von Stefan Ripplinger
Nichts ahnend an einem Plakat vorbeigekommen, nachgesehen, diese Vorstellungen gelesen:
„Alle ziehen um: Der Schriftsteller Thomas Brasch und die Krankenschwester Binz mit dem Knaben Ronald M. Schernikau von der DDR in die BRD, der Schriftsteller Ronald M. Schernikau von der BRD in die DDR, der letzte Ik mit Namen Jo vom Sudan in das neue Deutschland. Schernikau erhält als letzter BRD-Bürger die DDR-Staatsbürgerschaft. Brasch verzichtet ganz auf eine deutsche Staatsbürgerschaft. Jo hat garkeine Staatsbürgerschaft. Alle sind tot. Brasch versagt das Herz und Schernikau stirbt an den Folgen von AIDS. Frau Binz fällt die Treppe runter und von Jo weiß man nur, daß er tot ist.
Als Tote sind sie verdammt, in einer Krypta zu hocken; der letzte Kommunist, der englische Jude, der Neger, die Krankenschwester – gemeinsam von einem 120jährigen pseudokatholischen Polen beobachtet und bewacht. Während Schernikau sich die po-langen Haare mit Hingabe bürstet und Frau Binz Junge komm bald wieder pfeift, schreit Brasch gegen den zugemauerten Eingang, um eine kleine Fuge, einen winzigen Spalt freizusprengen: Du mußt gegen dich selbst schreiben! Schreiben ist Reinigung! Sich offen halten! Sich den Stachel ins eigene Fleisch setzen! Versuchen zu leben, anstatt abgestorben dahinzuvegetieren!“
Ja, und dann kommt Väterchen Stalin, beißt ein Sterni auf, spuckt seinen letzten braunen Vorderzahn aus und wirft die Hamlet-Maschine an. Einstürzende Neubauten fallen piepsend in sich zusammen und begraben Johannes R. Becher unter sich, der gerade mit Loreley ein mit Rattengift gewürztes Soufflé bereiten wollte.
Aus irgendeinem Grund kam mir der vom Regierenden Bürgermeister gesponserte Untergrund von jeher ranzig vor. Aber wer weiß, ich schau’s mir eh nicht an. Weitere Vorstellungen am 15., 18., 25., 28. und 29.
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Kein Hund im Himmelvon Jörn Schulz
Schenken, aber richtigvon Lieselotte Kreuz
Endlich sinnvoll surfen!von Lieselotte Kreuz
Sie wollen rein, ich will rausvon Jörn Schulz
Sie müssen sich nicht für Facebook registrieren, um unsere Seite zu betrachten. Na gut, dann …
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