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Kürzliche Beiträge
19. Januar 2010, 15.10 Uhr:

Klimaschlampen

von Ivo Bozic

Peinlicher Zahlendreher beim “Weltklimarat” führt zu Verzögerung.
Statt 2035 soll der Himalaja-Gletscher nun doch erst 2350 verschwunden sein - eventuell…
Spiegel / Achse
Dass außerdem ein Schreibfehler vorliegt, und gar nicht die Eisberge sondern die Eisbären schmelzen, ist bislang aber nur ein Gerücht.

17. Januar 2010, 08.59 Uhr:

Show-Biz

von Stefan Ripplinger

„Als ich an einem schönen Oktobermorgen des Jahres 1971 in der Halle des weithin berühmten Beverly Hills Hotels auf einen Plymouth der Firma Avis wartete, mit dem ich an den Pazifischen Ozean fahren wollte, ging vor mir der weithin berühmte Schauspieler und Humorist Peter Ustinov auf und ab und trug, kokett wie ein Nummernmädchen im Varieté und äußerst konzentriert, einen überdimensionalen braunen Papierumschlag so mit sich herum, daß niemand vermeiden konnte zu lesen, was auf ihm geschrieben stand, in viel zu großen Lettern, um sonst einen Sinn zu machen: Mr. Peter Ustinov! Er bot dabei den Anblick eines Mannes, der um seine nächste warme Mahlzeit kämpft.“

Uwe Nettelbeck, Mainz wie es singt und lacht, Salzhausen-Luhmühlen 1976

15. Januar 2010, 18.42 Uhr:

Asyl

von Ivo Bozic

Es heißt, der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier habe dem Bundesgeschäftsführer der Linkspartei, Dietmar Bartsch, politisches Asyl in der SPD angeboten. Das kann er gar nicht, da er selbst und seine SPD das Recht auf Asyl 1993 faktisch abgeschafft haben.

14. Januar 2010, 14.48 Uhr:

Die Zeit schlecht in der Zeit

von Ivo Bozic

“Als Lanzmann im Herbst vergangenen Jahres von Demonstranten gehindert wurde, seinen Warum Israel- Film in Hamburg zu zeigen, trat die ZEIT als erste überregionale Zeitung dieser Verhinderung mit einem entschiedenen Protest entgegen (Nr. 49/09)", behauptet Florian Illies in der “Zeit".
http://www.zeit.de/2010/03/Lanzmann

Zu dieser “Klarstellung” (so nennt sich der Artikel) muss jedoch klargestellt werden: Erstens ist es unzutreffend, dass Lanzmann daran gehindert wurde, sondern die veranstaltende Organisation “Kritikmaximierung” wurde daran gehindert. Und zweitens war die “Zeit” beileibe nicht die erste Zeitung, die über diesen Vorfall berichtete. Die “Jungle World” hatte bereits DREI MAL über den Eklat berichtet (am 29.10., 5.11. und 19.11.), bevor am 27.11. der erste Artikel der “Zeit” dazu erschien.
http://jungle-world.com/suche/?s=lanzmann

13. Januar 2010, 19.17 Uhr:

Guido fördert und fordert

von Jörn Schulz

Offenbar hat Guido Westerwelle eine gute Lösung gefunden, um seine außenpolitische Inkompetenz zu überspielen. Er überträgt einfach die in der Innenpolitik gültigen Kategorien auf den Rest der Welt. Im Jemen besuchte er Präsident Ali Abdullah Saleh, der seit 1978 regiert, ohne dass die westliche Welt an Repression und Korruption Anstoß genommen hätte. Bis Westerwelle kam. „Es sei ‚ziemlich direkt und ungeschminkt zur Sache gegangen’, hieß es in der deutschen Delegation. Aus dem Diplomatendeutsch übersetzt heißt das, dass man sich fast angeschrien hat.”

Westerwelle passt der Bürgerkrieg nicht, er wünscht eine „politische Lösung“, und „das, so hieß es hinterher, habe er auch dem Präsidenten in aller Deutlichkeit gesagt“, vermutlich ohne zu erläutern, wie er sich diese Lösung vorstellt. „Pünktlich zum Besuch Westerwelles hatte Salih angekündigt, er sei bereit zum Dialog mit al-Qaida, falls die Terroristen ihre Waffen niederlegten. Das reichte allerdings nicht aus, um deutsche Befürchtungen zu zerstreuen.“ Aber vielleicht gelingt es ja Guido, irgendwann mit Ussama bei Anne Will die leidigen Streitpunkte auszudiskutieren.

Zuvor in Saudi-Arabien war alles ein bisschen anders: „Westerwelle bedankt sich artig für ‚großartige Gastfreundschaft’. Saudi-Arabien ‚spiele als „regionale Führungsmacht eine Schlüsselrolle’.” Unter anderem beim Bürgerkrieg im Jemen, an dem saudische Truppen beteiligt sind. Dass Saudi-Arabien mit fundamentalistischer Propaganda, dem Bündnis des Königshauses mit den Taliban und anderen Islamisten sowie den großzügigen Spenden vieler Geschäftsleute einen weit größeren Beitrag zur Stärkung islamistischer Terrorgruppen leistete als Saleh – das in Gegenwart seiner Majestät zu erwähnen, wäre auch sehr, sehr unhöflich gewesen.

