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Kürzliche Beiträge
12. Juli 2014, 11.38 Uhr:

Tunnelkriege

von Thomas von der Osten-Sacken

Yossi Melman beschreibt, wie die Hamas Gaza inzwischen in eine veritable Festung ausgebaut hat und was es bedeuten würde, die israleische Armee startete nun eine Bodenoffensive, wobei es Israel ja erklärtermaßen nicht darum geht, die Macht der Hamas über den Gazastreifen zu brechen:

The fact that despite the extensive aerial bombardment aimed at disrupting Hamas’s launch capability, it keeps on firing and will continue to do so, is evidence of how sophisticated and hard to trace and destroy the underground bunkers have become.

If the aerial campaign does not soon put an end to the rocket fire or if a cease-fire is not achieved – and the chances for both seem very slim at the moment – the IDF will have no choice but to send its ground forces into Gaza. The Israeli cabinet and military leadership does not want to enter the Strip, but the shower of rockets and public discontent will leave it with no choice. This is exactly Hamas’s strategy – to lure Israel into unleashing its ground forces.

Hamas knows that even if Israeli troops do enter Gaza, Israel does not intend to topple its regime because Jerusalem knows that if it leaves a power vacuum, more radical elements in the mold of the Islamic State group (formerly ISIS) or al-Qaida will move in. Thus, Hamas does not fear an Israeli incursion.

All it needs to do is hold on as much as it can, keep launching rockets to prolong the war, and provoke the Israeli government to invade Gaza, causing Israeli casualties – and leading the Jewish state to bleed and sink in the Gazan sand dunes.

Und Avi Issacharoff erklärt, welche Ziele die Hamas verfolgt, warum ihre Popularität erneut steigt, sich in Gaza nichts ändern wird und Israel diesen Krieg nicht gewinnen kann:

The latest confrontation between Hamas and Israel exposes a phenomenon that is not as well known in our region: It’s the case of a semi-military terrorist entity, Hamas, going to war against a stronger enemy, Israel, not to cause it to accede to its demands, but to cause a third and fourth entity to accede to them. Hamas has dragged itself into war without devoting too much thought to its exit strategy. Its key hopes are that Egypt will change its attitude toward it, and that it will finish off Palestinian reconciliation efforts once and for all.

Israel, it would seem, has been drawn against its will into Hamas’s fight for survival against Egypt and the Palestinian Authority. (…)

pparently, Hamas’s assumption was that in fighting Israel, the organization would be able to win support on the Palestinian street and effect a change in Egypt’s attitude toward it — resulting in the opening of the Rafah crossing and eventually, after the current round of fighting would be over, the establishment of a new government in the West Bank that would comprise a plethora of groups and movements, enjoy Cairo’s cooperation and, to take the cake, leave Abbas stranded in the Muqata in Ramallah as the Palestinian street viewed him as a collaborator with Israel.

Hamas’s terms for a comprehensive ceasefire were relayed for the first time as early as Sunday, revealing that what it wanted was an escalation. There were conditions on the list that had nothing at all to do with Israel, such as lifting the blockade on Gaza (opening the Rafah crossing). But meanwhile, in the Kirya in Tel Aviv, the top brass of the Israeli defense establishment had yet to realize that something had changed, that a decision had been made by Hamas to start an all-out war. Indeed, it was only on Monday night that Israel realized Hamas was no longer in the same state of mind that had characterized it in recent years, and was now pushing for an escalation.

11. Juli 2014, 00.26 Uhr:

Mit dem Islam Gewalt gegen Frauen bekämpfen?

von Thomas von der Osten-Sacken

Eine Umfrage der Universität Kirikkale und der Organisation “Glückliche Kinder” bei 3500 türkischen Männern belegt, was in der Türkei ohnehin eine Binsenweisheit ist: Selbstverständlich finden die meisten türkischen Männer Gewalt gegen Ehefrauen völlig normal, sinnvoll und praktisch.

