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Kürzliche Beiträge
2. Juni 2011, 19.19 Uhr:

Was ist der Euro?

von Jörn Schulz

Die Amerikaner beweisen immer wieder das Talent, die Dinge knap, aber treffend zusammenzufassen. Auch Janet Tavakoli glaubt nicht an die EU-Krisenlösung, in der Huffington Post charakterisiert sie die europäische Währung: „The Euro is a super Deutsche Mark with a French accent.”

 

1. Juni 2011, 18.46 Uhr:

Antisemitische Tradition

von Jörn Schulz

In den USA ist eine neue Studie über “Medieval Origins of Anti-Semitic Violence in Nazi Germany” erschienen: “Pogroms during the Black Death are a strong and robust predictor of violence against Jews in the 1920s, and of votes for the Nazi Party. In addition, cities that saw medieval anti-Semitic violence also had higher deportation rates for Jews after 1933, were more likely to see synagogues damaged or destroyed in the Night of Broken Glass in 1938, and their inhabitants wrote more anti-Jewish letters to the editor of the Nazi newspaper Der Stürmer.”

“In a sense, their analysis can be seen as providing a foundation for the highly controversial thesis put forth by former Harvard professor Daniel Goldhagen”, schreibt Ray Fisman in Slate. “One might at least hope for a fresh start. I asked professor Voth about whether Würzburgers’ culture of anti-Semitism has changed in the postwar years. The city has had its share of neo-Nazi rallies, though City Hall has tried (unsuccessfully) to shut them down. In the 2009 election, nearly half of its votes went to the conservative Christian Social Union party, often associated with anti-immigrant policies. Does this suggest that there are anti-Semitic sentiments simmering beneath the surface as well? Professor Voth isn’t sure but plans on finding out: Using 21st-century survey data, he and co-author Voigtländer hope to see whether a culture of hatred in Würzburg and elsewhere can survive even the pounding of nearly 1,300 tons of Allied bombs.”

 

 

 

1. Juni 2011, 17.35 Uhr:

“None of their killers has been brought to justice.”

von Jörn Schulz

Wer sich mit der pakistanischen und afghanischen Politik, den Taliban und al-Qaida beschäftigte, kannte seine Arbeit. Der Journalist Syed Saleem Shahzad, der unter anderem für Asia Times Online arbeitete, wurde ermordet, seine Leiche wurde am Dienstag gefunden. Syed Saleem Shahzad letzter Artikel befasste sich mit der Infiltration der pakistanischen Marine durch al-Qaida. Erwartungsgemäß wies der Geheimdienst ISI jede Verantwortung für den Mord von sich, die Regierung kündigte eine Untersuchung an. Bei Asia Times Online ist man nicht sehr optimistisch: „Most likely nothing will be done. It will be business as usual in a country that had the most journalist deaths in the world in 2010 - 44 - and four prominent newsmen killed this year for simply doing their job. None of their killers has been brought to justice. Not one.”

 

 

 

 

11. Mai 2011, 17.25 Uhr:

Berliner Schnauze it's called

von Jörn Schulz

“Berliners have a new enemy: YOU.” Der Guardian informiert die Briten über die neue Anti-Tourismus-Bewegung in Berlin. „Berlin, I heard this week, is becoming ‚like Ballermann’.“ Helen Pidd erläutert die indigene Kultur: “Some locals have been mithering about tourists for years, though mithering is in their DNA. Berliner Schnauze it’s called, an untranslatable term that encaptures a particularly blunt and glib way of seeing the world. They’re quite proud of it.“ Treffend wird die Berliner Ökonomie charakterisiert: “There is barely any industry left, financial services are still over in Frankfurt and all the money is down in Bavaria and Baden-Württemberg. Berlin’s media savvy mayor Klaus Wowereit knows this all too well, which is why he has OK’d developments all over town and coined the famous phrase ‘Berlin is poor but sexy’ which has drawn hedonists from around the globe.”

Amüsant auch manche Kommentare: “It’s hardly news that Berlin’s (or to be more accurate, Kreuzberg’s) alternative scene can be a grumpy lot- not so much spiessbuerger as spiessanarchisten (…) And it’s still incredibly cheap compared with just about any other major European capital, or indeed any other big German city. But evidently the locals never leave Kreuzberg long enough to find that out for themselves.”

 

 

 

 

 

5. Mai 2011, 19.05 Uhr:

Wer braucht solche Freunde?

von Jörn Schulz

Jede Regierung hat die Freunde, die sie verdient. Nach Muammar al-Gaddafi hat nun auch der Donau-Taliban Viktor Orbán, dessen Regierung rechtsextreme Schlägertrupps gewähren lässt und die Pressefreiheit einschränkte, Deutschland gelobt. In unangemessener Weise mische sich die EU in ungarische Angelegenheiten ein, doch „’von der deutschen Seite habe ich keine Regung vernehmen können, die wir als Eingriff hätten interpretieren müssen’, sagte er. Eine entsprechende Stellungnahme ‚hätte mich auch überrascht’.“ Mich auch.

5. Mai 2011, 18.53 Uhr:

Selektive Sensibilität

von Jörn Schulz

Der Offizier muss von der Anwesenheit dutzender Zivilisten gewusst haben, befahl aber den sofortigen Angriff, obwohl er falsche Angaben machen musste, um eine Genehmigung für diese gegen die Einsatzregeln verstoßende Bombardierung zu erhalten. Die Vorschläge der Piloten, die Zivilisten durch einen Überflug in geringer Höhe zu warnen oder wenigstens kleinere Bomben zu benutzen, lehnte er ab. Die zuständige Staatsanwaltschaft ignorierte alle belastenden Beweise, sodass es nicht einmal zu einem Prozess kam.

Nun die Preisfragen:

Welcher Schurkenstaat hatte die Bombardierung zu verantworten?

Aus welchem Land kamen die zögerlichen Piloten?

Warum unterstellte kein Journalist aus dem Schurkenstaat dem Täter als Motiv alttestamentarische Rachegelüste?

Antworten auf die ersten beiden Fragen finden Sie hier und hier.

 


 

 

 

 

20. April 2011, 16.15 Uhr:

Wir haben dir was mitgebracht

von Jörn Schulz

Einerseits soll man ja nicht schadenfroh sein. Andererseits aber: „Als es auf der Lipschitzallee kurzzeitig zu Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten kam, sprühte ein Bereitschaftspolizist unvermittelt einem vermeintlichen Autonomen Pfefferspray ins Gesicht und wollte ihn festnehmen. Erst durch Hinweise von Journalisten, bemerkte der Polizist, dass es sich bei dem Mann um den in zivil gekleideten Chef der Berliner Versammlungsbehörde, Joachim Haß, handelte.“ Da kann es doch wohl nur eine Konsequenz geben. Haß sollte Versammlungen gewaltbereiter Polizisten verbieten.

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