Herrschaftskritische Sommeruni
Missy Magazin
Kürzliche Beiträge
14. Februar 2014, 19.00 Uhr:

Schleswig-Holstein, gottumschlungen

von Jörn Schulz

Stellen Sie sich vor, Sie wären Gott. Sie sind für viele, viele Billionen Planeten in rund 150 Milliarden Galaxien zuständig. Da gibt es immer etwas zu tun, hier droht eine Supernova zu explodieren, dort baut ein Imperator einen Todesstern. Und dann gibt es da diesen Planeten Erde, den Sie trotz Relaunch per Sintflut nie so richtig in den Griff bekommen haben. Seit rund 500 Jahren wissen diese Erdlinge, dass sie nicht der Mittelpunkt des Universums sind. Aber haben sie etwas daraus gelernt? Nein, noch für die banalsten Kleinigkeiten werden Sie verantwortlich gemacht. Es regnet zuviel, es regnet zuwenig, mach was, aber dalli – es will einfach kein Ende nehmen.

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14. Februar 2014, 15.30 Uhr:

Ich bin matussekophob. Und das ist gut so.

von Jörn Schulz

Es ist doch eigentlich ganz einfach: Wenn es Gottes Wille wäre, dass wir Sex nur zur Fortpflanzung haben, hätten wir eine Brunftzeit wie die Hirsche. Und wenn Homosexualität unnatürlich wäre, gäbe es sie nicht. Einsteinium ist unnatürlich, dieses Element kann nur künstlich hergestellt werden. Wenn C3-PO Sex mit R2D2 hätte, wäre das unnatürlich, aber nicht verwerflich, sofern es einvernehmlich geschieht. Man kann sich ja, auch als Mensch, mal was Neues ausdenken, worauf die Natur nicht gekommen ist.

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6. Februar 2014, 17.55 Uhr:

Willkommen bei den Gutmenschen

von Jörn Schulz

Es ist immer wieder amüsant zu beobachten, wie Leute, die gegen den Überwachungsstaat nichts einzuwenden haben und denen die Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger gar nicht hart genug sein können, den Gutmenschen in sich entdecken und Nachsicht fordern, wenn es um Steuerbetrug geht. „Denn es ist immer gut, auf freiwillige Umkehr zu setzen. Wir sind keine Volksgemeinschaft, und der Steuerbetrüger ist kein ‚Parasit’. Es wäre daher falsch, die Debatte über Steuerbetrug moralpolitisch aufzuladen“, schreibt Thomas Schmid in der Welt.

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4. Februar 2014, 09.09 Uhr:

Grosser Bruder

von Thomas von der Osten-Sacken

Wer wohl ist der Herr, der da einen Schal traegt, auf den da ganze Palaestina, also das Land zwischen Meer und Fluss, abgebildet ist, ebenso wie die Al Aksa Moschee, einen Schal, den vor allem Hamas Anhaenger gerne tragen, um zu zeigen, dass die Vernichtung Israels und Befreiung Jerusalems ganz oben auf ihrer Agenda steht?

Das ist der selbe Herr, der auch den verblichenen Muammar al-Ghaddafi als seinen Freund bezeichnete und sich gerne mit ihm ablichten liess:

Es ist der Herr, von dem der amerikanische Praesident Barack Obama in seinen Memoiren schrieb:

‘The person who made me proudest was Roy [the name he uses for Malik]. He converted to Islam, and has sworn off pork and tobacco and alcohol. [His] new lifestyle has left him lean and clear-eyed.

Er muss es wissen, war er doch nicht nur Trauzeuge bei einer der zwoelf Heiraten dieses polygamen Herren,  es handelt sich schliesslich um Malik Obama, seinen Hablbbruder.

