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Kürzliche Beiträge
11. Januar 2014, 23.49 Uhr:

»Ein Zionistenschwein weniger«

von Thomas von der Osten-Sacken

Ariel Sharon ist gestorben. Das hat Focus-Online auch umgehend entsprechend marktschreierisch gemeldet und auf Facebook verlinkt (Man kann ganz andere Nachrufe verfassen, woanders eben). Und umgehend kamen die Kommentare, und erstaunen tun sie einen überhaupt nicht:

5. Januar 2014, 22.54 Uhr:

Partisanen?

von Thomas von der Osten-Sacken

In der Redaktion der Welt, da nennen sie doch allen Ernstes die Kerle von Al-Qaida Partisanen! Veredeln sie zu Partisanen!

Und titeln: “Die Partisanen al-Qaidas erobern den Nahen Osten”

Das waren nicht irgendwelche antisemitischen Bartträger und Sich-inmitten-von-Zivilisten-in-die-Luft-Sprenger, die Partisanen.

Einmal googeln reicht, einmal nur: Und was sieht man da auf den Bildern? Nun ganz sicher nicht Krummsäbel und abgeschnittene Hälse, und wenn, dann abgeschnitten von denen, gegen die sie gekämpft haben, die Partisanen.

Mit Partisanen verbinden sich ganz andere Klänge und kein Allah Akbar oder “Tod den Ungläubigen"-Rufe. Und so soll es auch ein für alle Mal  bleiben.

Partisanenklänge die gehen unter anderem so:

Oder so:

Oder so:

So und jetzt lesen wir weiter, wie  Welt, Spiegel, Focus und all die anderen Medien den neuen Flächenbrand im Nahen Osten beschwören, den finalen Staatszerfall und die Machtübernahme durch Al Qaida und andere Terroristen, den guten alten Zeiten hinterherweinen, als im Nahen Osten noch starke Männer das Sagen hatten, die Zeiten also vor dem Sturz Saddam Husseins, der ja, wie auch Michael Stürmer in besagtem Welt-Artikel und erklärt, auch Zeiten vor dem Sündenfall waren, denn damals, herrschte noch nicht Anarchie und Chaos.

Und ins allgemeine Gejammer fällt nun auch die New York Times ein und beklagt das Machtvakuum im Nahen Osten, ganz so als sei’s nicht der von ihr fast wie ein heiliger abgefeierte Barack Obama gewesen, der erst viel zu schnell die US-Truppen aus der Region zurückzog und dann vollkommen planlos so in etwas alles falsch machte, was man falsch machen kann. Und nun weht nach fast einer dekade wieder die Fahne von Al Qaida über Falluja.

Aber das ist ein anderes Thema und hat nur bedingt etwas mit der Verunglimpfung von Partisanen durch die Welt zu tun.

3. Januar 2014, 20.48 Uhr:

Aus der Gefahrenzone

von Thomas von der Osten-Sacken

Istanbul nach den Gezi Park Protesten? Oder doch Kairo, nachdem die Muslimbruderschaft zur terroristischen Organisation erklärt wurde?

Die “Gefahrenzone", sie wurde weder in der türkischen, noch der ägyptischen Metropole verhängt, sondern in Hamburg:

Innerhalb der Zone darf die Polizei jede Person und deren Taschen ohne die Angabe von Gründen kontrollieren. Außerdem dürfen Platzverweise und Aufenthaltsverbote erteilt und Personen in Gewahrsam genommen werden. Anwohner sollen damit nicht belästigt werden - die Kontrollen sollen sich laut Polizei nur gegen “relevante Personengruppen” richten.


29. Dezember 2013, 00.22 Uhr:

Ausschwitzen und verprügeln

von Thomas von der Osten-Sacken

Elmar Hörig ist laut Wikipedia ein deutscher Radio- und Fernsehmoderator, der, bevor er zu den Privaten ging, beim Südwestfunk arbeitete.

Und in dieser Funktion betriebt auch eine Facebookseite *, auf der er mit ganz eigenem Witz und wohl genuin deutschem Humor gegen Roma und linke Faschisten vom Leder zieht, wenn er seine Leser nicht gerade über seine Orgasmen unterhält.

Seit es “soziale Medien"gibt, kann man sich komplizierte Befragungen als Grundlage für Studien zum autoritären Charakter oder den Weg zur inneren Einheit offenbar weitgehend ersparen, liefern doch genügend Probanden ganz freiwillig  entsprechendes Material in fast unbewältigbaren Mengen. So auch die Mischung aus Vernichtungswahn, Herrenwitz, Rassismus, Antisemitismus, Tierliebe und Friedenssehnsucht, mit der Hörig, ganz rebellischer Nonkonformist, seine Facebookseite voll macht.

