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Kürzliche Beiträge
2. Dezember 2011, 16.28 Uhr:

Stop Ahmedinejad and the new Nazis

von Thomas von der Osten-Sacken

Harte Worte:

“Iran and its leader, (President Mahmoud) Ahmadinejad, are the new Nazis, and the world must learn from the Holocaust and stop them before it’s too late," (…) “The Holocaust taught the free world’s conscience not to let such a scenario repeat itself.”

Gesagt hat sie auf einem Besuch in Israel der Premier  eines mehrheitlich muslimischen Landes: Sali Berisha aus Albanien,  der ansonsten noch scharf  die palaestinsischen Bestrebungen kritisiert, von der UN als eigener Staat anerkannt zu werden.

Den Muslimbruedern und ihren Waehlern schreibt er ins Stammbuch:

Regimes based on religion have no future. Those who protested on the streets in Arab countries were fighting for freedom and values shared by all human beings, regardless of their religion. Western countries must reach out and help them build their democratic institutions.”

1. Dezember 2011, 18.50 Uhr:

Die Brüder und die Ökonomie

von Jörn Schulz

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27. November 2011, 21.18 Uhr:

Vor den Wahlen in Aegypten

von Thomas von der Osten-Sacken

Nun finden sie also doch statt, die Wahlen in Aegypten, auch wenn viele der Demonstranten gehofft haben moegen, dass sie in letzter Minute noch verschoben werden wuerden, weil wie Ashraf Khalil treffend schreibt:

Emotionally, politically and logistically, Egypt is not ready for these elections. That is a real shame; after the historic achievements of January and February, this country deserved better than what it is about to get.

 Morgen also wird ein erstes Drittel aller Aegypter an die Urnen gehen, in den naechsten Monaten dann der Rest. Wahlprocedere- und system gelten  als aeusserst kompliziert und unuebersichtlich, wurden auch nach dem Sturz Mubaraks nicht reformiert.

Waehrend die Islamisten, sowwohl Muslimbrueder wie Salafiten, den Wahlkampf ununterbrochen fortgesetzt haben, auch waehrend der Massendemonstrationen in den letzten Tagen, ist das saekulare Lager zersplittert, es herrscht Uneinigkeit und Konfusion ueber das weitere Vorgehen. Einige Parteien rufen zum Boykott auf, andere ihre Unterstuetzer dagegen an die Urnen. Erwartet wird ein extrem gutes Abschneiden der Islamisten, Salafiten und Muslimbrueder zusammen koennten laut Umfragen inzwischen ueber 50% der Stimmen auf sich vereinigen.

Al Masry al Youm berichtet von der Stimmung auf der Strasse am Tag vor dem ersten Urnengang, der droht, alles andere als ein historischer Moment in Aegyptens Geschichte zu werden:

Egypt’s first post-25 January elections were supposed to be a celebratory milestone on the long road to democracy. But after nearly 10 months of military rule, it seems that many Egyptians are viewing voting as a necessary (and potentially dangerous) evil.

Many worry that holding elections under the current conditions, after nearly a week of violence between protesters and Ministry of Interior forces, will lead to another outbreak of violence. Many also worry the election will result in another corrupt parliament.

Still, most Egyptians are saying they plan to vote, believing that boycotting or postponing the elections could lead to even greater chaos.

“I’m not happy that we’ve been forced to have the elections in these circumstances and I join those who are worried about… but boycotting the elections will only make its results worse,” Ahmed al-Esseily, a television presenter, wrote on Twitter.

Many also expect that paid thugs, formerly used by Mubarak to intimidate voters, could make a comeback, turning the elections into a bloodbath.

“Attacks and gunfire used to take place during previous elections, even with the presence of police,” said Ahmed Fahmy, a 36-year-old contractor in Old Cairo. “Imagine now what will happen with the current lack of security and the expansion of the electoral district.”

27. November 2011, 10.42 Uhr:

Keine khomeinistische Zukunft für Bahrain!

