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Kürzliche Beiträge
2. Dezember 2009, 11.40 Uhr:

Wunderbarer Waschsalon

von Lieselotte Kreuz

Will sich nicht endlich jemand erbarmen mit dem armen kleinen Waschsalon in der Ohlauer Straße, der ausweislich Aushang nun schon seit Wochen, gar Monaten, eine “Rentnerin” sucht, die auf ihn aufpasst? Warum will ihn keine? Ist es, weil er als Sexist verschrien ist? Kein Wort davon ist wahr: Neben den beanstandeten wuchtigen Trocknern und zierlichen Waschmaschinen, die mit Männer- bzw. Frauennamen versehen sind, gibt es auch zwei große, kräftige, furchteinflößende Waschmaschinen, die ebenfalls Frauennamen tragen. Na gut, eine davon wird offenbar “Dicke Berta” gerufen, das ist zugegeben ziemlich bescheuert. Auf der zweiten Etage outet der kleine Waschsalon sich übrigens zudem als Patriot und Anhänger des alten Europa: Dort finden sich die gleichen Geräte wie im Erdgeschoss, allerdings heißen die Trockner nach europäischen Hauptstädten, während die Waschmaschinen nach europäischen Ländern benannt sind. Und jetzt dürft ihr raten, welche Ländernamen die beiden großen, kräftigen, furchteinflößenden Waschmaschinen tragen? Eben. Aber trotzdem: Der kleine Salon selbst wird kaum gefragt worden sein, als es um die Benennung seines Maschinenparks ging, ich denke, die Rentnerinnen sollten da weniger streng sein. Oder, Moment, ein schrecklicher Verdacht: Liegt das Problem am Ende doch ganz woanders? Gelingt es den Betreibern womöglich, den Kreis der Bewerberinnen - der durch die geschickte Kombination der Einstellungskriterien “weiblich” und “alt” ohnehin schon auf solche mit eher bescheidenen Gehaltsvorstellungen beschränkt sein dürfte - dauerhaft und vollständig zu verschrecken, indem sie selbst die geringen Ansprüche der Damen auf solch gleichermaßen verwegene wie schamlose Weise so himmelweit unterbieten, dass bisher noch jede rückwärts wieder aus dem Waschsalonbetreiberbüro taumelte, nachdem sie die in den Arbeitsvertrag gemeißelte Unverschämtheit zur Kenntnis hatte nehmen müssen?
Armer, armer, kleiner Waschsalon.

30. November 2009, 10.13 Uhr:

Minarette und Zinnen

von Stefan Ripplinger

Haben die Schweizer, als sie die Minarette in ihrem Land verboten haben, sich, wie Henryk M. Broder schreibt, „in einer freien Abstimmung gegen die Islamisierung ihres Landes entschieden“?
Ach was, sie haben sich bloß in einer freien Abstimmung dafür entschieden, so zu bleiben, wie sie sind, weil sie eh nicht anders können. Basisdemokratie ist ihr Mittel, alles Neue und Fremde niederzustimmen.
In meinem Leben habe ich nur drei Länder bereist, die USA, Frankreich und, erst im letzten Winter, die Schweiz. Ich betrat ein Land, in dem dir jeder „Grüezi“ sagt und dich zugleich zum Teufel wünscht. Ein Land, in dem ein Kanton erst 1990 das Frauenstimmrecht eingeführt hat – auf gerichtliche Weisung, gegen den erbitterten Widerstand des Stimmviehs. Ich sah die Orte Lengnau und Endingen, wo die Juden über Jahrhunderte zusammengedrängt wurden und wo sie am 21. September 1802 von Hinterwäldlern aus den Nachbardörfern überfallen worden sind, weil sie als Anhänger der Französischen Revolution galten; noch heute haben die Häuser zwei Türen, eine für Christen, eine für Juden. Ich hörte von Zwangsansiedlungen der „Jenische“ (Sinti). Ich hörte von lokalen Abstimmungen gegen die Ansiedlung von Fremden, gegen die Einführung neuer Lehrmethoden, gegen alles Neue. Ich hörte von der hoffnungslosen Initiative eines Fähnleins Zivilisierter, die Militärgewehre aus den Wohnungen zu verbannen, wo sie regelmäßig von Ehemännern dazu benutzt werden, ungehorsame Frauen zu erschießen. Der Druck, die Normen penibel einzuhalten, ist gewaltig; selbst in Großstädten muss der Papiermüll akkurat verschnürt sein, sonst wird er nicht abgeholt. Oder kommt sogar die Müllpolizei? Ich merke, ich habe die Hälfte der Piefigkeiten und Reglements bereits vergessen, weil ich mich entschlossen habe, nicht wieder hinzufahren. Die Schweiz ist die Hölle mit Alpen. Nicht die „Islamisierung“ treibt ihre Bewohner um, sondern der Andere, den sie fürchten, die Emanzipation, die sie verachten, und die Moderne, die sie bloß im Bankverkehr dulden.

