetz haben wird. Ein Gesetz, dem, wie sie erst kürzlich in einer Resolution erklärt haben, die überwältigende Mehrheit aller Parlamentarier des Bundestages bereit sind zuzustimmen.

Dabei geht es hier keineswegs lediglich um die inzwischen zur Genüge abgehandelten Fragen von gesundheitlichen und psychischen Folgen von Beschneidungen, sondern um die religiöse Rechtfertigung, die man plant, diesem Gesetz zu Grunde zu legen.

Entsprechend erfreut dürften sich deshalb die Herren vom Institut für schafi’itsiche Rechtsfragen zeigen, wenn etwa das evangelische kirchenrechtliche Institut folgenden Gesetzestext vorschlägt:

“Die elterliche Sorgeberechtigung in religiösen Angelegenheiten umfasst auch die Einwilligung in eine von medizinisch qualifiziertem Personal de lege artis durchgeführte Zirkumzision, wenn eine solche nach dem religiösen Selbstverständnis der Sorgeberechtigten zwingend geboten ist.”

Denn dies träfe nach schafi’itischer Auffassung genau auf den von ihnen vorgeschriebenen Eingriff bei Mädchen zu. So wie auf Beschneidung von Säuglingen bei Juden und von Jungen in anderen islamischen Rechtsschulen.

Sobald also ein solches Gesetz in Kraft treten würde, hätte man kaum mehr eine Handhabe, Genitalverstümmelung von Mädchen noch effektiv zu ahnden.

Das aber kann doch niemand ernsthaft wollen, der nun nach einem Gesetz ruft. Seit dem Kölner Urteil insbesondere betonen doch gerade die so genannten Beschneidungsbefürworter in fast jedem ihrer Texte, wie sehr ihnen das Wohl von Mädchen am Herzen liegt.

Egal ob man nun die Beschneidung von Jungen befürwortet oder nicht, es gibt auch ohne Verabschiedung eines derart fatalen Gesetzes praktikable Mittel und Wege, dass in Zukunft in Deutschland die jüdische Beschneidung an Minderjährigen straffrei vorgenommen werden kann.

Als erstes müsste allerdings der Kardinalfehler der ganzen Debatte verstanden werden: Beschneidung von Jungen im Judentum, also die Brit Mila, ist etwas ganz anderes als Beschneidung in den unterschiedlichen islamischen Rechtsschulen. Anders als im Judentum gibt es im Islam keine einheitliche Auffassung dazu. Auch wenn alle Rechtsschulen, inklusive der schiitischen, Beschneidung von Jungen befürworten, schreibt außer den Schafi’is keine sie als zwingend notwendig vor. Bei den Schafi’s, ich betone es noch einmal, gibt es aber keine Trennung zwischen der Beschneidung von Jungen und Mädchen.

Umgekehrt ist und war dem Judentum die Beschneidung von Mädchen (mit Ausnahme einiger äthiopischer Juden, der Falashas), unbekannt.

Wenn man also fortan von Beschneidung redet, sollte man sehr genau trennen. Und weil Beschneidung nicht Beschneidung ist, sollte mit den verschiedenen Formen auch ganz unterschiedlich umgegangen werden:

Wenn nach Aussagen des Oberrabinats in Holland jährlich 50 Knaben nach jüdischem Ritus beschnitten werden, aber 30 000 Juden in Holland leben, dann betrifft es in Deutschland wohl kaum mehr als 250 Fälle im Jahr. In Holland machen hochgerechnet, bei 10-15000 Beschneidungen pro Jahr, die jüdischen also gerade einmal 0,5%  aus. Auch wenn keine absoluten Zahlen aus Deutschland vorliegen, dürfte es hier ganz ähnlich aussehen.

In den meisten muslimischen Rechtsschulen, ich kann es nur noch einmal betonen, ist die Beschneidung von Jungen (und eben auch Mädchen) entweder sunnat oder  mandub. Es gibt aber keinerlei Vorschrift, in welchem Alter sie zu geschehen habe, das Optionsmodell von Ali Utlu, einem erklärten Gegner von Beschneidungen Minderjähriger, wäre deshalb eine ernsthafte Alternative; die Fortexistenz muslimischen Lebens in Deutschland wäre auch keineswegs, wie dieser Tage gerne bizarrerweise behauptet wird, bedroht:

Bei den Muslimen ist es ja so, dass für die Beschneidung kein Alter vorgeschrieben ist. Ich stelle es mir ein Optionsmodell vor: Wenn das Kind 14, 16 oder 18 ist, darf es sich für oder gegen die Beschneidung entscheiden. Und das hat die Gemeinschaft dann auch zu akzeptieren.