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Wahied Wahdat-Hagh

Während der Iran im Namen der Menschenrechte die schiitische Bewegung in Bahrain unterstützt, führt die US-Marine gemeinsame Manöver mit Bahrain durch. Europa sollte endlich eine positive Rolle bei der Demokratisierung von Bahrain spielen.  

Am 15. Mai 2011 veröffentlichte die wissenschaftliche Abteilung des iranischen „Parlaments“ einen Bericht über die politische Lage in Bahrain. Bahrain ist als ein Staat im Persischen Golf für den Iran von besonderer Relevanz. Der Saudi-Arabischen Armee und den Sicherheitskräften des Staates von Bahrain wird in dem Bericht vorgeworfen an den Menschenrechtsverletzungen in Bahrain beteiligt zu sein.

In dem Bericht wird auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte  der Vereinten Nationen verwiesen. Der Westen würde das Thema der Menschenrechte instrumentalisieren.

Ausführlich gehen die Autoren des Berichts auf die Probleme von Folter in den Gefängnissen Bahrains ein. Hervorgehoben werden die Folterungen von weiblichen Aktivistinnen. Viele gebildete Frauen, Ärztinnen und Lehrerinnen seien von den Sicherheitsbehörden „entführt“ worden. Die Sicherheitskräfte und die „Saudi-Arabischen Besatzer“ sollen das einzige staatliche Krankenhaus in der Stadt Manama in Mai 2011 umzingelt haben. Willkürlich würden Menschen verhaftet werden. Viele Studenten, Universitätsprofessoren und akademisches Personal seien verhaftet worden.

Insbesondere seit der verstärkten Intervention Saudi-Arabiens in Bahrain seien dort schiitische Zentren geschlossen worden. Dabei seien sogar Sunniten gemeinsam mit Schiiten an den Protesten gegen die Bahrainische Regierung aktiv gewesen. 25 Prozent der verhafteten Bahrainis seien Kinder, die angeblich gefoltert und teilweise hingerichtet worden seien.

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26. November 2011, 22.36 Uhr:

Libysche Intervention in Syrien?

von Thomas von der Osten-Sacken

Einem Bericht des Telegraph zufolge hat sich die neue libysche Regierung bereit erklaert, der syrischen Opposition mit Waffenlieferungen und freiwillen Kamepfern zu helfen. Damit betraete ein weiterer auslaendischer Akteur sie syrische Buehne.

Inzwischen sollen auf Seite der syrischen Regierung nicht nur iranische Revolutionsgardisten, sondern auch Hizbollah-Milizionaere und Mitglieder der irakischen Mahdi-Armee von Moqtada al-Sadr kaempfen. Auf der anderen Seite sollen in die Kaempfe sowohl salafitsiche Freiwillige aus dem Libanon als auch sunnitische Stammeskrieger aus dem Irak verwickelt sein. Qatar, so heisst es, hilft bei Training und Ausbildung der Free Syrian Army.

Vor der Kueste Syriens ankern seit einigen Wochen russische Kriegsschiffe, nun hat auch die USA einen Flottenverband ins oestliche Mittelmeer verlegt.

 Langsam entwickelt sich der Konflikt in einen ausgewachsenen regionalen Stellvertreterkrieg, statt von Buergerkrieg kann man bald besser von Libanonisierung sprechen. Auch innerhalb Syriens droht der konfessionell aufgeladene Konflikt zwischen Sunniten und Alawiten immer grausamer und brutaler zu werden. Genau vor dem Szenario wurde immer gewarnt. Besser die USA und Europa hielten sich dem Konflikt fern, hiess es monatelang. Sie hielten sich weitgehend fern. Und es trat ein, wovor man gewarnt hatte.

Nun kommen auch noch die Libyer:

At the meeting, which was held in Istanbul and included Turkish officials, the Syrians requested “assistance” from the Libyan representatives and were offered arms, and potentially volunteers.

