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Ich lese hier eine ordentliche Recherche darüber, was Mormonen tatsächlich glauben. Sonst habe ich mich immer darüber ärgern müssen, was man über uns für einen Unsinn erzählt. Hier aber sieht man: Sie haben sich Mühe gegeben. Dickes Lob. Bei den Goldtafeln angelangt musste ich denn doch sehr lachen. Was für ein herrlicher Humor. Aber wer das Buch Mormon kennt, der weiß, dass die Goldtafeln nicht auf irgendeinem fernen Planeten geschrieben wurden, sondern von dem Volk, dass darauf seine Geschichte berichtet. Das Buch wurde gschrieben, als die Schreiber noch Sterbliche waren. Der letzte Autor war dermaleinst ja auch ein Sterblicher und kam aber als Engel, um mir und Dir diesen Bericht zu bringen.



Aber aus dem letzten Satz werde ich nicht recht schlau. Keine Ahnung, was Sie meinen.

Schade das es den KBW nicht mehr gibt, die hätten bestimmt mitgeangelt: http://www.amazon.de/Ende-imperialistischen-Seeherrschaft-naht-Weltmeer/dp/B0027UL4MY

widerspricht sich der nicht? denn if clausewitz is right, dann kommt es auf die objectives gar nicht an, sondern nur auf die means.

Nicht jede Kritik am kapitalistischen System muss unbedingt fortschrittlich sein. In dieser Occupy-Bewegung scheint doch einige Leute zu geben, die offensichtlich in “gutes“ Produktionskapital und „böses“ Finanzkapital trennen.

Was genau hat China mit Kommunismus zu tun?

Linksliberale jüdische Organisationen stellen demgegenüber den hohen Anteil an jüdischen Demonstrierenden heraus, so etwa bei einem großen Yom Kippur service in NYC (http://www.huffingtonpost.com/2011/10/07/yom-kippur-service-occupy-wall-street_n_1000870.html#s397614&title=Yom_Kippur) und der Errichtung von Sukkah-Hütten, organisiert von "Jews for Racial and Economic Justice" und anderen, in bisher 9 Städten (https://www.facebook.com/occupyjudaism bzw. http://youngmanhattanite.tumblr.com/post/11484745944/sukkahs-are-the-new-front-in-the-battle-to-occupy-nyc). Bisher gab es keine Vorfälle von Störungen gegenüber diesen Feiern.

Es ist nicht überraschend, dass die amerikanische Rechte das anders sieht, so etwas Rush Limbaugh, für den "Wall Street bankers" eindeutig ein Code für "Juden" ist, die "1%" ca. dem Bevölkerungsanteil an Jüdinnen/Juden in den USA entsprechen, und die reale Gefahr besteht, dass "anti-Jewish racism" bei OWS losgelassen werden könnte:http://www.rushlimbaugh.com/daily/2011/10/11/the_wall_street_protests_are_full_of_ignorance_hypocrisy_anti_semitism:

Das rechte „Emergeny Committee for Israel“ hat vor kurzem einen Videoclip herausgebracht, der ins gleiche Horn stösst: Obige Beispiele werden als repräsentativ für die Bewegung gesehen, und ganz nebenbei werden noch die Democrats gedisst, die OWS bisher unterstützt haben: http://www.youtube.com/watch?v=NIlRQCPJcew&feature=youtu.be Da verkommt Antisemitismuskritik dann vollends zum Wahlkampfinstrument für die Republikaner...

Von linker Seite gehört neben oben erwähntem Artikel der MHI ein Artikel von Bill Weinberg zu den wenigen, die das Problem von links aufmachen: http://newjewishresistance.org/blog/wall-street-protests-marred-anti-semitism

Dass OWS hier in den USA ein "virulentes Antisemitismusproblem" hat, scheint mir doch eine starke Übertreibung. Zugegeben, es sind in den letzten 2 Wochen einige Videos von antisemtischen Vorfällen aufgetaucht - neben obigem Beispiel etwa

http://www.youtube.com/watch?v=Imt8Tj6VPdU, http://www.youtube.com/watch?v=l3Y9CARUwio oder http://www.youtube.com/watch?v=NWwK5TBcoUY&

Allerdings sollte man daraus nicht schlussfolgern, dass diese Personen repräsentativ für die gesamte OWS-Bewegung in den USA sind (in Deutschland mag das durchaus anders sein). Es gibt zwar kein großes Bewusstsein für Antisemitismus in der US-Linken, dieses Phänomen stellt aber derzeit hier auch kein vergleichbares Problem in OWS dar.

Zwar kann die verwendete Symbolik (Vampire, die "Amerikas Blut" saugen, Riesenkraken, die die Welt umspannen(http://motherjones.com/mixed-media/2011/10/occupy-wall-street-octopus-vampire-squid)...) wie auch die generelle Personalisierung, durchaus als "strukturell antisemitisch" bezeichnet werden - so man diesen Terminus denn als hilfreich empfindet.

Die Gründe hierfür sind allerdings weniger in antisemitischen Ressentiments zu suchen, welche früher oder später in NYC in antisemitische Pogrome umschlagen werden, als vielmehr in einer falschen Kritik an Staat und Kapital.

"Anakin Skywalker darf zwar unzählige Humanoide und Androiden mit dem Laserschwert zerstückeln, aber seine Padmé lieben darf er nicht – kein Wunder, dass er der dunklen Seite der Macht verfällt."



ist das von Wilhelm Reich? ;-)

Es gibt da einen ganz interesanten Gedankengang, leider ist mir die Internetadresse dazu entfallen. Es klang aber für mich als Physiker plausibel::

Die Raumzeitgeometrie am Messort wird, wenn auch nur ganz gering, durch die gesammelten Massen in der Umgebung des Sonnensystems beeinflusst, also im Wesentlichen durch die Milchstraße.

Ein wenig sind also die gravitationskräfte in die Rolle des früheren Äthers geschlüpft, indem sie die Ausbreitungseigenschaft der Lichtwellen beeinflussen.



Neutrinos reagieren, da sie fast ohne Ruhemasse sind, in anderer Weise auf die Raumkrümmung als Photonen; diese haben zwar die Ruhemasse Null, werden aber, wie schon Anfang des 20.Jahrhunderts experimentell gezeigt, trotzdem im Schwerefeld z.b, der Sonne abgelenkt. Leoder ist es nicht möglich, so eine Messung mit Neutrinos vorzunehmen.



Aus der Differenz der Laufzeiten könnte man grob auf die masse der Milchstraße zurückrechnen, das hat der Autor dieses Gedankens auch getan, kam aber auf einen deutlich zu großen Wert verglichen mit den Annahmen aus der bisherigen astronomischen Forschung. Aber bei dieser Massenberechnung gibt es noch die sehr großen Unbekannten 'Dubkle Materie' und 'Dunkle Energie'.

Es bleibt also spannend. Und Einstein ist im Makrokosmus gültig wie je.

28 jahre danke... ohne naziplakate... okay, aber in der nva war es nicht unüblich, führers geburtstag heimlich zu feiern... wehrmachtsuniformen nur leicht modifiziert zu tragen... die ndpd wurde auch nicht zur integration der hippies in den sozialismus gegründet und ach, na ja, die jw und ihr bild der ddr halt...

Ach was, Broder kann doch alles machen - sogar Realitäten verändern, hi hi hi ...



Auch klasse:

http://www.turkishpress.de/2011/07/21/n-plus-broder-das-me-too-syndrom-eines-polnischen-migranten/id3794

Witzig und treffend formuliert. Der größe Erfolg der EU ist wohl, dass wir Visa-Frei reisen dürfen. Wenn das so weitergeht auch bald Geld-Frei.

join the club now on facebook https://www.facebook.com/home.php?sk=group_227926340566326&ap=1

vermutlich die Aliens aus "Independence Day" ;-)

2. Teil



Zum anderen spricht Steiner von Zigeuner und nicht von Roma.Die Menschen sind damals als Zigeuner verfolgt wurden und nciht als Roma. Diese unhinterfragte automatische Umbenennung gibt den Zigeunerverfolgern recht, die meinen Zigeuner seien etwas schlechtes. Soll die Umbenennung eine Heilsbewegung sein? Ich selber habe mehrere Jahre Feldforschung bei Zigeunern gemacht, die äußerst ungern es haben, dass man sie als Roma bezeichnet. Dies hat die Logik, als ob man jetzt alle Deutsche als Bayern bezeihnet, nur weil die eben mal wirtschaftlich recht erfolgreich sind und eine expansive Bierzeltkultur erhorgebracht haben.



Der Grund, warum in dem Text eben mal so nebenbei geschrieben wird, dass wahrscheinlich die Hälfte der Roma (sic) vernichtet wurden ist mir abolut nicht erschließbar. Wieso sagt man so etwas? Was steckt hinter sollcher Art Rhetorik?



hs

Hallo, ich bin beim suchen nach Steiner auf diesen und den einleitenden Artikel gestoßen.

Ich bin Ethnologe und arbeite gelegentlich mit Steiner. Mich interessiert noch etwas mehr zu einigen Stellen hier im Text. Am Ende angefangen frage ich mich warum die Beziehung zu Canetti als negativ gesehen wird, ich weiß, dass beide mit Kafka in Prag bekannt waren. Irgendwie sprechen alle drei die selbe Sprache.



Dass Steiners Anliegen es war, den Begriff Tabu zu dekonstruieren, ist nur wenig erkennbar. Vielmehr dekonstruiert er wohl den Umgang anderer Autoren mit diesem Begriff, beschreibt dessen Weg in die europäische Welt und versucht ihm sich jeweils in seinen eigenen Kommentaren qualitativ zu nähern.



Ansonsten finde ich es bemerkenswert, dass das Lebensgefühl, was durch seine und die Arbeiten Canettis, Kafkas u.a. ausgedrückt wird, die Verlohrenheit und Angst - nicht zuletzt auch Georges Devereux Arbeit etwas vorwegnehmen, was stoßtreibend an der Moderne attestiert wird und möglicherweise auch jetzt im nahen Osten zu beobachten ist.



Naja, vielleicht hat ja jemand Antwort mit mir darüber mal zu diskutieren. Hier meine Emil: henningkea@live.de



beste Grüße

hs

Zum Beitrag von Jörn Schulz: Alles wird Gutt

Wenn Sie in einem ironischen Text ein ironisches Pseudozitat (Welt) zitieren, ist das dann postironisch?

"Egypt's position has been and still is clear in rejecting...the military option and rejecting participation in military action of the coalition forces against brotherly Iraq", sagte Mubarak damals. Ägypten gehörte nicht zur "Koalition der Willigen", verbündete sich vielmehr mit willigen Europäern wie Joschka Fischer gegen Bush. Allerdings beteiligte sich Mubarak am Irak-Krieg 1991, wie auch Assad. Im Übrigen hat die Jungle World, falls das auf uns gemünzt sein soll, weder die Menschen im Nahen und Mittleren Osten als dumpfe islamo-faschistische Masse bezeichnet noch Erziehungsdiktaturen befürwortet. Diese auch anderswo vorgebrachte Behauptung wird durch ständige Wiederholung nicht richtiger.

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!



Es ist ja schon interessant anzusehen, wie diejenigen, die angesichts des Volksaufstandes in Tunesien und Ägypten um Fassung ringen – wie Obama und Merkel – sich jetzt postum zu den Wegbereitern der Befreiung erklären. Auch in der Jungle World erklärt Thomas von der Osten-Sacken ja den Irak-Krieg zum Wegbereiter der Demokratisierung. Schon vergessen, daß nicht die Revolutionäre vom Tahrir-Platz sondern der Folterknecht Mubarak Teil der Koalition der Willigen war. Aber auch das sog. „Anti“deutsche Lager ringt um Fassung. Gelten ihnen doch die Bewohner der arabischen Staaten als eine einzige dumpfe islamo-faschistische Masse, die ab und an durch eine Flächenbombardement (kollektiv) oder Elektroschocks (individuell) auf Zivilisationsniveau gebracht werden muß. Und was soll man jetzt dazu sagen? Die rassistischen Rüpel von der „Bahamas“, der neokonservative Wichtigtuer Matthias Küntzel und der verschrobene Thomas Becker (Realization.info) – überall nichts als Schweigen im deutschen Wald. Da ist es doch beruhigend, wenn Jörn Schulz ein paar verschrobene Antiimps ausgräbt, die Gaddafi, Assad oder Lukaschenko (oder Milosevic(??)) für Freiheitshelden halten. Jeder pflegt eben das dumpfe Ressentiment, das zu ihm paßt. Dabei haben Antideutsche und Antiimps mehr gemeinsam als ihnen lieb ist. Statt auf soziale Bewegung von unten setzen sie auf die starke Erziehungsdiktatur von oben.

niemand wäre ein Umsturz mehr zu gönnen als dem Terror-Paten und Bunga-Bunga-Berlusconi-Kumpanen:

http://aron2201sperber.wordpress.com/2010/08/30/amico-gheddafi/

auch wenn ein Sturz des Mullah-Regimes natürlich noch wichtiger wäre...

sandmonkey interview:

http://www.youtube.com/watch?v=HFm7lCMEzzk

Statement issued by The Faculty of Law at Cairo University

http://libertyforegypt.blogspot.com/2011/02/translation-of-statement-issued-by.html

Ja, ja, das waren noch Zeiten...

Habe mir letztens etwas neidisch Videos zum Stichwort "snow plow train" auf YouTube angeschaut - toll...

Was will uns der Autor damit sagen?

Mit den Protesten im Wendland hat Herr Geißendörfer nach eigener Aussage nichts zu schaffen:

"Nur bei den Castor-Transporten war ich jetzt nicht aktiv. Das Zersägen von Schienen finde ich nicht richtig, weil da auch Gefahr produziert wird. "

Zum Beitrag von Jörn Schulz: Bann und Acht

Der Polemik liegt ein bedeutender Denkfehler zugrunde:
Es sind keine Polen in’s Deutsche Reich eingewandert und haben dann dort Probleme gemacht, sondern Preußen hatte sich ein Drittel Polens einverleibt und die polnische Kultur unterdrückt. Der Unwillen dagegen war legitim, der in der Unschärfe getätigte Vergleich mit der Islamproblematik heute verbietet sich daher.
Im übrigen haben sich die Polen, die als Bürger Preußens, bzw. ab 1871, des Deutschen Reichs, in deutsche Siedlungsgebiete (z.B. die Ruhrregion oder Berlin) einwanderten vorbildlich integriert.

bin mir relativ sicher, dass mehr Menschen in der BRD sonnabends Sportschau gucken als am Folgetag in die Kirche gehen und dem runden Leder auf diese Weise ihre Verehrung entgegen bringen (in die Bundesligastadien passen auch gar keine fünf Millionen Fans) ... und der DFB zählt laut Wikipedia 6.756.562 Mitglieder, von denen die Mehrheit aktiv und ausserdem dem Laden freiwillig beigetreten sein dürfte (beides gilt für die Mehrheit der Kirchenmitglieder vermutlich nicht) ... der DFB ist allerdings genau wie die Kirchen Teil des Problems und nicht der Lösung

p.s.: ist Margot Käßmann eigentlich Teil der Massenorganisation ADAC?

Endlich schreibt mal wieder jemand einen weiteren nutzlosen Blogeintrag ...

Ist das ein Witz oder bitterer Ernst? Etwa?

Hab ich gerade entdeckt:

Die Indie-Filmplattform www.realeyz.tv sponsert zum 15-jährigen Bestehen der Filmzeitschrift "Schnitt" den preisgekrönten Michael Glawogger Film WORKINGMAN'S DEATH. Den Film kann man sich kostenlos online ansehen auf http://www.schnitt.de/stream/

:)

MC

Ihr habt anscheinend nur den ersten Satz des Textes gelesen. Im zweiten Satz heißt es: "Ihre Familienwurzeln sind tunesisch, türkisch, nigerianisch, kosovo-albanisch, kamerunisch-französisch, spanisch oder US-amerikanisch." - Das werdet Ihr doch wohl nicht anzweifeln. Ich gebe zu, dass ic ich im Fußball nicht so genau auskenne, aber sind nicht wenigstes einige der abgebildeten Personen im Ausland geboren? Ic verstehe de Artikel so, dass nur einer der beiden Sätze zutreffen muss.

waren die "Guten" eigentlich damals in Albanien?

Guten Tag,
ich will auf keinen Fall die Meinungsfreiheit von irgendeinem Bürger einschschränken und das kann ich auch nicht. Aber ich finde es dreist, dass manche Leute wie Henryk M. Broder, von denen man nicht einmal weiß, wovon sie überhaupt ihr nutzloses Leben unterhalten, sich immer über andere Leute herlassen und so viel Blödsinn reden. Als erfahrener Mensch kann ich nur mit Gewissheit sagen, dass die Wurzeln dieses Übels bei H. M. Broder in seiner kaputten elterlichen Familie liegen. Und seine Komplexe äußern sich als Regeln für jedermann. Die Leute bezahlen schließlich ihre GEZ-Gebühren und sollen nicht permanent abscheuliche Bilder von Sarrazin und H. m. Broder im Fernsehen sehen!

Lieber Jörn,

solange es dir gut geht, ist deine Welt in Ordnung und ich wünsche dir, dass dies noch lange Zeit so bleibt.
Als betroffener - und über das Bad im eigenen Fall hinaus - engagierter Vater, kann ich dir versichern, dass das, was du pauschal über Väter auskippst, die wollen aber nicht sollen, weil dies die Mütter ablehnen, schlicht den Worten eines bestenfalls in der Adoleszenz gefangenen Bengels entspricht.
Du hast keinen blassen Schimmer von deutscher Familienrechtspraxis und dem Maler des Bildes, das du die ganze Zeit anstarrst.
Ich schreibe dir zudem als Kind einer alleinerziehenden Mutter, als geschiedener Ex-Gatte und Vater eines gerade eingeschulten Kindes, das – du hast es bereits Augen rollend erwartet – nicht in meinem Haushalt lebt.
Du bist herzlich eingeladen, dir einen Raum weiter einmal ein anderes Bild anzusehen, welches vermutlich weit weniger dein Gefallen finden wird, jedoch von erstaunlicher Authentizität ist und sich gar bewegt.

Es steht jedoch zu vermuten, dass dir nicht daran gelegen ist, dich in die Schattenwelten von Jammervätern zu begeben, weil es dir offensichtlich an Mut fehlt.
Verstehen kann ich es, nur die Folgen kann ich schwer ertragen: Deinen von Unkenntnis geprägten und mit unglaublicher Arroganz vorgetragenen Wortmüll, den du anderen Menschen als – ja, was eigentlich – Wahrheit kann es nicht sein, verkaufst.

Wie nett dagegen die Amerikanische liberale Presse über unseren Präsidenten berichtet (bzw. über dessen Gattin).

http://www.youtube.com/watch?v=XcxKIJTb3Hg

Bedauerlicherweise sind's keine Klischees. Und bedauerlicherweise wird Künast, nachdem sie "als Grüne Wowi-Nachfolgerin der Stadt und auch dem Land" dies alles und noch mehr angetan und eine Art preussisches San Francisco geschaffen haben wird, vermutlich das Leben hier so verändert haben, daß es "auch der Mehrheit der jw-LeserInnen im Endergebnis gefallen dürfte" - und nicht nur der. Aber man soll ja nicht immer Schwarzmalen. Deswegen: Support your local ABK - Anyone but Künast!

Manche Positionen von Renate Künast sind auch mir tatsächlich etwas zu ...restriktiv, zu Computerspielen etwa sollte man sie nicht fragen wenn ein Mikro in der Nähe ist. (Da habe ich als digital native und einst Amiga-Translator und Übersetzungskoordinator von "Genetic Species" doch sehr andere Positionen.)

In der Berliner Realität würde ich von ihr und dem ihr ggf unterstehenden App...arat aber keine der vielen bösen Dinge erwarten, die der Artikel an die Wand malt. Insgesamt würde Renate als Grüne Wowi-Nachfolgerin der Stadt und auch dem Land gut tun, und Jürgen Trittins Arbeit im Bundestag ideal flankieren können... was auch der Mehrheit der jw-LeserInnen im Endergebnis gefallen dürfte.

Selten eine müdere Ansammlung von Klischees gelesen. Wenn's ernst gemeint ist, macht ihr euch lächerlich. Wenn's Satire sein soll, war's 1995 schon überholt.

Kurz vorm Finale dieser Fußball-WM sagte mir ein Jugendlicher auf der Straße voller Stolz, dass die Türkei Weltmeister wird. Ich schaute ihn offensichtlich ziemlich ratlos an, und er fügte hinzu: "na, die spielen doch heute gegen Holland." ???

Gestalten wie Mixa hatte schon Erich Fromm vor rund 70 Jahren treffend charakterisiert: autoritärer Charakter

"Jemanden als „rechts“ zu bezeichnen, ist allerdings auch weder ein Sakrileg noch ein Angriff auf das Grundgesetz"

Das ist richtig. Allerdings ist für Herrn Gesterkamp rechts, konservativ und rechtsradikal alles irgendwie dasselbe. Seinem simplen Weltbild folgend wird deutlich, dass Herr Gesterkamp den an sich nicht notwendigerweise abwertenden Begriff "rechts" in undifferenzierter Weise benutzt, um Männerrechtler zu diffamieren, indem er sie in die Nähe rechtsradikaler politischer Gruppierungen rückt.
Reaktionär aber ist nur Herr Gesterkamp selbst. Er ist es, der eine erstarkende Bürgerbewegung aus dem politischen Diskurs auszugrenzen versucht, indem er sie diffamiert. Er ist es, der dem feministischen Etablishement auf der Schleimspur hinterherkriecht, und eine ausserparlamentarische Opposition im Keime ersticken will. So einfach sind die Dinge mit dem Links und Rechts nicht mehr. Als vom Staate Beauftragter - das Bundesforum wird vom Frauenministerium finanziert - wirkt Herrn Gesterkamps sozialkritische Attitüde des progressiven, linken Veränderers nur noch lächerlich.

Man kann es doch getrost dem mündigen Leser überlassen, zu überprüfen, inwieweit Männerrechtler rechts sind, Gesterkamps Aussagen also zutreffen.

Hier z.B. der 30-Punkte-Forderungskatalog des männerrechtlichen Vereins MANNdat.

http://www.manndat.de/index.php?id=37

Was ist daran rechts oder auch nur konservativ, geschweige denn rechtsradikal?

Ich habe den Eindruck, hier versuchen feministische IdeologInnen sich gegen Kritik zu immunisieren, indem sie alle ihre Kritiker einfach als "rechts" etikettieren.

Aber das kann man ja konkret überprüfen, dank Internet.

Teil III
Womit auch klar wird, warum Prof. Hollstein "denken" soll, nachdem er doch offensichtlich gedacht hat, aber halt nicht in die Richtung, die der Autor des Artikels haben möchte.

Womit wir auch bei der Grundsatzfrage der Demokratie angekommen sind: Darf man(n) - im Weltbild des Autors - denn überhaupt eine konstruktive Kritik äußern oder muss man sich jeden Tag aufs Neue die Gehirnwindungen nach fremden Wunsch glatt ziehen lassen?

Demokratie bedeutet auch Dialog, Austausch der Argumente. Wer aber seine Artikel "Männer im Monolog" übertitelt und auch noch die Kommentarfunktion dazu ausschaltet beweist lediglich, dass er sich
a) über die Männer stellt - er berichtet sozusagen aus einer Position außerhalb des männlichen Geschlechts, also als Außenseiter
b) keinem Dialog stellen wird, er betrachtet nur seine Meinung als das einzig Wahre, er betrachtet sich sozusagen als Messiah der Männerbewegung!

Daher: Wer beweisen will, dass er im Internet surfen kann um nicht mehr nachdenken zu müssen, der schaltet die Kommentarfunktion bei Gesterkamps Artikel ein.

Wer sich männlich verhalten möchte und den Männern Rat- und sonstige Schläge erteilen möchte, sollte sich in erster Linie männlich verhalten:

Durch den Mut zum Dialog, durch Austausch von Argumenten, nicht durch die Feigheit des Monologs und darin verbreiteten Plattitüden!

Teil II
Damit sind drei Schlussfolgerungen zu ziehen:
a) Frauen haben ein um 5% höheres Einkommen als Männer, bei gleicher Qualifikation
b) da Frauen Unterhalt bekommen, haben sie kein Grund sich allzusehr um höhere Löhne und Gehälter zu bemühen
c) die Frauen, die allein auf ihren Lohn angewiesen sind, werden daher durch ihre eigene Geschlechtsgenossinnen benachteiligt: Die Unterhaltsbezieherinnen drücken die Löhne und Gehälter der Frauen.

