Jungle World abonnieren
Jungle World - shop
Thomas von der Osten-Sacken:Zum Begriff des Westens in Idlib und Hama
1. Oktober 2015, 18.58 Uhr:

Zum Begriff des Westens in Idlib und Hama

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von David Kirsch

In den letzten Tagen wurden viele interessante Essays und Papers darüber verfasst, was denn nun eigentlich die Ziele der jüngst von Putin eingeleiteten syrischen Offensive seien. Eine durch russische Luftunterstützung angeführte (Boden-)offensive, die - quelle surprise - nicht wie zu anfänglich behauptet, den Islamischen Staat als primäres Ziel hat, sondern vor allem syrische Oppositionsgruppen, die allesamt einzig und alleine das Ziel des Sturzes Assads eint.
Syrische Aktivisten berichteten vor allem von gezielten Luftangriffen auf Stützpunkte der Freien Syrischen Armee, im Zuge derer mehrere Kommandanten aus dem Leben schieden.

Es ist nun alles so gekommen, wie viele bereits vor dem Ausbruch der syrischen Proteste prophezeit haben:
Die Lücke, die der westliche Hegemon durch Appeasement gegenüber seinen Feinden und dem unbedingten Drang nach multilateralem Vorgehen in Syrien hinterlässt, werden andere füllen.
In Syrien sind das vor allem: Putin, Khamenei und Assad.

“It did not have to happen!” sagte John Mc Cain gestern in einer Ansprache, die direkt an den Westen der Obama-Administration gerichtet war. Diese ist es, welche momentan alles daran setzt, die alten Begrifflichkeiten des “Westens” in Frage zu stellen - ist er doch im Jahre 2015 nicht einmal mehr in der Lage seine Bündnispartner zu verteidigen, vielmehr ist er in einer Permanenz der Kapitulation gefangen - was sowohl die Iraner 2009, als auch die Syrer am eigenen Leibe erfahren mussten. Und in Deutschland, wo man vom neuen amerikanischen Multilateralismus begeistert ist und man überparteilich applaudiert, dass Putin endlich die Bodentruppen entsendet, die Obama immer vermeiden wollte, bringt die FAZ das neue Selbstverständnis des Westens und die eigentlichen Ziele der Achse Moskau-Teheran-Damaskus ungewollt auf den Punkt:

Zu den Zielen der russischen Angriffe vom Mittwoch soll mindestens eine Rebellengruppe gehören, die von dem amerikanischen Geheimdienst CIA ausgebildet wurde, berichtete die „New York Times“ in der Nacht auf Donnerstag unter Berufung auf Regierungsvertreter in WashingtonDie Gegend werde vorwiegend von Oppositionellen mit Verbindung zu den Amerikanern kontrolliert, hieß es unter Berufung auf Regierungskreise.

Angesichts der Verärgerung der Amerikaner über Russlands Angriffe sollen Militärvertreter beider Seiten schnellstmöglich zu einem Gespräch zusammenkommen. „Wir haben uns über die Notwendigkeit verständigt, so bald wie möglich - vielleicht sogar schon morgen, jedenfalls so schnell wie möglich - ein Gespräch auf militärischer Ebene zur Entschärfung des Konflikts zu führen“, sagte der amerikanische Außenminister John Kerry, als er in New York mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow gemeinsam vor die Presse trat.

Kommentare

Für diesen Beitrag sind die Kommentare abgeschaltet.

Anzeige Transformellae Ikeae

Werden Sie ein Fan!

Jungle World
auf Facebook

Sie müssen sich nicht für Facebook registrieren, um unsere Seite zu betrachten. Na gut, dann …