Damit bleiben 0,5 - maximal 1% aller jährlich aus religiösen Gründen durchgeführten Beschneidungen übrig. Wäre es nun so problematisch für die Brit Mila eine strikte, die Praxis zwar duldende, aber nicht per Gesetz legalisierende Ausnahmeregelung zu finden und damit ein Gesetz zu verhindern, dass die Büchse der Pandora ganz sicher öffnen würde?

Noch einmal: es geht ja keineswegs um ein staatliches Verbot von  jüdischen Beschneidungen (und in diesem Fall spielt es auch keine Rolle, ob der Autor dieser Zeilen mit all jenen symphatisiert, die Mittel und Wege suchen, wie man diese Praxis ganz beenden kann). Es geht darum, dass erklärtermaßen doch alle, trotz aller Differenzen, ein gemeinsames Ziel ganz offensiv zu verfolgen scheinen: nämlich mit allen Mitteln jede Hintertür verschlossen zu halten, durch die eventuell weibliche Genitalverstümmelung zugelassen oder gar legalisiert werden könnte.

Um die akute Gefahr, die droht, zu verstehen, muss man begreifen und auch akzeptieren, dass vor allem die Schafi’is nicht zwischen den beiden Beschneidungsformen unterscheiden. Diese Unterteilung zwischen männlicher “Beschneidung” und weiblicher “Verstümmelung” ist deshalb weit weniger absolut, als aus Unwissen in viel zu vielen Debattenbeiträgen behauptet wird. Es handelt sich dabei vielmehr um eine auf ethischen und medizinischen Erkenntnissen fußende Differenzierung, die gegen den erklärten Willen unzähliger islamischer Kleriker vorgenommen wurde.

Wer also aus Unwissenheit, Naivität oder gutem Glauben ein Gesetz zur Legalisierung der  Zirkumzision aus religiösen Gründen in Deutschland einfordert, sollte wissen, dass er mutmaßlich ganz gegen seinen eigenen Willen damit all jenen Frauen und Männern, die sich etwa in Ägypten, Indonesien, Somalia und Kurdistan gegen die weibliche Genitalverstümmelung einsetzten, in den Rücken fällt. Es sind jene Ländern und Regionen, in denen die schafi’itische Rechtsschule dominiert. Dort kämpft eine wachsende Zahl von Menschen für die Illegalisierung dieser Praxis; dabei gilt es heftige Konflikte mit Teilen des konservativen Klerus auszufechten, manchmal werden Aktivisten gegen FGM sogar mit dem Tod bedroht.

Als Ergänzung sei noch erwähnt, dass auch innerhalb der schaafi’itischen Rechtsschule eine kleine, aber umso aktivere Gruppe von Klerikern, sich gegen FGM ausspricht. Ich weiß aus eigener langjähriger Erfahrung im Irak, welch schweren Stand sie haben. Als ein herausragendes Beispiel sei hier etwa Irfan al-Allawi genannt, der seit Jahren eine Änderung der entsprechenden Rechtsgutachten fordert.

25. Juli 2012, 17.08 Uhr:

Mit Bahners, Schmitt und Heidegger für mehr religiöse Toleranz

von Thomas von der Osten-Sacken

Wie es aussieht, wenn im Namen religiöser rechte die Büchse der Pandora geöffnet wird? Ungefähr so, aber das ist erst der Anfang:

Ich habe den neuen Spiegel nicht gelesen, traue aber Felix Riedel, der schreibt: “Matthias Matussek läutet im Spiegel 30/12 den Kulturkampf ein: Nicht nur soll Beschneidung irgendwie schon okay sein, sondern gleich die Blasphemie verboten werden. Mehr Respekt für Religionen würde die Gesellschaft “einen Schritt weiter” bringen und der titanic entledigen. Wegen der Seele und so.”