So leicht lassen sich Denkfaulheiten aus dem Weg räumen! Man muss nur an die richtigen Quellen surfen.

Insoferne schliessen wir uns dem Autor des Artikels an, dass es eine bodenlose Dreistigkeit ist, wenn heutzutage Medien, Medienvertreter und sonstige Bewegte auf vermeintliche Benachteiligungen herumreiten, ohne sich gut zu informieren.

"Man muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns herum immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse." (J. W. v. Goethe)

Wir nehmen an, dass das Etikett "rechts" auch Goethe angeheftet werden soll, da er ja dazu aufruft, die Wahrheit zu vertreten, gegen die Meinung des, sich als Quell aller Wahrheiten, aufplusterndem Mainstream.

Daher machen wir mal die Probe aufs Exempel: Es gibt nachprüfbare Links, die beweisen, dass die 23%-Benachteiligungs-Behauptung falsch ist!

Wenn jemand nun weiterhin ohne Beweise mit der Behauptung kommt, dass es so sei, dann haben wir den Beweis eines Denkverbotes.

"Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Dreistigkeit Leute wie Hollstein Behauptungen in die Welt setzen, deren Unrichtigkeit ein jeder Mensch mit Internetzugang binnen zwei Minuten feststellen kann."

Dann fangen wir doch mal an, u. zw. mit der Lüge der 23%-weniger-verdienen-bei-gleicher-Qualifikation.

Im Internet findet man sehr gute Informationen unter:
https://www-ec.destatis.de/csp/shop/sfg/bpm.html.cms.cBroker.cls?cmspath=struktur,vollanzeige.csp&ID=1019666

Sie werden auf Seite 45 folgende Zahlen bei Erwerbstätigen in DE finden:
Männer 1267
Frauen 1331

Die Frauen haben also ein um 5% höheres Einkommen als Männer.

Die Erklärung findet der undreiste Internet-Surfer im Datenreport 2008 auf Seite 112, Abb. 1:

Wir haben in Westdeutschland 30% der Frauen die ihren Lebensunterhalt - also Einkommen - HAUPTsächlich aus dem Unterhalt des ex-Mannes decken!!

Womit auch das um 5% höhere monatliche Einkommen der Frauen erklärbar wird: Viele Frauen bekommen nebst Lohn auch noch NEBENsächlich Unterhalt!

Netter Versuch. Leider wird das satirische Element dadurch entkräftet, da Thilo Sarrazin sich tatsächlich schon zur Lage Griechenlands geäußert hat und dabei auch gleich einige Details aus seiner wilden Tramper-Jugend ausgeplaudert hat:

http://www.3sat.de/mediathek/mediathek.php?obj=18139

Weit draußen in den unerforschten Einöden eines total aus der Mode gekommenen Ausläufers des westlichen Spiralarms der Galaxis leuchtet unbeachtet eine kleine gelbe Sonne. Um sie kreist in einer Entfernung von ungefähr achtundneunzig Millionen Meilen ein absolut unbedeutender, kleiner blaugrüner Planet, dessen vom Affen stammende Bioformen so erstaunlich primitiv sind, dass sie Digitaluhren immer noch für eine unwahrscheinlich tolle Erfindung halten.

Zum Beitrag von Lieselotte Kreuz: Busenbeben

Ansar-e-Hezbollah criticizes the use of improperly-shaped Hijab and the state of chastity in general: Natural disasters are the result of not observing Islamic dress code and bad behavior – Ansar-e-Hezbollah, a semi-official ultra-Conservative group, known to have used force against post-election protesters and Western symbols, called on officials to act more swiftly and seriously in countering those who violated the Islamic dress code. Their statement argued that natural disasters were the result of not observing Islamic dress code and of bad behavior”. Interior minister Mostafa Mohammad Najjar said young theology students started to publicize the culture of chastity and Islamic Hijab and claimed that the Implementation of Chastity Plan had slowed down due to “the election seditions”. (“Mardom Salari”, April 26)
http://www.abrarnews.com/politic/1389/890206/html/rooydad.htm#s59202

Zum Beitrag von Lieselotte Kreuz: Busenbeben

Mist, erwischt. Schnell wieder warm anziehen. Die Sache mit den häufigen Strafen in der Gegend von Taitung bleibt allerdings tatsächlich rätselhaft. Ich hatte mich auch schon gefragt, warum ausgerechnet der Iran so von Erdbeben gebeutelt ist, wenn leichtbekleidete Frauen diese verursachen - ich meine, ich kann mich umgekehrt nicht erinnern, mal was von Erdbeben etwa im Amsterdamer Rotlichtviertel gehört zu haben, auch Las Vegas scheint insgesamt recht stabil in seiner Wüste herumzustehen, in San Francisco wird offenbar seit Jahren vor einem ganz schlimmen Erdbeben gewarnt, ohne dass es sich einstellt. Aber vielleicht geht es Gott mit solchen Orten auch so wie mir, wenn ich mir meinen großen, unsortierten Stapel mit Unterlagen für das Finanzamt besehe: Der bloße Gedanke daran, das mal anzupacken und aufzuräumen lässt mich immer sofort so komisch müde werden, wirklich wahnsinnig müde, und dann mache ich einfach schnell was anderes. Ich surfe dann zur Beruhigung ein bisschen im Internet, Gott lässt's im Iran rumpeln, oder in Taiwan. Kann man mal wieder dran sehen, wie irre gefährlich Prokrastination ist.

Zum Beitrag von Lieselotte Kreuz: Busenbeben

Tja, vielleicht hat er ja recht, der Sedighi. Denn was passierte prompt am 26.4.? "The 6.5-magnitude quake hit at 10:59 a.m. (0259 GMT), 195 miles off the southern Taiwan city of Taitung", berichtet AP. OK, das war nun eher ein mittelprächtiges Beben. Vielleicht haben zu wenige Frauen mitgemacht? Bemerkenwert jedenfalls, dass Gott in der Gegend um Taitung häufiger ein Exempel statuiert. Zum Beispiel am 17. April: "Taitung angler’s genitals struck by lightning", also, wenn das kein Zeichen des Herrn ist! Und darum jetzt auf die Knie, und gebetet wie noch nie.

nicht zu vergessen die option von douglas adams: leider liegt die erde der galaktischen schnellstraße im weg....

ansonsten darf gerne weiter spekuliert werden, wo der schöne Jürgen in fünf Jahren so gelandet sein wird

Nein ? Von Gesine Lötzsch sind keine Äußerungen von explizit nationalistischer oder völkischer Art bekannt ?
Macht nix, dafür hat sie die einzig wahre Ursache für alle Probleme dieser Welt gefunden .... Heuschrecken !

Hier ihr Text dazu aus der aktuellen "Clara":

http://www.linksfraktion.de/publikationen/clara/740/747

"Gewiss, damals sprach man noch nicht offiziell von Heuschrecken. Der Begriff machte erst die Runde, als angloamerikanische Hedge-Fonds über westdeutsche Unternehmen herfielen. Diese Fondsmanager verdienten und verdienen unglaubliche Summen mit der Vernichtung von Arbeitsplätzen."

und weiter :
"Es waren nicht hochkomplexe Finanzinstrumente, wie immer verkürzt behauptet wird, die die Finanzkrise verursacht haben, sondern Menschen, die für sich entschieden haben, als Heuschrecke weiterzuleben."

toll, was ?

Das bestätigt doch wieder nur mal die nicht-satisfaktionsfähigkeit. Don`t feed the trolls.

Für einen Ekelhistoriker wie Götz Aly ist sein Text zu Lötzsch in der Berliner Zeitung ja mal tatsächlich ein geradezu vernünftig-unaufgeregter Beitrag.

Adorno und seine heutigen Adepten mögen halt keinen Jazz ;-(

Sie unterschlagen die Antwort, die die Redaktion selbst gibt:
"Condoleezza Rice dagegen, die eine hervorragende Pianistin ist, trat, auch als sie schon im Amt war, im kleinen Kreis öffentlich auf. Ein Bild zeigt sie mit einem Weißen und einem Mann mutmaßlich ostasiatischer Herkunft beim Vortrag eines Schubert-Trios."
Mitnichten also "Zehn kleine Negerlein".

Ein Jazz-Konzert im Weißen Haus als Echo zu bewerten, das der neue Präsident einer Anhängerschar gibt, der in großen Teilen seine Hautfarbe mindestens ebenso wichtig war wie seine politische Agenda, ist nicht so abwegig, wie Sie glauben machen wollen.

für die Demolierung der bis dahin weitgehend baulich intakten Akropolis war 1687 mit Otto Wilhelm von Königsmarck übrigens auch ein Deutscher verantwortlich

"Ab der zweiten Jahreshälfte 2010 will der Münchener Technologiekonzern Siemens keine Neugeschäfte mehr im Iran annehmen.“
WEIL ER, IE MAIN DE SIEMENSLE, EH KOAU UFFTRÄGE MEHR NICHT KRIEGEN TUE? WOEISS DAU JEMAND E BISS?

Oder besteht Redslobs "innere Emigration" darin, dass sein Buch "Des Reiches Straße. Der Weg der deutschen Kultur vom Rhein nach Osten" (5. Auflage 1944) nur von Frankfurt / Main bis Berlin führt und nicht noch weiter östlich? Der Weg der deutschen Kultur bis nach Stalingrad. Interessant auch, dass er 1955, also sechs Jahre nach der "Lanzmann-Episode", einen Katalog des Bildhauers Richard Scheibe, der auf Hitlers "Gottbegnadeten"-Liste stand, aber nach 1953 die "Opfer des 20. Juli" ehrte, mit einer Einführung versehen hat. Steckt sie alle in einen Sack und schlagt drauf, ihr trefft immer den Richtigen.

Und heute im "Tagesspiegel": "Edwin Redslobs Lebensleistung, vom Museumsdirektor über den Reichskunstwart, von NS-Verfemung über 'innere Emigration' mit Goethe-Studien bis zum Mitbegründer von 'Tagesspiegel' und FU, bleibt ungeachtet aller Brüche von der Lanzmann-Episode unberührt." Lebensleistungen, die zwar von Lanzmann bestritten wurden, aber lange vor dem "Tagesspiegel" von Reichsführer SS Himmler gewürdigt worden sind, als er befahl, eine Sonderauflage von Redslobs Essay "Goethes Begegnung mit Napoleon" für seine Waffen-SS nachzudrucken.

"Das wäre nicht sehr rücksichtsvoll gegenüber den Fahrern und den bei der Bombardierung getöteten Zivilisten, auch setzt es eine Cleverness voraus, die man der Bundeswehr kaum zutraut."

Entschuldigung, soll das irgendwie pointiert oder betont zynisch klingen oder steh ich grad neben mir?

Argumentativ top!

Und das Video ist strukturell antiamerikanisch.
Pfui!!

Nein? Dann möchtest du auch gar nicht das schicke Spiel verschenken? Wie schade! Aber macht nix, ich bringe gute Nachricht: Du bist vielleicht nicht wir alle, sondern irgendwie Stalinist, zumindest aber bist du ich, bzw. bin ich du. Doch, wirklich! Schau nur: http://www.youtube.com/watch?v=4L_QVXEN9rM
Puh, noch mal Glück gehabt.

Wer ist denn "wir alle"?
Ich jedenfalls nicht.
Du bist Deutschland, ich bin Stalinist!

Zum Beitrag von Lieselotte Kreuz: Got you

Ha! Wusst' ich's doch. Irre, was ich wieder alles weiß.

oioioi
http://www.youtube.com/watch?v=DadSCvVdKNE

Das gibt ja ein ziemliches Durcheinander beim Weltuntergang. Zwei Erlöser! Doppelt hält besser, aber bislang war eigentlich immer nur einer vorgesehen. Da wird der Antichrist staunen, bzw. der Antimahdi, so es denn einen gibt, die Muslime haben ja leider kein so blumiges Drehbuch für den Weltuntergang wie die Johannes-Apokalypse. Es gibt da auch ein paar praktische Probleme. Da Jesus bekanntlich auf einem weißen Pferd reiten wird, braucht der Mahdi dann auch eins. Wäre ja ansonsten diskriminierend. Und was passiert, wenn unangemeldet auch noch noch der jüdische Messias erscheint?

Zum Beitrag von Lieselotte Kreuz: Got you

Mist, erwischt!

Zum Beitrag von Jörn Schulz: Abgedriftet

Interessant, dass nun auch schon Sozialdemokraten als Feinde der Demokratie angesehen werden. (Seite 4, der Agitator mit den Drei Pfeilen auf dem T-Shirt.)

Genau, und statt dem Bohlen entscheidet Schäuble, Quark, seit gestern ja: de Maizière wer den Preis bekommt.

Also spricht der deutsche Spießer: Wer nicht arbeitet, soll nicht essen. Und wer arbeiten darf, bestimmen wir. Außerdem, was eine "Leistung" ist, was ein "Leistungsträger" ist, was "unproduktiv" ist usw. usw. Das Ganze dann einmal angereichert mit Rassismus wie bei Sarrazin oder roh, als unverfälschter Sozialdarwinismus, wie bei Bohrer, Münkler, Sloterdijk. Ich weise auf das Interview hin, das Berberich, der Chefredakteur von "Lettre", gegeben hat: http://www.visdp.de/post/220739692/dilettantismus-phrasen-irrefuhrung-parolen
Er sagt, es gebe in seinem Gespräch mit Sarrazin nichts, "was man nicht sagen darf". Vielleicht, weil der Berberich genauso denkt wie der Sarrazin? (Wäre ja zu komisch, wenn die Leute, die die Araber und Türken rausschmeißen wollen, ausgerechnet diese sprechenden Namen tragen). Jedenfalls wissen sie am besten, "was man sagen darf", unsere eingebildeten Leistungsträger: Fakten, Fakten, Fakten.

Man kann nur umverteilen, was vorher erarbeitet worden ist. Wirklichkeitsverweigerung hilft nicht. Sarrazin hat die Fakten auf den Tisch gelegt, dagegen zu giften ist mehr als albern - vor allem, wenn dafür wieder der böse alte Hitler (gähn) aus der Mottenkiste geholt werden muss.

Sind wir nicht alle dann "große Brüder"? Wenn jeder jeden denunzieren kann, dann sind wir doch auch wieder alle gleich, ein einig Volk von Denunzianten, und das zur Abwechslung nicht nur deutschlandweit, sondern global.Und Deutschland sucht dann nicht mehr den Superstar (DSDS) sondern den Top-Denunziant.

die kommentare von bela r.-s. sind immer unverständlich. das soll vermutlich kunst sein.

ich schlage vor, dass die redakteure ihre texte auf tontafeln verfassen und diese in einer toga zu den klängen einer lyra den kupferstechern aus der produktion vortragen, während der rest der redaktion eine schauspielerische simulation des dramatisch verfassten stoffes auf die bühne bringt und dabei immer wieder innehält, damit die kupfersteher den moment für die ewigkeit auf paltte bannen können. die geschaftsführung ist sicherlich vom marketing-aspekt der sache zu überzeugen, wenn ihr den vorgang filmt und diese epischen studien dann auf youtube einstellt. die originalen kupferplatten könnte man dann gemeinsam mit den den nunmehr gebrannten tontafeltexten als delux-ausgabe der zypern-edition meistbietend verscherbeln. oder vergraben. damit sich in 2000 jahren jemand erinnert fühlen kann.

Kurze Frage: Gibt es eine Person, die einen der Kommentare von Bela R.-S. verstanden hat?

Hier ist das üblicher Herbst-Türmen um den autonomen oikos und wahr gewordenen Rudi Duttschkes...

hallo und danke für den lustigen artikel, bin dabei bei deinem weltraumministerium. die 2% der piratenpartei sind doch locker zu holen, mehr als ein 1-punkt-programm scheint dazu ja nicht nötig zu sein. du hast immerhin schon 2 punkte im programm. notfalls kann man einen kinderporno-gucker mit ins boot holen, oder nazizeitungen ein interview geben. reicht doch eigentlich um in den bundestag einzuziehen, oder?

Nachtrag zum Kommentar vom 17.09.2009

Bei folgenden Anlageversprechen wird zur Vorsicht geraten:

1. Besonders hohe Renditen - diese werden meist über ein besonders hohes Risiko verkauft

2. Besonders sicher - hier wird selten die Bonität des Garantiegebers und der genauen Inhalt der Garantie hinterfragt. Immer wieder gibt es Haftungskonstrukte die im wirklichen Notfall nicht halten.

3. Den "Steuerspar-Knopf" zu drücken ist in Deutschland besonders häufig erfolgreich. Doch hier erfolgt meist eine steuerliche Nachprüfung der Finanzbehörden. Diese prüfen die Einhaltung der im Verkaufsprospekt gemachten Angaben. Hier kann es im nachhinein zu möglichen negativen Auswirkungen kommen.

4. Vertrauliche Angebote, die nur einem elitären oder zumindest sehr begrenzten Kundenkreis zugänglich gemacht werden, sind meist verdächtig. Wenn sie dann auch noch aufgrund der angeblich so extrem hohen Attraktivität möglichst sofort unterschrieben werden sollen, dann ist in der Regel besondere Vorsicht angebracht.

Viel Erfolg und persönlich alles Gute - Robert Knitt

Eine amüsante Geschichte und andererseits auch erschütternd. Die Erkenntnis, dass ca. 90% aller Fondsmanager und Vermögensverwalter schlechtere Ergebnisse erzielen als der Vergleichsindex, ist nicht ganz neu und wurde schon mehrfach publiziert.

Bei Fonds kommt hinzu, dass in die Verkaufskurse integrierte Ausgabeaufschläge von 3 - 5% das Anlagekapital erst einmal auf 95 bzw. 97% des eingezahlten Kapitals reduzieren. Das ist auf jeden Fall zu 100% sicher.

Bei geschlossenen Fonds beträgt das Agio, zusammen mit der internen Vermittlungsprovision, meist um die 10%. Die laufende Gebühr (Management-Fee) für die Fondsmanager, sowie eine eventuelle Bestandsprovision für die Vermittler ist dabei noch gar nicht berücksichtigt.

Daher sollte jeder Anleger sehr genau darauf achten welche Kosten für welchen konkreten Mehrwert entstehen. Hinweis: Oftmals ist eine kostenlose Beratung die teuerst.

Damit kann die Finanzkrise ein Auslöser sein, seine persönlich Finanzplanung noch einmal zu überdenken. Oftmals hilft es sich über die echten Risiken und Chancen unabhängig beraten zu lassen. Hierzu ist jedoch strikt der Verkauf von Produkten von der neutralen Beratung zu trennen.

In diesem Sinne - viel Erfolg und alles Gute - Ihr Robert Knitt

Tja so ist es mit den Jongleuren der abwegigen Nullen hinterm Tausenderzeichen und Co...alles fing mit der Kameralistik der Behörden an, hangelte sich in die doppelte Buchführung der Forderungen im 'soll' und den Verbindlichkeiten im 'haben' - exerzierte sich in Rahmen der Soft Skillz zu einfachen Tippserei mit dem Computer und Kaffee geschlotetem Wachauge, und was blieb war die Erkenntnis von Kalkulationsschwächen der Nachbarschaft in der haushohen Aberkennung der eigene Präferenz zum sexuellem Herdentier der Betroffenheit.

Ein Aufschrei ging durch die Münder, das Wurstgulasch blieb im Hals stecken: unsere Hartzer und Nörgler vom Dienst sahen die Üppigkeit des Leihsamens davon schwimmen und ein Land dem Untergang geweiht, das, wie Lenin schon mal schrieb: vor der Revolution ein Ticket am Bahnsteig lösen würde;...es blieb aus, das Schaffort des Spekulierens und eine Sprache der Äquivalenz geboren.

Capitalism sucks.......

Lieber Jörn, wenn es die Parteien geschafft hätten, es als eine Bewegung des Wahlkampfs zu initiieren, dann wäre die Vollmündigkeit auf ein Strafmaß der Ungenauigkeit der opponierenden Kapitalien zurück und abgestumpft worden.


www.stilldangerous.blogsport.de

Frei nach Terry Pratchett:
"Untot-Ja! Unperson? Nein!"
"Gespenster aller Länder vereinigt euch-ihr habt nichts zu verlieren außer eure Ketten"
"Kampf dem Vitalismus!"

Dass das indigene Leben im schönen Thüringen allein durch Bratwurst und Ski-Blitzkrieg ausgemacht wird, sollte bezweifelt werden, siehe

http://artthur.antifa.net/

Darüber hinaus hat das Grüne Herz all jenen, die es deftig und fleischig mögen, einige kulinarische Freuden zu bieten (Stichwort Klöße mit was dazu). Nichts wie hin!

Klar, dass dieses ekelhafte Hetzblog hier auch noch empfohlen wird. So ein dummdreistes Zeug! Als ob die Siedler in einem palästinensischen Staat leben wollen! Die wollen, dass die Westbank unter israelischer Herrschaft bleibt und dass die Palästinenser dort entweder vertrieben oder Bürger zweiter Klasse werden. Umgekehrt wüsste ich nicht, dass die arabischen den jüdischen Israelis das Land wegnehemen, das Wasser abgraben und sie mit Checkpoints schikanieren würden.

Israel ist auch kein multiethnischer Staat (sonst wäre Deutschland auch einer, hehe), sondern ein jüdischer, der eine arabische Minderheit toleriert. Würde Israel ein multiethnischer Staat sein wollen, dann könnte es z.B. den Bewohnern der Westbank die israelische Staatsbürgerschaft anbieten. Das wär's dann aber mit dem jüdischen Staat, und das kann keiner wollen, dem an Israel was gelegen ist, ergo ich auch nicht. Dann muss man aber auch nicht so einen Unsinn über Multiethnizität daherreden.

Dass Feuerherdt es mal wieder nicht schafft, einen Text über Israel/Palästina ohne an den Haaren herbeigezogene Anspielung auf einen gewissen Großmufti zu verfassen, will man schon kaum noch erwähnen. Antideutsche halt.

Sicher, wäre es richtig, wenn auch jüdische Menschen da leben können, wo sie wollen. Aber dann ja nicht als Siedler, sondern als Staatsbürger. Noch sinnvoller wäre dann aber in der Tat ein binationaler Staat, in dem Juden, Palästineser und menschen, die sich keiner der beiden Kategorien verorten leben können. Die Entwicklung im Nahen osten wird langfristig kaum eine andere Lösung zulassen.

Aufruf von Peyvand, dem Solidaritätskomitee für die freiheitsliebenden Menschen und Freiheitsbewegungen im Iran, zum Antifa-Aktionstag am 12. August:

http://cosmoproletarian-solidarity.blogspot.com/2009/07/staatnationkapitalislamische.html

Thomas Hörnschemeyer sagt dazu (23.07.2009@22:01):
Schön, dass ('mal wieder ?) kein eigener Inhalt zustande gebracht wird, wär' ja vielleicht interessant gewesen zu wissen, was der gute Jörn Schulz inhaltlich dazu zu sagen hat, aber ... na ja ... Stimmungsmache ist halt einfacher als Inhalt. Wer ernst genommen werden will, sollte es aber trotzdem 'mal damit versuchen.

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Stasis zu Kurras

Dass Anarchisten wie Ivo Bozic nichts von der "Stasi" halten - wen wundert's?
Das macht einem das Ministerium für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik nur umso sympathischer.

Grüße an die Ostfront,
L.

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Stop The Mullahs!

Hier ein weiterer link zu einem neu gegründeten Forum zur Unterstützung der iranischen Protestbewegung:
http://iran.whyweprotest.net/

Ins Leben gerufen von Anti-Scientology AktivistInnen in den Vereinigten Staaten. Daher auch alles auf Englisch, sollte aber für die meisten wohl kein Problem darstellen.

Sehr gute Zusammenfassungen zu den täglichen Ereignissen im Land werden durch den user "Nite Owl" verfasst!

Tja ja, das waren noch Körperpolitiken in der Nachbarschaft, den Blocks, in denen die Welle ungemeinen 'freizügigen' Sensitivität die Runde machte. Wenn Du Bock auf die Mucke hast (www.wefunkradio.com) ansonsten widersetze dich der sexuellen Konterrevolution hin zum Fetisch Kirche, Personenkult und unreflektierten Körperpolitiken. Ich sag es allen meinen Freunden immer wieder gern: der Groove kommt aus der Hüfte und ist stereo.......