30. November 2009, 00.17 Uhr:

Echt knuffige Buddys

von Ivo Bozic

Händchen haltend sehen wir hier Hugo the Boss und Achmed Jihad.
Quelle? Mir unbekannt. Nur ein Fake? Wohl eher nicht. Weiß jemand mehr?


Übersetzung laut Thomas Schmidinger uebrigens:
Chavez: Er kehrt aus der Tiefe Persiens zurück, dem grossen Persien!
Ah, ich korrigiere, ich habe mich geirrt… ich habe mich geirrt… Danke, Danke Bruder und Meister.
Aus der islamischen Tiefe.
Eines Tages werden sie zurückkehren…. Mehr anzeigen
Ahmadinejad: [Guter?] Schüler Präsident!
Chavez: Haha, Du hast mir das sehr gut erklärt. Der Imam Nummer… acht!
Ahmadinejad: Zwölf.
Chavez: Zwölf! Ich habe mich nochmal geirrt!
Ahmadinejad: Der achte Imam ist in der Stadt Mashad, da wo wir waren.
Chavez: Ah, da wo wir waren, Danke. Ich denke ich werde weiterstudieren, sie sehen schon.
Gut, der Imam Nummer zwölf, genannt…
Ahmadinejad: Mahdi
Chavez: Mahdi, Mahdi - Mahdi und und Christus werden zurückkehren - zusammen, sich an den Händen haltend… Sie werden wiederkommen.

28. November 2009, 13.06 Uhr:

Kein Leberwurst-Zwang!

von Ivo Bozic

Echte Talentscouts wissen um das Potential und sind einfach schneller. Die “Jungle World” hat die künftige Familienministerin Kristina Köhler bereits im März 2006 interviewt - zum Thema Integration und Leitkultur. “Nicht jeder muss Leberwurst essen", sagte sie damals:

http://jungle-world.com/artikel/2006/11/17097.html

26. November 2009, 16.44 Uhr:

Möllemänner

von Ivo Bozic

Anlässlich Westerwelles Israel-Besuch wurde viel an Möllemann erinnert und an seine antisemitischen Ausfälle. Zu Erinnern wäre aber an die gesamte elendige FDP-Außen- und Wirtschaftspolitik im Nahen und Mittleren Osten, in der Möllemann letztlich nur ein Rädchen war!
Stand zum Glück alles in der Jungle World, 2004.
http://jungle-world.com/artikel/2004/39/13716.html

26. November 2009, 14.10 Uhr:

Got you

von Lieselotte Kreuz

Procrastination is writing this blog entry.

And: Procrastination is reading it. See? Got you!

24. November 2009, 18.31 Uhr:

Abgedriftet

von Jörn Schulz

Wenn Ihnen Bigbeatland zu radikal ist, haben Sie nun eine Alternative: „Willkommen zu einem neuen Abenteuer von Andi und seinen Freunden, die sich wieder für Demokratie und gegen Extremismus einsetzen. Diesmal müssen alle mit ansehen, wie ihr Freund Ben in die linksautonome Szene abdriftet. Am Ende sind alle geschockt…“ Nicht wegen der einfältigen Story, sondern wegen der autonomen Gewalt natürlich. Den lieben Kleinen, für die der Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen den Comic zeichnen ließ, wird sogar erläutert, was ein Antideutscher ist, „eine Ausnahmeerscheinung im Linksextremismus“ nämlich.

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