von Jörn Schulz
Sein Fell ist schwarz, und wenn er wütend wird, leuchten seine Ohren rot. Dieses Aussehen und seine gelegentlichen Ausflüge in Schaf- und Hühnerställe trugen dem Sarcophilus harrisii den Namen Tasmanischer Teufel ein. Er wird zur Familie der Raubbeutler gezählt, was auch nicht ganz fair ist, denn schließlich raubt der Beutler nicht. Er frisst, und zwar eine ganze Menge, bis zu 40 Prozent seines Körpergewichts pro Mahlzeit. Dabei verhält er sich ökologisch vorbildlich, er hinterlässt keinen Müll. Knochen, Fell, Eingeweide – nichts bleibt übrig. Eine Ausnahme gibt es allerdings. Verspeist der Tasmanische Teufel einen Planzenfresser, so verschmäht er den Darm. Er mag eben kein Grünzeug.
Der Tasmanische Teufel ist das beste Wappentier für die emanzipatorische Linke. Er ist bissig, mit einem durchschnittlichen Gewicht von acht Kilogramm und einer Körperlänge von 60 Zentimetern aber zu klein, um als Symbol des Machismo gelten zu können. In seinem Outfit vereint er die Farben Schwarz und Rot, es könnte ein bisschen mehr Rot sein, aber man kann nicht alles haben. Der antiautoritäre und nachtaktive Beutler ist ökologisch korrekt, als konsequenter Carnivore aber zugleich ein Symbol des Kampfes gegen den puritanischen Tugendterror.
Doch der Tasmanische Teufel ist bedroht. Eine bislang unheilbare Erkrankung, die Krebsgeschwüre verursacht, könnte in den nächsten 20 Jahren alle Teufel dahinraffen. Nur der Teufel Cedric ist immun, und die Forscher University of Tasmania wollen nun herausfinden, warum. Wir sollten ihnen viel Glück wünschen.
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