Ich weiss was Du ungefähr meinst. Es entstammt dem Dogma um -ismen im Widerspruch zum gängigen Verständnis was die Geschichte der Bundesrepublik seit jeher hervorgebracht hat. Es geht mir auch so, wenn ich in meiner Bude, 20 Minuten vom Hamburger Hauptbahnhof entfernt, der Unmittelbarkeit um 'Gentrifizierung' verfolge, und mit der Jurisdiktion von 'unser' und 'wir' dem, was sich heute 'autonom' schimpft - das nationale Gebaren um 'Kiez'-Verarsche (Alkoholismus, Platten sammeln, Rausch) sehe, was ja bekanntlich 'in' sein soll,...und 'Definitions-Vormacht um sexualisierte Gewalt in der Einseitigkeit stereotyper Geschlechterrollen.

Ein Gruß in den 'Jungle' - Antisemitismus bedeutet auch Kritik an der Visualisierung....

Ich hätte auch nicht gedacht, dass es Linksfaschisten geben kann, bis ich sie mit eigenen Augen gesehen habe.

'Links-Faschismus' ist kein Argument der Analysis, sonder der Kettensatz zu emotionalem Unfug und Starrsinn. Oder auch ein Dreisatz mit 'nur' einer Unbekannten...tz,tz Herr Ripplinger.

Lesenswert zum Thema: José Saramagos Roman "Die Stadt der Sehenden". (Und interessant, dass im deutschen Wahlrecht die Option der Enthaltung gar nicht existiert.)

Leider ist das Quiz weder gut gemeint - das ständige Abarbeiten an der Person J.E. ist im besten Fall langweilig -, noch gut gemacht: Bei dieser Zitatauswahl hätte so ziemlich jedeR richtig geraten.

Man geht zur Linken, um den halben Nazis zu entkommen, und trifft dort die richtigen. Das ist ein Phänomen, das mir noch niemand hat erklären wollen, und die Erklärung von Götz Aly scheint mir unbrauchbar, weil sie undialektisch ist. Was Elsässer betrifft, habe ich nach wie vor den Eindruck, dass er an gar nichts glaubt, aber sehr genau weiß, welche niederen Instinkte er jeweils ansprechen muss. Nie habe ich mich an seiner damals (vor 15 Jahren) noch als antifaschistisch dekorierten Serbenfeier beteiligt, aber ich glaube schon, dass es ein großer Fehler war, ihm nicht widersprochen zu haben, als er Srebrenica wegdisputieren wollte. Das war der Beginn dieses speziellen Linksfaschismus.

Ich finde es witzig. Es kann ja auch im Alltag der eine Kommentar von 'Rechts' bis 'Rechtsradikale' nicht dem gesunden Menschenverstand schaden darüber zu sinnieren und -ohne_ Selektion a la Indymedia Deutschland, den Gehalt von Kommentierfunktionen dem Individuum das Seine profitabel machen.
Das Internet ist nur dazu da um Informationen zu sammeln und eine Kommunikation zu ermöglichen, die die Grenzen von Einkommen und andere 'unity of oppression'-Ansätze erst so richtig schmackhaft macht: DAS GELEIT zu ALLTÄGLICHEM!

Wie war es noch soo schön: Die spezifisch 'deutsche', gegen die Wiedergutmachung gerichteter Stoßrichtung des DDR-Antizionismus betonte auch Artikel der Jurisprudenz zu Wochenzeitung Grenz-Dichtomie und VVN; Die Tat, vom 10. Januar 1953: "Der Slansky-Prozess sit eine ernste Lehre für manche Kameraden, die in Fragen der Wiedergutmachung [...]nicht verstehen wollen, dass zusammengeraubte Kapitalien kein "Wiedergutmachungs-Objekt, sondern Volkseigentum sind. [...] Tja und eine Zentralinstanz in Sachen Kommunikation, ob visuell, audible oder Ähnlich...brauche ich nicht. Die Stereotypie des Antisemitismus ist ein Sache des Alltäglichen und nicht irgendeine Erinnerungs-Kultur.

Ob Nazilinks sinnvoll sind oder nicht wäre vielleicht mal eine Disko-Seite wert. In jedem Fall sollte man aber um das Googleranking der Nazis nicht zu verbessern im Link das "nofollow"-Attribut setzen. Dann zählen die Suchmaschinen das nicht.

nachdem die jungle-world-blogs vor zwei wochen zum ersten mal die junge welt verlinkt haben, stellte ich die frage, wann denn der erste link zu altermedia kommt.dafür wurde ich von einem kommentator abgewatscht, er fragte warum ich so "schwere geschütze wie Altermedia" aufführe - das rieche doch nach "dem üblichen Hitler Vergleichen". nun zwei wochen später ist er da, der link zur neonaziweltnetzseite. sehr informativ.

um das ganze zu vereinfachen schlage ich vor, eine liste mit permanenten links zu sites der antisemitschen querfront auf der startseite der blogs zu veröffentlichen - dort findet man sie auch leichter. das freut dann auch die betreiber der websites und verbessert ihr google-ranking. und wer weiß, vielleicht wird ja dann auch die jungle world irgendwann via altermedia zu erreichen sein.

50 euro strafe? naja nicht viel zu sagen. aber das durchaus ernster werdende problem der zu geringen wahlbeteiligung über die ins lächerliche gezogenen persönlichen belange thießens zu kommentieren.....jörn da ging schonmal mehr.

Na ja,
wir hebeln die Demokratie mit der Demokratie aus.
Wählst nicht, kriegst de Ärger, ärgerst dich gehst nicht mehr wählen.
Jeder weiß, dass durch Wahlen sich nichts ändert, trotzdem gehe ich immer wieder hin, da die Chance besteht, dass andere Zählmehrheiten/ Entscheidungsprozesse etc. zustande kommen, die die Möglichkeiten schafft, Einfluss auf politische Inhalte zu nehmen und dann doch verändernd wirken.
Bei den Europawahlen ist der Wähler weiter weg vom Sachverhalt wie z.B. bei Kommunalwahlen. Hilflosigkeit ist in der Politik aller Orten zu spüren.
Die Ohnmacht des nicht Verändern-Könnens bei EU-Wahlen noch grösser, da weiter von den Entscheidungsebenen weg wie z.B. bei Kommunalwahlen.
Also geht Wähler erst gar nicht hin. Sagt so - ehr unbewußt - Nein zu dieser "Wahldemokratur".

Aber warum gehe ich da immer doch wieder hin? Ertrage ich Hilflosigkeit nicht?

Wäre es, wenn wie ich von erfahrenen Wählern hörte, die meinten, dass wenn nicht mindestens 50 % der Wähler zur Wahlurne gehen, die Wahl nicht gültig ist.
Käme dann die "Wahl-Demokratie" erst recht vom Regen in die Traufe?
Lothar

keine angst...das letzte gulag (perm 36) wurde zum glück schon im dezember 1987 geschlossen. und das beste an der sache: man kann sich das lager sogar noch anschauen. ist so ziemlich das einzige welches nicht sorgfältig im rahmen des prowestlichen rabotniks anfang der 90er demontiert wurde.
und nun das angebot von der krasnov tourist agency: lagerbesichtigung, gruppen ab 5 personen nur 80 euro, inklusive einer mahlzeit...so lässt sich die schmale rente der ehemaligen aufseher doch gründlich aufstocken - es lebe die sowjetunion

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Stasis zu Kurras

lieber klaus meier,

jawohl, es ist der link zur "jungen welt", der mich stört, und tatsächlich kann ich aus dem interview keinerlei erkenntnisgewinn ziehen. gut, man kann sich von spitzeln, die sich über die qualität anderer spitzel unterhalten, belustigen lassen. man kann sich und anderen derlei irrelevanten brainfuck aber auch ersparen.

darüber hinaus sehe ich nicht, weshalb die jungle world (mit ihrer entstehungsgeschichte) der "jungen welt" zu höheren werbeeinnahmen durch erhöhte klick-zahlen verhelfen muss.
genauso wenig finde ich, dass man die websites von bspw. altermedia, junger freiheit oder der hamas verlinken sollte, auch nicht wenn sie sich selbst blamieren (wie in diesem fall). woraus du das mit "dem üblichen hilflosen Hitler Vergleichen" abliest, ist mir schleierhaft; hitler kommt in meinem beitrag nicht vor.

im übrigen würde ich dich bitten, dir dies zu herzen zu nehmen; es spricht von schlechtem stil und mangelndem respekt gegenüber tatsächlich erkrankten menschen, leuten mit anderer meinung eine krankhafte psychische störung zu attestieren, die darüber hinaus auch noch mit einem sprachlichen bild garniert wird, das der als erkrankt bezeichneten person unterstellt, sie hänge analogien an, die die politische meinung mit organismen, die sich infizieren können, vergleichen.

und ob die "junge welt" nicht sowieso unter die in punkt zwei genannten ausschlusskriterien fällt, vermag ich nicht zu sagen, dafür lese ich sie zu selten.

...die Erfahrung aus der Geschichte ;-)

war ja leider nix mit dem "Platz an der Sonne"....

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Stasis zu Kurras

"Der 68er-Bazillus hätte auf die cordhütchenzialistische Datschenrepublik übergreifen können."
und dann? wäre dort der Sozialismus ausgebrochen?

Lob des Imperfekts

Mancher fragt betroffen weiter:
Ja, hatten die denn keine Leiter?
Und, wo kommt die Mauer her?
Die steht doch schon längst nicht mehr,
ist seit Jahren abgerissen;
Zeitgeschichte, wie wir wissen.
Bis beruhigend man entdeckt:
Die Verse stehn im Imperfekt.

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Stasis zu Kurras

Der Witz der Geschichte liegt doch auf der Hand - Till Meyer: "Kurras war eine gespaltene, autoritäre Persönlichkeit". ...genau da lag die nachkriegsdeutsche Schnittmenge von Ost und West.

Wäre die Wiedervereinigung nicht schon damals möglich gewesen?

Im übrigen konnte eine DDR gar kein Interesse an einer starken antiautoritären, antistalinistischen Linken im Westen haben. Der 68er-Bazillus hätte auf die cordhütchenzialistische Datschenrepublik übergreifen können.

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Stasis zu Kurras

@ Mitarbeiter 256

was ist so schlimm daran, via Orginal (Dokument) etwas zu verdeutlichen,
Aufklärung zu verschaffen , Transparenz herzustellen und
auf die Mündigkeit der LeserInnen zu vertrauen.
Es scheint, du bist einer dieser paranoiden Anhänger, der Tröpfchen Infektions Theorie, oder aus welchem Grund fährst du so schweres Geschütz wie Altermedia auf ?
Das riecht verdammt nach dem üblichen hilflosen Hitler Vergleichen.

Auf die von Ivo angeführten Inhalte, geht du überhaupt nicht ein.
Nur der Link stört dich.

Wagenburgmentalität als Politikkonzept ?

Ganz schön arm!

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Stasis zu Kurras

also das einzge wirkliche novum ist, dass die jungle-world-website jetzt auf die "junge welt" verlinkt.

wann kommt der erste link zu altermedia (aus rein dokumentarischen gründen natürlich...)?

Schon in der Überschrift: "Linksradikale demonstriren gegen Republikgründung" - war übrigens gut, der Demo!

Als Wolfsburger ist man es gewohnt, mit Hass überschüttet zu werden. Dieser schwachsinnige Artikel von Ivo Bozic ist allerdings die Krönung. Es geht nicht mehr um Fußball, sondern um Juden aus dem "Judenclub" Bayern gegen Hitler - personifiziert durch den VfL. Eine Frage Herr oder Frau Bozic: Wollen Sie dieses lächerliche Geschreibsel nicht noch mit Fotos aus KZs anreichern ? Magath als SS Mann der Ribery und Luca Toni ins Gas schickt ?
Aus dem siegestrunkenen Wolfsburg strecke ich Ihnen den Mittelfinger heraus und hoffe, dass Sie sich am Samstag schön geärgert haben, als wir die Schale bekommen haben.

tja, hat ja doch nicht geklappt mit den bayern.

da ich stuttgart nicht leiden kann möchte ich hier noch erwähnen dass das gottlieb-daimler-stadion (alias neckar-stadion, neuerdings mercedes-benz-arena) in den 30ern gebaut wurde und bis '45 den namen "adolf-hitler-kampfbahn" trug!

Die genannten zwei Herren,passen wie die Faust auf,s
Auge,zu den artikel.

Gruß werner kämtner

Sorry, aber tendenziöser als dieses Panorama-Feature geht's wohl kaum. Das ist schon lange kein Journalismus mehr.

lesenswerter artikel dazu auch in der FAZ am Sonntag!!! von Julia Encke:
http://www.faz.net/s/Rub48A3E114E72543C4938ADBB2DCEE2108/Doc~EDE9E2A447DA8463D85B81DB877688F07~ATpl~Ecommon~Scontent.html

außerdem sei noch darauf hingewiesen, dass es sich hier um den wahlkampfspot (!) der grünen zur bundestagswahl 1983 handelt. kann aber kuttner alles besser erläutern - es lohnt sich!

Als Anhänger des Rekordmeisters des Dritten Reichs sollte man sich da vielleicht nicht so aus dem Fenster lehnen, Genosse!

Der unter Schalkefans gepflegte Lohnarbeits- und Kumpelkult macht auch ganz ohne historischen Bezug klar, welcher Verein der würdigste Hitlerclub wäre. Insofern lässt sich die Frage im Titel leicht beantworten: Er wird nie Deutscher Meister. Nie Deutscher Meister!

Wie schade, leider war ich noch nie auf einem solchen Abend. Ein Fehler, offenbar, der sich ja aber noch korrigieren lässt. Andererseits sehe ich gerade, dass der Freitag im Zusammenhang mit Kuttner über "ein schlaues, rötlich schimmerndes Erkenntnismoment" schreibt, welches er, also Kuttner, irgendwie am Schwanz zu kriegen bemüht sein soll. Aber da kann ja der Kuttner nichts dafür, vermutlich.

...als da wären: die festgenagelten damen auf der linken, der gesichtsausdruck von beuys, nachden er, kurzvor schluß, das mikro wieder auffängt. laut kuttner sehen wir hier die entstehung des lachens, nämlich aus der angst..., auch toll, wie beuys danach abgeht und sogar den propeller macht..., und naja wie gesagt der herr von bap mit seiner gitarre...

ja, und nicht nur der mann an der gitarre ist von bap, sondern auch die restlichen bären. wer schon mal bei einem videoschnipsel-abend von kuttner in der volksbühne war, kennt die kleinen feinheiten dieses clips bereits bis ins detail...

Wieder einmal ein klasse Kommentar. Zumindest stimmen allerdings ein paar Kleinigkeiten nich (mehr). Die Isle of Man hat beispielsweise eine Abkommen mit Deutschland zwecks steuerlicher Transparenz.

*thumbsup*

Tja, das Fach der visuellen Kommunikation an der HfBK, wo der Beuys lehrte und seine Props einfuhr, hatte die Wagnis zur Opportunität damals noch nicht ganz fassen können. Jede_r der In Hamburg kulturell was auf sich hält, denkt an die Ode der formbaren Fette und den Erfolg, den Professor Beuys in den 1980ern motivierend in den dokumentierenden Senat warf. Ich will jetzt nicht gegen die Zunft an der HfBK hetzen, aber die Provo muss sein (wenn ich daran denke, dass meine Bewerbung des Performativen seinerzeits abgelehnt wurde), die Reproduzierbarkeit als entscheidene Tatsache im wirken von Beuys war und wohl noch ist und in Wirklichkeit nichts anderes als die problematische Annäherung zweier Grundmuster der Transformation: das historisierende Schema der 'Säkularisierung des Heiligen' und das ökonomische Schema des Gebrauchswert in Tauschwert.......Tja der Beuys und seine 'fetten' Beatz.......

Tja lieber Jörn, die Wunden der linksradikalen Szene sind geleckt und es wird der Ökonomie der 'unseren' Strukturen nur dienlich sein, diesen Aufruhr aus dem unpolitischen Ganzen mit Theorie ins Feld des Er-kennens zu rücken und im weiteren, der sub-kulturellen Basis auch bis zum näxten Jahr Wagemut der Faschisten zu entgegnen: Nicht hier! bzw. - dem Aufruf zum Trotz: Nicht zwischen mir und dir....In beiden Fällen wird die Norm des liberalen Individuums aktiviert, die es erlaubt, Militanz als Frage persönlicher Präferenzen und konsensueller (vertragsrechtlich codierter) Entscheidungen von Privatpersonen zu erfassen. Ein traditionell liberal-legitimieses Modell nutzt diese Vorstellung, um eine Nichteinmischung des Staats zu propagieren. Die Legal Action z. B....fordert jedoch zugleich'die Öffentlichkeit' nicht mit der 'privaten Militanz' zu belästigen. Wie es in meinen Augen auf Indymedia Deutschland in der textuellen Rhetorik zuging zeigt, die Öffentlichkeit der Militanz als Beispiel der evozierten Spektakel spät-moderner Privatheit bzw. als Effekt sozialer Spiegelung- und Interaktionsprozesse sowie als Konstruktion sozio-kulturellen Normen ins Gefüge gepresst werden soll. Vielleicht sollte die Jungle-World mit Gimmicks aufwarten um als Produkt dieser kommerziell und medial vermittelten Gestaltungsprozessen die ewige Jugend zu verpassen.....Salut nach Berlin.

Ich habe letztens auf den Sende-Empfang des Bezahlfernsehens eine ästhetische Darstellung des Genres, welches ja vermeintlich undogmatisch empört, eine Darstellerin mit'nem Riesentatoo der Typologie 'Feminist' gesehen....was nun..."The permanent metabolism of nihilation, the depolarisation and dissipation of the diverse that shapes the nomadic massive, prevents it from delimiting a distinctive identity of phobics. The fusional nothing of a 'given' stereotype inhabits the nothing of another porn-tribe and so to infinity, in a course of multidirectional relays with visual resonances by patterns the radical-left deploys as 'Trans'."

Die Aktivität von Protagonisten des visuellen Debattierens sollten den Bezug um Vaterland, Rassismus bzw. Sexismus im penetrativen Sprechen 're-appearen'.....

Wenn eine Ideologie den Ansatz zu totalitären 'Herrschaftsfreiheit' für sich próklamiert, muss diese Ideologie auch den Sinn und Unsinn von institutionalisierter Repression in Form von Sprache und 'Imagination' des sog. Anderen in sich äußern und deshalb ist die Spur um Anarchie und linksradikale Autonomie eine Farce der 'civil governance' und nicht derjenigen/diejenigen, die es sich doch ab und zu gemütlich machen in den Nischen um kohärenter 'Silblings' und lingualer Referenzen zu Zeit und Raumkonstitution im Chaos der Gedankengänge 'gegen' etwas zu sein. Sex-Arbeit gehört im 'Trill'ionen-Business einfach dazu...!

Brr, eine wunderbare Vorlage zum Fremdschämen. Ich hatte allerdings schon im Voraus einiges an Bedenken gegenüber den Kongress, bzw. seine Organisationsform im Besonderen mitbekommen, so dass ich zumindest nicht vollständig überascht bin. Die Beiträge in der Debatte zum Artikel finde ich allerdings teilweise recht interessant, vielleicht lernt ja die ein oder andere Person dadurch was dazu.

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Anarcho-Kongress

sehr, sehr, sehr peinlich. von der albernen martialischen schwarzer-block-uniform bis hin zum stupiden "yo"-gefasel. es ist nicht zu fassen. wie peinlich. und dann noch das heimliche ablesen irgendwelcher phrasen vom blatt! irgendwie aber auch richtig niedlich in seiner bestürzenden unbeholfenheit und in der offensichtlichen unbekümmertheit, mit der man zur selbstdemontage und zur ausstellung der eigenen beschränktheit bereit ist.

"Alterskohorte"? Welches der drei Reiche möchte dieser Mensch den in den Jungmännern vor der Emanzipation beschützt wissen? Verplaudert sich dieser Kerl absichtlich bei sowas? ist das eine Masche von dem oder ist der einfach nur Wahnsinnig?

beängstigend, was aus der mongolei werden kann, wenn sie einen ideelen gesamthorst mit besonderer beziehung zum ozean hervorbringt (fußnote 68). dann schon lieber abwracken.

Schön auf den Punkt gebracht, aber leider ist diese These von Jürgen Elsässer nicht komplett neu, sondern zum Teil ein Recycling früherer Positionierungen. Er hat soviel geschrieben, dass einige Klopfer immer mal so durchgerutscht sind (es gab ja auch noch keine Blog-Kultur). 1998 erschien sein "Braunbuch DVU". Dort schrieb er sinngemäß, dass junge Männer auch deswegen Nazis werden würden, weil sie nur von Frauen erzogen worden seien und die maskulinen Vorbilder gefehlt hätten. In der Ökolinx erschien damals eine Rezension, in der dies leider zu Recht heftig kritisiert wurde. Sonstige Reaktionen damals nach meiner Erinnerung: Schweigen im antideutschen Walde.

Ein Bluescreen of Death wäre auch nicht schlecht.

Ich Denke es wird eine Fehlermeldung geben .

Zum Beitrag von Jörn Schulz: Deus lo vult

Hier, auf Xing (http://www.xing.com/profile/Juergen_Elsaesser2), argumentiert er ganz anders: "Ich biete Leasing, Factoring, Unternehmensberatung für Finanzdienstleistungen, Vertriebsunterstützung."

Okay, naja. Zum echten geht's hier lang: http://www.facebook.com/profile.php?id=1179151070&ref=profile#/s.php?ref=search&init=q&q=J%C3%BCrgen%20Els%C3%A4sser&sid=38108e0907e48caa4c77b1e111d98a5c ("Jürgen hat 11 Freunde.")

Nein, Luther ist gewiss nicht pc. Die "Freiheit eines Christenmenschen" verkaufte er umgehend an die Fürsten, weil er sonst auf dem Scheiterhaufen hätte Platz nehmen müssen. In seiner Epoche wird der traditionelle Antijudaismus langsam zum Antisemitismus, der die Juden als hoffnungslos verworfenes Volk "rassisch" definiert, allerdings nicht nur im protestantsischen Bereich, sondern auch bei den Katholiken. Usw. Worum es mir aber einzig und allein ging: In den ach so frommen vergangenen Zeiten war es üblich, auch unter Katholiken, den Papst heftig zu kritisieren. Heute gilt es schon als Vorwurf, man führe eine Kampagne gegen den Papst. Ja, warum sollte man es denn nicht tun? Zumindest wäre es doch wohl an der Zeit, das Konkordat von 1933 zu kündigen, das gilt nämlich immer noch. Und nicht nur bei Muslimen aufzupassen, was sie im Religionsunterricht predigen. Im übrigen bin ich, wie die meisten Linken, natürlich Kryptokatholik.

900% more is not a crime!

es gilt weiterhin, frei nach dem motto 'jeder click za(e)hlt' der gute alte heartfield'sche satz
"millionen stehen hinter mir!"

der feind meines feindes ist nicht notwendigerweise mein freund!

schön, wenn prominente gegen den papst pöbeln. martin luthers herrschaftskritische äußerungen waren aber m.e.vor allem taktisch bedingt. er hat, nachdem einige fürsten seine glaubensinterpretation übernommen haben, durchaus, bspw. gegen aufständische bauern, im sinne der obrigkeit argumentiert. er hat den papst lediglich gegen den dorfpfaffen und den landesfürsten ausgetauscht und mit seinem reload des christentums die religiös bedingte autoritäre formierung der gesellschaft auf jahrhunderte hinaus weiter gesichert.

die mit der reformation einhergehende verbreitung der protestantischen arbeitsethik und luthers gottesverständnis finden später ihren gesellschaftlichen ausdruck (va. in deutschland) in arbeitsdienst und staatlich sanktionierter deindividualisierung und der unterordunung unter vermeintliche gemeinschftliche interessen.

ebenfalls bemerkenswert sind luthers einlassungen zu den juden. sich ausgerechnet in der gegenwärtigen debatte um die rehabiltierung antisemitscher priester auf ihn zu beziehen, erscheint ziemlich unpassend. stünde die aufhebung der exkommunikation luthers an, sollte man sich wirklich fragen, ob man der katholischen kirche wirklich die gute publicity zugestehen will, ihn dann doch NICHT wieder aufzunehmen.

Das mit dem Atlantik ist falsch. Der weitet sich im Gegenteil aus.