Der Jemen gehört zu den Hartz-IV-Empfängern unter den Staaten. Da heißt die Devise: Fördern und fordern. „Deutschland hat dem Jemen 79 Millionen Euro Entwicklungshilfe für zwei Jahre zugesagt und ist damit sein größter europäischer Unterstützer. Dieser Hebel soll genutzt werden, um den Präsidenten zu einer besseren Regierungsführung zu drängen.“ Der „Hebel“ ist zwar ein erbärmlich geringer Betrag, aber man soll die Hartz-IV-Empfänger ja auch nicht verwöhnen. Saudi-Arabien hingegen gehört zu den Ackermännern unter den Staaten. Niemand mag sie, aber die Westerwelles dieser Welt glauben, sie seien unentbehrliche Leistungsträger. Fordert man zuviel von ihnen, sind sie beleidigt und spielen nicht mehr mit.

13. Januar 2010, 18.26 Uhr:

Kein Hund im Himmel

von Jörn Schulz

Stellen Sie sich einmal vor, sie wären ein wahrer Christ. Das Ende der Welt bricht an, und da Sie zu den wirklich Frommen gehören, werden Sie entrückt. Nun sind Sie also im Himmel, und alles ist gut. Wirklich alles? Nein, denn ihr Haustier muss auf der Erde bleiben. Wie wird der arme Vierbeiner ohne Sie zurechtkommen?

Nun, zum Glück gibt es im Kapitalismus für jedes Problem eine Lösung. In diesem Fall heißt sie Eternal Earth-Bound Pets, für nur 110 Dollar garantieren freundliche Atheisten, die ja von der Himmelfahrt ausgeschlossen sind, dass es ihrem Liebling weiterhin gut geht. Vorläufig in 22 Bundesstaaten der USA, aber das Unternehmen expandiert. Das Angebot gilt für die ersten zehn Jahre nach der Zahlung. Sollte Gott, der ja schon 2000 Jahre lang trödelt, sich mehr Zeit lassen, müssen sie halt nachzahlen. Dafür kostet jedes weitere Haustier Sie nur 15 Dollar.

Bart Centre, der Mitbegründer der Firma, betont, dass es sich um ein seriöses Angebot handelt. Auch an die Details hat man gedacht. „Natürlich rechnen wir damit, dass es unmittelbar nach der Entrückung viel Chaos und Unordnung geben wird, die einen Einfluss auf die Reisezeiten haben können.“ Jeder atheistische Tierretter darf nur eine begrenzte Zahl von Aufträgen annehmen, damit er trotz aller Probleme rechtzeitig vor dem Verhungern des Haustiers eintrifft.

Immerhin fünf Prozent der Mails, die Eternal Earth-Bound Pets erreichen, kommen von potenziellen Kunden. Allerdings misstrauen viele Christen den Atheisten, andere glauben, sie könnten ihr Haustier in den Himmel mitnehmen, obwohl die meisten Theologen anderer Ansicht sind. Schließlich heißt es im Römerbrief: „Auch die Kreatur wird frei werden vom Dienst des vergänglichen Wesens zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes.“ Die Kreatur, nicht nur der Mensch. Und das Buch der Prediger lässt die Frage offen: „Denn es geht dem Menschen wie dem Vieh: wie dies stirbt, so stirbt er auch, und haben alle einerlei Odem, und der Mensch hat nichts mehr als das Vieh; denn es ist alles eitel. (…)Wer weiß, ob der Odem der Menschen aufwärts fahre und der Odem des Viehes abwärts unter die Erde fahre?“ Aber mal ehrlich, bei aller Tierliebe: Möchten Sie auch im Himmel noch in einen Hundehaufen treten?

5. Januar 2010, 09.59 Uhr:

Autor vs. Texter

von Stefan Ripplinger

Der Autor ist entmachtet, es gibt nur noch Texter. Der Autor war ein Gockel, der sich der Urheber seines Geschreibes wähnte und sich wie ein Demiurg gebärdete. Goethe! George! Grass! Wann ihm wo etwas wie eingefallen war, schien von hoher historischer Bedeutung, schien der Aufzeichnung wert. Der Autor signierte und diente der Signifikation. Der Texter hat nichts zu signieren, nichts mitzuteilen, er produziert anonyme Textwürste, die von eiligen Redakteuren und blinden Grafikerinnen zugeschnitten und in vorbereitete Formen eingepasst werden. Der Text ist nur mehr Beilage zum Bild, Füllung einer Kolumne, Erfüllung eines Formats*, unspezifisch, unsigniert, Dienst am Rauschen. Daraus ergibt sich, dass es keineswegs früher besser war, sondern jede Zeit auf ihre Weise die schlimmste ist.

* z.B. der “Wenderoman". Schreiben Sie einen Wenderoman, nicht unter 300, nicht über 350 Seiten à 2.500 Anschlägen! Dem hätte sich der Autor, allein schon aus Eitelkeit, nicht gefügt. Doch der Texter ist in diesem einen Punkt klüger: Er hält den “Roman” nicht wie der Autor für einen Ort der Freiheit und der Originalität, sondern bloß für eine bürgerliche Hohlform, die er genauso professionell auffüllt wie alle andern.

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Möglicherweise gibt es regelmäßige Leser dieses Blogs. Sie möchte ich darauf hinweisen, dass ich meinen Beitrag über Günter Peter Straschek, gewissermaßen nach den Quellen, noch einmal völlig überarbeitet habe.

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