28 Prozent der Befragten hielten Gewalt gegen Ehefrauen für unerlässlich: Das müsse eben geschehen, um sie zu disziplinieren. 34 Prozent gaben sich gemäßigter und hielten Gewalt gegen Ehefreuen nur “gelegentlich” für “notwendig".

Das berichtet die Welt. Und kommt zu dem Schluss, dass es für eine islamistische Regierung schwer ist, mit dem Islam islamisch legitimierte Gewalt zu bekämpfen. Das allerdings gilt nicht nur für islamistische Regierungen, sondern jeden, der’s versucht.

In ihren Aufklärungsbemühungen stützt sich die islamisch geprägte Regierung auf die Botschaft, dass Gewalt gegen Frauen auch ein Verstoß gegen den Islam sei. Da liegt aber vielleicht das größte Problem: Die Ehrenmord-Forscherin Hülya Özaktürk fand durch Befragung zahlreicher Frauenmörder heraus, dass diese ihre Taten als den Geboten der Religion entsprechend betrachten. Das dürfte auch für “normale” häusliche Gewalt gelten.

Insofern stellt sich die Frage, ob nicht die religionsfördernde Regierungspolitik selbst dazu beiträgt, trotz aller Präventivprogramme und Aufklärung, jene gesellschaftlichen Schichten in ihren Ansichten zu bestärken, die am ehesten zu Gewalt gegen Frauen neigen.


10. Juli 2014, 19.24 Uhr:

Hamas beschießt Atomreaktor - „tagesthemen“ sehen keine Gefahr

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Detlef zum Winkel

 

Am 9.7. versuchten Milizen der Hamas, den israelischen Atomreaktor in Dimona anzugreifen. Zwei Raketen schlugen auf freiem Feld in der Nähe der Nuklearanlage ein, eine dritte wurde vom israelischen Abwehrsystem Iron dome abgefangen. Die israelischen Streitkräfte berichteten den Vorfall. Andere Quellen sprachen von sieben Raketen auf Dimona; drei hätten zerstört werden können, vier hätten ihr Ziel verfehlt. Hamas bekannte sich zu dem Angriff: der Reaktor sei das Ziel gewesen, erklärte eine Brigade. Am 10.7. gab es erneut Sirenenalarm in Dimona. Die Bedrohung hält an.

In der deutschen Presse hört sich das ziemlich undramatisch an. Raketen seien in der Negev-Wüste niedergegangen, und, ja, es seien palästinensische Fabrikate gewesen. Wie nah oder fern vom Atomreaktor sie eingeschlagen hätten, sei unbekannt. Das klingt so, als seien beim Beschuß südlicher Gebiete Israels eben auch ein paar Geschosse zufällig an der Nuklearanlage vorbeigeflogen. Die Erklärung aus der Hamas selbst wird von „Focus“ und „Spiegel“ unterschlagen.

Wenn sie Zweifel an ihrer Echtheit haben, könnten sie einfach einen Blick auf eine Webseite der Islamischen Republik Iran werfen:

Dort berichtet man triumphierend, daß “die Zionisten” im weiten Umkreis von Dimona alle Schutzunterkünfte geöffnet und Warnungen an die Bevölkerung gerichtet hätten. IRIB world service freut sich über die Effizienz dieser neuen Schläge, als ob die Idee von ihnen selber gekommen wäre. Das ist nicht ganz auszuschließen, versteht doch die Hamas von Kindesentführungen sicher mehr als von Atomenergie.

In den „tagesthemen“ vom 9.7. wurde immerhin der militärische Flügel der Hamas als Angreifer benannt. Moderator Thomas Roth meinte, viele Menschen interessiere, welchen Gefahren tatsächlich drohten, wenn das israelische Atomkraftwerk getroffen wird. Korrespondent Richard C. Schneider in Tel Aviv weiß es: diese Gefahr sei „nicht existent“. Selbst wenn der Reaktor getroffen würde, sei er von solchen Raketen nicht zu beschädigen.

