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Kürzliche Beiträge
Gestern, 10.42 Uhr:

Massengräber

von Thomas von der Osten-Sacken

Irak, Land der Massengräber. Der IS erweist sich auch hier ganz als Erbe des Saddam Regimes:

In exclusive interviews, photos and research, The Associated Press has documented and mapped 72 of the mass graves, the most comprehensive survey so far, with many more expected to be uncovered as the Islamic State group’s territory shrinks. In Syria, AP has obtained locations for 17 mass graves, including one with the bodies of hundreds of members of a single tribe all but exterminated when IS extremists took over their region. For at least 16 of the Iraqi graves, most in territory too dangerous to excavate, officials do not even guess the number of dead. In others, the estimates are based on memories of traumatized survivors, Islamic State propaganda and what can be gleaned from a cursory look at the earth. Still, even the known victims buried are staggering — from 5,200 to more than 15,000.

Quelle: http://bigstory.ap.org/article/7b538929486f493da85e84d7ee7470a5/buried-thousands-72-mass-graves-ap-finds

28. August 2016, 22.46 Uhr:

Niqab nach ISIS

von Thomas von der Osten-Sacken

Wie ISIS half, den Niqab im Irak unbeliebt zu machen:

“Over the past two years the Islamic State, or IS, group had managed to gain control of many parts of Anbar, which has a mostly Sunni Muslim population; the IS group base their ideology on an extreme, at-times-fantastical version of Sunni traditions. When they took over one of the rules the extremists imposed upon females in the province was that they must all wear the niqab, as well as socks and gloves. Since the group has been pushed out of Anbar though, their plan to popularize the niqab has backfired somewhat.

In Anbar today there appears to be a backlash against the full-face and body covering. “When I left Fallujah after it was liberated from the terrorists, I felt like I had left two prisons,” says one local woman who wished to be known only as Umm Nasir, or the mother of Nasir. “The first prison was the city, where women, men and children all suffered equally. The second prison was inside the black fabric we women were forced to wear. We all looked the same. No one could be distinguished from another.”

 

Quelle: http://www.niqash.org/en/articles/society/5347

25. August 2016, 11.43 Uhr:

Warum Obama die grüne Bewegung nicht unterstützte

von Thomas von der Osten-Sacken

Der Iran-Deal war wichtiger, der Iran-Deal war auch wichtiger, als es um die Frage ging, wie mit den Giftgasangriffen Assads zu verfahren sei, der Iran-Deal war das einzige, was die Außenpolitik der US-Administration bewegte, ihm wurde alles andere untergeordnet, für den Iran-Deal zahlte man auch gerne Lösegeld. Hauptsache ein Deal.

What if the president had done more to help the protesters when the regime appeared to be teetering?

It’s well known he was slow to react. Obama publicly downplayed the prospect of real change at first, saying the candidates whom hundreds of thousands of Iranians were risking their lives to support did not represent fundamental change. When he finally did speak out, he couldn’t bring himself to say the election was stolen: “The world is watching and inspired by their participation, regardless of what the ultimate outcome of the election was.”

But Obama wasn’t just reluctant to show solidarity in 2009, he feared the demonstrations would sabotage his secret outreach to Iran. In his new book, “The Iran Wars,” Wall Street Journal reporter Jay Solomon uncovers new details on how far Obama went to avoid helping Iran’s green movement. Behind the scenes, Obama overruled advisers who wanted to do what America had done at similar transitions from dictatorship to democracy, and signal America’s support.

Solomon reports that Obama ordered the CIA to sever contacts it had with the green movement’s supporters. “The Agency has contingency plans for supporting democratic uprisings anywhere in the world. This includes providing dissidents with communications, money, and in extreme cases even arms,” Solomon writes. “But in this case the White House ordered it to stand down.”

At the time, Solomon reports, Obama’s aides received mixed messages. Members of the Iranian diaspora wanted the president to support the uprisings. Dissident Iranians from inside the country said such support would be the kiss of death. In the end, Obama did nothing, and Iran’s supreme leader blamed him anyway for fomenting the revolt.