Und jetzt langsam schließt sich der Kreis: Mit Carl Schmitt und Heidegger, Patrik Bahners und Herrn Matusek für ein Beschneidungsgesetz, aber nur, wenn religiöse Werte fortan über anderen Gesetzen rangieren, man es der Aufklärung so richtig gibt und dann , wie kürzlich ja öfter schon gefordert, gleich noch Blasphemie unter Strafe stellt.

Ich schlage weitergehend noch vor, eine dritte Kammer grundgesetzlich zu verankern, in der dann Kleriker aller Weltreligionen sitzen und Gesetze fortan auf ihre Vereinbarkeit mit der Religion überprüfen.

Das wäre in jeder Hinsicht gut, auch außenpolitisch, die Saudis würden dann noch lieber in Deutschland investieren und der Dialog mit Iran und Hizbollah (letzteren wurde ja gerade EU-zertifiziert, keine Terrororganisation zu sein) fiele auch wesentlich leichter. Für weitere Vorschläge ist man natürlich offen.

(Ach ich vergaß: Abtreibungen sollten natürlich ab sofort auch noch verboten werden, erste passende Argumentationsmuster wurden dankenswerterweise ja schon von der Achse der Guten zur Verfügung gestellt.)

Oder in den Worten von Eva Quistorp:

Und auch in anderen Fragen bitte immer die Haltung einnehmen: Was 4000 Jahre lang Brauch ist, das können wir doch in einer deutschen Demokratie nicht ändern zu wollen wagen!

23. Juli 2012, 12.21 Uhr:

Floris Biskamp: Das gute Leben

von Ivo Bozic

Dokumentation eines neuen Beitrags zur Beschneidungsdebatte von Floris Biskamp:

Das das gute Leben,beschnitten und unbeschnitten

Angesichts des ohrenbetäubenden antisemitischen und rassistischen Geschreis (1), das einem dieser Tage aus sämtlichen Nutzerkommentarbereichen im Netz, von den Leserbriefseiten der Tageszeitungen und auch aus redaktionellen Beiträgen seriöser Medien entgegenschallt, scheint es mir abwegig, seine Energien ausgerechnet auf die moralische oder juristische Bewertung der von Juden und Muslimen vorgenommenen Handlungen zu konzentrieren. Entsprechend erstaunt bin ich, dass einige Autor_innen, denen Antisemitismus, Rassismus und die deutsche Geschichte sonst keineswegs gleichgültig sind, sich nun so intensiv der Kritik desjenigen Rituals widmen, an dem sich zeitgleich die Ressentiments austoben: der religiösen Zirkumzision. Weil die liberalen und linken Beschneidungskritiker_innen dabei aber der Position, die auch ich in meinem Jungle-World-Artikel (2) vertrete, antiuniversalistischen Kulturalismus sowie mangelnde Recherche vorwerfen und weil sie dabei eine Reihe valider und scheinbar valider Argumente vorbringen, möchte ich ihnen doch antworten. Daher stelle ich meine starken Bedenken, ob eine solche Debatte in dieser Atmosphäre überhaupt sinnvollist, kurzzurückund gehe im Folgenden auf die Frage ein, ob ein staatliches Verbot von Beschneidung angemessen ist.


Denn auch wenn nicht alle der hier zitierten Autor_innen sich tatsächlich ein staatliches Verbot wünschen, sich also tatsächlich wünschen, dass Mohelim, Sünnetciler, und Chirurg_innen,für die Durchführung der Beschneidung in Zukunft von deutschen Staatsanwält_innen angezeigt und von deutschen Gerichten verurteilt werden, kann es kein Vertun geben: Wenn die Argumentation des Kölner Landgerichts, der sich Alan Posener, Thomas von der Osten-Sacken, Felix Riedel und mit Abstrichen Hannah Wettig (3) anschließen, von höchstrichterlicher Instanz oder von der Legislative aufgenommen würde, gälte die Beschneidung fortan als nicht durch das Elternrecht gedeckte Versehrung und somit als strafbare Körperverletzung.

