von Maik Söhler
Ein Artikel will geschrieben werden. Über ein Buch, das zur Hälfte auf Englisch gelesen wurde und zur anderen Hälfte derzeit auf Deutsch zu Ende gelesen wird. Thomas Pynchon. “Against the Day". “Gegen den Tag". Knappe 1600 Seiten. Gegen die Zeit(läufte). Gegen die Scheiße. Gegen alles. Für nichts, außer –.
Der “Spiegel” macht auf mit der Schlagzeile: “Macht das Internet doof?” Nein, macht es nicht. Zumindest nicht doofer als sonst schon. “Gegen den Tag” ist wie die besten Teile des Internets. Unkonzentriert; ungeordnet; ausschweifend; raumgreifend; verschwenderisch; kosmopolitisch; um Zusammenhänge bemüht, ohne sie zwanghaft festzuzurren; Seiten voller Querverweise, nur nicht als Links kenntlich gemacht; literarische Links; intellektuelle Links; weiter, immer weiter; bloß den Spaß nicht verlieren; den Spaß am Denken; am hemmungslosen Denken?; am grenzenlosen Denken?
Macht Pynchon doof? Ja. Konsistenz ist nicht mehr. Totalität auch nicht. Oder doch. Aber anders.
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