25. August 2016, 11.21 Uhr:

Wie die Vereinten Nationen Assads Krieg gegen die eigene Bevölkerung unterstützen

von Thomas von der Osten-Sacken

Die Vereinten Nationen brechen in Syrien ihre eigenen Prinzipien für humanitäre Hilfe, sind zum Teil des Konflikts geworden und haben den Tod unzähliger Menschen mitverantwortet.

Von Florian Markl, Mena-Watch

Zu diesem vernichtenden Urteil kommt The Syria Campaign, eine Organisation, die sich für den Schutz jener syrischen Zivilisten einsetzt, die im Krieg zwischen der Diktatur Assads und islamischen Extremisten gefangen sind. Die Lektüre ihres 50-seitigen Berichts „Taking Sides. The United Nations‘ Loss of Impartiality, Independence And Neutrality in Syria“ bietet ein gleichermaßen detailliertes wie bedrückendes Bild von einer Weltorganisation, der gute Kontakte zu einem Massenmörder-Regime wichtiger sind als die Menschenleben, die sie vorgibt, schützen zu wollen.

Kooperation mit dem Assad-Regime

Vom Beginn der Krise an, so der zentrale Vorwurf des Berichts, hätten die Vereinten Nationen um jeden Preis vermeiden wollen, beim syrischen Regime in Ungnade zu fallen. Hilfslieferungen in das von Regime-Truppen von der Außenwelt abgeschnittene Dera, wo der Aufstand gegen Assad begann, wurden unterlassen, als die Regierung damit drohte, den Vereinten Nationen die Erlaubnis zu verwehren, im Lande zu operieren, und ihren ausländischen Mitarbeitern die Visa zu entziehen. Anstatt dem Regime gegenüber Standards humanitärer Hilfe wie Neutralität und Unparteilichkeit durchzusetzen, gaben die UN klein bei.

„Das Ergebnis war eine Kultur der Unterwürfigkeit. UN-Organisationen drängten nicht auf Zugang zu Gebieten, die außerhalb der Kontrolle der Regierung lagen. In den Worten einer Untersuchung, die von den UN selbst durchgeführt wurde, waren die Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen ‚einfach nicht bereit, ihre Aktivitäten in Syrien zu riskieren, um der Regierung gegenüber eine härtere Linien einzunehmen.‘“

Wenn das Regime über Hilfe entscheidet

Damit übergaben die Vereinten Nationen dem syrischen Regime praktisch die Kontrolle darüber, wo im Lande Hilfslieferungen stattfinden konnten. Bis zum heutigen Tage, so wird in dem Bericht festgehalten, unternahmen die UN von Damaskus aus keine einzige Hilfslieferung ohne Zustimmung der Regierung. In manchen Fällen durchquerten UN-Konvois von der Regierung belagerte Gebiete, in denen Menschen verhungerten, um Hilfsgüter in weniger Kilometer entfernte Orte zu bringen, die von Assad-treuen Truppen gehalten wurden.

Das Resultat dieser Unterwerfung war wenig überraschend: UN-Hilfe floss fast ausschließlich in Gebiete, die unter Kontrolle des Regimes standen. „Im April 2016 gingen 88% der Nahrungsmittellieferungen, die innerhalb Syriens unternommen wurden, in regierungs-kontrolliertes Territorium.“ Im August 2015 waren es gar 99 Prozent. „Im gesamten Jahr 2015 erhielt monatlich weniger als 1 Prozent der Menschen in den [vom Regime] belagerten Gebieten Nahrungsmittellieferungen der Vereinten Nationen.“

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25. August 2016, 11.17 Uhr:

Unmittelbar vor Gabriel-Besuch: Iran verkündet das dritte Festival 'Tod für Amerika'

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Kazem Moussavi, IransForum

Nach der dritten Holocaust-Karikaturen-Ausstellung im Mai 2016 hat das Regime angekündigt, im Dezember das dritte Festival „Tod für Amerika“ zu veranstalten. Und das obwohl Vertreter der US-Regierung den Mullahs jüngst 400 Millionen Dollar in bar überbrachten.

