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Kürzliche Beiträge
6. Juni 2014, 12.55 Uhr:

D-Day

von Thomas von der Osten-Sacken

Da die lesenswerten antifaschistischen Kommentare zum D-Day in anderen deutschen Medien zu finden sind, seien sie hier zitiert:

Ohne den politischen Willen der USA, eine militärisch schier unmögliche Operation zu wagen, ohne die Aufopferung Tausender junger Männer, von denen manche nur wenige Sekunden am Strand überlebten, ohne die neue Front im Westen hätte Hitler wohl kaum besiegt werden können.

Was sagt der D-Day uns heute?

Er sagt uns, dass Politik im Angesicht des Bösen moralische Klarheit braucht. Wenn ein Diktator – wie in Syrien – Hunderttausende Menschen abschlachtet, Kinder in seiner eigenen Hauptstadt in Gaswolken ermordet, dann müssen wir dieses Übel nicht nur benennen, sondern auch bekämpfen. Politische „Realisten“ verstehen es, das Böse so lange zu erklären und zu relativieren, zu beschönigen und umzudeuten, bis sie von ihrer moralischen Pflicht scheinbar entbunden sind.

Realisten hätten niemals den Sturm auf Hitlers Atlantik-Festung gewagt.

6. Juni 2014, 12.48 Uhr:

"Gedenkkultur" auf den Hund gekommen

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Tilman Tarach

Wenn es noch eines Beweises bedurfte, daß das, was gemeinhin als “Deutsche Gedenkkultur” firmiert, vor allem eine widerliche Vertauschung von Opfern und Tätern propagiert, dann ist es wohl die geplante Veranstaltung eines Holocaustleugners oder -relativierers, eines Chemtrail-Irren, eines 9/11-"Truthers", eines Freundes von Neturei Karta und den Taliban, auf der Gedenkstätte des KZ Sachsenhausen. Meine Nachricht an die Zuständigen:

From: Tilman Tarach

To: info@gedenkstaette-sachsenhausen.de

Sent: Thursday, June 05, 2014 12:36 PM

Subject: Ihre Veranstaltung am 20. Juli

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wurde darüber informiert, dass auf Ihrer Veranstaltung am 20. Juli in der Gedenkstätte Sachsenhausen neben Astrid Ley auch Christoph Hörstel sprechen wird. Ist das Ihr Ernst? Möchten Sie vielleicht demnächst auch Horst Mahler oder David Duke einladen?

Ich bitte um Stellungnahme.