Derwohl schärfste Vorwurf dieser Autor_innen zielt auf den Kulturalismus und Antiuniversalismus, mit dem einige für ein Recht auf religiöse Beschneidung argumentieren. Parteipolitiker_innen und Vertreter_innen aller monotheistischen Religionen gaben vielfach zu Protokoll, es könne nicht sein, dass ein Ritual, das für eine religiöse Gemeinschaft zentral, Jahrtausende alt und weltweit verbreitet ist, in Deutschland verboten wird. Solche Aussagen, wie sie Thomas von der Osten-Sacken und Hannah Wettig aufspießen, sind in dieser Form wirklich unerträglich. Nähme man sie wörtlich, wären der Religionsfreiheit keine Grenzen gesetzt und wirklich jede religiös begründete Praxis müsste legal sein – vom Burkazwang über die weibliche Genitalverstümmelung bis zur Tötung von Apostat_innen oder dem Menschenopfer.

Nun ist es zwar legitim, dumme Aussprüche von politischen und religiösen Würdenträger_innen beim Wort und aufs Korn zu nehmen, jedoch ist kaum davon auszugehen, dass die entsprechenden Bundestagsabgeordneten tatsächlich so kulturrelativistisch sind. Auch wenn einige Formulierungen, mit denen Islam und Judentum ein Recht auf Beschneidung zugesprochen werden, zu Ende gedacht antiliberal und antiuniversalistisch sind, lässt sich damit nicht alle Kritik am Kölner Urteil abqualifizieren.

Denn die simple Gegenüberstellung von Universalismus und Relativismus, nach der die Legalität der Beschneidung notwendigerweise eine Preisgabe liberaler und aufklärerischer Werte darstellt und die Fluttore für sämtliche religiöse Reaktion öffnet, ist zu kurz gedacht. Entscheidend ist es, zwei Dinge auseinanderzuhalten.

Auf der einen Seite stehen abweichende Vorstellungen vom guten Leben, die innerhalb einer pluralen und liberalen Gesellschaft koexistieren können, auch wenn sie in starker Spannung zueinander stehen. Wenn etwa eine Gruppe das gute Leben in monogamer Zweierbeziehung und Kleinfamilie sieht, eine zweite in Polyamorie, eine dritte in Promiskuität und eine vierte körperliche Intimität lieber im Fußballstadion sucht, sind diese Lebensentwürfe kaum vereinbar. Wahrscheinlich werden die Gruppen sogar miteinander in Konflikt geraten und sich gegenseitig ablehnen. Wenn sich dies so ausdrückt, dass die Anhänger_innendarüber argumentieren, welcher Lebensentwurf die meisten Erfüllungen bietet, kann das nur gut sein. Eine Gesetzgebung aber, die eine dieser Vorstellungen zur allgemein verbindlichen macht und die anderen unter Strafe stellt, ist nicht legitimierbar.

Auf der anderen Seite stehen universelle Normen, deren Verletzung zu ahnden ist. Eine solche Verletzung ist beispielsweise ein religiös begründeter Mordaufruf, wie ihn Vertreter des iranischen Regimes jüngst gegen den Kölner Rapper Shahin Najafi formulierten. Dies ist, da würden wohl auch die kulturrelativistischsten Mitglieder des deutschen Bundestages zustimmen, nicht tolerabel.

Zwischen diesen beiden Polen gibt es eine Menge. Insbesondere gibt es solche Vorstellungen vom guten Leben, die sich aus einer emanzipatorischen Position nicht als bloße Geschmacksfrage abtun lassen, die aber doch keinen Normbruch darstellen, der ein staatliches Verbot legitimieren würde. Hierzu zählen etwa die patriarchalischen Geschlechter- und Sexualnormen, wie sie (nicht nur) in den konservativen Strömungen aller monotheistischen Religionen verbreitet sind. Ihre Ideologie, ihre Praktizierung und ihre Symbole müssen Gegenstand der Kritik sein; eine strafrechtliche Verfolgung ist jedoch nur da legitim, wo im konkreten Fall gezeigt werden kann, dass den Einzelnen Zwang oder Gewalt angetan wird.

Bei den Äußerungen einiger strikt säkularistischer Beschneidungskritiker_innen drängt sich der Verdacht auf, dass sie eine solche Trennung in zu tolerierende abweichende Vorstellungen vom guten Leben einerseits und Normen mit universellem Anspruch andererseits nicht vollziehen. Sie scheinen – einigen religiösen Fundamentalismen nicht ganz unähnlich – ihre eigene Vorstellung vom guten Leben kulturkämpferisch gegen andere, das heißt insbesondere gegen religiöse durchsetzen zu wollen. Dies ist in vieler Hinsicht das Gegenteil von Religionskritik und Säkularismus.