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Bodycount

Es geht nicht um die "zivilen Opfer"... Hintergrund der Bestrebungen in Deutschland und "old Europe" liegen darin, antisemitismus zu Schüren beziehungsweise diesen vermeintlich zu legitimieren. In Hannover schwenken Islamisten Terrorflaggen, verbrennen Israel-Fahnen und rufen "Juden raus!". Im nahegelegenen Rinteln (Kreis Schaumburg) schreien Muslime, die unter anderem auch ein Plakat mit "Allah beschütze Hamas" tragen, "Tod, Tod Israel"... Die antisemitischen Aufmärsche in vielen europäischenn und vor allem deutschen Städten rufen auch viele Jugend-Cliquen auf den Plan, die zum Beispiel in Bückeburg (Kreis Schaumburg) ein Denkmal an die ermordeten Juden während der Shoa beschmieren und durchgestrichene Davidsterne an Hauswände schmieren.

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Deutscher Obama

Ich glaube, ich kann dich da beruhigen. Denn: Es kann nur einen geben! Einen "deutschen Obama" kann es schon mal gar nicht geben, die Suche ist ebenso vergeblich wie die nach einem "hedonistischen Taliban". Und der Guido, der kann's überhaupt nicht. "Yes, we can the Steuern senken", oder auch "Steuersenkung you can believe in"? Nein, das hat keinen flow. Reicht vielleicht in Deutschland für einen Ministerposten, aber Deutschland dürfte wohl auch das einzige Land auf der Welt sein, wo von der Krise eine Partei profitiert, die weiterhin unverdrossen wirtschaftliberalen Unfug predigt.

Zum Beitrag von Jörn Schulz: Smoke!

ganz plump: dafür!

Seine Ideen stammen verblüffenderweise aus einem Antifaschismus, den er lediglich mit negativen Vorzeichen versieht. Lesen Sie seine Bücher "Antisemitismus" (1992) oder "Wenn das der Führer hätte erleben dürfen" (1995) und Sie werden alle Argumente seiner heutigen Gegner wiederfinden und alle nationalbolschewistischen, "eurasischen", autoritären, nationalistischen, antisemitischen etc. Komplexe, die er heute selbst bedient, analysiert sehen. Er ist kein bewusstloser Faschist, sondern erinnert mich an den bad scientist, der erst die Krankheit erforscht, um sie dann zu streuen. Und warum? Weil er denkt, das brächte ihm nun Erfolg. Ich empfehle, nicht seine Argumente, sondern seine Taktik zu studieren (wenn man ihn schon nicht ignorieren kann).

Vielleicht hat Elsässer in der aktuellen bolivianischen Regierung neue Freunde gefunden.Oder in der Venezuelas.
Oder haben ihn die dortigen nationalen Sozialen auf seine Ideen gebracht , die er nun in Deutschland umsetzen will ?
Das Referendum in Bolivien scheint Wasser auf seine Mühlen zu sein.

Jede Kritik dieses Mannes hätte mit der kaum überwindlichen Schwierigkeit zu kämpfen, dass sie seine Scheinargumente ernst nehmen müsste, jeder Kritiker, der einmal ein Weggefährte war, mit der unüberwindlichen, zu erklären, wie er ihn einmal hat ernst nehmen können.

Elsässer wird dort enden, wo Horst Mahler schon ist.
Oder Gremliza spricht nochmal ein ernstes Wort mit ihm.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Messiaen

Guter Tipp! Danke!

Das ist mit Abstand der witzigste Kommentar, den ich zu dieser leidigen Angelegenheit bislang gelesen habe. Vielen Dank!

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Bodycount

ekelhaftes aufgerechne...

google zu den georgiendemos

die zahlen der gelenkten demokraten russlands einfach so zu übernehmen, ist schon sehr manipulativ. der solidarität mit israel tut man damit jedenfalls keinen gefallen, schließlich würde ivo bozic die opferzahlen, die die ekel erregende hamas veröffentlicht, auch nicht unhinterfragt übernehmen.

schade eigentlich, dass die als quellen angegebenen links nur umständlich über copy and paste funktionieren, dem einfachen nachvollziehen der argumentationen ist das jedenfalls nicht zuträglich.

hier steht wies richtig geht, falls jemand ein interesse an einer transparenten diskussion hat.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: U.N.

Der Journalist denkt: Wie kriege ich das Thema unter? Sobald er weiß, für wen er seinen Artikel schreibt, passt er ihn der jeweiligen Zeitung oder dem Magazin an. Und wenn er gut ist, nutzt er die Freiheiten, die ihm geboten werden. Uwe Nettelbeck dachte völlig anders: Wie sollte über dieses Thema geschrieben werden? Dann schrieb er es so, wie er es für richtig hielt - und schrieb sich aus der deutschen Öffentlichkeit heraus.

Übermorgen jährt sich sein Todestag zum zweiten Mal. Morgen hänge ich weitere Zitate ein, um anzuzeigen, welche Schätze darauf warten, gehoben zu werden.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: U.N.

Ich erinnere mich, dass die ZEIT einen Artikel von ihm, nämlich diesen:
http://hermes.zeit.de/pdf/archiv/2006/09/II__1968_45_nettelbeck_prozess.pdf
über den Frankfurter Kaufhausbrandprozess in das Heft aufnahm, mit dem sie sich und ihren 60sten Geburtstag feierte.

"Überhaupt erwies sich der Erste Staatsanwalt Walter Griebel als rechter Feuerteufel ... war der Beweis erbracht, daß es sich bei der Hauptverhandlung gegen Ensslin und andere um eine Veranstaltung gehandelt hat, in der sich die Gewaltenteilung als eine Verteilung
der Aufgabe darstellte, die zum Schutz der herrschenden Ordnung notwendige Gewalt auszuüben ... Ein verbranntes Kaufhaus ist nur so gut wie ein neues Kaufhaus"

Als ich das las, habe ich mich gewundert darüber, dass die ZEIT anscheinend einst so kritisch gewesen war...

Einige Zeit später druckte die konkret den gleichen Text ab, anlässlich irgendeines RAF-Jubiläums glaube ich; zusammen mit der Erklärung, genau dieser Text sei der Stein des Anstoßes gewesen, der zu Nettelbecks Ausscheiden aus der ZEIT-Redaktion geführt habe (N. sei für diesen Text gerügt worden, was er sich nicht habe bieten lassen wollen etc., irgendsoetwas).

Bei konkret ist er dann ja auch nicht lange geblieben. Jene wurde damals noch von den Röhls regiert. Ob er sich wohl mit Gremliza besser verstanden hätte?

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Bodycount

@ Ivo Bozic: Streit um Opferzahlen ist natürlich immer etwas eigenartig und schnell zynisch, aber weil Dein Argument ja darauf basiert: 1.771 Tote ist nicht nur per se eine unglaubwürdige, weil für derlei Angelegenheiten zu (schein-)exakte Zahl. Die hohen Angaben von Süd-Ossetien/Russland sind auch von Anfang bezweifelt worden, siehe http://www.guardian.co.uk/world/2008/aug/13/georgia.
Human Rights Watch als halbwegs neutrale Instanz geht von weniger als 100 getöteten Zivilisten in Süd-Ossetien aus: http://www.iht.com/articles/ap/2008/09/11/news/Russia-Georgia-Death-Toll.php

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Bodycount

Man muss auch sehen, dass der Georgienkrieg ja ein Stellvertreterkonflikt war zwischen zwei Großmächten, zwischen denen die Antipathie der deutschen Regierenden und Regierten sich aufteilt.
Das beeinflusst die Darstellung in den Medien enorm.

Das Schlachten war damals auch, meine ich, sehr schnell vorbei. Nach 1-2 Tagen nur noch Geplänkel. Dieser Krieg dauert ja schon etwas länger und trifft eine Bevölkerung, die ihm hilflos ausgeliefert ist, das kann man schlecht wegreden.

Um aber auf den Punkt zurück zu kommen: Natürlich hast du recht. Man muss sich ja nicht nur die Zahlen ankucken, sondern auch die Parolen und Motive, gruselig.

Auszüge aus der Hamas-Charta findet man z.b.:
http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=a2


Grüße

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Bodycount

@jpt. upps. danke. was die datumsangabe betrifft, sorry, schon korrigiert. die zahl der toten habe ich hierher:
http://www.n-tv.de/1011364.html

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Bodycount

Die Schlussfolgerung scheint mir nicht falsch zu sein, auch wenn Deine Daten eigenartig sind: Der Krieg fand im August statt und die Zahl der getöteten Zivilisten liegt nach allem was man weiß bei unter 200.

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Skihelme

Was ich nicht so ganz verstehe ist, warum ihr hier Althaus irgendwelche Schuld zuschieben wollt. Entschuldigung, aber wenn ich anspruchsvolle Skipisten fahre, dann fahre ich schon länger Ski und dann weiß ich, dass wenn ich mit 60, 70 oder 80km/h so ne Piste runterbretter und dabei kein Helm trage, mein Risiko mich ernsthaft zu verletzen erheblich höher ist als mit Helm. Was kann Althaus bitte dafür, dass die arme Frau keinen Helm trug!?
Fragen die zu klären wären sind:
- Wie kann es sein, dass sich zwei Pisten kreuzen? Ich weiß, dass sowas garnicht mal selten ist, aber man sieht ja, sowas ist extrem unsinnig und gefährlich! (und das habe ich damals in der 9. Klasse auf Skifreizeit schon so empfunden und bin diese Pisten deshalb nicht gefahren)
- Warum kommt diese Helmdiskussion erst auf, wenn es zuspät ist?

Zu den Ermittlungen:
Wenn Dir jemand vors Auto springt, wird gegen Dich auch erstmal ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, ganz einfach aus dem Grund: Ohne Ermittlungsverfahren keine Ermittlung! Das "routinemäßig" sagt wohl er, dass man Althaus hier keine fahrlässige Tötung (oder wegen was auch immer man offiziell gegen ihr ermittelt) unterstellt, sondern dass man in solchen Fällen halt immer gegen den Beteiligten wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Beim o.g. Autounfall wäre es nicht anders.

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Skihelme

Ich warte ja auf die Überschrift: „Rücksichtslose Politiker erhöhen das Todesrisiko“. Oder: „Der Tod rast mit: Politiker haben immer Vorfahrt.“ Stattdessen heißt es verdächtig oft, dass die Polizei nur „routinemäßig“ gegen Althaus ermittelt. Ermittelt sie sonst nicht, weil das eben ihr Job, also die tägliche Routine ist? Althaus selbst sagt: „Sport ist mir sehr wichtig. Hier kann ich meine Grenzen ausloten“. Da kann man schon mal auf die falsche Spur geraten.

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Skihelme

lieber tofu,
natürlich hast du recht. aber dies ist trotzdem bemerkenswert: http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/757/453448/text/

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Skihelme

Lieber Ivo,
die Logik ist nicht wirklich schlüssig: Hätte die Dame einen Helm geträgen würden beide vermutlich noch leben. Hätte Herr Althaus keinen Helm getragen wäre er vermutlich ebenfalls tod.

schon klar, werde es deshalb nur auf Konsole spielen. Und da ist nichts drauf, was für andere irgendwie interessant sein könnte.

Sieht ja ganz schick aus, aber EA verwendet meines Wissens das Programm Securom als Kopierschutz und ich würde mir gut überlegen, ob ich mir ein Programm installiere, dass mehr Rechte hat als der PC-Administrator
Gerade wenn ich für eine Zeitung schreibe

Zum Beitrag von Maik Söhler: Abseitig

Noch cooler: Immer auf dem neuesten Stand mit Goethe, Hacks & Hegel.

Zum Beitrag von Maik Söhler: Abseitig

Cool.
Immer auf dem neuesten Stand mit Maik Söhler.
lol

Geschte = Geschichte

ja, so wird die Geschte noch schöner.

charlotte schmökel sagt dazu (11.12.2008@21:34):
klassischer fall von angeschmiert:
http://www.ftd.de/lifestyle/outofoffice/:Out-of-Office-Mit-fremden-Federn-im-Netz-geschm%FCckt/449439.html

kannst sollte das heißen... ;)

Und das soll lieblos sein? So liebevoll gehen noch die Wenigsten mit ihren DKP Vorsitzenden um!

Oh! Und diese Aussage von der ehrwürdigen WELT. Ich bin gerührt!

Die Lieblosigkeit ist es, die sie alle verbindet. Die Toten Hosen sah ich 1983 oder 1984 in einer zur Kneipe umgebauten Tankstelle. Nach dem Konzert träufelten sie dem DKP-Vorsitzenden des Ortes Bierschaum ins Ohr.

"Wenn nur die Liebe zählt" ist ja auch der titel eines songs von den toten hosen, aber das nur nebenbei.. obwohl... da bietet sichs ja quasi an, verbindungslinien zu ziehen, rock-city, hosen, pflaumen.... wenn jetzt noch der mossad ins spiel kommt, können wir ne heiße story draus machen :-)

die ersten beiden interpretationen sind die häufigsten, es eben ist eines dieser typischen grafitticrewkürzel aus 3 buchstaben.

Ah, danke. Und das kann man sich aussuchen? Inzwischen hat mich ein Freund darüber aufgeklärt, "Nur die Liebe zählt" habe auch eine Sendung von Kai Pflaume geheißen. Die habe ich verpasst.

"rcb" steht für "rock city berlin" bzw. "religion called bombing" bzw. "reagan clinton bush"(so gesehen am s-bahnhof savignyplatz).

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Fraktur

Ah, der Stalinismuspunk, verstehe. Dafür, dass Sie Standgerichte abhalten wollen, sind Sie aber ganz schön empfindlich, fast eine Mimose. Skinhead mit schwachen Nerven. Es ist deutlich genug, dass Sie die halbe Welt an die Wand stellen wollen, aber ob Sie es auch könnten? Ob Ihnen nicht schon beim ersten die Hand zitterte? Warum lesen Sie zur Beruhigung nicht einfach die "junge Welt", das Blatt wird doch praktisch nur für Sie geschrieben? (Nein, nein, keine Antwort nötig, es reicht erstmal.)

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Fraktur

Und zum Hegelzitat: Ich sage, dass sog. Geschimpfe und Beleidigungen (was nunmal beides von Nöten ist, wenn man es mit irgendeiner Sache denn wirklich ernst meint - ohne sie kann man auch gleich die Klappe halten und Petersilie anpflanzen gehen) eben die der heutigen Gesellschaft adäquatesten Formen des Strebens nach Übereinkunft im Hegel'schen Sinne sind, also eine durchaus mögliche, wenn auch notwendig degenerierte Form von "Verständigung" darstellen. Es fängt ja zum Beispiel schonmal damit an, dass man mit aufwändigen, groben und unfairen, eben bolschewistischen Methoden schlicht die Deppen daran hindern muss, ihren Müll in allzu großen Umlauf zu bringen. Die Welt ist zugeschissen mit Canaillen, da hilft es sicher nicht, ausgerechnet denen und ihren Vertretern, Verteidigern und Verharmlosern auch noch die theoretischen Konzepte ihrer eigenen dialektischen Aufhebung näherzubringen oder sie gar für eine Verbreitung derselben zu gewinnen. Was ein solches Unterfangen nämlich historisch so für Folgen haben kann, sieht man ja u.a. auf dieser erfolgreich hirnbefreiten Zone namens "jungle-world.com".


Es grüßt vom Elfenbeinturm ins Therapiezentrum für von Psychiatrisierung Verfolgte,

Lyzis

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Fraktur

"Faschist" fehlt noch, schließlich hab ich Pound zitiert!

Alles in allem ist es aber wirklich immer wieder sehr erheiternd, wie sich jemand, der schon vor über 13 Jahren vom stalinistischen Standgericht sein öffentliches Urteil in einem gesamten Romankapitel über mehrere Seiten hinweg erhalten hat, unbelehrt wie eh und je immer noch drei mal täglich auf allen Kanälen seinen Dünnpfiff vor den Pöbel wirft. Derrida, hahaha.


Und hey, Armin!
Ja, da fehlen drei Wörter ("in", "Ruhe" & "lassen"), die beim copy&paste-Geflicke verschwunden sind. Aber, so hört man aus weit entlegenen, unbestätigten Quellen, soll es sowas wie Selberdenken geben, qua welchem man durchaus in der Lage sein könne, einen Satz auch dann zu verstehen, wenn ein Teil von ihm fehlt.
Aber na gut, Selberdenken, das ist natürlich eine Forderung, die hier fehl am Platze ist, das sehe ich mit Scham und Demut ein. Wie auch das Urteil des großen Weisen der postmodern-saarfranzösisch-konkreten Literaturkritik, ich sei ein autoritär-teutonisches, dünkelhaftes, menschenverachtendes Arschloch (wenn dieses Urteil auch recht spät kommt, da waren andere Hippies schon schneller).

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Fraktur

Aber, lieber Hey, die seinerzeit „in toto“ abgetan wurden, erwiesen sich doch noch als sehr wichtig, als man einzusehen lernte, dass die Zustände in Irrenhäusern und Gefängnissen, dass bestimmte Zwangsvorstellungen von Normalität und von Fickkellern auch bedacht werden sollten und nicht bloß Nebenwidersprüche und Denkfutter sind. Derrida habe ich schätzen gelernt als einen sehr feinen, zersetzenden Schriftsteller. Sehen Sie nur, was er mit dem „Geist“ in „Heidegger et la question“ macht. Und natürlich waren mir als einem Saarfranzosen die Franzosen immer eine Zuflucht vor diesem autoritären Teutonismus, den Sie oben in Reinform bewundern können: Bildung als Abschottung und Dünkel, abgestandener Geniekult, die Großen Männer, Psychiatrisierung des Gegners („Idiotie“) und natürlich der Spritzer Homophobie, der das Ganze stets abrundet.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Fraktur

Da würde mich, Lyzis Welt, auch (auch: da haben Sie, Herr Ripplinger, echt was angerichtet) interessieren, was Adam und Eva dazu meinen. Bei „ Das ewige Gequengel im stillgelegten Fickkeller der beleidigt-menschewistischen Linksromantik“ fällt mir übrigens etwas von einem der oben genannten Genies ein: „... die Natur dieser [der Humanität, A. H.] ist auf die Uebereinkunft mit andern zu dringen, und ihre Existenz nur in der zu Stande gebrachten Gemeinsamkeit der Bewußtseyn.“(Hegel,Phän. d. Geistes, GW, Bd.9, Meiner, Hamburg, 1980, S.47f). Meine Frage ist: Gibt es eigentlich Verständigung unter uns, existiert überhaupt das tertium comparationis? Oder gibt’s nur Geschimpfe und Beleidigungen? Ich muß dabei immer an die Volksfront von Judäa und ihren Kampf gegen die Judäische Volksfront denken, vor allem aber an die beiden römischen Legionäre, die angesichts dieses gemeinsamen Kampfes halb belustigt, halb angewidert die Köpfe schütteln.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Fraktur

Lyzis Welt: Sehr erfrischend! Aber fehlt da nicht was?, im zweiten Absatz im zweiten Hauptsatz? Goethe, Hacks und Hegel, fröhlich, frisch und kregel, was machen die eigentlich, anstatt nicht für den Mob zu schreiben, sondern für ihresgleichen? Da ist der heilige Zorn wohl mit Dir durchgegangen, wie? Aber natürlich darf man kurz nach Mitternacht, angefeuert von wer weiß was, auch mal bißchen querfeldein. Aber im Ernst. Ich zucke auch manchmal zusammen, wenn Herr Ripplinger sowas schreibt. Damals in LG waren Foucault & Co in toto abgetan, eben weil sie, bei aller Beobachtungsgabe, selbstgefällig vor sich hin dachten und vergessen hatten, daß Denken, vor allem besonderen Inhalt schon, die Kraft zum Widerstand ist usw. Ich habe mich nun mit diesem Bestand in den Beiträgen „Menschenopfer“ eher bißchen blamiert und fange gerade erst an (Tja, leider, Herr Ripplinger, man kommt wirlich zu nichts, bei den Getreidepreisen!), mich eingehender mit dieser Sache zu beschäftigen.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Fraktur

Goethe hatte ich zu erwähnen vergessen, richtig.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Fraktur

"Wir denken, weil wir nicht wissen", sagt Ezra Pound.

Die Forderung nach weniger Polterei und mehr Gedankentümelei kommt halt immer von den Ungebildeten, bei denen man andauernd, wie bei Ripplinger, mit Adam & Eva anfangen muss, weil sie ansonsten der Sache nicht mehr folgen können.

Mögen sie doch bitte einfach weiterhin in ihrer Welt der Idiotie versumpfen, und Genies wie Goethe, Hacks & Hegel, die nicht für den Mob schrieben, sondern für ihresgleichen, also: Leute, denen man nicht jeden Morgen aufs neue erklären muss, dass die Welt eine Kugel und der Himmel blau ist.

Es reicht doch wirklich. Ausgerechnet in der Jungle World mit Derrida für mehr Denken, tugüte. Das ewige Gequengel im stillgelegten Fickkeller der beleidigt-menschewistischen Linksromantik.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Fraktur

In Wahrheit kam der dritte aber nur deshalb stets als erster, damit er sich recht bald wieder absentieren konnte. Er war nämlich die Brechstangendialektik der andern im Besonderen und Stammtische im Allgemeinen schon lange leid, hatte aber keine Ausrede gefunden, die die beiden nicht allzu heftig vor die Biertrinkerschädel stößt. Endlich fiel ihm die Stabreimpolitur ein, denn sie passte prächtig zu dem Bild, das die beiden Kumpels von ihm hatten. Sie pflegten nämlich über ihn zu sagen: "Der feine Herr liebt wohl Lyrik!" und sich dabei kumpelhaft zuzuzwinkern.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Fraktur

Am Stammtisch der Intellektuellen trafen sich vor Urzeiten der Säusler und der Polterer. Nach einer Weile fragte jener diesen, ob er wisse, wo nur der Verfeinerer bliebe. "Es ist schon 9 Uhr durch und normalerweise ist er doch der erste am Platz. Wird ihm bei dem Nebel doch nix passiert sein?" Darauf antwortete der Polterer: "Neinnein, den habe ich vorher noch in seiner Küche sitzen sehen. Er polierte seine Stabreime - wie jeden Monatsersten."
"Wenn das so ist", erwiderte der Säusler beruhigt, "dann werden wir ihn wohl kaum vor nächster Woche zu Gesicht bekommen. Herr Wirt, noch zwei Bier, bittesehr."
Und auch ohne den Verfeinerer, den beide gerne mochten und auch gerne dabei gehabt hätten, wurde es noch ein richtig netter Abend mit Kartenspiel, Dialektik und allem, was an einem Intellektuellenstammtisch so dazugehört.

Zeugt es nicht ebenfalls von einer positiven Entwicklung, wenn die jungen Mädchen zwar sitzend, aber immerhin im selben Raum am Konzert teilnehmen dürfen. Aus kulturellen Gründen, versteht sich.
Aber man soll ja auch so spät kein Fernsehen mehr schauen.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Yma Sumac

Pop ist ja auch keine Musik, sondern eine Art Tagtraum, manchmal auch eine heitere Fieberphantasie. Yma Sumac war unter seinen Halluzinationen eine besonders phantastische, grandiose, bunte und lustige. Dafür habe ich sie geliebt.

Zum Beitrag von Ivo Bozic: "Juden und Neger"

Mehr über Volks-Schreiberling Gansel findet man hier:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29122/1.html

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Tempelhof

Wind aus West bei 13 km/h, überwiegend bewölkt bei guter Sicht, relative Luftfeuchtigkeit von 100% bei 4° C. Luftdruck 1003 Hektopascal. Und das konstant seit bald zwei Wochen. Oder auch EDDI 302350Z 26007KT 9999 FEW006 BKN011 04/04 Q1003.

Und Grüße von Sal ("Your body is the temple of the Lord").

Frank Schulz? Nie gehört. Ich meinte Bruno. Ich hatte mit Thomas Mann kein Glück. Vor Jahren musste ich ein Kapitel in seinem „Zauberberg“ nachschlagen. Ich war verblüfft darüber, wie schlecht es geschrieben ist. Diese sämige Ironie, die er über alles gießen muss, damit man seine miserable Syntax nicht mehr sieht. „Und das ist nun dieser Mann, von dem alle rühmen“, dachte ich. Vielleicht lässt sich etwas damit anfangen, wenn man ihn sehr rasch herunterliest, eben wie einen Unterhaltungsroman für gebildete Schichten.