“There is something being planned to send weapons and even Libyan fighters to Syria,” said a Libyan source, speaking on condition of anonymity. “There is a military intervention on the way. Within a few weeks you will see.”

The Telegraph has also learned that preliminary discussions about arms supplies took

place when members of the Syrian National Council [SNC] – the country’s main opposition movement – visited Libya earlier this month.

“The Libyans are offering money, training and weapons to the Syrian National Council,” added Wisam Taris, a human rights campaigner with links to the SNC.

The disclosure came as rebels raided an air force base outside the city of Homs and killed six pilots, according to a statement by the country’s military.

25. November 2011, 22.50 Uhr:

Eine weitere Bankrotterklaerung

von Thomas von der Osten-Sacken

Ja, man moechte Semas Milne eigentlich gerne zustimmen, wenn er im Guardian schreibt, dass der “arabische Fruehling” zurueckgekehrt sei:

Until the last few days pessimism about the Arab revolution had become the norm. After the euphoria of Tunisia and Egypt, the “Arab spring” had become bleak autumn. Savage repression, foreign intervention, civil war, counter-revolution and the return of the old guard had become the order of the day. To some there had been no revolution at all – and only strategically marginal Tunisia would be allowed to undergo a genuine democratic transformation.

Und so geht es weiter.  Nur, mit keinem, aber auch keinem einzigen Wort erwaehnt der Autor, dass  von den verschiedenen islamistischen Parteien durchaus eine Bedrohung ausgeht und nicht gerade wenig Akteure des “arabischen Fruhlings" eine moegliche Machtuebername durch Muslimbruder et. al. ganz konkret fuerchten, von den Sorgen in Israel ganz zu schweigen.

Im Gegenteil, er erwaehnt sie nicht einmal, wenn er auf Saudi Arabien zu sprechen kommt, das ihm nur finsterer Erfuellungsgehilfe imperialistischer Strategien ist, ganz ohne eigene Interessen:

Since the day the Egyptian dictator was ousted there has been a determined drive by the western powers, their Gulf allies and the old regimes to buy off, crush or hijack the Arab uprisings. In Tunisia and Egypt, US and Saudi money has poured in to bolster allies.

An wen fliessen die Gelder aus Saudi Arabien wohl? Doch nachweisbar bevorzugt an Salafiten, Muslimbrueder und andere Islamisten, die man, so sehr Obama sie auch umwerben mag, kaum als die preferierten Alliierten der USA bezeichnen kann. Und wer war es denn, der vor Jahren schon die April 6th Coalition und andere saekulare Kraefte in Aegypten klandestin unterstuetzte? Erinnert sich noch wer an die Wikileaks Dokumente, die, sehr zum Missvergnuegen wohl auch des Guardian, zeigten, dass es die Administration unter George W. Bush war?  Waehrend nun ein paar muede Dollar, im Vergleich verschwindend geringe Summen, von den USA und Europa an demokratische Gruppen und Initiativen in Aegypten und anderswo ueberwiesen werden, waehrend die Islamisten sich zumindest ueber Geldmangel kaum beklagen muessen. Die Petrodollars fliessen und fliessen und fliessen.

Aber da gibt es ja noch, die andere Seite in der Region. Und richtig, weil der Westen aber immer und auf jeden Fall boese ist, sollten deshalb all jene, die gegen Regimes der selbsterklaerten “Achse des Widerstandes” opponieren  jetzt bitte aufhoeren, nach Hilfe oder gar Intervention zu rufen und lieber umgehend in den Dialog mit ihren Unterdrueckern treten:

To avoid such a regional disaster would be a negotiated political settlement in Syria underpinned by Turkey and Iran – though it may be that Turkey’s denunciations of the Assad government have gone beyond the point where such agreement is viable.

Denn der Iran und Syrien, wir wissen es alle, sind sichere Garanten gegen den schaedlichen US-Einfluss in der Region, waehrend Mulsimbrueder und andere Islamisten als lupenreine Demokraten gelten, solange nur ganz oben auf ihrer Agenda die Zurueckdraengung auslaendischen Einflusses in der Region steht.

