von Jörn Schulz
Was entscheidet über Sieg und Niederlage im Krieg? Die Feuerkraft, die Motivation der Soldaten, die Strategie der Militärführung? Falsch, es ist der Schlaf. Genauer gesagt, die Fähigkeit, mit möglichst wenig Schlaf auszukommen und auch übermüdet zu kämpfen. Die Autoren einer Studie für das Pentagon sprechen dem Schlaf jedenfalls eine entscheidende Bedeutung für die moderne Kriegsführung zu.
Ideal für den Militärdienst wären eigentlich Giraffen, die mit knapp zwei Stunden Schlaf pro Nacht auskommen, und Haie, die gar nicht schlafen, sondern allenfalls ihr Hirn ein wenig ausruhen lassen, während sie sich weiter bewegen. Haie trainiert das US-Militär tatsächlich, für den Einsatz in Kabul oder Bagdad sind sie jedoch ungeeignet. Tiger würden wohl selbst einen abgebrühten Jihadisten beeindrucken, aber nur, wenn sie sich bewegen, und das ist die meiste Zeit nicht der Fall. Wie Löwen schlafen sie 16 Stunden, überdies dösen sie ziemlich viel vor sich hin. „Pentagon züchtet Killervampire“ wäre eine gute Schlagzeile, doch Fledermäuse pennen sogar 20 Stunden.
Bleiben also die Menschen. Ein doppelter Espresso vor dem Gefecht ist schon mal hilfreich, reicht aber in der modernen Kriegsführung nicht aus. Bleiben also die Produkte der pharmazeutischen Industrie, die ich Ihnen kürzlich ("Drogen vom Chef") schon vorgestellt habe, sowie „brain-computer interfaces“. Die funktionieren noch nicht so richtig, aber vielleicht wird es einmal statt „Hände hoch“ heißen: „Widerstand ist zwecklos. Sie werden assimiliert.“
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