Ich möchte niemandem die deutsche Literatur ausreden, der sich in ihr wohlfühlt. Aber denen, die es nicht tun, möchte ich sagen: Halb so wild.

lieber stefan ripplinger.

es stimmt schon: "die phantasie des landes steckt im maschinenbau." und im massenmord, möchte man hinzufügen, wenn's nicht alle, die's wissen wollen, bereits wüssten. grass und mosebach: kein kommentar. aber was ist am lieben, wackeren thomas mann so schrecklich? erklären sie's mir zu gegebener zeit, wenn sie die güte haben wollen. nun gut, er schrieb eine eher betuliche und dem ideellen gesamtdeutschen bildungsbürger angenehme ...hm... "leitzordnerliteratur"...nannte es meines wissens der österreicher t.bernhard. aber gelangweilt habe ich mich durchaus nicht bei der lektüre des famosen "zauberbergs" (naphta! settembrini!) und des "felix krull", das sei hiermit freimütig zugegeben. und es hat einen "schulz" gegeben in deutschland: frank schulz ("kolks blonde bräute" etc.)

Zum Beitrag von Ivo Bozic: "Juden und Neger"

Moment mal, es gibt auch Nazis für Obama:

http://www.esquire.com/the-side/feature/racists-support-obama-061308

http://www.bild.de/BILD/news/politik/2008/09/14/altbundeskanzler-helmut-schmidt-im-interview/haben-sie-mitleid-mit-kurt-beck.html

hier erstmal das ganze interview lesen und dann kommentieren.
was eher auffällt, ist, daß herr schmidt behauptet, charisma allein sei obamas stein im brett des amerikanischen volkes. meint er, daß die amerikaner den hochanalytischen intellekt von obama nicht bemerken? oder hat schmidt selber den noch nicht bemerkt? beides wäre absurd. das ist der wirklich "anstößige" moment in dem interview. der hitler-vergleich ist strenggenommen kein vergleich und bezieht sich, wenn man das ganze interview liest und wenn man auf dem wort "vergleich" besteht ebenso auf seine kollegen willy brandt, kurt schumacher, etc. es ist sozusagen eine kleine theoretische fußnote.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Yma Sumac

Yma Sumac ist mit Sicherheit eine der größten Gesangstalente aller (bekannten) Zeiten. Musikalisch hat sie zeitlebens allerdings keine bedeutende Aussage tätigen können.

egotronic sind ja eine nette band, die spass machen können. schon vor ein paar jahren haben mich zwei ihrer (waren damals glaub ich zu zweit) konzerte gut unterhalten. das ist alles ganz in ordnung und es ist auch wirklich schön zu sehen, wenn jemand, was selten ist, enthusiastisch für musik empfindet. aber, das musste ja jetzt kommen, ich will das nun nicht mehr lesen - die jungle world egotronic hype machine nervt leider mittlerweile, da gibt es die besondere aboprämie vor dem verkaufsstart, schön, mal was neues, aber dann gibt es noch einen artikel dazu, einen bloghinweis auf das release konzert, einen text nach der party, einen hint in der home story, dazu dauerwerbung auf der website, anzeigen in der zeitung...... das reicht einfach und es wird fast schon ärgerlich, wenn ich darüber nachdenke, dass der erfreuliche enthusiasmus sich leider hauptsächlich auf eine befreundete berliner band konzentriert, wo es doch viele musikerInnen gibt, die sehr selten in der jungle gefeatured werden, obwohl sie spannendere, innovativere, emanzipatorischere musik machen, wie etwa besonders im bereich des free jazz oder der improvisierten musik. aber auch interessanter elektronischer musik wie natürlich dubstep, experimenteller elektronik, noise, oder basstarden wie funk carioca, cumbia usw... egotronic featuren ist ok, aber irgendwann bekommt es leider einen beigeschmack angesichts all der interessanten musik, die sonst noch auf planet earth zu entdecken ist.

lieber ivo,
deine auf Malle neuentdeckte Sympathie für den Schaum und die dazugehörigen Partys ist ja mal sowas von oldschool. Ich hab mir sagen lassen, dass die heutigen Partys gar keinen schaum mehr benötigen, da es sich die meisten Leute eh in einer künstlich erzeugten Welt aus Zuckerwatte befinden. Das hat sicherlich die selben Ursachen, wie die vielen Sonnenbrillen die man in letzter Zeit häufiger auch wieder Nachts antrifft.
Aber sowas kennt man ja nur aus Geschichten. Urban myth qausi

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Tempelhof

Das ist ein schätzbarer Vorteil, Madame. Aber mir scheint es, wenn wir schon in einer Stadt wohnen, sollte es nicht ZU ruhig werden. Ab und zu muss ein Auto in die Fassade krachen, ab und zu muss einer schreiend mit einem blutenden Schlachtermesser über die Straße laufen und ab und zu muss der türkische Herr vorbeiradeln, der Neukölln mit der Durchsage: "Ich will Wahlrecht!" beschallt.

Zum Beitrag von Lieselotte Kreuz: Freak out!

Therese Oelschlegel sagt dazu (01.11.2008@10:28):
Die erlesenen Leichen der Surrealisten haben also tatsächlich den Sprung ins WorldWideWeb geschafft. Chapeau!

Therese Oelschlegel sagt dazu (01.11.2008@10:25):
Das haben Sie sehr schön gesagt!

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Tempelhof

Therese Oelschlegel sagt dazu (01.11.2008@10:24):
Ja, es ist sehr ruhig geworden über meinem Haus. In meinem Alter möchte man hinzufügen, viel zu ruhig. Nur meine Katzen wissen es zu schätzen, wenn sie nun seelenruhig auf dem Balkon sitzen.

Das hochaufgelöste Foto auf Wisnewskis Seite lässt nur einen Schluss zu: der Angriff auf das Auto geschah nicht von außen (Bagger, Bohrhammer etc.), sondern von innen, denn die Ränder des Lochs sind nach außen gebogen. Also ist W. widerlegt. Hat Haider zuerst geschossen? Bei Tempo 140 (oder gar 180, wie es Stefan Grigat in der jungle World so genau ermittelte)? Und wenn ja, warum und auf wen (Bären? Slowenen?)? Oder verbarg sich ein Leibwächter unter der Motorhaube? Wo ist der denn jetzt?
Das Volk von Kärnten hat also noch viel zu ermitteln...

Ein Hoch auf alle Baggerfahrer!!

ach politik....die jungle-malle-redaktion hat doch auf politisches rumgeballere auf dem burgermeistersong verzichtet....schöne fotos übrigens ivo

freut mich, dass die scheibe gefällt.
nur eins noch: auf dem album sind mehr politische songs als auf dem letzten! das scheint aber keiner zu merken... :D

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Pogo in der FAZ

Und vor allem abgeschrieben: http://de.wikipedia.org/wiki/Pogo

Genau, er verwechselt Karl Kraus mit Werner Krauss, denn Kraus, Krauss, Bloch, das sind ohnehin für ihn dieselben Leute, er hält sie für widerlegt und überholt. Die Geschichte ist ja bekanntlich mit den Merseburgern.

Grüße!

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Reisetagebuch 7

Genau, warum eigentlich immer ich?!

Hätte vielleicht geben können, oder hat gegeben?

Darf ich lösen? Er meint wohl Werner Krauss, wa-

gruß aus L:
steffen

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Reisetagebuch 7

Warum muß eigentlich immer der Ivo den Tagesbericht schreiben? Das is doch unfair! Und langweilig!

Ich stimme mit ein. Der deutsche Film zeigt entweder eine pfäffische Moral oder das Gemüt eines Metzgerhundes. Das kann einem schon Leid tun, denn Dresen gelingen ja ein paar schöne Einstellungen. Aber dann macht wieder die Einstellung die Einstellungen kaputt.

Therese Oelschlegel sagt dazu (05.10.2008@17:50):
Wolke 9 lässt leider nur die Hoffnung in den Himmel entschweben, es gäbe die Möglichkeit, einen Neuanfang, einen Ausbruch aus dem Altgewohnten straflos zu wagen. Aber nein! Die Frau wird in der Logik des Films abgestraft, schuldig an der Familie - ja, und den braven Ehemann hat sie zu guter Letzt ja dann auch noch zerbrochen. Schade, es hätte ein sehr guter Film werden können. Was mich angeht, so möchte ich dem Regisseur nur Eines mit auf den Weg geben: Hey You, get off of my cloud!

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Reisetagebuch 4

Sangria, Bambule JUNGLE-schule.
Viele Grüße in die Sonne. Schreibt ihr auch fleißig Postkarten?

Sehr hübsches Gedicht. Von Brockes habe ich nie gehört, hätte ihn für einen Berg gehalten (in Bergen bin ich auch ganz schlecht).
Was nun aber Stifter angeht, den kenne ich, und auch Schmidts Stifter-Kritik, die mir zu stifterisch ist. Denn alle die Gesteinsproben und Blumen und Käfer im "Nachsommer" kommen mir gar nicht wie Sammelstücke vor, sondern wie ... Wörter. Stifter habe ich für einen Bruder von Raymond Roussel gehalten.
Dies für heute, ade, muss ins Kino (Brüder Coen).

Das vielgestaltige Gewimmel ist nicht nur eine Frage des Geldbeutels, sondern auch eine Frage der Konstitution: Nase an der Schaufensterscheibe plattdrücken kann einen auch in rein geistiger Sammelwut fertig machen. And always mind your Cholesterinspiegel.


Hier aus lauter Übermut ein kleiner Splitter vom Juwel Brockes:

Hüben sich die Augen-Lider
durch die Musckeln selbst nicht auf,
sondern süncken immer wieder,
(Ach, man achte doch darauf!):
wie erbärmlich würd es lassen,
wenn man sie mit Händen fassen,
und erst aufwärts schieben müßt!:
Mercks, verstockter Atheist!

Genau.
Grüße.

Tja, Sie sagen es. Das Leben lebt nicht, wer aber Erfahrungen will, sollte sich Fahrkarten leisten können. Andererseits:
Wenn ich einmal traurig bin, trink ich keinen Korn. Dann höre ich: „Nichts ist mir zu klein – Eine Sendung zum Gedächtnis an Barthold Heinrich Brockes.“(Aus: Arno Schmidt: Nachrichten von Büchern und Menschen – Elf originale Radio-Essays, cpo-ton, 2003; schriftlich: Arno Schmidt, Werke, II/1, Bargfelder Ausgabe, Haffmans, Zürich, 1990, S.129-152) Dieser Brockes ist der Platon (Das Urbild) des Aristotelismus im hier gemeinten Sinn. Zwei lustige Bezüge: Einmal der Beweis, daß die Vielfalt der Natur durchaus nicht die Hoffnung auf Bewältigung zu rauben braucht. Schon allein die Aufzählung („der Magnetberg der Realisten, an dem sie begierig scheitern“) der nicht enden wollenden Tulpensorten kann einen vor Lachen zu Boden schicken. Zweitens, noch bezaubernder: Schmidt weist darauf hin, daß diese „Realisten“, neben ihrem Ahn Brockes ist vor allem Stifter genannt, eine ihrer emsigen Arbeit entsprechende materiale Grundlage besaßen: „Nur die niederländisch-widerstandsfähige, ‚pomadige’, Konstitution eines äußerlich schwerfälligen Gemäßigtzonalen kann dergleichen Bilderflut auf die Dauer ertragen... ob Jean Paul oder Stifter: sie sahen alle wie ‚fette Pächter’ aus“

Auch dass einer Ideen besitzen, pachten, verkaufen könnte, selbstverständlich ein platonistischer Irrglaube.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Idealismus

Nota bene: Die Migrantinnen und -en, die durch Frontex gehindert werden, Europa zu erreichen, können einfach nicht alle aufgenommen werden. Unser Boot ist auch voll, haha. Wir könnten die ganzen Menschen und -innen schon logistisch nicht verkraften. Und dann die kulturellen Widersprüche etc. pp.
Solche mörderischen Sprüche, die immerhin die hier und heute tragende politische Meinung darstellen, kommen weder aus Unkenntnis noch aus irgendwelchen direkten Verkleisterungen zum Thema. Primär haben wir hier psychische Defekte vor uns, die allerdings wiederum gesellschaftlich geformt sind. Insofern sind also, wie immer, wenn man nicht genau weiß, wer was wem, Schwein und Bewußtschwein in dialektischer Vergletscherung. Je weniger aber von den Herrschenden gelogen werden muß, desto stärker die innere, psychische Zerrüttung, desto schwächer dann aber auch die Möglichkeit von Utopie.
Schernikau tut gut, beiden Seiten ihr Recht zu lassen. Ich glaube allerdings, heute tut Freud mehr not als Marx.
Herzliche Grüße aus den unendlichen Weiten Mäcpomms.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Idealismus

Dagegen sein kleiner bucklichter Bruder, der innere Schweinehund, heute die Arbeit fast allein vollbringt. Und hier geht es, fürchte ich, nicht so sehr um „schwere Fälle“, sondern vielmehr um die ganz normale Psychopathologie des Alltagslebens. Papi ist Gott. Ich will aber anders. Papi schimpft auf mich und verbietet meinen Willen. Gefalle ich ihm nicht, so radiert er mich aus. Ich sterbe schon vor Angst. Da kommt die Erlösung: Papi hat recht! Ich will, was Papi will. Und ich gefalle ihm. Ich bin gerettet. Ich denke positiv. My heart belongs to Papi. Diesen Mechanismus, der so läppisch klingt, muß man fühlen können, um seine Macht zu erfassen. Es geht dabei nicht um: Najagut, ich komm alleene irgendwie nich zupotte, ich identifizier mich maeben mim Aggressor, sondern es geht um scharfe Todesangst, die, die wir als Kinder noch wahrgenommen haben. Die Not lehrt beten. Und wenn diese Lektion erstmal sitzt, dann kann man an Papis Seite die ganze Welt erobern. Und Papi kann viele Gesichter haben: Arbeitsmarkt, Polizei, Demokratie, Ordnung, Sauberkeit, Auto waschen, Frau verprügeln und: Kinder erziehen (sie können lernen, allein einzuschlafen und sie brauchen Grenzen!)

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Einerseits der Verblendungszusammenhang. Wir gehen aus vom Fetischkapitel im „Kapital“ und verfeinern und aktualisieren dessen Analyse, vielleicht Richtung Kulturindustrie pipapo. Die Menschen sind demnach nicht in der Lage, die Verhältnisse zu durchschauen und also zu erkennen, daß die Bildzeitung, die sie kaufen, sie belügt. Diese Macht gibt es zweifellos, hat aber schon zu Marxens Zeiten mächtg gehunken, wenn sie die ganze Misere erklären sollte. Haben wir nicht alle, trotz mächtig glühender Ohren und Gemüter, bei der Lektüre des Mani-fests der kommunistischen Partei wenigstens kurz, wenigstens en passant gestutzt zweidrei-mal, als die geschichtliche Lokomotive mit Kapitalismus-Verelendung-Revolution unaufhalt-sam auf uns zu donnerte? Marx und Engels sagten wohl zurecht: Wenn man nichts zu fressen hat, nützt auch die beste Entfremdung nichts mehr, da muß der Verblendungszusammenhang auseinanderfallen, besser: -gerissen werden. Und also keine Blümchen mehr an den Ketten usw. usf.
Nun sitzt die Menschheit heute aber tiefer im kapitalistischen Scheißdreck als je. Dorten hin-term Horizont nichts zu fressen, hiero Krebs und Kretinismus. Wer dem Hunger entfliehen und wenigstens als satter Kretin verenden will, wird im Mittelmeer auf- und möglichst gleich umgebracht. Und: Das kommt jeden Tag alles im Fernseh. Der objektive Verblendungszu-sammenhang allein, jedenfalls verstanden als Lügenmaschinerie, erklärt nicht mehr viel.

Na dann müsstest Du Dich ja über Intelectual Property besonders freuen, weil sich ja dadurch die Armen auch keine Ideen mehr leisten können.

Der gute alte Helmut wollte mit Sicherheit Obama und Oskar nicht mit Adolf Nazi gleichsetzen, sondern vielmehr Strukturen, in denen Politiker aufgebaut werden vergleichen. Es ist übrigens unabdingbar, Dinge zu vergleichen - das ist der Kern jedes Denkvorgangs. Merke: Vergleichen ist ergebnisoffen und Gleichsetzten ist der (rhetorische) Versuch, zwei Erscheinungen als gleichartig darzustellen. Habt Ihr's?!

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Engagiert

manueller Trackback: http://bedeutungswirbel.wordpress.com/2008/09/27/der-erste-hauptsatz-der-mediendynamik/

die beste rhetorische Figur ist immer noch der neologismus

Solveigh von Hardenberg sagt dazu (22.09.2008@01:39):
Meine Güte...wie skandalös! *gähn*
Vielleicht gelingt es ja kommenden Generationen besser, die Bedeutungsebene zwischen den Zeilen aufzuschlüsseln, wenn Adolf Nazi mal wieder als rhetorisches Instrument herhalten muss.
Es geht doch in keinster Weise darum, Obama mit Hitler oder Lafontaine auf eine Stufe zu stellen (was letztlich die Grundvoraussetzung für einen Vergleich darstellen würde), sondern lediglich um das generelle Gefahrenpotential, das intelligente Rattenfängermentalitäten in sich bergen.
Schmidt provoziert wieder einmal- mit dem Ziel, das Bewusstsein für kritisches Hinterfragen politischer Ziele hinter selbsterrichteten Hochglanzfassaden zu schärfen. Adolf Nazi wird hier medienwirksam funktionalisiert...und Schmidt erreicht (wie diese Diskussion eindrucksvoll belegt), einmal mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zurückzukehren.


Abgesehen vom Statusdenken, plädiere ich für die Anerkennung alter Autos als formvolle Kunstobjekte. Ein alter Panhard 24 CT macht sich im Wohnzimmer neben dem Le Corbusier Sessel bestimmt spitze. Egal, ob die Stadt brennt oder alle Erdölquellen weltweit versiegt sind..

http://www.motoraver.de/Musik/24/7-Leben-mit-dem-Auto.html

soso, mit hitler verglichen. wie skandaloes und humoresk! adolf schmidt wird durch diesen unglaublichen tabubruch aber auch nicht besser.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Idealismus

also nochmal die frage nach dem informationsproblem; liegt alles offen da oder nicht, wissen alle alles oder nicht?

in die tage in l. gibt es einen anderen absatz, den mit frau bahlsen, der "besitzerin der kekse", wie sie in der kneipe sitzt und ihr nachbar erklärt ihr: wer hitler wählt, wählt krieg- das hat thälmann schon '30 gesagt! darauf sie: ach echt, das hat der damals schon gesagt? schernikaus conclusio ist: sie sind nicht böse, sie sind nur dumm.

es gibt noch andere absätze, die sind in der aussage ähnlich; z.b. der mit dem jungen in london ("die unglaubliche dummheit im westen") oder das interview mit einem "ronald", der sagt: im westen gibt es nur zeitungen, die entweder einfach dumm sind, wie bild, oder etwas wie den spiegel, der unglaublich viele details liefert, aber niemals etwas in den zusammenhang einordnet, und die leute allein lässt mit dem gefühl, nix machen zu können.

wenn er also sagt, "allergrößte bewußtheit bei null aktivität. das ist das merkmal des spätkapitalismus. ich brauche den leuten nichts zu erzählen", und er damit tatsächlich das bewusstsein um die gesellschaftlichen verhältnisse meint, widerspricht das vielen seiner sonstigen aussagen, die eher das funktionieren des verblendungszusammenhangs herausstellen.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Idealismus

Stimmt, du hast recht, das sagt er auch. Andererseits wieder:
"die welt ist groß und übersichtlich. wenn wir auf einen berg steigen, können wir alles sehen. aber wo ist ein berg."
(auch in: dann hätten wir noch eine chance)
Das klingt wiederum gegenteilig. Vielleicht weiß er's selbst nicht.

du sagst "Die Menschen verdrängen und produzieren Reaktionsbildungen. Sie machen aus ihren Peinigern ihre Helden" -
aber wer macht denn aus den Peinigern die Helden? Ich bin mir nicht so sicher, dass das "sie", also "die Menschen" sind. Viele Leute sind doch unzufrieden, alle möglichen Leute haben was gegen "die da oben" etc. und verehren sie keinesfalls als Helden; nur bringt einen das nicht weiter, weil das zu stark personalisiert ist.
Zu Helden werden die Peiniger doch eher durch die Medien gemacht, durch Leute also, denen es halt nicht soo schlecht geht; und dass sie diese Heldengeschichten erzählen, ist vielleicht Bedingung dafür, dass es ihnen weiterhin besser geht als der Unterschicht. Die Heroisierung kommt vielleicht auch unten bei manchen an und wird von ihnen übernommen; aber dass das jetzt nur aus deren Psyche käme, stimmt doch einfach nicht- oder?

Eines vorweg: Lafontaine und Obama sind mir aus ihrer Funktion als politische Führer genauso scheissegal wie Hitler, wobei letzterer im Vergleich zu den Erstgenannten per definitionem vollkommen indiskutabel ist. Nun, eine der nervigsten Obsessionen in Deutschland ist es, irgendjemanden und/oder seine Taten mit einer politischen Grösse und/oder dessen Taten aus dem Nazi-Regime zu vergleichen. Das passiert mit elender Regelmässigkeit und ist immer für viel heisse Luft gut. Irgendjemand wäre wie der-und-der der Nazis oder würde dies-und-das und jenes-und-solches wie die Nazis tun. Was ist der politische Erkenntnisgewinn dieser Diffamierung? Trägt es irgendwie zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit der gegnerischen politischen Position bei? Zur Klärung etwa, wo der Kontrahent falsch liegt? Ausser Skandalisierung und einen schlechten, bornierten Geschmack in Polemisierung kann ich keine Aufklärung entdecken. Zudem trägt diese Masche unnötig sowohl zur Verwässerung des Begriffs Nazismus als auch der jeweilig angegriffenen politischen Position bei. Es sei nur etwa an die vollkommen begriffsstutzige, pseudolinksradikale Tour hingewiesen, z.B. Schröder oder Stoiber das Hitlerbärtchen anzumalen- bei einer solchen Kritik, ist jede analytische Schärfe abhanden gekommen. Noch nicht mal beim Kabarett dürfte man damit punkten.

Aber natürlich, darauf freue ich mich schon. Bei Herrn Baumann kaufe ich übrigens auch gern ein.

Na, Sie sind mir ja vielleicht ein Herzchen. Aber darauf falle ich natürlich keine Sekunde herein. Vielmehr hat Herr Baumann aus der Knesebecker Auftrag, geschätzte zwo bis drei Kilo sowohl Pavese als auch Ripplinger beizubringen. Der Winter naht und damit für den Ackerbauern de lege Tied. Der Mythos schillert heute so bunt, wer weiß, ob er bei all den Chats und reality soaps und Sportevents etc. pp. nicht doch irgendwo ein utopisches Türchen hat.
Nur, fühlen Sie sich bitte nicht belästigt. Ich will Ihnen zwar gerne Meldung machen, falls sich etwas Interessantes ergeben sollte, wenn Sie dann aber keine Lust haben, ist auch gut, dann bin ich nur tödlich beleidigt.
Tschüss

Mache ich.

Vermutlich habe ich mich einfach nicht klar genug ausgedrückt. Diese Postings können nur Skizzen sein. Weder habe ich Ethnologie noch Religionswissenschaft noch Theologie studiert, auch längst nicht alle Bücher von Pavese gelesen, ich saß so da, sah einen alten Straubfilm, dachte: "Das ist ja merkwürdig ...", und schon nahm das Unglück seinen Lauf.

Wenn ich mal wieder Zeit habe, schreibe ich vielleicht was über den "aleatorischen Materialismus" von Althusser. Davon habe ich auch keine Ahnung.

Helmut Schmidt war Zuhörer am Volksgerichtshof und hat immer behauptet, verpflichtet gewesen zu sein, dort zuzuhören. Weder dem Gesetz über den Volksgerichtshof noch irgend einem anderen Dokument ist zu entnehmen, dass man dazu verpflichtet werden konnte. Ich stelle mir eher vor, er wurde von seinem Vorgesetzten gefragt, ob er das machen würde und hat dann "ja" gesagt. Was aber sagt das über seine Haltung gegenüber dem Dritten Reich und Adolf Nazi aus? Viel? Wenig? Helmut Kohl hat ebenfalls einmal einen durchaus vergleichbaren Gorbatchow./. Göbbels-Vergleich gebracht und ist dafür von der Presse zerissen worden. Kohl war eine (Parteispendenskandal-)Niete und Gorbatchow ist ein Held, der wohl weltweit bedeutenste Politiker der letzten 30 Jahre. Wer redet noch von Schmidt und Kohl? Mit alten Menschen sollte man nachsichtig sein.