Auch diesen Vorwurf kann man jedoch nicht allen Befürworter_innen eines Beschneidungsverbots machen. Alan Posener macht beispielsweise deutlich, dass er für ihn nicht zutrifft. Unter anderem führt er aus, dass er das islamische Kopftuch nicht gut findet, weil er vermutet, dass es in vielen Fällen unter familiären Druck getragen wird. Einallgemeines staatliches Verschleierungsverbot hält er jedoch für eine Grundrechtsverletzung. Einzig wenn es sich zeigen lasse, dass es einer Frau oder einem Mädchen tatsächlich gegen ihren Willen aufgezwungen werde, dürfe der Staat eingreifen. Die Beschneidung dagegen möchte er nicht in diesen Bereich des Kritikablen aber Erlaubten einordnen, sondern unterstützt die Argumentation des Kölner Landgerichts, die auf ein Verbot hinausläuft.

Damit ist die entscheidende Frage erreicht: Zählt die an einem nicht zustimmungsfähigen Kind vorgenommene Beschneidung (noch) als zu tolerierender Ausdruck der elterlichen Vorstellung vom guten Leben oder ist es ein Bruch einer universellen Norm, die die körperliche Unversehrtheit gewährleistet. Alan Posener vertritt hier eine Position mit Prinzipien: Beim Körper, beim Schmerz, beim Einschnitt ist Schluss. Diese Grenze darf von Eltern und Ärzten nur dann überschritten werden, wenn es medizinisch indiziert ist, das heißt, um damit größeren Schaden abzuwenden. Diese Grenzziehung hat gerade aufgrund ihrer Klarheit eine gewisse Plausibilität und Attraktivität, überzeugt mich aber nicht.

Mir ist nämlich nicht klar, warum bei all den unzähligen Entscheidungen, die Eltern tagtäglich für ihre Kinder treffen und die irreversible und teils schädliche Konsequenzen für deren Leben haben, ausgerechnet der chirurgische Eingriff die entscheidende Grenzüberschreitung darstellen soll. Daher halte ich es auch für keinen Zufall, dass das Kölner Landgericht die Strafbarkeit der Beschneidung nicht einfach daran festmachte, dass es sich um einen körperlichen Eingriff handelt, sondern auch daran, dass dieser Eingriff absehbare „schwere Beeinträchtigungen“ nach sich ziehe. Dieses Kriterium halte ich für plausibel: Wenn sich tatsächlich zeigen ließe, dass die Beschneidung schwerwiegende psychische und körperliche Beeinträchtigungen für das Kind nach sich zieht, wäre sie zu verbieten.

Folgt man diesen politisch-theoretischen Überlegungen lässt sich die Entscheidung also letztlich auf eine Sachfrage zurückführen: Ist davon auszugehen, dass die Beschneidung das Leben der Kinder stark beeinträchtigt oder großen Risiken aussetzt? Zur Beantwortung dieser Frage dürften die medizinische und die psychologische Wissenschaft die zuständigen Instanzen sein. Und hier setzt der zweite Vorwurf an, den die linken und liberalen Unterstützer_innen des Kölner Urteils ihren Gegner_innen und somit auch mir machen: Man recherchiere nicht gut und ignoriere die Ergebnisse der Wissenschaft, die belegten, dass die Vorhaut eine wichtige Funktion erfüllt und ihre Entfernung schwerwiegende Konsequenzen nach sich zieht.

Dabei beziehen sich von der Osten-Sacken und Riedel auf eine einzelne Unterseite der Website cirp.org, die man, so von der Osten-Sacken, „in Ruhe und ohne Schaum vorm Mund“ (4) lesen solle. Die von Wettig in der Jungle World angeführten Forschungsergebnisse finden sich ebenfalls auf derselben Website. cirp.org beschreibt sich selbst als Informationsportal zum Thema Beschneidungen, das ethische, medizinische und psychologische Argumente sammelt und zusammenfasst. Damit bietet es, so könnte man meinen, eine gute Informationsquelle für Journalist_innen, die sich ein Bild der wissenschaftlichen Lehrmeinung machen wollen. Der Haken ist jedoch, dass cirp.org nicht alle Forschungsergebnisse sammelt, sondern nur die, die ins eigene Weltbild passen, und das sind diejenigen, laut denen Beschneidung eine signifikant schädliche Praxis ist.