MfG

Tilman Tarach

~~~~~~~~~~~~~

Auf einem von Hörstel eingestellten Veranstaltungshinweis heißt es:

14:00 Uhr: Führung über das ehemalige KZ-Gelände durch die sachkundige Buchautorin Dr. Astrid Ley

16 Uhr: Veranstaltung auf dem Gelände im Gedenkbereich

Einführung: Dr. Astrid Ley & Christoph Hörstel

Was Hörstel über den Holocaust denkt, kann man einem Geplänkel auf seiner Facebook-Seite entnehmen. Hier einige Auszüge:

Simon Steiner:

“Herr Hörstel, Sie sollten die Menschen eher mal über die Wahrheit des „Holocaust“ und der Deutschen Vergangenheit aufklären. Oder wollen Sie mir sagen, sie hätten noch nie etwas von den Revisionisten gehört?”

Christoph Hörstel:

“Simon Steiner Jo. Alles zu seiner Zeit. Jetzt ist erstmal der 20. Juli dran.”

Simon Steiner (zu einem anderen Teilnehmer):

“Deine Ansicht von Hitler, dass er ein Verbrecher gewesen wäre, basiert immer noch auf der etablierten Geschichtsschreibung, nach der Hitler den zweiten Weltkrieg verursacht hätte und die Welt erobern wollte, was ja schon lange widerlegt ist. Dass man Juden in KZs steckte, war vielleicht nicht gerade feinfühlig, aber wenn man bedenkt, wie das Deutsche Volk vor 1933 regelrecht ausgehungert und wie viele Russen unter der jüdischen Bolschewistenherrschaft ermordet wurden, sehen die Verbrechen der Nationalsozialisten gleich viel weniger schlimm aus. (…)”

Eine Antwort der Gedenkstättenleitung steht aus.

UPDATE: Die Gedenkstätte hat Christoph Hörstel inzwischen abgesagt. Man habe erst nach den vielen Anfragen in Erfahrung gebracht, wer er ist, zudem habe es sich um eine “Drittveranstaltung” gehandelt. Anders als Hörstel in seiner Veranstaltungsankündigung behauptet, sei eine Beteiligung der Gedenkstätte oder ein gemeinsamer Auftritt ihrer stellv. Leiterin Astrid Ley mit Hörstel allerdings nie vorgesehen gewesen, so die Darstellung des Pressevertreters der Gedenkstätte.

19. Mai 2014, 18.19 Uhr:

Mit Sudeten vor blau-weisser Fahne

von Thomas von der Osten-Sacken

Zwei Eintraege auf Facebook.

Der erste:

Das 1979 auf Schloss Weikersheim gegründete Studienzentrum Weikersheim (SZW) versteht sich als christlich-konservative Denkfabrik. Es veranstaltet regelmäßige Kongresse, Seminare und Tagungen, vor allem zur Europa- und Deutschlandpolitik. Kritikern gilt das Institut als ein Netzwerk der Neuen Rechten.

Der zweite:

Posselt ist Sohn sudetendeutsch-steirischer Eltern. Er war lange Zeit jahrelang Sprecher und engster Vertrauter von Otto von Habsburg. (…) Er ist seit 1994 Mitglied des Europäischen Parlamentes, seit 1997 Landesvorsitzender der Union der Vertriebenen (UdV) in der CSU, seit 1998 Präsident der Paneuropa-Union Deutschland und seit 2008 Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, mithin deren höchster Repräsentant. Von 2000 bis 2008 war er Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft, dieses Amt hat er seit 2014 wieder inne. Seit 1993 gehört er dem Vorstand des CSU-Bezirksverbandes München an, seit 2000 auch dem (Landes-)Vorstand der CSU. Er ist einer der Hauptorganisatoren der Sudetendeutschen Tage.

Und hier wird Herr Bernd Posselt stolz im Photoalbum des Muenchner Israeltages 2014 praesentiert.

Israelsoli mit Sudetendeutschen … man darf gespannt sein, wer beim naechsten Event so erscheinen wird.

13. Mai 2014, 23.22 Uhr:

Ekelpakete aller Laender ....

von Thomas von der Osten-Sacken

Verblueffend, wie man es in einer Woche schaffen kann, religions- und laenderuebegriefend so gut wie alle Ekelpakete dieser Welt gegen sich aufzubringen. Ein wahrer Lackmustest, die Conchita Wurst.

“Das war für Recep Tayyip Erdogan dann wohl doch zu viel. Nach dem Sieg von Conchita Wurst beim ESC verabschiedet sich die Türkei aus dem Wettbewerb. Für immer.”

Und damit niemand hier jetzt sage, das habe vor allem etwas mit Erdogans Religion zu tun: Im mehrheitlich von Muslimen bewohnten Albanien kam Conchita immerhin auf Platz 6.

16. April 2014, 18.25 Uhr:

Die fünfte Kolonne von Siemens

von Jörn Schulz

Die Linkspartei hat es wirklich nicht leicht. Lehnt sie im Bundestag irgendetwas ab, heißt es, sie sei nicht regierungsfähig. Zeigt sie sich konstruktiv, ist es auch wieder nicht recht. Da bringt Sahra Wagenknecht endlich Verständnis für deutsche Konzerne auf und sorgt sich um den Standort Deutschland, und schon heißt es im Magazin Cicero: „Diese Partei ist nicht nur nicht regierungsfähig. Als fünfte Kolonne Moskaus ist sie im Zweifel auch eine Gefahr für die Demokratie.“

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16. April 2014, 17.25 Uhr:

Deutscher Friedenswille

von Jörn Schulz

Liegt es wirklich nur daran, dass die Journalisten der Bild-Zeitung sowie zahlreiche Politiker und sonstige prominente Schwätzer zu ignorant sind, um Russland und die Sowjetunion auseinanderzuhalten? Oder wittern viele Deutsche nun eine Chance, sich endlich wenigstens symbolisch für die Befreiung vom Nationalsozialismus zu rächen? „Weg mit den Russen-Panzern“, fordert Bild in einer Petition an den Bundestag, gemeint sind die Panzer am Ehrenmal in Berlin nahe dem Brandenburger Tor. Der Anlass ist das russische Vorgehen in der Ukraine. Tatsächlich wurden die ersten T-34 in Charkow, Ukraine, gebaut, aber das nur nebenbei.

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12. April 2014, 22.47 Uhr:

Disgraceful

von Thomas von der Osten-Sacken

Die Brandeis Universität hat sich entschieden, Ayan Hirsi Ali doch keine Ehrendoktorwürde zu verleihen, weil “ihre Äußerungen über den Islam seien nicht vereinbar mit den Grundwerten der Universität (…) Zuvor hatten vor allem muslimische Studenten, aber auch 85 der 350 Fakultätsmitglieder gegen die geplante Verleihung des Ehrentitels protestiert. Dieser dürfe nicht an jemanden gehen, der die Islamophobie befördere, sagte eine Sprecherin der muslimischen Studentengemeinde in den USA.”

Diese Entscheidung veranlasste Jefrey Herf , einen offenen Brief zu schreiben:

No doubt, Hirsi’s comments about Islam offend many believers. The same was true of Sigmund Freud’s Future of an Illusion. Freud, you will recall, dismissed religion as the product of a universal infantile neurosis of humanity. Yet I doubt that if Freud were alive today, those 85 faculty members would have protested his honorary degree. On the contrary, his criticism of religion in general, especially of Judaism or Christianity, would be seen as simply an entry ticket into intellectual respectability.

Your decision reflects a now-widespread double standard of broad criticism of Judaism and Christianity combined with fear—yes it is fear—to write and speak with equal critical spirit about Islam. We historians of modern Germany and Nazism know that the Nazi interpretation of Christianity as well as the core texts of the Christian tradition itself, were used by the Nazis to justify their mass murders. In our own time, Hamas, Hezbollah, the Muslim Brothers, Al Qaeda and the government of Iran, despite their differences, all draw on phrases from the Koran and in the texts of subsequent Islamic commentaries to find theological justification for antagonism to Jews, Zionism and the state of Israel.

Ayaan Hirsi Ali has been willing  to point this out, something Kushner and Tutu have never done. That the president of a university founded by Jews in the immediate aftermath of the Holocaust should have rescinded an honor to a woman who has had the courage to attack the most important source of Jew-hatred in the world today is a disgraceful act and a failure of leadership. Instead of appeasing intolerance in your faculty, you should have taken this moment to reaffirm the values for which Brandeis has stood for so long and reconfirm the place of universities as models of tolerance and enlightenment in our troubled society. Once a proud alumnus, I will be forced to disavow my relationship with Brandeis in the future.

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