Einstweilen vielen Dank für die Grüße, den Honig und die Anregungen. Gehe jetzt mich bessern. Aber dann ziehn Sie sich warm an!
So long

Wenn ich - wie Sie es ja nun selbst paraphrasieren - in immer neuen Formulierungen wiederhole, dass Pavese die Unerreichbarkeit des Ursprungs aufzeigt, ist es doch verdrießlich, wenn Sie schreiben: "Pavese, Huillet und Straub: Auf der Suche nach der Unmittelbarkeit." Nein, nein, nein! Und der bastardo ist doch nicht Pavese. Allerdings muss die Frage erst gestellt sein, um sie verneinen zu können.

Sie sind vermutlich der bescheidenste und freundlichste Mensch weit und breit, und doch ist dieser Satz dünkelhaft: "Hat nicht Foucault gesagt, hätte er Adorno früher kennengelernt, wäre ihm viel Arbeit erspart geblieben?" Denn er scheint zu besagen, wer Adorno gelesen hat, könne sich Foucault, vermutlich auch die Franzosen und überhaupt alles Weitere sparen. Die Frankfurter sind sicherlich nicht meine Lieblingsautoren, aber ich finde bei ihnen trotz allem Neugier, auch eine Anlage zur Selbstkritik, zur Prüfung. Bei erstaunlich vielen Adorno-Schülern und -Anhängern - hoffentlich bei Ihnen nicht - ist diese Nervosität in Selbstgefälligkeit übergegangen; sie haben es immer schon gewusst.

Von dem kürzlich Gegrüßten soll ich Sie zurückgrüßen.

Zum Schluß noch ein eher privates Wort, das ich Ihnen lieber gesagt hätte, aber Sie stehen nicht im Telefonbuch: Ich bin mir darüber vollkommen im Klaren, daß von uns beiden Sie der Gelehrte sind und ich der interessierte Laie. Aber eins glauben Sie mir bitte: bei allen Unzulänglichkeiten und Fehlern, die ich habe: dünkelhaft bin ich bestimmt nicht, in echt jetz, ohne Scheiß.

Anders selbstverständlich im dialektischen Prozess. Hier herrscht ja stets das Problem, daß dessen Pole oder Extreme oder Momente nie ohne ihren jeweiligen Widerpart, der mit ihnen identisch ist und nichtidentisch, gedacht, aber stets nur isoliert von ihm hingeschrieben werden können. Diese Schwierigkeit des sprachlichen Ausdrucks kann dann bequem jeweils dem Anderen als inhaltlicher Fehler angekreidet werden. Ha: das soll dialektisch sein? Das ist doch nur ein schlappes Gegenüber, ein schlappes! Ich glaube auch nicht, daß mit Cassirer in obiger Weise der Begriff der Natur den beiden Frankfurtern angekreidet werden muß. Ich denke an Adornos Thesen über Bedürfnis, die den dialektischen, gesellschaftlichen Charakter der Natur selber auseinanderlegen. Umgekehrt natürlich: Das Grundlose als Platzhalter für die Abwesenheit des hypokäimenon im dialektischen Prozess ist dann wirklich der Gegenbegriff zum Ursprung. So gesehen: mea maxima culpa. Außer dem oben genannten Detail mit dem bastardo habe ich noch weitere Details zur Ausrede für die falsche Richtung meiner Kritik, die würden aber wohl diesen Rahmen hier sprengen.

Da lieg ich nun in meinem Blute, Sir Armin Popper, der Zopf ist abgeschlagen und dem Volke präsentieret, die Dialektik hängt platt und schlapp herunter, der Dünkel verdunkelt die dunstigen Gedanken. Sozusagen als letzten Wunsch gewähren Sie mir noch ein kurzes Röcheln:
Sie schrieben ja oben: „ ...der bastardo, der alles weiß, ist gerade durch dieses Wissen von jeglichem Ursprung abgeschnitten.“ Dem entnahm ich, daß hier der Mythos eine Art Ursprung sein soll. Und liegt diese Interpretation nicht nahe, wenn der folgende Satz lautet: „Das mythologische Wissen belehrt ihn darüber, was er verloren haben könnte, hätte er es jemals besessen.“? Denn das Wissen ist ein Wissen vom Mythos, wenn der bastardo also durch sein Wissen vom Ursprung abgeschnitten ist, ist er vom Mythos abgeschnitten. Ebenso: Ist der Ursprung nicht eher dasselbe wie das Grundlose als dessen Gegenteil? Ursprung bedeutet doch causa sui, also das, was selbst keine Ursache, keine Herkunft mehr hat, also sich selbst begründet, grundlos ist.

Ein Letztes: „Noch der Mythos selbst ist Aufklärung“ ist eine allzu platte Auslegung dieses Kapitels der „Dialektik ...“ Richtig ist, dass Odysseus für Adorno und Horkheimer so etwas wie die Allegorie der Aufklärung verkörpert, die mit den alten Mächten ringt, welche sich nicht „legitimieren“ müssen, um da zu sein, und auch nirgendwo als „trottelig“ oder sonstwie verketzert werden. Das wäre auch schwerlich dialektisch. Was die „tellurische Sehnsucht“ betrifft, heißt es bei ihnen: „Heimat ist das Entronnensein.“ Sie müsse dem Mythos (und der Natur) abgezwungen werden. Das denunziert nicht die Sehnsucht, aber sagt ihr ihr Schicksal voraus. Ebendas ist der Plot von „La luna ...“

Den Begriff der "Natur" finde ich unglücklich, weil er zwar das Bedürfnis betont, das der Mythos befriedigt, nicht aber dessen sozialen Charakter. Schon Ernst Cassirer wusste aber: "An einer Fülle mythischer Motive läßt sich noch deutlich aufzeigen, wie sie ursprünglich nicht aus einer Anschauung des Naturprozesses, sondern aus der Anschauung eines kultischen Prozesses entstanden sind."

Das Buch heißt „Dialektik der Aufklärung“ und nicht „Lasst uns, ich bitte Euch, die Aufklärung zum Siege führen!“ Es ist von Adorno und Horkheimer geschrieben und nicht von Sir Karl Popper. Es handelt von Widersprüchen, wie übrigens auch Pavese, Huillet und Straub von Widersprüchen gehandelt haben. Es fällt mir allerdings auf, dass viele deutsche Adorno-Anhänger gar nicht an den Widersprüchen und politischen Problemen interessiert sind und von ihrem Meister allein den verzopften Stil, den Dünkel und den Kulturkonservatismus übernommen haben.

Bei Adorno und Horkheimer heißt es: „Uralt muß die Erfahrung sein, daß die symbolische Kommunikation mit der Gottheit durchs Opfer nicht real ist.“

Diese Unsicherheit artikuliert sich in den „Dialoghi“, allerdings geht es im Grunde nicht um die Kommunikation mit der Gottheit mehr, sondern um die der Gesellschaft mit sich selbst. Es gibt eine unaufgelöste, produktive Spannung zwischen Mythos bzw. Kultus (nicht irgendeiner Natur) und der mythologischen Geschichte einerseits und andererseits zwischen ihr und dem modernen Leser, dem Mythologen. Es besteht also eine dialektische Spannung zwischen verschiedenen Lesarten des mythischen Textes. Diese Dialektik korrespondiert selbstverständlich einer bestimmten geschichtlichen Erfahrung und einer bestimmten politischen Auffassung von Tradition.

Von der „Vermittlung“, von der Sie gerne lesen würden, war in meinen Beiträgen fortwährend die Rede, nicht aber von einem „Ursprung“, dagegen von einem „Grundlosen“, d.h. von der Ursprungslosigkeit, die dem Dichter gewahr werden muss. Aber Sie wollen nicht von Problemen hören, sondern von ihrer Überwindung, und lösen schon die hochdramatische Dialektik von Adorno und Horkheimer in eine „Polarität“, ein schlappes Gegenüber von List und Sonnemondundsterne, auf.



Dörthe Schenk sagte mir schon vor 28 Jahren: „Kritische Theorie?, da sollten wir doch allmählich drüber hinaus sein.“ Inzwischen falle ich mir aus mehr als einem Grunde öfter selbst auf die Nerven damit. Daß Sie mich nicht zu Pavese überreden wollen, ist eigentlich schade, hatte ich doch meinen Balken offen dargeboten. Andererseits zum Anknüpfungspunkt: Die Natur ist natürlich das unzensierte Wühlen der Eingeweide sowie Sonne, Mond und Sterne ohne Preisschild. Aber nicht als Ursprung und Fluchtort, sondern als dialektischer Pol der Aufklärung. Odysseus opfert sein unmittelbares Aufbegehren zugunsten der List. Noch der Mythos selbst ist Aufklärung, noch das kälteste Kalkül ist mit dem Mythos verbunden. So ist das eben im dialektischen Prozess, da würde eine „klare Definition“ nur dazu führen, sich an einem abgestochenen, ausgestopften Gegenstand zu erschleichen, womit sich ein lebendiger nicht stillstellen lassen will. Nach Ihrem Referat ist ja das Menschenopfer bei Pavese so etwas wie ein Zombie, Wiederkehrer aus dem Reich der mythischen Dorftrottel. Da geht’s im Kurzschluß in den blinden, abstrakt isolierten Ursprung, der sich nicht anders legitimiert als dadurch, daß auf ihn sich „tellurische Sehnsucht“ richtet. Is bißchen wie bei Münchhausen, nesspa? Vielleicht prima definiert, aber auch gänzlich willkürlich. Welche ist die „ähnliche Richtung“, die Sie sehen?

Nein, gerade im Gegenteil deuten die hier vorgetragenen Überlegungen in eine ganz ähnliche Richtung wie der Mythos-Exkurs in der "Dialektik der Aufklärung", den ich aber, weil er nicht klar definiert, was die "Natur" sein soll, die Odysseus opfert, insgesamt schwächer als Pavese finde. (Im Übrigen will ich Sie nicht dazu überreden, Ihre Lebenszeit Pavese oder sonstwem zu opfern, wenn Sie an Adorno Genüge finden.)

Pavese, Huillet und Straub: Auf der Suche nach der Unmittelbarkeit. Das Menschenopfer als Mythos, der es in die Moderne geschafft hat. Hat nicht schon Kant mit Gott jede Unmittelbarkeit über die Klinge springen lassen? Hat nicht Hegel selbst Kants unterschobene Setzungen noch in die Vermittlung eingewoben? Hat nicht Freud die subjektiven, Adorno die objektiven Kraftquellen der untauglichen Sehnsucht nach der Unmittelbarkeit offengelegt? Wie können bei diesem Stand der Dinge existentialistische wie postmoderne Bemühungen etwas Anderes sein, als bestenfalls Materialsammlungen zu einer kritischen Theorie, die man halt nicht kennt? Hat nicht Foucault gesagt, hätte er Adorno früher kennengelernt, wäre ihm viel Arbeit erspart geblieben? Gretchen also: Zu welchem Behufe Lebenszeit mit Herrn Pavese verbringen? Natürlich: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag nachträglich nachträglich; weiter aber: was willst du mir lernen? Welch gewaltiger Balken stak in meinem Tränensäckchen?

Nein, genau in dem Moment, in dem etwas gleich, gar als Wiederholung erscheint, fällt es gerade auseinander, wird seine Differenz deutlich. Das ist der Unterschied zwischen Mythos und Mythologie. Der mythische Mensch ist hier als einer vorgestellt, der im Immergleichen lebt, doch ohne es zu wissen. Pavese dagegen spricht als Mythologe, geschichtlich. "Sie hatten sich kaum verändert, aber ich war verändert", sagt der Erzähler in "La luna e i falò". Dazu morgen mehr.

Ansonsten, ja, Paveses ist ein existenzialistischer Ansatz. Wie kann einer modern sein und doch von so peinlichen alten Dingen wie Schmerz und Freude sprechen? Seine Antwort darauf ist freilich keine protestantische, hat also mit Individuum, Gewissenserforschung, Psychologie nichts zu schaffen.

Also: Menschliches Handeln ist bloßer Vollzug des Immergleichen. Diese Notwendigkeit zergeht über der Einsicht ursprünglicher Kontingenz und setzt so den Mythos gleich wieder ein. Für einen Vorsokratiker vielleicht nicht schlecht, aber 1947, im Jahr des Erscheinens der Dialektik der Aufklärung? Und: Grund-loser Sinn, kann man den überhaupt be-greifen?
Man soll sich hüten, der schröcklichen Banalität des Shoppens und Fickens zu entsagen. Heraus kommt möglicherweise etwas Piekfeines, spinnwebgesponnenes Spinnwebgespinst (Harry Rowohlt). Was verloren geht, ist der Gehalt. Notwendigkeit wendet erstmal die Not, bevor die Weisen zwischen logischer und objektiver und subjektiver und substantieller und akzidenteller etc. pp. Notwendigkeit zu unterscheiden sich unterfangen zu wagen sich trauen.
Ich fürchte, ein Denken, das nicht vom Schmerz ausgeht und dem Denken als Kraft zum Widerstand, ist bloß eitel, Schall und Rauch und – wir Protestanten wissen Lieder davon zu singen – schuldig.

Wird gemacht.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Säuretest

Ja. Dann allerdings unterliegen wir einem mißlichen Mißverständnis: preaching to the saved soll heißen: Predigen zu den bereits Geretteten, Eulen nach Athen tragen. Es ist ja doch fast unmöglich, etwas zu lernen, was einem nicht ohnehin schon sympathisch ist. Wenn es aber, wie bei Satire der Fall, auch noch feindselig daherkommt, wird es schier unmöglich, etwa zu sagen: Ja, ich schätzte Herrn Hüsch bisher sehr, nun aber sehe ich ein, daß er nicht schätzenswert ist. Durch die Satire wird doch bloß aus dem angesichts des eifrigen Herrn qualvoll und machtlos hervorgestöhnten Stöhnen ein befreiendes Lachen. Und das ist zwar gut im Sinne individueller Hygiene, trägt aber politisch nirgends hin. Ich glaube auch nicht, daß Gremliza das erwartet.
Wird eigentlich am Ende des Märchens "Des Kaisers neue Kleider" der nackte Kaiser ausgelacht? Müßte er eigentlich. Auch in diesem Fall aber ist das Märchen nur insofern realistisch als es Utopie ist.

Vielen herzlichen Dank. Ein schöner Erfolg. Der heutige Tag wird mich gnädig sehen. Und in diesem pastoralen Übermut - achten Sie bitte auf die geniale Überleitung - bitte ich Sie, ruhig mal unseren gemeinsamen Bekannten, den Ravener Pastorensohn, zu grüßen. 20 jahre kein Wort gewechselt, abamachtjanix.
Beste Grüße aus Mäcpomm

Vielleicht nicht die kritischste der kritischen Theorien, aber Sie bringen mich zum Lachen.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Säuretest

Nein, nein, ich lese ihn einfach gern. Und unter einer guten Lektüre verstehe ich nicht eine beruhigende.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Säuretest

Shaftesbury: Wenn das so ist: Vielen Dank für die Aufklärung.
Gremliza: Hat Ihnen der oberste Herrmann (oh mein Gott, lieber nochmal S. 5 in der neuesten Konkret nachsehen, ich hab’s ja geahnt:) Hermann. Hat Ihnen der oberste Hermann etwa auch schon mal eine Stilblüte durch die Nase in’s Hirn zurückgedrückt? Mein zartes Mitgefühl.

Damit einem aber drittens nicht schwindelig wird, indem das Individuum als Kristallisationspunkt für Trieb- und Gesellschaftsstruktur auf den, wieder von Hegel drekretierten, etwas enttäuschenden Platz eines „Moments“ des absoluten Manitou ephemeriert wird, hauen wir einfach dem Knoten eine runter und sagen so: Zum einen bleibt klein Armin, so sehr ihn der Kapitalismus auch kalt gemacht hat und Muttis Kälte eingeklemmt, verwiesen auf das gehabte Paradies im Mutterschoß. Die Sehnsucht, diese Abstraktion des Paradieses zu konkretisieren, wird ihm unter sonst eingermaßen kommoden Bedingungen wohl nicht auszutreiben sein. Zum anderen: Dem Teuflischen gegenüber, das ja unbestreitbar herrscht seit je, bleiben wir gelassen, soweit es sich hinreichend aus den gesellschafltichen Verhältnissen erklären läßt. Blutdurst ist Naturbestand? Nee. Bzw. das wollen wir doch erstmal sehen! Wenn die scheiß Angst ein Ende hat. Bis dahin darf er in den Zeiten vor De Sade ruhig erstmal abwesend sein.
Ich hab schon paar mal auf diesem Knorpel kurz rumgekaut, bei Interesse nachzusehen auf http://web.mac.com/bauernsenf.

Verehrter Herr Ripplinger,
vielen Dank für Ihre Antwort. Blutwurst: Projektion oder Naturverhängnis? Noch ein Versuch mit kurzem Anlauf.
Das Schema, nach dem ich die menschlichen Eigenschaften für die Menschheit retten will, die mir in den Kram passen, und die, die mich abstoßen, im Strudel der Dialektik auflösen, geht ungefähr so: Erstens, wir haben im Anfang des Menschleins Alles und Nichts, wie Hegel das wollte, die ganze Welt im Uterus, nur eben abstrakt. Es entwickelt sich zweitens das ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse, das weder von einem guten Kern noch von ADS etwas weiß, psychisch als das erwähnte polymorph perverse Schlingelchen.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Säuretest

Shaftesbury will seinem Fürsten die Satire als reinigende Kraft annehmlich machen. Der aufgeklärte Fürst, die amtlich zugelassene Satire - man kennt die Widersprüche aus der deutschen Aufklärung. Das nimmt der Satire nicht unbedingt ihren Sporn; sie wird politisch, wenn sie politisch ausgelegt wird. Bei der Lektüre von Gremlizas besten Satiren und Polemiken fühle ich mich gar nicht "saved".

Was immer wir über den sog. Naturzustand annehmen, ist geblendet von unserern Wertvorstellungen und bestimmt von unseren Verhältnissen. Hobbes’ Krieg aller gegen alle sei nur Rückprojektion des Klassenkampfes, bemerkte Althusser. Aber ist die Annahme, die von Ritus und Tradition besänftigten Alten seien nicht blutdurstig gewesen, nicht auch nur eine Projektion?

Ob Zeus’ Herrschaft noch besteht, ist die große Frage in den „Dialoghi“. Die Halbgötter beginnen zu murren, weder Natur noch Gesetz bestehen unangefochten, die Riten sind außer Kraft. In dieser Situation könnten die Menschen ihre Sache in die Hand nehmen, aber gerade das tun sie nicht. Wie Furio Jesi analysiert hat (ein Freund schickte mir die Übersetzung einer Passage), glaubte Pavese an das Schicksal als an eine Art Verhängnis, das tödliche Opfer fordere.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Säuretest

Behauptet Shaftesbury tatsächlich, daß Satire eine gesellschaftliche Macht sei, deren Urteil direkt zu einer Verurteilung des Verätzten führe, und dies sei die zugeschriebene Hygiene? Das wäre in der Tat englisch erbarmungslos und auch falsch. Aber nur so lassen sich für mich die beiden Einwände verstehen. Könnte man auch, wohlwollender, annehmen, daß statt gesellschaftlicher schon bei Shaftesbury individuelle Hygiene gemeint war? Vielleicht wollte er an Sokrates nur demonstrieren, daß dieser auf der Bühne bloß zeigte, daß er den Mechanismus der Satire schon genauso begriff wie der nachgeborene Perückenträger? Dann wäre das Urteil gegen Sokrates keines gegen Shaftesburys Satirebegriff. Weiter dürften so Gremliza und Henscheid nervig bleiben, was sie wohl auch tatsächlich sind. Wenigstens heute ist Satire doch wohl preaching to the saved, ein Trost für die paar, die noch nicht mitblöken wollen. Für diese aber legt sie ätzend gerade das Allergröbste frei und um, und das kommt mir doch sehr hygienisch vor. Der General Sommer aber hat es ja gar nicht nötig, die geifernden kleinen Narren überhaupt wahrzunehmen, das Heer der Strammen reicht doch bis Hintern Horizont.

Gerade der Herr Ramsauer hats nötig. Schleimte er doch kürzlich noch in Teheran um die Mullahs herum und beruhigte sie: "In der Wirtschaftsgeschichte ist es nur ganz selten gelungen, mit Sanktionen ein Land in die Knie zu zwingen – und das wird auch bei Ihrem Land so sein". Zumindest die geplante Teheran-Reise konnte die Linkspartei ihrem Lafontaine noch ausreden, in der CSU fandens hingegen alle klasse, dass Ramsauer dort Trost und Zuspruch spendete.
Eigentlich passen Lafontaines und Ramsauers Fratze doch bestens zusammen!

Zu Zeiten des Totems fiel Derjenige, der versehentlich seinen obersten Mistkäfer zertrat, höchstwirklich selbst tot um. Diese Macht, die der blinden, ebenso tödlichen der Natur gleicht, zu bannen, bedarf es bedeutender Opfer. Aspekt, aber nicht Hauptsache dabei, ist die soziale Verbindlichkeit.
Homo homini lupus dagegen ist nur der Reflex auf die bürgerliche Kälte. Wo Riten und Tradition herrschen, entsteht kein de Sade. Blutdurst als Naturbestand ist reaktionär: Das polymorph perverse Trieb- und Reflexwesen konkretisiert sich nur gesellschaftlich.
Nicht auch noch diese Ausrede sollen sie haben, die Betrüger und Schlächter, die skrofulösen Skrupellosen, daß sie nur der menschlichen Natur folgten.
Ich bin noch nicht mal sicher, ob der Junge im Film die Wahrheit spricht. Ist der Alte von gestern, mag jener die Verhältnisse umstürzen, hat aber Zeus’ Herrschaft bestand, ist Pavese klüger und der Junge wird vielleicht dem Zorn des Welterschüttrers erliegen, so, wie der Arme oben seinem Totem.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Idealismus

„- ‚antikommunismus ist zu 98% ein informationsproblem’“. Mich überrascht diese Aussage Schernikaus, las ich doch gerade eben in Rainer Bohns Vorwort zu Schernikau: „Dann hätten wir noch eine Chance“ (Gremliza Verlags GmbH, Hamburg, 1992, S.10) das Gegenteil: „’allergrößte bewußtheit bei null aktivität. das ist das merkmal des spätkapitalismus. ich brauche den leuten nichts zu erzählen.’(T (i. e. Schernikau:„die tage in l.“, konkret Literatur Verlag, Hamburg, A. H.)/29f.) ‚alle wissen alles, niemand braucht irgendwem etwas zu sagen, die dinge sind deutlich vorhanden in der welt.’(T111)“ Letzteres spricht mir aus der Seele, und ich glaube, ohne Psychologie kommt man bei diesem Problem gar nicht weiter. Unbestritten die zweite Natur, unbestritten die Schwierigkeit, daß es nichts nützt, den Fettsack mit Zigarre a la lanterne zu expedieren. Trotz dem Allen aber sollte man erwarten, daß die Leute sagen: Das Fernseh macht mich krank, ich schmeiß es aus dem Fenster. Erinnern wir uns des Tons aus dem Manifest der kommunistischen Partei: Die Menschen verelenden, also werden sie ihre Ketten abwerfen!. So einfach ist das. Ist es aber nicht. Die Menschen verdrängen und produzieren Reaktionsbildungen. Sie machen aus ihren Peinigern ihre Helden und hassen die, die ihnen das vorhalten. Da helfen keine Depressionen, da helfen keine Rückenschmerzen, da hilft noch nicht mal Krebs: wer will, der kann, und den Tüchtigen gehört die Welt.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Idealismus

Ich hab deine Story gelesen. Sehr interessant- aber er ist ja auch unglaublich gut! Ich verteile sein Buch hier an meine Freunde und alle werden sofort Kommunisten (naja, nicht ganz... aber die Wirkung ist vorhanden), es ist ganz prima! Jede Seite Schernikau hebt die Wirkung von zehn Ausgaben der antikommunistischen Zeitungen auf.

also: kampfesgrüße an die jungle world, die entschlossen für die interessen der werktätigen berlins ...!
-sg

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Idealismus

Ja, wir waren enge Freunde, bis er nach Leipzig ging, und standen noch bis zu seinem Tod in ständigem Kontakt (dazu gebe ich Auskunft in einem biographischen Abriss auf www.schernikau.net).