Was als Artikel begann, der klang, als freue sich da jemand ueber die juengsten Entwicklungen in der Region, endet nur als eine weitere Bankrotterklaerung dieser Art von Linken.

24. November 2011, 18.18 Uhr:

Von Saddam lernen

von Jörn Schulz

„Saddam Hussein plante vom Anfang seiner Präsidentschaft an einen erneuten Krieg der ‚Arabischen Nation’ gegen Israel. Irak, Syrien und möglicherweise Jordanien würden unter Saddams Führung eine umfassende konventionelle Auseinandersetzung mit dem Staat der Juden beginnen. (…) Um diesen nächsten Krieg gegen das nuklear gerüstete Israel auf durchgängig konventionellem Niveau halten zu können, mussten die Nuklearwaffen Israels neutralisiert werden. Dazu bedürfte es eigener Nuklearwaffen. Da eine Eigenentwicklung zunächst nicht zur Verfügung stehen konnte, glaubte Saddam, dass ‚unsere sowjetischen Freunde’ aushelfen würden.“ Was sie zum Glück nicht taten, die Atomexportpolitik der Sowjetunion war immer restriktiver als die der meisten westlichen Staaten. Den 1981 von israelischen Kampfflugzeugen zerstörten, noch im Bau befindlichen Atomreaktor hatte Frankreich geliefert.

Hans Rühle schreibt in der Welt über die „Begin-Doktrin“ („Wir werden unter keinen Umständen zulassen, dass ein Feind Massenvernichtungswaffen entwickelt, die gegen die israelische Bevölkerung eingesetzt werden könnten.“) und auch den kaum bekannten Versuch Israels, das pakistanische Atomrüstungsprogramm in Kooperation mit Indien zu stoppen. „Anfang 1984 billigte Indiens Ministerpräsidentin Indira Gandhi die israelisch-indische Aktion. In dieser Situation sah die CIA, die durchgehend informiert war, keine andere Möglichkeit mehr, als den pakistanischen Präsidenten Zia Ul Haq zu informieren. Zugleich wurde massiv Druck auf Israel ausgeübt, von diesem Abenteuer Abstand zu nehmen. Schließlich zog Indira Gandhi ihre Zustimmung zurück.“

Was unter anderem zur Folge hatte, dass der pakistanische Atomwissenschaftler Abdul Qadeer Khan diverse Länder, nicht zuletzt den Iran, mit Material und Know-how für nukleare Rüstungsprogramme belieferte. Auch nach der Enthüllung dieser Aktivitäten im Jahr 2004 zeigte die US-Regierung wenig Eifer bei der Aufklärung des Falls. „’Wir haben grundsätzlich Präsident Musharrafs Argument akzeptiert, dass wir keinen Zugang zu A.Q. Khan haben können, weil dies seine Regierung weiter destabilisieren würde’, sagt Jon Wolfsthal vom Center for Strategic and International Studies in Washington.“ Was genau an wen geliefert wurde, ist bis heute nicht bekannt.

Die erst kürzlich enthüllten Pläne Saddam Husseins sind auch deshalb von Interesse, weil sie die Möglichkeit belegen, „dass nukleare Aufrüstung betrieben wird, um einen beabsichtigten konventionellen Krieg führen zu können“. Es geht nicht allein um die Frage, wie ernst die Vernichtungsdrohungen gegen Israel zu nehmen sind und wie viele Anhänger die apokalyptische Doktrin Ayatollah Mesbahe Yazdis, eines „geistlichen Beraters“ des Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad, hat. Bedroht sind auch jene Staaten der Region, denen Ahmadinejad ankündigte, dass „jeder, der aus Naivität, Egoismus oder Hedonismus“ Israel anerkenne, „im Feuer der islamischen Nation verbrennen“ werde.

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