Dies wird im Vergleich sichtbar. cirp.org hat ein Spiegelbild namens circs.org. Name, Webdesign, Anspruch und Praxis beider Seiten sind sich zum Verwechseln ähnlich. Der einzige Unterschied ist, dass circs bevorzugt diejenigen Forschungsarbeiten dokumentiert, die zu dem Ergebnis kommen, dass Beschneidung keine negativen Folgen, mithin sogar positive hat. Auf beiden Seiten finden sich zahlreiche aktuelle Forschungsergebnisse, die von wissenschaftlichen Autor_innen an wissenschaftlichen Institutionen mit wissenschaftlichen Methoden erarbeitet und in wissenschaftlichen Journals publiziert wurden. Was die Beschneidungkritiker_innen als die wissenschaftliche Forschung präsentieren, ist also tatsächlich eine sehr einseitige Auswahl von Forschungsergebnissen. Vor diesem Hintergrund hat der von von der Osten-Sacken gegen mich und von Wettig gegen die deutschen Journalist_innen insgesamt erhobene Vorwurf schlampiger Recherche einen besonderen Charme (5).

Nimmt man die auf beiden Seiten präsentierten Ergebnisse zusammen, bleibt festzuhalten: Es kann nicht als wissenschaftlich erwiesen gelten, dass eine medizinisch fachgerecht vorgenommene Beschneidung schwere Beeinträchtigungen oder große Risiken mit sich bringt, ähnliches gilt für die oft zitierten positiven Effekte.

Auch wenn Felix Riedel mich als „Befürworter“ der Beschneidung bezeichnet, bin ich das nicht und war es zu keinem Zeitpunkt. Der Glaube an Gott ist mir fremd und die Vorstellung, dass man durch einen körperlichen Eingriff einen Bund mit diesem herstellt oder eine kollektive Identität begründet, scheint mir absurd. Hinzu kommt, dass mir die angegebenen Vorteile der Zirkumzision die möglichen Risiken nicht aufzuwiegen scheinen. Deshalb bin ich eher „gegen die Beschneidung von Kindern“ als „für die Beschneidung von Kindern“. Ähnlich stehe ich aber auch zu ganz andere Praktiken. Mir ist es beispielsweise völlig unbegreiflich, wie man auf die Idee kommt, eingeschränkt zustimmungsfähige Kinder bei Minusgraden auf verschneite Berge zu karren, sie in bunte Gewänder zu hüllen und auf zwei Brettern den Hang herunterrutschen zu lassen – obwohl man weiß, dass damit eine Verletzungsgefahr einhergeht. Schlimmer noch als diesen seltsamen Brauch finde ich die in Deutschland seltsam stabile Tradition, Bildung von Kindern in Schulfächer zu zerteilen, durch Ziffernnoten messbar zu machen und so eine völlig schräge Formen von Leistungsdruck aufzubauen – obwohl man weiß, dass dies schlimme psychische und letztlich auch körperliche Schäden nach sich ziehen kann. Ich bin also nicht nur „gegen“ die Beschneidung von Jungen, sondern auch „gegen“ Skifahren mit Kindern und „gegen“ Schulnoten. Dieses „Gegen“ bleibt jedoch auf der Ebene abweichender Vorstellungen vom guten Leben und legitimiert keine Strafverfolgung der Eltern, die für ihre Kinder solche Entscheidungen treffen.

Käme es entsprechend in Islam und Judentum zu Diskussionen und Reformen, die zu einer weiteren Säkularisierung der Religionsgemeinschaften und zur Abschaffung oder Aufweichung des für mich nicht nachvollziehbaren, potentiell mit Risiken verbundenen Rituals der Beschneidung führen, könnte ich das nur gutheißen. Ein staatliches Verbot, wie es das Kölner Urteil andeutet, halte ich dabei aber weder für hilfreich noch für legitim (6).

Viel wichtiger ist jedoch: Antisemitismus und Rassismus beeinträchtigen das Leben muslimischer und jüdischer Kinder in Deutschland sicherlich sehr viel stärker als die Zirkumzision. Und die aktuelle Debatte, in der man den Anspruch erhebt, die Kinder vor ihren Eltern zu retten, ist durchzogen von antisemitischen und rassistischen Klischees. Alle, denen das Wohl der Kinder am Herzen liegt, sollten dies nicht aus dem Blick verlieren.