Korruption: Ich meinte ja gerade diejenigen, für die keine oder nur sehr wenige Krümel vom Tisch fallen.
Ideologie: In diese Richtung muss man wohl denken, psychologische mit ökonomischen Elementen verbinden (das Modell von Althusser scheint mir nach wie vor das interessanteste).

Grüße aus Berlin.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Idealismus

Schernikau selbst gibt doch auch Antworten:

- das engelszitat das dem ersten kapitel vorangeht ... "es gibt hier ja keine arbeiterpartei [...] und die arbeiter zehren flott mit von dem weltmarkts- und kolonialmonopol englands"
das ist doch immer noch gültig, zumindest hierzulande (in den exkommunistischen osteuropäischen staaten vielleicht nicht so). der imperialismus wirft ja auch einiges ab, und es gibt eine korrumpierte arbeiteraristokratie etc.

- Verblendungszusammenhang. er zitiert doch auch adorno und seine kulturindustrie.

- "antikommunismus ist zu 98% ein informationsproblem"
genau. identifikation mit dem aggressor, das mag es geben, ist mir aber zu psychologisch. den meisten leuten ist es doch gar nicht klar. und schernikau sagt es auch: kapitalismus erscheint als natur, geld ist eben da oder nicht. ausserdem wissen sie gar nicht wer der täter ist, weil es die gar nicht gibt- weil das kapital ja ein automatisches subjekt ist. man muss halt die verhältnisse angreifen und nicht "die täter", es ergit sich doch aus dem marktgeschehen und es liegt nicht an der "gier" oder an den unfähigen managern; und diese information der breiten bevölkerung nicht bekanntzumachen fällt der monopolpresse doch nun nicht schwer, es ist halt so abstrakt.



Aber was ich spannend finde, kanntest du schernikau persönlich?

viele grüße aus l.:
steffen

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Idealismus

Nicht nur die schweren Fälle. Vielleicht ein Literaturtipp dazu: Arno Gruen, Der Wahnsinn der Normalität – Realismus als Krankheit. Eine grundlegende Theorie zur menschlichen Destruktivität; 1987, ISBN 3-423-35002-4

Siehe oben. Die Information, welche Vorfahren der Mann hatte, ist überflüssig, dafür fehlt die wichtigere, dass die Polizisten mit ihren Pistolen herumfuchtelten und eine unsinnige Anweisung brüllten, als hätte der arme Kerl etwas anderes in der Hand gehalten als das Steuer und vielleicht sein halbes Hähnchen.

Ich find's bezeichnend, dass in dem Artikel steht, dass der Fahrer "Deutsch-Pole" sei. Was tut das zur Sache?
Darf man erfahren, was das für eine Zeitung ist?

Die Rede ist toll. Der Präsident faselt was von "minimum conduct and tone", geht inhaltlich überhaupt nicht auf die Rede ein, ein Armutszeugnis.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Idealismus

Identifikation mit dem Aggressor? Das könnte eine Erklärung zumindest für die ganz schweren Fälle sein.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Idealismus

Das ist die Identifikation mit den Tätern um sich die eigene Opferrolle nicht eingestehen zu müssen, nehme ich an.

Lieber Herr Bosic´, in der Tat: die Vermutung liegt, wie Sie sagen, nahe, dass Nasrallah an 'eine "lösung" OHNE israel auf der landkarte denkt'. Das vermuten Sie ganz richtig. Nasrallahs Pate und Finanzier Ahmadinidschad hat das klar ausgesprochen, Nasrallah selbst verlklausuliert es zumeist etwas, aber seine Zuhörer wissen, was er meint. Vielleicht ist das ja auch der Grund, weshalb im Libanon regionale Landkarten auf Grenzen zwischen Israel und Palästinenergebieten verzichten und auch das Wort 'Israel' grundsätzlich vermeiden. ...die Vermutung liegt zumindest nahe.

Es ist etwas konfus, aber ich denke, er überlässt die "Realpolitik" (ein etwas blöder Ausdruck für Terrorismus, Sry) den Palästinensern, hält aber selbst eine Zwei-Staaten-Lösung für nicht denkbar. Deckt sich ja mit verschiedenen anderen Ansichten, die meinen, es sollte ein Großpalästina geben, in der Israelis und Palästinenser zusammenleben und das soll dann auch noch friedlich sein (der Wahnwitz dieser Idee wird ja jedes mal deutlich, wenn Terroristen Raketen abschiessen oder sich in die Luft sprengen).

verehrte kommentatoren,
palästinenserstaat hin oder her, mein posting betraf vor allem die feststellung, dass nasrallah, der sich angeblich der sache der palästinenser verpflichtet fühlt, in diesem interview eine zwei-staaten-lösung ausdrücklich ablehnt. die vemutung liegt nahe, dass er also, wenn er 1. einen palästinensischen staat haben will, aber 2. nur EINEN staat, an eine "lösung" OHNE israel auf der landkarte denkt. warum faselt er aber von irgendwelchen grenzen und jahreszahlen? hinter dieses "geheimnis" wäre ich gerne gekommen...

Sicher, Herr Schmitz, ein arabischer Staat in Palästina ist überfällig, da stimme ich Ihnen zu.
Die Palästinenser erhalten weltweit pro Kopf die höchsten Geldzuwendungen internationaler Geldgeber. Und deshalb geht Fatah, Hamas & Co. auch die Munition nie aus. Ein eigener Staat wird die Palästinenser zwingen, sich als Verantwortung tragende Gemeinschaft gemäß internationaler Standarts behaupten zu müssen. Das könnte als heilsamer Schock wirken und die palästinensische Gesellschaft aus ihrer Fanatisierung lösen.

Die Gründungsresolution beinhaltete einen Palästinenserstaat. Den wollten sie nicht, jetzt haben sie eben keinen. Zumal die palästinensische Gesellschaft wohl kaum in der Verfassung ist, einen eigenen Staat zu betreiben. Die kriegen ja noch nichteinmal ihre Energieversorgung in den Griff.

Zum Beitrag von Jörn Schulz: Drogen vom Chef

Vielleicht hätten sie mir das auch geben sollen. Dann wäre mir der ganze Ärger erspart geblieben, ich hätte mich konzentrieren können statt die ganze Zeit zu malen und mich zu unterhalten usw. Wer braucht schon Kreativität und Lebendigkeit? Die Schule auf jeden Fall nicht und deswegen wird docrt auch jede Anwandlung sofort kaputtgemacht.

Lieber Herr Rüger, was ich eingentlich ausdrücken wollte ist, das ein eigenständiger und selbstbestimmer Palästinenserstaat schon sehr sehr lange überflällig ist.

Lieber Herr Schmitz, Sie übertreiben maßlos. Palästina war zwar bis zur Gründung Israels über 500 Jahre unter osmanischer Herrschaft und die Osmanen waren durchaus üble Kolonialherren, aber rassistisch waren sie nicht.
Palästinensische Grenzen gab es im Übrigen- wie sie richtig anmerken - innerhalb der Aufteilung des Osmanischen Reichs in Provinzen durchaus. Es sind exakt die Grenzen des heutigen Israels mit Westbank und Ghasa aber ohne Golan.

Es gab und gibt pälstinensische Grenzen. Da es bisher noch nie einen eigenständigen palästinensischen Staat gibt, lag und liegt an der rassistischen Kolonialzeit vor und nach dem ersten Weltkrieg, sowie des Zionismus, der aufgrund des europäischen Antisemitismus entstand. Dies kann man den Palästinensern nun wirklich nicht vorwerfen.

Ferdinand Muggenthaler sagt dazu (23.07.2008@14:13):
Ich wollte nicht sagen, dass Großgrundbesitz für die Welternährung besser sind als Kleinbauern. Produktivität hat tatsächlich nicht notwendig mit der Betriebsgröße zu tun. Aber Ernährungssouveränität, zumindest wie sie hier teilweise verstanden wird, ist ein bornierter Begriff. In einer Attac-Broschüre wird sie z.B. so erklärt: "Im Gegensatz zu Ernährungssicherheit, womit lediglich das Recht auf ausreichende Versorgung mit Essen gemeint ist, meint Ernährungssouveränität das Recht, jedes Einzelnen und jeder Nation, Nahrungsmittel zu produzieren." Natürlich ist es völlig legitim, dass sich Bauern und Bäuerinnen wehren, wenn sie von ihrem Land vertrieben werden. Aber die aus diesem Abwehrkampf erwachsenden Forderungen gehen am globalen Problem vorbei. Mit einer Abkehr von der internationalen Arbeitsteilung oder gar der Arbeitsteilung überhaupt, wird sich - egal wie die Gesellschaften organisiert sind - die Menschheit nicht ernähren lassen.

Die "Ernährungssouveränität" würde ich eher als Notwehrforderung verstehen. Wenn einem das Land streitig gemacht wird und es in der kapitalistischen Realität sonst keine anständigen Jobs gibt, will man wenigstens genug zu essen haben. Ein emanzipatorische Perspektive ist es in der Tat nicht, das gilt aber auch für die Forderung nach dem Erhalt von Arbeitsplätzen. Das Problem des Bevölkerungswachstums löst sich durch wachsenden Wohlstand selbst, dazu bedarf es nicht mal eines westlichen Konsumniveaus, der kubanische Standard genügt. Ob nun die Armut rechtzeitig abgeschafft wird, um globale Hungerkrisen zu vermeiden, kann ich allerdings auch nicht vorhersehen. Mehr produzieren können aber auch Kleinbauern, die ja nicht Subsistenzbauern sein bzw. bleiben müssen. Im Kontext der "Dritten Welt" wird der Begriff doch meistens benutzt, um den Gegensatz zu Großgrundbesitzern und den Plantagen der Agrarkonzerne zu kennzeichnen. Kleinbauern wirtschaften häufig jetzt schon produktiver als Großgrundbesitzer, die ihr Land extensiv nutzen. Das zeigte sich u.a. in Zimbabwe in den neunziger Jahren, bevor Mugabe die Landreform versaut hat.



So ist es. Der Denkfehler, wenn es einer ist, geht wohl auf Badious Lehrer Althusser zurück, der in den Sechzigern auf einer ahistorischen wissenschaftlichen Wahrheit bestanden hat. Allerdings widerrief er diese Ansicht bereits in den Siebzigern, wohl ahnend, was für metaphysische Ungetüme aus dieser unberührbaren Wahrheit erwachsen sollten.

Das große Problem mit Badiou ist, dass im Lichte seiner von ihm persönlich gepachteten, mal mathematischen, mal maoistischen, mal platonischen Ewigkeiten die vergängliche Gegenwart und ihr Relativismus sowie Liberalismus vergleichsweise glatt wieder gut aussehen.

Badiou greift die "ewige Philosophie" nur auf.

Badious "demokratischer Matrialsmus" beruht auf der Philosophie von Deleuze und Guattari, die vom Gehirn ausgeht.
Die Nervenzellen sind wirklcih universell für komplexres Denken und Fühlen.
Am besetn sieht man in Deleuzs und Guattaris: "Was ist Philosophie", das Badiou lehrt und in "Rhizom" nach.
Schon Foucault ging zu recht "von den Körpern und den Lüsten" aus.
Ansonsten sind Badiou, Moreau und Balibar mit das beste, was der Autor weltweit in Philosophie machen kann.

Wenn aber die Autoabfackler und die Erstermaikrawalle nach Neukölln oder Britz ziehen, sind die Carlofts nur noch die Hälfte wert, weil der "Flair des Kiezes" weg ist. Die wollen das neronische Ernst-Jünger-Gefühl auskosten, oben einen Champagner zu schlürfen (und die Limousine zu streicheln), während unten die Stadt in Flammen steht.

da faellt die entscheidung schwer. wieso duerfen eigentlich keine ernsthaften autorenkollektive mitmachen? ein olifani-team haette den pokal schon so gut wie sicher.

Na das wär doch ein Finale: Jungle World gegen Junge Welt... ;)

Ay sí, qué calor!!

Wie lautet denn Schäubles offizielle Deutung, warum Willy Brandt in Warschau niederkniete? Galt die Geste vor dem Denkmal eher den Menschen des jüdischen Ghettos? Eher der polnischen Mehrheitsgesellschaft? Eher allen? Was sagt Doktor Schäuble?
Best, Martin

Alexander Herzen, nicht zu vergessen.

Völlig d'accord. Ob er selbst an Politik interessiert war? - Nicht ernsthaft, in einem Interview behauptet er, wenn ich mich recht entsinne, die Wiener Gruppe habe sich zeitweise Trotzki nahe gesehen. Wohl auch Sade, Babeuf, Cloots, Stirner.

Diedrich Diederichsen sagt dazu (21.06.2008@18:06):
Nein, das stimmt, daran hat er nicht nur nicht geglaubt, er hat einen großen Teil seiner Arbeit der Kritik eines solchen Individualismus gewidmet. Dennoch verhält es sich mit dieser Kritik ein bisschen wie mit der Opferung der Sehnsucht. Wieners Texte sagen doch verzweifelt deutlich, wie einzig und wie allein er ist und sein will, wie uneinholbar. Dann gönnt er sich, von angemessener Höhe aus, Einsichten in das Maschinelle und Mechanische noch der feinsten, an sich selbst beobachteten Regung. Die bei Wiener immer wieder behauptete Brisanz dieser Einsichten beruht aber darauf, dass er sich so schön enttäuschen kann; dass er so viel investiert haben muss, in seine Einzigartigkeit, um sich und sein Publikum damit fertig machen zu können, dass selbst die Einzigartigsten aus Turing-Maschinen zusammengesetzt seien. Um Missverständnisse zu vermeiden: ich mag das alles sehr gerne und bin froh, dass Wiener hier auftauchen konnte. Aber war er an Politik denn je interessiert?

Ob er an die „unrelativierbare Individualität“ jemals geglaubt hat? Gar an ihre Rettung? Er schrieb einige Jahre später: „Die Verteidigung unserer Sehnsucht wird verlangen, dass wir ihr unsere Sehnsucht zum Opfer bringen.“ Das hat mich an dem angesprochenen Problem interessiert: Jede Politik verlangt Exposition und Entscheidung. Entweder für den Kapitalismus oder gegen ihn, entweder für Hitler oder für Stalin (so hat es jedenfalls Merleau-Ponty zugespitzt), usw. Andere, interessantere Positionen werden bald unkenntlich. Nur der Stirnersche Opportunist entzieht sich der Exposition und der Entscheidung, aber er handelt unpolitisch – und sogar gegen seine Interessen. Das hat Wiener durchaus gesehen.

Diedrich Diederichsen sagt dazu (19.06.2008@18:46):
Ja, der O.Wiener war ja auch - zumindest damals - eine wandelnde absolute Negation, der ständig all den Ärger eines nicht taktische Agierenden auf sich zog und deswegen sich so große Dinge von einem taktischen Opportunismus versprach. Fragt sich aber, auf was diese Taktik hinauswill. Wohl doch auch wieder auf den großen Triumph unrelativierbarer Individualität, vor deren moralischen Horizont es ja auch fast keinen Unterschied macht, ob man aus individualanarchistischer Machtfülle, ein bisschen kollaboriert, oder ob man seinen Opportunismus beherrscht und zu seiner anarchistischen Eigentlichkeit auf Distanz hält.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Kursbuch

Das Wort stammt von Kraus, bzw. von einem seiner Bekannten. Zuerst in "Die Fackel", Nr. 99 / 1902. Kraus merkt dort an: "Ein geistvoller Mann hat mir neulich, da wir über die Verwüstung des Staates durch die Pressmaffia klagten, diese für meine Zwecke werthvolle Bezeichnung empfohlen, die ich hiemit dankbar dem Sprachgebrauch überliefere."

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Kursbuch

Lieber Herr Ripplinger,

das Wort 'Journaille' wurde meines Wissens im Umkreis von Joseph Goebbels geprägt, um die 'Judenpresse' zu verunglimpfen. Aufgeklärte Presseschelter vermeiden es.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Slink

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Bruce Low

Vielmehr wie eine IN 30 Jahren abgegebene Beschreibung der "Jungle World", spätestens dann hängt sie doch vermutlich bei uns allen als Pferdehalfter an der Wand.

Schmit war ein witziger Mann und das ist ein immer wieder komisches Buch, mein Lieblingssatz darin, eine Anspielung auf das bekannteste Bild des belgischen Surrealisten: "Ich bin eine ziemliche Pfeife im Vergleich zu Magritte." (S. 131)

Ein Österreicher schrieb: „ich halte selber einen sorgfältigen opportunismus für eine äusserst wirksame verteidigung. ich und meinesgleichen sind bislang prächtig gefahren damit, wir haben uns ganz schön herausgemausert! unangenehm daran ist aber zweierlei: dass diese haltung, defensiv wie sie ist, im grunde den angedeuteten prozess der versteinerung fördert, wie sie ja auch, weil sie auch zurückschlägt, den sie adoptierenden in gefahr bringt, zu kollaborieren; und zweitens, dass sie einmal langweilig wird: kein feuerwerk, kein spass, keine sensation, nur die einsame freude, der realisierung eines kalküls fähig zu sein.“ (Oswald Wiener, die verbesserung von mitteleuropa, roman, 1969, S. CXLVI)

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Bruce Low

Super!

klingt wie eine vor 30 Jahren abgegebene Beschreibung der jungle world!

Ist das ganze Buch so witzig?

und ich dachte dieses Jahr wären die Hethiter endlich mal dran

Dann solltet ihr in Zukunft mal von so unlustigen Titel a la "Sieg Heidi" absehen und statt desse ne schönere Zukunft illustrieren!!

i lol'd. :D ähnlich beißend wie der artikel zu den sorben letzte woche. gefällt mir. :>

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Krass, CRASS!

gee vaucher hat allerdings kaum was vorgestellt - die ankündigung dazu war völlig übertrieben. 3-4 fragen und das nichtmal zu ihrem eigenen film. und das die veranstaltung sich nach dem 2. film so schnell auflöste fand ich mehr als enttäuschend. die doku an sich war ganz nett, das semi detached video war eher enttäuschend. ich hab mir mehr erwartet. und das white trash mag ich immer noch nicht (vor allem war es fucking überteuert mit 5 euronen).

crass bleibt trotzdem toll.

Aber man kann sich in einem Land, in dem schlicht alles faschistisch kontaminiert ist, auch täuschen. Heute las ich z.B. in einer Homestory der "taz" über die "Junge Freiheit": "Die einzige Redakteurin, eine blonde Finnin, ist zurzeit im Mutterschutz." Wie hat die Reporterin herausgefunden, dass die Finnin blond ist? Und was will sie mir mit "Mutterschutz" sagen?, fragte ich mich. Aber siehe da, Mutterschutz, so heißt das wirklich, das Gesetz zum Mutterschutz, kurz MuSchG. Der Satz ist also vermutlich weder ironisch noch ankumpelnd, sondern schlicht deutsch.

Falls ich sie nun richtig verstehe, dann möchte ich noch anmerken, dass man dann doch bei der Struktur ansetzen sollte, anstatt an der Strategie.
Und mein Hinweis auf den letzten Teil sollte kein Rechtfertigungsargument sein, sondern die Frage aufwerfen, wieso sie dies offenbar damals nicht gestört hat.

Und dann ging er nach Europa und drehte die künstlichsten Tragödien, die sich denken lassen, hochgetrieben, überladen, überstilisiert, viel zu europäisch für die Europäer. Einen davon kenne ich, "10:30 P.M. Summer", nach Duras, nur einmal gesehen, vor 25 Jahren, ich werde ihn nicht mehr vergessen.

Walter Benjamin, Schmetterlingsjagd (aus: Berliner Kindheit um neunzehnhundert)

"(...)Wenn so ein Fuchs oder Ligusterschwärmer, den ich gemächlich hätte überholen können, durch Zögern, Schwanken und Verweilen mich zum Narren machte, dann hätte ich gewünscht, in Licht und Luft mich aufzulösen, nur um ungemerkt der Beute mich zu nähern und sie überwältigen zu können. Und soweit ging der Wunsch mir in Erfüllung, daß jedes Schwingen oder Wiegen der Flügel, in die ich vergafft war, mich selbst anwehte oder überrieselte. Es begann die alte Jägersatzung zwischen uns zu herrschen: je mehr ich selbst in allen Fibern mich dem Tier anschmiegte, je falterhafter ich im Innern wurde, desto mehr nahm dieser Schmetterling in Tun und Lassen die Farbe menschlicher Entschließung an und endlich war es, als ob sein Fang der Preis sei, um den einzig ich meines Menschendaseins wieder habhaft werden könne. Doch wenn es dann vollbracht war, wurde es ein mühevoller Weg, bis ich vom Schauplatz meines Jagdglücks an das Lager vorgedrungen war, wo Äther, Watte, Nadeln mit bunten Köpfen und Pinzetten in der Botanisiertrommel zum Vorschein kamen. (...)"

jaja, jetzt werden hier die privatgespräche ausgewertet... (übrigens, in den tagesthemen wurde "geschlechtsteil" gesagt...)

Mein Thema ist nicht die Gewalt (zumindest nicht hier). Sondern die Symbiose von Strategie und Struktur. Und: Was ändert es, wenn es schon im letzten Teil von GTA so war? Seit wann wird irgendwas dadurch besser, dass es früher schon so war? Wir sind hier doch nicht bei "Focus.de".

Die "Weltwoche" ist eine (nicht gerade intelligente) rechte Zeitung, der Artikel trieft dementsprechend vor Chauvinismus. Für den legitimen (wenn auch nicht originellen) Hinweis, dass es bei der Genfer Veranstaltung gewissermaßen Mörder waren, die "Haltet den Dieb!" riefen, braucht man keinen Link auf einen Text, der erkennbar beabsichtigt, die berechtigte Kritik an Sexismus, Rassismus und polizeilicher Gewalt in der Schweiz lächerlich zu machen.

Warum gibt einem das zu denken? Springen Jungle World Schreiber jetzt auch auf den Killerspiele-Zug auf? Natürlich muss die Software darauf reagieren, denn ein Angriff auch "michelle" beeinflusst das Spiel, da es zum erreichen des Zieles kontraproduktiv ist. So war es auch schon im letzten Teil von GTA.
Wer keine Gewalt in Spielen mag, kann sich andere kaufen. Wer ausserdem nicht differenzieren kann und es schlichtweg nicht versteht, dass in solchen Games die Gewalt nur zum erreichen eines Ziels da ist (wie es ja im richtigen Leben auch mitunter so zugeht, Stichwort Mobbing, Konkurrenzkampf usw.), Gewalt also kein Selbstzweck ist, der sollte sich mit anderer Materie beschäftigen.

Gegen den Himmel ausgebreitet wie ein Patient in Vollnarkose, schreibt schon Eliot.

Zum Beitrag von Maik Söhler: Triple

Jau, der Chabon ist für mich eh der inbegriff entspannter und intelligenter amerikanischer Literatur. Obengenannter Roman fällt beim Polit-Check zwar an ein paar Enden durch (und mit "hellsichtig" bin ich mir nicht so sicher), ist aber einfach mal ein Beispiel für hohe Erzählkunst.

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Talk Talk Talk

die bilder sind nicht öde, sie sind aseptisch.

Zum Beitrag von Jörn Schulz: War on Youth

Interessant, dass joy riding nicht verfolgt wird.
In Frankreich ist es für Jugendliche in den Vorstädten normal, bis zu drei mal am Tag kontrolliert zu werden. Man sieht's, was es genutzt hat.

hab's auch gesehen, und wenn die bösen Römer da nicht noch so fiese Olivenholzplättchen unter den Nagelköpfen benutzt hätten, wäre er glatt vom Kreuzbalken gefallen um das Voltaren selber einzunehmen...

Zum Beitrag von Maik Söhler: Triple

Wirklich, ist "ereinigung jiddischer Polizisten" der deutsche Titel? Weil ich hätte es ja mit "Die Jiddische Polizeigewerkschaft" übersetzt. (Union = Gewerkschaft)
Ein sehr gutes Buch übrigens, und eine angemessen gute Rezension hat Jakob verfasst .

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Talk Talk Talk

Bin zwar einer der Organisatoren gewesen aber will trotzdem an dieser Stelle sagen das ich die Veranstaltung gut gelungen fand. :)

Unter www.bak-shalom.de gibt es übrigens einen längeren Bericht zur Veranstaltung.