Hat Tip: Wael Shoebat

31. Januar 2014, 18.29 Uhr:

Sag mir, wo die Hirne sind

von Jörn Schulz

Wenn Sie wissen wollen, warum Gregor Gysi häufig so schlecht gelaunt ist, schauen Sie mal, womit man sich auseinandersetzen muss, wenn man in der Linkspartei und trotzdem bei Verstand ist: “Antrag an die 1. Tagung des 4. Parteitages der Partei DIE LINKE 15. Februar 2014 in Hamburg: Aussetzung der akustischen oder gesanglich musikalischen Intonierung des Liedes ‚Die Internationale’ innerhalb der Partei DIE LINKE.“ Kann man ja drüber reden, nach fast anderthalb Jahrhunderten mal was anderes zu singen, aber nun kommt die Begründung: „Da die gesangliche musikalische Intonierung des Liedes ‚Die Internationale’ zwar kämpferisch ist, aber auch militaristisch, gewalt- und kriegsverherrlichend ist, ein Symbol des Kapitalismus darstellt und Militarismus ein Element des rechten politischen Spektrums ist, genauso wie die deutsche Nationalhymne.“

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28. Januar 2014, 22.13 Uhr:

Nie nie wieder

von Thomas von der Osten-Sacken

Das hatte Lady Ashton gestern zu sagen:

On Holocaust Remembrance Day, we must keep alive the memory of this tragedy. It is an occasion to remind us all of the need to continue fighting prejudice and racism in our own time. We must remain vigilant against the dangers of hate speech and redouble our commitment to prevent any form of intolerance. The respect of human rights and diversity lies at the heart of what the European Union stands for.

Wer also gegen Vorurteile und Rassismus kaempft hat die richtige Lehre gezogen. Und die Juden, die braucht man in der EU des Jahres 2014 am Holocaust Gedenktag nicht einmal zu erwaehnen. Das koennte ja auch auch bei unseren muslimischen Mitbuergern, die schliesslich ganz schlimme Opfer von Rassismus und Vorurteilen sind, nicht allzu gut ankommen. So wegen Israel und Apartheid und Sie wissen schon..

Was von derartigem Nie-wieder-Gedenken zu halten ist, fasst Daniel Teeboom in wenigen Worten zusammen:

What does ‘never again’ really mean? It doesn’t mean ‘no more genocide’ because there have been plenty of genocides since 1945 and nobody ever did anything about them. It also doesn’t mean no more persecution of Jews, because the Shoah to them is not a specifically Jewish event. And anyway as long as your motivation is fashionable killing Jews is considered an act of heroism. ‘Never again’ therefore means absolutely nothing. At best it is a solemn promise that the calendar will never revert back to 1942 and that the Nazi’s of old will remain firmly in their graves. But we don’t need any ceremonies for that. (…)

Am I accusing her of antisemitism? Well her motto seems to be that on Holocaust Remembrance Day one does not mention the Jews. It takes an effort not to mention Jews on this day and one does not make such an effort out of love of the Jewish people. That’s one. Second, if it’s not Holocaust Remembrance Day, it seems Lady Ashton cannot mention the Jews often enough. I mean the only reason why anyone knows her name, including all of her ludicrous titles, is because she has made it a habit to regularly insert herself into the Israeli-Palestinian conflict and say things that are hugely offensive to Jews. Remember when she compared the sadistic murder of a little Jewish girl in Toulouse to Palestinian deaths in the Gaza strip?

28. Januar 2014, 18.14 Uhr:

Eher pennt die BVG

von Jörn Schulz

Eigentlich ist unsere Berliner Politiker ja gar nicht sooo dumm. Wenn sich die Herren Wowereit und Sarrazin zusammensetzen und über „Beteiligungsmanagement und -controlling des Landes Berlin“ philosophieren, wie es 2004 geschah, erkennen sie mit Scharfblick: „Es hat sich erwiesen, dass ex-post-Betrachtungen untaugliche Instrumente sind.“ Mit anderen Worten: Wenn das Geld weg ist, ist es weg. Also „sind Grundlagen zur verantwortlichen und zielorientierten Steuerung für das rechtzeitige Erkennen der Entwicklung der Unternehmen und Konzerne, an denen Berlin beteiligt ist, zu entwickeln. (…) Die Organe der Gesellschaften sind mit hohem fachlichen und wirtschaftlichen Sachverstand auszustatten. Den Aufsichtsräten kommt dabei eine hervorgehobene Verantwortung zu. (…) Es ist ihre Aufgabe, die Absichten der Geschäftsführungen kritisch zu hinterfragen und sich nachweisen zu lassen, dass die Planungen auf solider wirtschaftlicher Grundlage erfolgen“, nicht zuletzt sind die „mittelbaren Beteiligungen des Landes (…) hinsichtlich der Ziele und Risiken in erster Linie vom Aufsichtsrat zu prüfen“.

