Ivo Bozic:Was will Nasrallah?
25. Juli 2008, 18.27 Uhr:

Was will Nasrallah?

von Ivo Bozic

Nasrallah macht den AchmedJihad. Cicero hat ihn interviewt. Den Palästinensern überlässt er, ob sie nun für die 67er oder 48er Grenzen kämpfen wollen (verhandeln lehnt er aber ab), nur eine Zwei-Staaten-Lösung, die will er auf keinen Fall. Anders gesagt, nicht zwei Staaaten, sondern nur einen, nämlich einen palästinensischen, in den Grenzen von 1967 oder 1948.

Mal davon abgesehn, dass es weder 1967 noch 1948 einen palästinensischen Staat mit irgendwelchen Grenzen gegeben hat - kann mir bitte jemand mal erklären, wie sein Modell nun genau aussehen soll? Ich glaube, mir fehlt dazu mir die Phantasie - oder der nötige Galgenhumor…

Kommentare

Es gab und gibt pälstinensische Grenzen. Da es bisher noch nie einen eigenständigen palästinensischen Staat gibt, lag und liegt an der rassistischen Kolonialzeit vor und nach dem ersten Weltkrieg, sowie des Zionismus, der aufgrund des europäischen Antisemitismus entstand. Dies kann man den Palästinensern nun wirklich nicht vorwerfen.

Lieber Herr Schmitz, Sie übertreiben maßlos. Palästina war zwar bis zur Gründung Israels über 500 Jahre unter osmanischer Herrschaft und die Osmanen waren durchaus üble Kolonialherren, aber rassistisch waren sie nicht.
Palästinensische Grenzen gab es im Übrigen- wie sie richtig anmerken - innerhalb der Aufteilung des Osmanischen Reichs in Provinzen durchaus. Es sind exakt die Grenzen des heutigen Israels mit Westbank und Ghasa aber ohne Golan.

Lieber Herr Rüger, was ich eingentlich ausdrücken wollte ist, das ein eigenständiger und selbstbestimmer Palästinenserstaat schon sehr sehr lange überflällig ist.

Die Gründungsresolution beinhaltete einen Palästinenserstaat. Den wollten sie nicht, jetzt haben sie eben keinen. Zumal die palästinensische Gesellschaft wohl kaum in der Verfassung ist, einen eigenen Staat zu betreiben. Die kriegen ja noch nichteinmal ihre Energieversorgung in den Griff.

Sicher, Herr Schmitz, ein arabischer Staat in Palästina ist überfällig, da stimme ich Ihnen zu.
Die Palästinenser erhalten weltweit pro Kopf die höchsten Geldzuwendungen internationaler Geldgeber. Und deshalb geht Fatah, Hamas & Co. auch die Munition nie aus. Ein eigener Staat wird die Palästinenser zwingen, sich als Verantwortung tragende Gemeinschaft gemäß internationaler Standarts behaupten zu müssen. Das könnte als heilsamer Schock wirken und die palästinensische Gesellschaft aus ihrer Fanatisierung lösen.

verehrte kommentatoren,
palästinenserstaat hin oder her, mein posting betraf vor allem die feststellung, dass nasrallah, der sich angeblich der sache der palästinenser verpflichtet fühlt, in diesem interview eine zwei-staaten-lösung ausdrücklich ablehnt. die vemutung liegt nahe, dass er also, wenn er 1. einen palästinensischen staat haben will, aber 2. nur EINEN staat, an eine "lösung" OHNE israel auf der landkarte denkt. warum faselt er aber von irgendwelchen grenzen und jahreszahlen? hinter dieses "geheimnis" wäre ich gerne gekommen...

Es ist etwas konfus, aber ich denke, er überlässt die "Realpolitik" (ein etwas blöder Ausdruck für Terrorismus, Sry) den Palästinensern, hält aber selbst eine Zwei-Staaten-Lösung für nicht denkbar. Deckt sich ja mit verschiedenen anderen Ansichten, die meinen, es sollte ein Großpalästina geben, in der Israelis und Palästinenser zusammenleben und das soll dann auch noch friedlich sein (der Wahnwitz dieser Idee wird ja jedes mal deutlich, wenn Terroristen Raketen abschiessen oder sich in die Luft sprengen).

Lieber Herr Bosic´, in der Tat: die Vermutung liegt, wie Sie sagen, nahe, dass Nasrallah an 'eine "lösung" OHNE israel auf der landkarte denkt'. Das vermuten Sie ganz richtig. Nasrallahs Pate und Finanzier Ahmadinidschad hat das klar ausgesprochen, Nasrallah selbst verlklausuliert es zumeist etwas, aber seine Zuhörer wissen, was er meint. Vielleicht ist das ja auch der Grund, weshalb im Libanon regionale Landkarten auf Grenzen zwischen Israel und Palästinenergebieten verzichten und auch das Wort 'Israel' grundsätzlich vermeiden. ...die Vermutung liegt zumindest nahe.

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