von Ivo Bozic
Sex, Drugs, Rock’n’Roll - ich komme langsam in ein Alter, in dem man sich entscheiden muss. Egotronic haben sich längst entschieden – jedenfalls in ihren Texten. Fast alles dreht sich um das Eine, außerdem geht’s noch ein wenig gegen Deutschland. Die verschiedenen Stoffe, mit denen man lange, lange Partynächte bewältigt, sind wie gewohnt der Stoff aus dem auch die neue Egotronic-Scheibe ist.

Egontronic, Egotronic? Sind das nicht diese verrückten, diese megageilen Elektropunker aus Berlin? Ja: Die Musik ist billig, die Texte rotzig, der Sänger ein Irrer – ich liebe sie. Alle lieben sie. Nicht alle, aber immer mehr, im letzten Jahr ist Egotronic ziemlich durchgestartet, und den guten Torsun mal auf ein Bier zu treffen, ist verdammt schwierig geworden, weil der Mann ständig auf Tour ist. Aber nicht alle lieben Egotronic, auch wieder wahr. Die „Konkret“ z.B. brachte einen steilen Verriss: „parolenhaft platt auf links gebürsteter Ballaballasound“. Korrekt, das stimmt, und so soll es auch sein. Wer Egotronic live gesehen hat, weiß, dass das vollkommen genügt, nein, das alles andere völlig überflüssig sein kann, in solch einer Nacht.
Natürlich funktioniert die Musik einer solchen Konzert-Party auf Platte gebannt nur noch halb so gut, aber wer sich fragt, wie er um alles in der Welt eigentlich die letzten drei Tage wach geblieben ist, und wer versucht, den – nennen wir es mal – „Abend“ zu rekonstruieren, der wird auf der neuen Egotronic-Platte alle Antworten finden. Ich bin mir daher sicher, dass die am 14. November bei audiolith erscheinende Scheibe also wieder weg geht wie eine Line Speed, und die am 31. Oktober startende Tour wieder unzähligen jungen Menschen ihre Unschuld rauben wird.
Wer übrigens nicht bis zum 14. November auf die Platte warten will (bereits jetzt gibt es eine Single-Auskopplung namens „Kotzen“), der/die muss jetzt die Jungle World abonnieren. Denn als Abo-Prämie kann man das neue Egotronic-Album abgreifen, schon jetzt! So ist man allen anderen deutlich voraus und kann bei den Konzerten bereits mitsingen, wenn die anderen noch verzweifelt versuchen, den Text zu verstehen.
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