Und nun zum wirklichen Leben. Die BVG „vermietet“ einen Teil ihres Fuhrparks an ein US-Unternehmen, das auf diese Weise Steuern sparen kann und einen Teil des Profits an die BVG weiterreicht – legale Steuerhinterziehung und ein unseriöses Geschäft also, selbst wenn es für beide Seiten funktioniert. Treten Probleme bei diesem „Cross Border Leasing“ auf, hat den Schaden in der Regel die „vermietende“ Stadt. Deshalb hat der Deutsche Städte- und Gemeindebund bereits 2003 vor solchen Geschäften gewarnt, doch „die Finanzverwaltung des Senats, die für das Controlling der Verträge zuständig ist, lobte das Cross Border Leasing – auch noch in der Amtszeit Thilo Sarrazins – als ‚modernes Finanzierungsinstrument’, für dessen Absicherung ‚Banken erstklassiger Bonität’ ausgewählt würden.“

Banken wie Lehman Brothers also. Auch beim BVG-Geschäft treten Probleme auf. Was tut man, wenn ein riskantes Geschäft zu platzen und einen hohen Verlust zu verursachen droht? Man nutzt ein anderes modernes Finanzierungsinstrument, ein Kreditderivat, geht also ein noch riskanteres Geschäft ein, bei dem noch höhere Verluste drohen. Natürlich nur mit einer Bank erstklassiger Bonität, nämlich JP Morgan, die ihren fortdauernden Erfolg allerdings nicht zuletzt dem Geschick bei der Weitergabe wertloser Wertpapiere an Leute verdankt, die sich für Finanzexperten halten, aber selbst mit der Buchhaltung einer Würstchenbude überfordert wären. Wolf of Wall Street vs. Sloth of Senate sozusagen.

Denn bei der BVG gibt man nun zu, dass niemand den Vertrag mit JP Morgan verstanden hat. Und warum sich damit abmühen, ihn zu lesen? Selbst die im Umgang mit unfähigen Anlegern erfahrenen Banker – sie befürchteten Probleme, weil sie Sarrazin für seriös hielten – waren offenbar verblüfft, wie einfach es war, den Aufsichtsrat zu überzeugen: „These are somewhat curious documents, because it appears that the Supervisory Board meeting considered the ICE transaction for a total of four minutes, during which the transaction was describes by Mr Sturmowski in a way that can only be described as incoherent; and both Dr Sarrazin (the Chairman of the Supervisory Board) and Mr Sturmowski indicated that they did not understand the transaction. Nevertheless, the Supervisory Board passed the resolution authorizing its execution.”

Im Prozess mit JP Morgan hält die BVG es jetzt für eine erfolgversprechende Strategie, Unfähigkeit und Faulheit ihrer Finanzexperten und Aufsichtsräte als Beweis dafür anzuführen, dass man übers Ohr gehauen wurde: „Die BVG hat wesentliche Aspekte der Transaktion nicht verstanden.“ Man muss kein Experte in Finanzrecht sein, um zu ahnen, dass die BVG nur Erfolg haben kann, wenn JP Morgan eine Täuschungsabsicht nachgewiesen wird, denn es hat sich erwiesen, dass ex-post-Betrachtungen untaugliche Instrumente sind. Vielleicht sollte es die BVG nächstes Mal mit dem Hütchenspiel versuchen.

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