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Alte Männer

Bärte sind ja bekanntlich wieder in seit einiger Zeit...

Dem DGB scheinen die Mitglieder ja wirklich zahlreich auszugehen (ein Zeichen, dass die Leute vernünftiger werden?), dass sie sich jetzt schon an die Kirchen anbiedern müssen. Wenn's auch im Arbeitsrecht keine gemeinsame Einstellung gibt, immerhin eine Basis für die Heuschreckenjagd findet sich (seit Bischof Marx' Buch "das Kapital" veröffentlicht wurde?) anscheinend doch.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Sorry (5)

Nr. 4 steht unter "morgenblog", die beiden Clowns von Nauman. Weil man nicht weiß, wie "das enden soll", habe ich sie unter Zukunft einsortiert.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Sorry (5)

es gab gar kein sorry 4! :O ist das absicht und ich bin zu doof um es zu merken?

ich hab mich (früher?) auch dauernd entschuldigt. Und wenn ich dann darauf aufmerksam gemacht wurde, dann tat es mir erst recht leid, dass ich dem-/derjenigen so auf den keks gegangen bin. und hab mich nochmal entschuldigt. schrecklich!

Darauf sagt Grant: I'm beginning to think I'm underpaid.
And then they come together slowly in a long kiss that might never have ended if the DOOR BUZZER hadn't SOUNDED.

Ah, wie Cary Grant und Eva Marie Saint in "North by Northwest": (Saint:) You're an advertising man, KNUTSCH, that's all I know. You've got taste in clothes KNUTSCH taste in food KNUTSCH (Grant:) Taste in women KNUUUUUTSCH I like your flavor (Saint:) And your're very clever with words. KNUTSCH You can probably make them do anything for you KNUUUUUUTSCH sell people things they don't need KNUTSCH make women who don't know you fall in love with you KNUUUUUUUUTSCH

Der Gebrauch von schmoozing wird von Kennern aber auch als "liebkosend redend" übersetzt:

Nun habe ich die alle schon einander in den Armen liegen gesehen, Michael Walzer mittendrin, aber "to schmooze" bedeutet: "to chat intimately," from Yiddish shmuesn "to chat," from shmues "idle talk, chat," from Heb. shemu'oth "news, rumors." Wer wissen will, was 68 wirklich los war, muss wohl auf den Käse warten.

Um die wirre, argumentfreie Polemik von Pfeiffer zu mögen, muss man vermutlich der Meinung sein, Nägel säßen auf (richtigen oder falschen) Köpfen. Sinnvoller fände ich eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Pirkers Artikel.

Kluge Gefährtin auch.
(Zwar entsinne ich mich, Hobbes rauf und runter gelesen zu haben, aber nicht daran, dass ich ihn auch noch ins Radio gebracht habe, aber wer weiß. Meine Lieblingsnetzseite: http://nothing.antville.org/)

Fällt das jetzt unter "Generationenkonflikt"? Gar "Silver Surfer"" und so Sachen? Oder Kritik des Konjunktivs beim Telefonat? "Altsack" (sorry) Stefan Ripplinger habe ich vor Jahrzehnten im Radio gehört, da ging es um Thomas Hobbes, und ich rief deswegen die abwesende "Gefährtin" an, auf daß sie das Radio einschalte, und was sagte sie: "oh, Gespräch auf der anderen Leitung, ich ruf dich morgen an, du kannst das ja aufnehmen mit dieser "Revox" da, ciao!" ... was für ein Gespräch wohl... Ob der geschätzte Jungspunt Maik Söhler sowohl den aufkeimenden imperativen Verdacht wie auch den "Eifersucht" genannten Stress versteht?

Wie schön, wenn der Imperativ unterliegt. Wie hässlich, wenn der Stress obsiegt.

Zum Beitrag von Maik Söhler: In Genussdorf

PS: Flussdorf ist gar nicht der Rede wert.

Gebt ihnen Erdnüsse, so viele bis sie Frieden wollen und Grenzen - welche auch immer - kein Thema mehr sind.

Der Baptistenprediger Jimmy Carter ist der richtige Mann dafür, das alles zu regeln. Als Babtist ist er sekten-, als Prediger politikaffin. Die werden dann nur noch reden und Feldarbeit machen. Und das gehört wohl mit zum besten, was sich aus der Regieon gerade erwarten lässt.

ich sah austin lucas & the pressmen im oktober 2007 in gainesville/florida, beim DIY-FEST6. sie retteten meinen tag, obwohl es erst 14 uhr war. völlig übermüdet gaben sie einem, der zuvor eine woche lang getrampt war, das gefühl, dass es weiter geht. und als austin dann mit zementverquollenen augen ins publikum fragte, ob irgendwer in den nächsten tagen noch eine küche oder einen keller frei hat, in dem er mit seiner band spielen kann, zeigte er, dass noch viel mehr geht.
bloomington/indiana, wo austin herkommt, ist seit jahren eine schmiede der us-amerikanischen DIY-bewegung. austin ist eines der beweglichsten ergebnisse davon. seine band "the pressemen" sind schotten von oi polloi, der basser kommt aus hamburg.
in gainesville spielte er draußen vor einer alternativen bäckerei, auf einem parkplatz. später stellte sich heraus, dass viele im publikum bandmitglieder der knapp 200 bands des festivals waren, die austin seit langem kennen und schätzen. und verwundert waren, wie sehr country er jetzt ist.
die DIY-bewegung in den USA mit ihren basement-konzerten sind community-bildend und offen, wie ich selten eine dieser "szenen" erlebt habe. schön, dass zumindest austin hierzulande unterwegs ist. und es gibt noch 40 haufen voll solcher bands, die das leider nicht machen (können).

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Sorry

Therese Oelschlegel sagt dazu (18.04.2008@16:02):
Von Lust war ja nun gar nicht die Rede - und siehe da, der Phantomschmerz ist nichts anderes als das Nachwehen des leiblichen Schmerzes.

Das Abreißen des Kalenders als eine Wiederholung im Reflex, nicht in der Reflexion, sicherlich.

Wieviele Phantome also hinter jedem verbliebenen Schnipsel einer abgerissenen Seite stehen, mag also dahin gestellt bleiben.

Es ist schon bemerkenswert, wie der Herr Obama diese "Tabus des Establishments" erkennt und sie dann zur Schärfung seines Profils als Präsidentschaftskandidat zu nutzen weiß. Erinnert sei hier auch an seine Äußerungen zu dem immernoch vorhandenen rassisch begründeten Konflikt in den USA, durch welche er in eine geistige Nähe zu Martin Luther King gerückt wurde.
Dennoch stellt sich mir die Frage, ob bei all der Beweihreucherung des Herrn Obamas es nicht das Wunschdenken des "alten Europäers" ist, das ein solches Bild von ihm entstehen lässt.
Ich verfolge auf jeden Fall weiter gespannt diesen aufreibenden Vorwahlkampf bei den Demokraten.

Zum Beitrag von Maik Söhler: Anarchy Online

Ein wirklich gutes Online-Spiel ist PoP.

http://www.powerofpolitics.com/StartNew.aspx

Für Leute die von Politik nie, niemals genug bekommen können und sich dabei noch gerne in Statistiken und Terminkoordinierungen verlieren. Man muss wenig mit anderen in irgendwelchen Foren diskutieren (das nervt ja wirklich wenn jeder seine Weisheiten erklärt) und man kann auch mal so richtig durchregieren. Sogar mit Links. Ich selbst hab lange Zeit im wunderschönen Wahlbezirk Grunewald tiefrote Regierungszeiten durchlebt :)

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Sorry

"Ein Kalender", schreiben Sie, gnädige Frau, "lässt sich schneller trösten." Und schließen wir es auch nicht ganz aus, dass er, horribile dictu, in der Amputation einige Lust empfindet. Nichts trauriger jedenfalls als ein Abreißkalender, der ein wochenaltes Datum zeigt, weil sich niemand an ihm vergehen mochte.

Zum Beitrag von Maik Söhler: In Mussdorf

Therese Oelschlegel sagt dazu (17.04.2008@08:51):
- Was ist schlimmer als verlieren?
- Siegen.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Sorry

Therese Oelschlegel sagt dazu (17.04.2008@08:47):
Aber wie schmerzlich ist es doch gerade für eben jene!
Der Häftling ist nicht Herr seiner Zeit, dazu gezwungen, sie laufen zu lassen, ohne sie sinnvoll mit Leben füllen zu können. Jeder Tag ein verlorener Tag.
Der Schmerzpatient kann seine Zeit ebenfalls nicht genießen, sein Leben wird durch den Schmerz bestimmt.
Mag sein, dass beide wünschten,die Zeit der Haft und des Schmerzes ginge schneller vorbei, doch ist es nicht umso schmerzlicher, die Nutzlosigkeit in ihr zu erkennen?
Auch das Schicksal des Kalenders besteht aus einem gewissen 'Schmerz', ja, aber sie hat - immerhin, immerhin, doch einen Sinn. Sinnlosigkeit schmerzt oft viel tiefer, als tief empfundener Schmerz.
Schopenhauer sieht den Schmerz als eine Wiederholung in der Reflexion. Der Schmerz als das Nachwehen eines leiblichen Schmerzes, ein sekundärer, aber reflektierter Schmerz, der unter Umständen tiefer nachwirken kann als der primäre.
Eine nachträgliche Einsicht in die nutzlos verstrichene Zeit schmerzt mehr, als ein momentaner Schmerz.
Ein Kalender lässt sich schneller trösten.

Zum Beitrag von Jörn Schulz: Vernagelt

Lustige Idee, solche Blogs.
On Topic: Dann müssen sie nur noch die Drogen, die Zigaretten und den Alkohol abschaffen. Das war unsere Lieblingsbeschäftigung beim Schulschwänzen.
Übrigens war das in Bayern ;)

Zum Beitrag von Jörn Schulz: Vernagelt

Ist das nicht nen alter Hut? In Berlin sind die Dinger doch auch in allen größeren Kaufhäusern Vormittags abgestellt.

Diese Verschlußpolitik ist sogar so rigide, dass man selbst als kaufinteressierter Nichtschüler keinen Zugang zu den verschiedenen Anlagen bekommt. Aber sich später über niedrige Verkäufe wundern.

Riccardo Christian Lo Bue sagt dazu (14.04.2008@21:09):
Wenn ich ehrlich bin: Mir ist es total egal was mit Herne-West passiert ;)

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Sorry

- Weder für den Kerkerhäftling noch für den Schmerzpatienten, aber doch für den Abreißkalender.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Sorry

Therese Oelschlegel sagt dazu (14.04.2008@15:36):
Es ist eben doch schmerzlich, wie schnell die Zeit vergeht!

und ich sag es immer wieder: fehler, schalke !!!
der slomka sah (sieht, natürlich) nicht nur verdammt gut aus (und hatte für einen trainer in deutschland einen so guten style !!!) er war auch noch n feiner kerl. tja, nun, nächstes jahr isser beim hsv ! und was hat schalke ??? hm, ich schätz mal den klopp! wer mit dem glücklich wird, muss schon beim zdf arbeiten....

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Neukölln

Ganz einfach: vermutlich hat er recht.

Die drei spiritual guides zu vergleichen ist eine gute Idee. Es sind für mich drei Facetten der Verkommenheit der christlichen Religion, die in den USA viel ambivalenter als in Europa ist bzw. war.

Martin Luther King Jr. muss in seinem Grab eine Rotationsgeschwindigkeit erreicht haben, mit der man viele nicht erneuerbare Energieressourcen sparen könnte. Am ekelhaftesten finde ich aber den clintonitisch-positiven Calvinismus, der nur scheinbar am harmlosesten wirkt. Im Gegensatz zu den beiden anderen unappetittlichen Strömungen enthält er ein totales Einverstandensein mit dem Zustand der Welt und die Gleichsetzung von Segen und materiellem Erfolg. Fundamentalistisch ausgedrückt ist das am weitesten von den Lehren der Bibel entfernt, die eine Menge Sozialkritik und einen antiken Halbsozialismus transportiert.

ist die frage, was der faschismus im bezug auf den demokratischer rechtsstaat sei, nicht ziemlich offensichtlich eine suggestivfrage? ;) das am ende nicht rauskommt: "das ist ein unerklärlicher absturz", sollte ja wohl klar sein. die frage, die behandelt werden wird, wird doch eher sein, in WELCHEM bezug bürgerliche demokratie und faschismus stehen. das der titel dann etwas unglücklich ist, ok, aber sich das denken zu können, ist nicht gerade DIE hürde, hm?

Heißt quasi, sollte Herr Jens nicht eine wundersame Blitz-Heilung erfahren: Seine Krankheit kann nur Gottes Wille sein.
Ist dann auch Kindesmisshandlung des lieben Gottes Wille und damit rechtens, nur weil ich den Herrn um ein Ende dieser Grausamkeiten anbete und dummerweise nicht erhört werde? Seltsame Logik.

Die Ergebnisse dieses Workshops verwundern gar nicht, ist doch allein die Idee einer "gemainstreamten Gender-Straße" absurd. Denn wo bitte gibt es queere Pflastersteine?
Das einzig sexistische im Straßen- und Fußgängerverkehr sind wohl die Spaziergänger- oder Bauarbeiterschilder, die quasi Abziehbilder konservativer Rollenbilder sind. Und jene Schilder sind sicher nicht allein das Problem eines Friedrichshainer Trampelpfades.

Für die gewollte Assoziation beim Namen "ARAB" spricht zumindest eines ihrer Transparente, auf dem ein in den Pali-Lappen gemummelter, bewaffneter Terrorist den internationalen Kampf um "Befreiung" fordert. "Stoppt den Krieg in Kurdistan" heißt es dazu und gemeint ist der Wunsch nach freier Bahn für Zivilisten mordende National-Seperatisten.

...und die Ex-Proletarier sind wahrscheinlich mittlerweile einfach arbeitslos, pardon!, arbeitssuchend. Denn was gibt es schöneres, als sich nach getaner Schweißarbeit in den revolutionären Klassenkampf zu stürzen?

FJW, sozusagen die Sterbemaschine für totkranke Themen?
(Mein Gott, hab ich das grad gesagt?!)

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Sorry (2)

... oder von deinem Unglücke. In Turin umarmte Nietzsche ein Pferd, das ihm ein Bruder im Unglück zu sein schien. Bonds Pferd - ein "horse with no name" - schaut ihn tatsächlich so misstrauisch an, als ob es fürchtete, vor das Komitee gegen unamerikanische Aktivitäten gestellt zu werden.

Noch kurz zum Entstehen der Szene. Sie war im Drehbuch nicht geplant. Bond stürzte, beschimpfte das Pferd vor laufender Kamera. Ford dachte sich die Szene hinzu, dass Ben Johnson (im Hintergrund) Bond darüber aufklärt, nicht ein störrisches Pferd, sondern Treibsand habe zum Sturz geführt.

Zum Beitrag von Stefan Ripplinger: Sorry (2)

"Der Mensch fragt wohl einmal das Tier: warum redest du mir nicht von deinem Glücke und siehst mich nur an?" (Friedrich Nietzsche, Unzeitgemäße Betrachtungen, Kap. 1)

Jungle World = [((Comics + Hedonismus) / Lohn) + (Antideutsche / Irre) + (Fakten / Propaganda) + (Brainstorming / Cholerik)] * 3.1415 = 6 (in guten Wochen)

Jungle World = Comics * ( Antideutsche - Irre ) + Hedonismus

Wobei Irre leider nur "fast alle" Irre umfasst und "fast alle" bedeutet bekanntlich im mathematischen Kontext: Alle bis auf endlich viele ;-)

Zum Beitrag von Doris Akrap: Als ob

Wer in die Suchmaschine dieser Zeitung die Konjunktion "als ob" einliest, erhält heute u.a. folgende Ergebnisse:

„Schon beim ersten Gespräch wurde ich freundlich, fast familiär empfangen, als ob ich gar kein Handicap haben würde. Ich war nicht nur Fahrschülerin – mit dem gesamtem Team von Kompetenzzentrum entstand eine Art Freundschaft.”

„Danach haben die Waiblinger Spieler gejubelt, als ob sie das Spiel schon gewonnen hätten.”

„2007 war das erste volle Jahr, das Gerd Maisch als Oberbürgermeister in Vaihingen („Dieser schönen Stadt“) tätig war.“

„Doch Zählbares wollte dabei nicht herausspringen. Ebenso wenig auf der Gegenseite, als Oberriexingen bei drei Freistößen hintereinander (19., 21. und 23. Minute) kein Glück hatte.”

„Jetzt muss alles raus. Es ist so ein Moment, als ob man schreien will, um der ganzen Welt mit diesem Schrei seine Probleme mitzuteilen.”

„Welche der beiden Mannschaften hat denn dann Priorität? Ganz klar die Damenmannschaft, da sie als Oberligist höher spielt als die Männer in der 2. Verbandsliga. Bei den Frauen bleibt also alles wie bisher.”

Zum Beitrag von Doris Akrap: Als ob

Meine Lieben, Vaihinger hat es nicht nötig zu bloggen, Vaihinger hat nämlich eine eigene Zeitung:
http://www.vkz.de/
:-)

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Neukölln

@flip. keine sorge, du wirst schon noch mal aussortiert ;-) aber sicher nicht für diese anmerkung. kann es sein, dass du den selben fehler begehst, wie der sprittie am kiosk und davon ausgehst, dass der kauf der FAZ tatsächlich ein zeichen von intellektualität darstellt? dann hast du den witz vielleicht nicht verstanden und kannst daher nicht so gut darüber lachen wie seinerzeit mit dem furz und dem tsunamie. aber nun gut, ich bin auch in der tat kein großer witze-erzähler, lassen wir das.

@stefan. absolut! keinesfalls wollte ich dem bezirk neukölln irgendetwas speziell abwertendes andichten, sondern lediglich das spezielle, das derzeit mit dem neukölln-hype behauptet wird, in frage stellen.

@wilmersdorf & münchen. um euch kümmern wir uns auch noch, keine sorge!

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Neukölln

Wir haben eine ganz andere Erfahrung gemacht, nämlich dass die Neuköllner, obwohl sie in der Mehrzahl kein leichtes Leben haben, es doch ausgesprochen leicht nehmen, leben und leben lassen. Aber kaum überqueren wir die Grenze nach Kreuzberg, beginnt das Gezischel und die Häme, was trägt die denn für eine Brille, was ist das denn für ein Penner, könntest du bitte sofort das Rauchen einstellen. Kein Menschenschlag bornierter als die Kreuzberger. Obwohl ich die Bemerkung keineswegs verteidigen will, hat so ein alkoholisierter Hartz-4-Empfänger vielleicht doch eine Ahnung davon, dass die „FAZ“ genau die Zeitung ist, in der er Tag für Tag als Belastung der Bilanzen erscheint.

Zum Beitrag von Ivo Bozic: Neukölln

Was man davon halten soll? Ich bin für die gänzliche Abschaffung der Intellektualität! Dann hätte dein Freund und Kollege auch kein Problem mehr mit den Spritties am Kiosk. Siehste, ich weiss nicht mal, was "Spritties" sind, meine paar Hirnzellchen funzen um 4:38 Uhr morgens aber auch nicht mehr richtig.
Kann man eigentlich aus diesem Forum verbannt werden aufgrund intellektuell ungenügende Beiträge?
... mal schauen wie hoch der Anspruch ist...

Ach, lieber Ivo, kannst du dich eigentlich noch an deinen Artikel über diesen Verschwörungstheoretiker, wie hieß er nochmal?, erinnern. Auf jeden Fall hast du geschrieben, dass er einen riesen Furz gelassen hätte, der zum Tsunami führte... boah, wie hab ich da gelacht!

Zum Beitrag von Maik Söhler: In Mussdorf

Na dann noch viel Spaß im deutschen Bible Belt. Ist wirklich gruselig da.

Zum Beitrag von Doris Akrap: Als ob

Wer jung ist, neigt zum Fiktionalimus, nämlich dazu, die Scheißwelt wegzudenken. Wer alt ist, bemerkt, dass es vermutlich nur diese Scheißwelt gibt, und bekehrt sich zum Objektivismus. So erging es auch dem Roman, er fing als verschreibungspflichtige Phantastik an und versucht heute händeringend, genau-es-tens abzubilden (was er natürlich gar nicht kann). Für das Internet sehe ich dieselbe traurige Zukunft voraus.

“That does not mean that I support or endorse or agree with some of the things that Pastor John Hagee might have said or positions that he may have taken on other issues", sagte McCain.

Ich habe keine Äußerung von McCain gefunden, die erklärt, welche Ansichten Hagees er falsch findet. Das könnte man bei einer Distanzierung doch wohl erwarten, zumal angesichts solcher Aussagen Hagees: „It was the disobedience and rebellion of the Jews, God’s chosen people, to their covenantal responsibility to serve only the one true God, Jehovah, that gave rise to the opposition and persecution that they experienced beginning in Canaan and continuing to this very day.” Oder auch: “Their own rebellion had birthed the seed of anti-Semitism that would arise and bring destruction to them for centuries to come.” (aus: “Jerusalem Countdown”) Für schiitische Apokalyptiker wie Ahmadinejad ist die Vernichtung Israels die Voraussetzung für die Erlösung der Menschheit durch den verborgenen Imam. Das ist zweifellos weitaus gefährlicher als die Haltung der christlichen Apokalyptiker, denn für sie ist die Existenz Israels die Voraussetzung für die Erlösung, das Erscheinen von Jesus. Kommt der große Moment, müssen die Juden aber einsehen, dass sie die ganze Zeit Unrecht hatten, oder es geht hinab in den feurigen Pfuhl.

wullenwever,
maccain hat sich nicht von hagee distanziert weil dieser ein freund israels ist? klingt reichlich monokausal. übrigens: der freund meines freundes ist nicht notwendigerweise mein freund!

Es ist eine Insektenmusik, sicherlich für alle Käfer eine Lust. Jedenfalls machen die Myriaden übereinander gelegten Glissandi nicht nur auf mich den Eindruck eines heranfliegenden Schwarms von Hornissen. Mit kleinen Kindern kenne ich mich nicht aus, aber Richman hätte, als er noch V.U.-Fan war, die Musik gemocht, da bin ich sicher.

Ich halte es lieber mit Jonathan Richman, der noch bevor die erste Platte der Modern Lovers erschien, gesagt hat, dass er nur noch Musik machen will, "die die Ohren von kleinen Kindern und Insekten nicht verletzen."
I'm a little dinosaur

Zum Beitrag von Doris Akrap: Als ob

Wo ist denn der Link zu Vaihingers Blog?

Immer mal ruhig mit den jungen Pferden. Erstens ist Hagee nicht DER Pastor VON John McCain, sondern EIN Pastor, der ihn unterstützt. Und zweitens hat McCain sich natürlich von den oben zitierten Aussagen distanziert. Nicht aber von Hagee als Person. Weil dieser nämlich (und nun kommt das, was Euch eigentlich auch gefallen sollte) er so ein engagierter Kämpfer für Israel ist.

Da gibt es doch nur zwei Möglichkeiten: Cedric bleibt entweder verschont, weil sein Name keltisch "Kriegsherr" ("kad", Krieg, "rik", Herr) bedeutet oder weil er auf das gallische (festlandkeltische) Wort für "liebenswert" ("ceddus")zurückgeht. Ich bin selbstverständlich für die gallische Variante.

So ganz erchließt sich mir das mit den Heute-, Gestern- und Morgenblogs noch nicht. Aber immerhin liefert der neue Webauftritt so schockierende Einblicke wie diesen. Von meinem nicht besonders technisierten "Arbeitsplatz" Bett (Bett+Laptop, incl. Messangerprogramme) hatte ich sogar einen kurzen Anflug von Mitleid. Vielleicht ändert sich ja durch die mit dem Bloggen einhergehende Selbstoffenbarung auch das ein oder andere Ohr für Kritik.

Cool, ist ja wie "Wünsch dir was". Könnte dann auch noch der Link auf mein Blog nicht wie eine Werbeeinblendung aussehen?

Mäh!

Kommentare jetzt auch mit blockquotes ...

"die aus Jungle-World-Sicht revolutionäre neue Kommunikationsform"

Tihi.

Noch revolutionärer (oder ist das schon zu revolutionär?): "blockquote" in den Kommentaren erlauben!

Aber ich freue mich darauf, von meinem übertechnisierten Arbeitsplatz aus mehr über euren untertechnisierten Arbeitsplatz zu lesen.

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