von Jörn Schulz
Stellen Sie sich einmal vor, sie wären ein wahrer Christ. Das Ende der Welt bricht an, und da Sie zu den wirklich Frommen gehören, werden Sie entrückt. Nun sind Sie also im Himmel, und alles ist gut. Wirklich alles? Nein, denn ihr Haustier muss auf der Erde bleiben. Wie wird der arme Vierbeiner ohne Sie zurechtkommen?
Nun, zum Glück gibt es im Kapitalismus für jedes Problem eine Lösung. In diesem Fall heißt sie Eternal Earth-Bound Pets, für nur 110 Dollar garantieren freundliche Atheisten, die ja von der Himmelfahrt ausgeschlossen sind, dass es ihrem Liebling weiterhin gut geht. Vorläufig in 22 Bundesstaaten der USA, aber das Unternehmen expandiert. Das Angebot gilt für die ersten zehn Jahre nach der Zahlung. Sollte Gott, der ja schon 2000 Jahre lang trödelt, sich mehr Zeit lassen, müssen sie halt nachzahlen. Dafür kostet jedes weitere Haustier Sie nur 15 Dollar.
Bart Centre, der Mitbegründer der Firma, betont, dass es sich um ein seriöses Angebot handelt. Auch an die Details hat man gedacht. „Natürlich rechnen wir damit, dass es unmittelbar nach der Entrückung viel Chaos und Unordnung geben wird, die einen Einfluss auf die Reisezeiten haben können.“ Jeder atheistische Tierretter darf nur eine begrenzte Zahl von Aufträgen annehmen, damit er trotz aller Probleme rechtzeitig vor dem Verhungern des Haustiers eintrifft.
Immerhin fünf Prozent der Mails, die Eternal Earth-Bound Pets erreichen, kommen von potenziellen Kunden. Allerdings misstrauen viele Christen den Atheisten, andere glauben, sie könnten ihr Haustier in den Himmel mitnehmen, obwohl die meisten Theologen anderer Ansicht sind. Schließlich heißt es im Römerbrief: „Auch die Kreatur wird frei werden vom Dienst des vergänglichen Wesens zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes.“ Die Kreatur, nicht nur der Mensch. Und das Buch der Prediger lässt die Frage offen: „Denn es geht dem Menschen wie dem Vieh: wie dies stirbt, so stirbt er auch, und haben alle einerlei Odem, und der Mensch hat nichts mehr als das Vieh; denn es ist alles eitel. (…)Wer weiß, ob der Odem der Menschen aufwärts fahre und der Odem des Viehes abwärts unter die Erde fahre?“ Aber mal ehrlich, bei aller Tierliebe: Möchten Sie auch im Himmel noch in einen Hundehaufen treten?
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Kein Hund im Himmelvon Jörn Schulz
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Endlich sinnvoll surfen!von Lieselotte Kreuz
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