Das coole statement erinnert an die Aussagen sowjetischer und japanischer Sprecher vor Jahren und Jahrzehnten. Wenn es um Atomanlagen geht, können Gefahren praktisch immer ausgeschlossen werden. Das bringt die Nukleartechnik einfach so mit sich. Wenn Schneider sich um die Nachfolge des legendären japanischen Regierungssprechers Edano bewerben will, sollte er schon mal ein paar Entschuldigungen an die Bevölkerung vorbereiten.

Von einem Korrespondenten, der sich seiner Sache so sicher ist, darf erwartet werden, daß er nach Dimona fährt und vor dem Zaun der Anlage berichtet, falls, was hoffentlich nie eintritt, eine Rakete eben doch einmal ins Ziel finden sollte.

Angesichts der tragischen und dramatischen Ereignisse dieser Tage, angesichts von Toten und Verwundeten in den Städten, ist der Vorfall von Dimona aktuell nicht die größte Sorge der Menschen. Aber er ist von grundsätzlicher Bedeutung, die weit über die Region hinausreicht:

1.  Atomanlagen sind militärische oder terroristische Ziele.

2.  Sie müssen mit militärischen Mitteln verteidigt werden.

3.  Die Schreckensnachrichten darüber, was Terroristen derzeit im nördlichen Irak anrichten, sind noch steigerungsfähig.

Hamas hat ein weiteres Tabu gebrochen und gezeigt, wie Atomkriege im 21. Jahrhundert aussehen können und letztlich auch aussehen werden, wenn die Nukleartechnik nicht abgerüstet wird. Diejenigen, die jetzt sicher daran erinnern wollen, daß Israel aber auch schon Atomanlagen im Irak und Syrien bombardiert hat, haben nichts verstanden: diese waren nicht in Betrieb, d.h. nicht mit Kernbrennstoffen ausgerüstet.

9. Juli 2014, 01.10 Uhr:

Judenkillen zahlt sich aus

von Thomas von der Osten-Sacken

Ein durchaus lukrativer Job ist es, bringt man in Israel einen Juden um, denn - auch mit Hilfsgeldern aus Europa und den USA natürlich - die Palestinian National Authority (PNA) zahlt ordentlich, sollte man für die Tat verurteilt und in einem israelischen Gefängnis sitzen:

Data presented to the cabinet revealed that a terrorist sentenced to 10–15 years in an Israeli jail receives a salary of 6,000 shekels (USD $1,750) a month. A terrorist serving 25–30 years receives 10,000 shekels.

Terrorists with “blood on their hands” - those who have succeeded in murdering Israelis and are serving more than 30 years - can expect a monthly income of 12,000 shekels (USD $3,500), which is nearly five times the average salary in the Palestinian Authority.

With those kinds of numbers, the murder and attempted murder of Jews has become one of the most rewarding professions in the Palestinian Authority.

An Israeli Foreign Ministry report shows that in 2012, the Palestinian Authority paid USD $75.5 million to jailed terrorists and their families. And that represents only the transfers from the PA’s Ministry of Prisoner Affairs.

Additional monies are regularly paid to the families of jailed terrorists by the Ministry of Social Affairs, and to the families of deceased terrorists, including suicide bombers. These additional payments reached USD $78 million in 2011.

All together, the Palestinian Authority is spending some 20 percent of its annual foreign aid and five percent of its overall annual budget on supporting terrorists and their families.

9. Juli 2014, 00.55 Uhr:

Death and Destruction

von Thomas von der Osten-Sacken

In zwei Sätzen schreibt Jonathan S. Tobin, was zu Hamas & Co zu sagen ist:

There can be no compromise with Hamas’ ideology or its actions. Its only goal is death and destruction. Anyone who forgets this in order to sustain an “even-handed” approach to the Middle East conflict that sees both sides as somehow morally equivalent are ignoring the truth.

