von Jörn Schulz
Es sind schlechte Zeiten für Propheten. Gegen einen 28jährigen hat die Staatsanwaltschaft Sicherungsverwahrung beantragt, weil er versucht hat, auf das Papomobil zu hüpfen. „Den Ermittlungen zufolge soll der Beschuldigte die Wahnvorstellung gehabt haben, der wiedergeborene Jesus Christus zu sein (…) In dieser Vorstellung habe er sich zum offenen Papamobil des Papstes begeben wollen, um diesen von seinem Platz zu verstoßen und den Platz selbst einzunehmen.“ Wahnvorstellung? Und wenn er es nun ist? Hatte nicht auch der erste Jesus erhebliche Probleme, weil Papi ihm kein Beglaubigungsschreiben mitgab? Hätte Jesus nicht gute Gründe, stinksauer auf den Papst zu sein und seinen Platz einzunehmen? Womöglich hat Gott entschieden, dass es nun an der Zeit für die lang erwartete Rückkehr ist. Und da kommt das Landgericht Waldshut-Tiengen daher und versaut den ganzen Heilsplan. Das Armegeddon, der Weltuntergang, Aufstieg und Sturz Satans, das Reich Gottes – die große Show fällt aus, weil ein paar baden-württemberger Provinzbürokraten die Posaune nicht gehört haben.
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