Fußnoten:
(1) Mindestens dreierlei kommt hier zusammen: Erstens sind dämonisierende Phantasien über die Beschneidung schon lange Bestandteil antisemitischer Ideologie und werden auch in der aktuellen Debatte täglich artikuliert. Zweitens prägt das von Deniz Yücel treffend beschriebene deutsche Bedürfnis zur Maßregelung von Minderheiten alle hierzulande geführten Debatten über Integration oder Religion und ist ein Hauptgrund für das Ausmaß der aktuellen Diskursblase. Drittens grassiert ein Deutschland ein Hass auf Muslime und den Islam, der nun auch das Thema Beschneidung für sich entdeckt hat.  

(2) Floris Biskamp: Kampf der Supermänner (http://jungle-world.com/artikel/2012/28/45855.html)

(3) Ich beziehe mich im Folgenden auf diese Texte der genannten Autor_innen:
Alan Posener: Danke Vater, dass ich nicht beschnitten wurde! (http://www.welt.de/kultur/article108264046/Danke-Vater-dass-ich-nicht-beschnitten-wurde.html)
Alan Posener: Vorhautkriege (http://starke-meinungen.de/blog/2012/07/17/vorhautkriege/)
Thomas von der Osten-Sacken: Von der Beschneidung zur Burka (http://jungle-world.com/jungleblog/1765/)
Thomas von der Osten-Sacken: Die Republikaner und die Beschneidung (http://jungle-world.com/jungleblog/1767/)

Felix Riedel: “Die latente Unehrlichkeit ihres positiven Israel-Knacks…” – Eine Diskussion der Gegner der Gegner der Beschneidung (http://nichtidentisches.wordpress.com/2012/07/16/die-latente-unehrlichkeit-ihres-positiven-israel-knacks-eine-diskussion-der-gegner-der-gegner-der-beschneidung/)
Hannah Wettig: Recht vor Glaube! (http://jungle-world.com/artikel/2012/29/45904.html)


(4) Zitiert aus der Diskussion zu von der Osten-Sackens Artikel „Von der Beschneidung zur Burka“ auf der Jungle-World-Facebookseite. Dieser Ort sollte öffentlich genug sein, um von dort zu zitieren.


(5) Ähnliches gilt für von der Osten-Sackens und Wettigs Suche nach Muslimen und Juden, die ihre Beschneidung als Verstümmelung verstehen und sich für ein staatliches Verbot stark machen. Auch hier wirft man der Gegenseite mangelhafte Recherche vor und bezieht sich selbst dann selbst auf die sorgfältig ergoogelte Website der „Jews agains tCircumcision“. Deren Macher_innen behaupten zwar, hinter der Seite stünden zahlreiche Juden, liberale sowie orthodoxe und sogar Rabbiner, allerdings ist der Internetauftritt völlig anonym und daher als Beleg für egal was unbrauchbar.


(6) Eine staatliche Regulierung dagegen, die medizinische Standards, eventuell auch eine Narkose und Altersgrenzen vorschreibt scheint mir durchaus denkbar.

23. Juli 2012, 10.31 Uhr:

Adorno Preisträger unter sich

von Thomas von der Osten-Sacken

Den diesjährigen Adorno Preis verleiht die Stadt Frankfurt bekanntermaßen an Judith Butler, die nebenberuflich äußerst aktiv in der Boykottiert-Israel Bewegung aktiv ist und sich dabei vor allem für einen Boykott israelischer Wissenschaftler und akademischer Institutionen stark macht.

1995 erhielt den Preis der französischen Filmemacher Jean-Luc  Godard, der ebenfalls für seinen glühenden Hass auf den jüdischen Staat bekannt war, und sich sogar im deutschen Fernsehen, wie Thierry-Chavel im heutigen Perlentaucher dokumentiert,  einmal mit einer stilisierten Hakenkreuzfahne präsentierte  und dann erklärt:

“Für uns, die wir einen Film über Palästina machen wollen, besteht die Arbeit darin, dass wir versuchen, den Zionisten Geld abzunehmen, damit wir Waffen kaufen können, um sie anzugreifen.”


 

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