Im Bild links: Seyed Massoud Shojaei-Tabatabaei, Anmelder des Holocaust-Wettbewerbs und künstlerischer Leiter; rechts Meysam Mohammad Hassani, Exekutivsekretär des Festivals „Tod für Amerika“. Meysam Mohammad Hassani ist Betreiber des vorgeblich privaten antisemitischen Netzwerkes „NASR-TV“ und außerdem federführend beim iranischen Youtube-Kanal Nazis.com.

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Mit den oben genannten Propaganda-Shows, die im Kontext der iranischen Drohungen, die USA und Israel zu vernichten, betrieben werden, werden die Revolutionsgarden, Basijis, Al Quds-Brigaden und dergleichen darin bestärkt, ihr mörderisches Vorgehen in Iran und der Expansionspolitik im Nahen Osten voranzutreiben.

Ungeachtet dessen hat der Vorsitzende der Deutsch-Iranischen Parlamentariergruppe, Rolf Mützenich (SPD), eine Delegation des klerikalfaschistischen Scheinparlamentes nach Deutschland eingeladen (26.-30.9.). Die Delegation wird im Bundestag hofiert werden, obwohl jüngst mit einem Tondokument enthüllt wurde, dass der ehemalige Khomeni-Nachfolger, Hossein-Ali Montazari, die Führer des Regimes als für das Massaker an den über 33.000 politischen Gefangenen im Sommer 1988 verantwortlich bezeichnet, hatte.

Anfang Oktober reist außerdem Vizekanzler Sigmar Gabriel nach Teheran, um die für November geplante Geschäftsreise von Irans Hinrichtungspräsidenten Rouhani nach Berlin persönlich vorzubereiten. In der dreijährigen Regierungszeit Rouhanis wurden annähernd 3000 Personen hingerichtet. Er ist für ein Regime verantwortlich, das auch in Syrien brutal mordet und muss vor Gericht gestellt werden.

24. August 2016, 12.13 Uhr:

From Behind

von Thomas von der Osten-Sacken

Seit heute Morgen um vier Uhr Ortszeit findet mit Unterstützung der US-Luftwaffe eine de facto türkische Invasion in Nordsyrien mit dem Ziel statt, den Islamischen Staat aus der Stadt Jarablus zu vertreiben.

Turkish special forces, aided by American military advisers, U.S. drones and Turkish artillery units, moved into northern Syria before dawn as part of the coordinated campaign to push Islamic State out of a strategic town on the Euphrates River, officials said.

Der türkische Präsident erklärte dazu:

The operation is targeting ISIL and Syrian Kurdish fighters in northern Syria to end attacks on Turkey’s border. At 4:00 this morning, operations started in the north of Syria against terror groups which constantly threaten our country, like Daesh [the Arabic acronym for ISIL] and the PYD [ the Syrian Kurdish group].

Laut türkischer Definition nämlich befindet man sich im Kampf gegen den Terror und zwar sowohl gegen den islamischen Staat als auch gegen die Einheiten der kurdischen YPG, die als syrische Branch der PKK gesehen werden.

Zusammengefasst: Türkische Panzer greifen mit US-Luftunterstützung Jarablus an, ihr erklärter Gegner sind auch die Einheiten der YPG.

Die aber sind Verbündete der USA im Kampf gegen den Islamischen Staat und erhielten erst jüngst massive Luftunterstützung von der US-Airforce und als syrische Flugzeuge Stellungen der YPG in Hassakeh bombardierten, da drohten die USA, dass sie, sollte Assad nicht einlenken, bereit seien, seine Flugzeuge abzuschießen, obwohl sich die USA offiziell nicht im Konflikt mit dem syrischen Regime befinden.