* Update v. 29.12.2013: Diese Seite ist inzwischen vom Netz genommen worden

 

18. Dezember 2013, 19.23 Uhr:

Guido geht stiften

von Jörn Schulz

Es ist wirklich nett von unserem ehemaligen Außenminister, dass er noch einmal zeigt, wie schwer es geworden ist, zwischen Satire und wirklichem Leben zu unterscheiden. Die Westerwelle-warnt-Stiftung hätte auch meine Idee sein können. Und nun gibt es sie tatsächlich, allerdings heißt sie „Westerwelle Foundation“ – offenbar hat er während seiner Amtszeit wirklich ein bisschen Englisch gelernt.

So löblich es ist, dass Westerwelle sich selbst um seine Anschlussverwendung kümmert – einige Fragen bleiben offen. So wurde die „Stiftung wurde nach eigenen Angaben bereits als gemeinnützig anerkannt“. Doch die Senatsverwaltung für Justiz sagt über die Dauer des Anerkennungsverfahrens für Stiftungen: „Angesichts der unterschiedlichsten Fragen, die im Anerkennungsverfahren auftreten können und im Interesse einer reibungslos funktionierenden Stiftung gelöst werden müssen, kann die Anerkennung erfahrungsgemäß kaum vor Ablauf von drei Monaten erfolgen.“ Und so ein Antrag muss erstmal sorgfältig ausgearbeitet werden.

Wir wollen ja nicht unterstellen, dass Westerwelle eine Vorzugsbehandlung genießt. Er muss also bereits lange vor der Bundestagswahl gewusst haben, dass er bald viel Zeit für seine nach Angaben der Stiftung ehrenamtliche Tätigkeit haben würde. Hat der Mann also doch Realitätssinn? Andererseits aber heißt es: „Westerwelles Stiftung orientiert sich im Kern an seiner Agenda als Außenminister.“ Agenda? Mit Vertretern aller Konfliktparteien palavern, damit der Sieger, wer immer es ist, weiter fleißig deutschen Konzernen Aufträge gibt?

„Westerwelle und Dommermuth (sein Sponsor) wollen mit ihrem Think-Tank nicht nur die Veränderungen und ihre Folgen in der Welt analysieren und Empfehlungen erarbeiten. Gleichzeitig sollen im In- und Ausland Seminare ausgerichtet und Projekte mit deutschen und internationalen Partnern verwirklicht werden“ – also schon während des Denkens, wer auch immer das in dieser Stiftung übernehmen soll. Will Westerwelle einfach nur im Geschäft bleiben und braucht dafür einen Unterschlupf? Von den Mitarbeitern des Auswärtigen Amtes verabschiedete er sich jedenfalls mit einer Drohung: “Auf Wiedersehen!”

16. Dezember 2013, 18.52 Uhr:

Lernen von Sir Appleby

von Jörn Schulz

Nun, da die Kabinettsliste präsentiert wurde und auch noch eine Frau für unsere Jungs am Hindukusch zuständig ist, debattiert alle Welt darüber, ob ein Minister etwas von seinem Ressort verstehen muss. Nein, muss er oder sie natürlich nicht. Wie auch? In der britischen Serie „Yes Minister“ erläutert Sir Appleby die Modalitäten der Ministerauswahl: “The argument that we must do everything a Minister demands because he has been ‘democratically chosen’ does not stand up to close inspection. MPs are not chosen by ‘the people’ - they are chosen by their local constituency parties: thirty-five men in grubby raincoats or thirty-five women in silly hats. The further ’selection’ process is equally a nonsense: there are only 630 MPs and a party with just over 300 MPs forms a government and of these 300, 100 are too old and too silly to be ministers and 100 too young and too callow. Therefore there are about 100 MPs to fill 100 government posts. Effectively no choice at all.” Und denken wir an den wohl einzigen Politiker, der als Experte auf seinem Gebiet gelten kann: Karl Lauterbach. Innerhalb der ersten Woche als Gesundheitsminister hätte er sich mit allen Lobbygruppen und der Ministerialbürokratie zerstritten.

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16. Dezember 2013, 16.21 Uhr:

Mandela und Israel

von Jörn Schulz

Gastbeitrag von Carl Melchers

Mandela gebührt für die Überwindung der Apartheid die höchste Anerkennung, auch dafür, dass er nach deren Ende nach Kräften half, die Einheit des Landes zu erhalten und Frieden zwischen allen politischen Lagern zu stiften. Für das zwanzigste Jahrhundert war er zweifellos ein moderner Moses, nicht nur für Südafrika, sondern als Symbol der Überwindung von Grenzen zwischen den Menschen und Ungerechtigkeit. In seiner Haltung zu Israel und seinen Feinden kann seine Position nicht annähernd dieselbe moralische Vorbildfunktion haben.
Heute beruft sich auf das Erbe des politischen Kampfes gegen die Apartheid auch die internationale Kampagne „Boycott-Divestment-Sanctions“ (BDS).

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