7. Juli 2014, 01.21 Uhr:

Atheismus in Tunesien

von Thomas von der Osten-Sacken

Eine Reportage von Roua Khlifi über Atheisten in Tunesien:

In Tunisia, atheism remains a taboo subject, often unspoken of or regarded as something harmful to Tunisian society and culture. Since the 2011 Tunisian revolution, a rising wave of nonbelief has sparked controversy. Anti-atheist Facebook pages have thrived, calling on Tunisians to sense the “looming danger” of this growing trend. Most Tunisian nonbelievers keep a low profile and follow a seemingly conformist lifestyle. (…)

Those affiliated with the communist party are often labeled as atheists by their ideological opponents, Islamists. While the conflict has primarily remained one of words, the case of Ghazi Jebri and Jabeur Mejri  sparked a controversy when they were convicted of blasphemy.

”I noticed the growing wave of atheism, and I think that part of it is a counter-reaction to having an Islamist government,” claimed Y.S. “Iran is witnessing something similar, as Iranians are trying to revive their Persian identity because they felt that they were imposed a certain culture. In the case of Iran, Islamization made atheists.”

Y.S. doubts about the accuracy of data concerning religious identity in Tunisia.

“When you read statistics about Tunisia, 99.99% are Muslims. How is that possible? There are many closeted atheists,” she asserted.

Although Y.S does not think that being an atheist is an issue that concerns others, or that she needs to be open about her spirituality, she admitted that she worries about the implications of her choice on issues that are regulated by Islam, such as marriage and inheritance.

“They can always claim you are a kafira [a nonbeliever], and deny you the right to inheritance,” she said. “If you marry foreigner, there is always the question of whether he is a Muslim or not, and you need to prove that he is.”

4. Juli 2014, 00.05 Uhr:

Die Achse Teheran-Moskau-Washington-Damaskus

von Thomas von der Osten-Sacken

Nun fliegen über Bagdad also erneut amerikanische Kampfhubschrauber, deren Piloten diesmal, wenn sie ihnen begegnen den iranischen und russischen, vielleicht im Westen des Landes auch syrischen Airforce-Kollegen aus dem Cockpit zuwinken können.

Die US-Administration macht damit de facto nun gemeinsame Sache macht mit den Iran und Moskau, stellt de facto der Achse des Widerstandes die Luftwaffe. Dazu schreibt Armin Rosen:

The U.S.’s deployment of attack helicopters to Iraq for possible use against ISIS doesn’t prove that Washington is explicitly assisting Moscow, Damascus, and Tehran in their regional ambitions, which have had such a disruptive effect on the post-Arab Spring Middle East. But that may be the likeliest effect of the U.S. joining the fight in Iraq on the side of Russia, Syria, and Iran.

Michael Doran, a former senior director at the National Security Council and a senior fellow at the Brookings Institution, told Business Insider that the Obama administration needs to stifle both Iran and ISIS’s regional strategies if it wants a comprehensive solution to the problems wracking Syria and Iran. In his view, the U.S. needs to avoid taking a side in the region’s larger Sunni-Shiite split — now encapsulated in the fight between Shiite Iran and its Iraqi clients, and Sunni extremists like ISIS — and work to curtail all of the region’s bad actors.

“If you want to build up a non-jihadi Sunni force that is capable of commanding loyalty from people on the ground then you have to fight Assad and push against Iran, and you push back against ISIS and Iran at the same time,” he said. “If you’re just fighting ISIS then you’re building an Iranian security system in the region.”

“The Iraqis are a thin membrane between the U.S. and the Qods Force,” says Doran, referring to the foreign arm of the Iranian Revolutionary Guards. “Any intelligence that we give to the Iraqis is probably going to be on the desk of Qassem Suleimani in less than a day.”

With this increased commitment of U.S. military assets to Iraq, the U.S. isn’t just forcing itself to coordinate logistics with the Iranian-Syrian-Russian alliance in the Middle East. It’s also bringing American policy alarmingly close to that of some of the region’s more destructive forces — whether Obama intends for this or not.

U.S. policy could have this effect even if it isn’t the Obama administration’s intent to strengthen Iran’s hand. Even simply coordinating intelligence with a sectarianized and Iranian-infiltrated Iraqi military could play to Tehran’s advantage.

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