Zwischenzeitlich erklärte Saleh Muslim, dessen PYD offiziell ein Verbündeter der USA ist, dass die Türkei, NATO-Mitglied und offiziell Verbündeter der USA in Syrien eine schreckliche Niederlage erleiden werden:

“Turkey will be defeated in the Syrian quagmire, just like ISIS,” Saleh Muslim wrote on Twitter as Turkish officials heralded the start of the country’s widely-anticipated cross border action.

“I think they will [suffer] heavy losses, [the decision] to enter this war was in their hands, [but getting out of it] won’t be,” the ANHA news agency—which is close to Muslim’s party—quoted him as saying in a follow-up report

Dagegen begrüßen Einheiten der Free Syrian Army, offiziell irgendwie auch noch eine Organisation, die von den USA unterstützt werden, den türkischen Vorstoß:

An official in the Free Syrian Army-affiliated Mutassim Brigade on Tuesday night told the pro-rebel Enab Baladi outlet that rebels would soon cross the Turkish border into Jarablus.

“The coming days will witness fierce battles against ISIS, and Jarablus will return to the bosom of the revolution once again,” Mustafa Sejari, the head of the faction’s political office, vowed.

Wieder einmal also gelingt es der Obama Administration alle gegen sich aufzubringen, Kräfte zu unterstützen, die sich de facto gegenseitig bekriegen und am Ende fliegen dann Piloten der US-Airforce Einsätze gegen Stellungen der eigenen Verbündeten. Wie man so etwas nennt? Dummheit und Unfähigkeit wären wohl treffende Begriffe. In Washington sprach Friedensnobelpreisträger Obama dagegen einst von einer Strategie des „Leading from behind“.

Jedenfalls dürfte ab heute morgen eine de facto Schutz- und Flugsverbotszone über Nordsyrien Realität geworden sein.

23. August 2016, 10.52 Uhr:

Wer den Preis für den Iran-Deal zu zahlen hat

von Thomas von der Osten-Sacken

Warum hat Barack Obama seinen starken Worten über „rote Linien“ in Syrien keine Taten folgen lassen und trotz des massiven Giftgaseinsatzes durch das Assad-Regime im August 2013 nicht militärisch reagiert? Weil es auf anderem Wege und in vorbildlicher Zusammenarbeit mit Russland gelungen sei, die syrischen Chemiewaffenbestände zu vernichten – sagen Vertreter und Apologeten der Obama-Administration. Weil ein Angriff auf das Assad-Regime das heiß ersehnte Atom-Abkommen mit dem Iran unmöglich gemacht hätte, sagt dagegen Jay Solomon vom Wall Street Journal, der ein in diesen Tagen erscheinendes Buch über den Iran-Deal geschrieben hat. Die Menschen in Syrien, die bis zum heutigen Tage Angriffen mit chemischen Kampfstoffen durch das Assad-Regime ausgesetzt sind, zahlen demnach den Preis für einen Deal, der sich immer deutlicher als das faule Ei erweist, das er von Anfang an war. Im Interview mit MSNBC schildert Solomon, was seine Recherchen ergeben haben:

„If you go back in time, when the President announced his plans to attack and then pulled back, it was exactly the period in time where American negotiators were meeting with Iranian negotiators secretly to get the nuclear agreement. And U.S. and Iranian officials have both told me they were communicating that if the U.S. starts hitting a Iran’s closest Arab ally, sort of the ability to project their power through the Middle East and Lebanon and the Palestinian territories, they cannot conclude. The Revolutionary Guard would not accept a continued engagement with the U.S. if their closest ally was being hit.”

Das Zugeständnis an den Iran war nicht nur ein Bruch der eigenen Verlautbarungen Obamas und demolierte nachhaltig dessen Glaubwürdigkeit, sondern seit dem August 2013 erst wurde der syrische Bürgerkrieg zur größten Tragödie des neuen Jahrhunderts – denn von da an wussten das Assad Regime, die russische und iranische Führung und die libanesische Hisbollah, dass sie in Syrien auch in Zukunft freie Hand haben werden.

 

 

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