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Kürzliche Beiträge
8. Juni 2012, 19.25 Uhr:

Die Optionen bei der Stichwahl zur ägyptischen Präsidentschaft

von Thomas von der Osten-Sacken

Hani Al-Aasar diskutiert in Al Ahram die Optionen der “Revolutionäre” bei der kommenden Stichwahl:

Option 1: Vote for Mursi

A victory for Mursi would put the Muslim Brotherhood in complete control of the government. It would hold the presidency, dominate the cabinet, and perhaps even appoint new governors.

With the Brotherhood running both the legislative and executive branches of government, it would hold a monopoly of power and be in a position to exclude other groups, especially secular ones, from the political scene. This is what it did in parliament, where it is the largest party, despite vowing not to do so.

There is also the question of democracy and how the Brotherhood would interpret it from an Islamic standpoint, whilst the principle of citizenry, some say, would be obliterated.

One would expect the group to pass laws that suit its own narrow interests, as it did in the past. And the parliament would be unable to exercise effective control over a government that shares the same Islamist ideology.

In addition, the identity of the Egyptian state would suffer if the Brotherhood was allowed to dominate the constitution-drafting assembly and alter the spirit of the constitution.

National security would also suffer due to the group’s plan to revive the caliphate, which is something it would love to do, according to Ahmad Abu Baraka, a senior figure in the group. Attempts to revive the caliphate would put Egypt on a collision course with other countries in the region.

The group’s hostility towards the Supreme Council of the Armed Forces (SCAF) and the security forces could result in one of two outcomes: either the group would control the army and the police, or there could be a military coup.

A Mursi-led regime might be more oppressive Mubarak’s, because of its inclination to use religion against its opponents.

So before revolutionaries even think of giving Mursi their stamp of approval, they should unite and put together a roadmap for achieving their goals. They should engage more with the public, in order to raise awareness and win allies.

If Mursi is elected, there could be another revolution, either because the Brotherhood fails to implement its policies, or shows little interest in meeting the basic needs of the population.

Above all, the revolutionaries must not throw their lot in with the Brotherhood, nor should they accept key government posts. They must bide their time and let the group bear the brunt of its own mistakes, which are inevitable.

Option 2: Vote for Shafiq

Many Egyptians say a victory for Ahmed Shafiq would signal the end of the revolution, but this might not be completely true.

The worst outcome of a Shafiq victory would be that Mubarak’s security forces, now under Shafiq, would make sure the revolution was aborted. Members of the old regime would remain in power, especially in the army, police, judiciary and media. The army, thanks to the protection of Shafiq, would remain unaccountable.

This doesn’t mean the revolutionary groups would have no wriggle room, however, because the inevitable conflict between the new president and the Brotherhood could bring them fresh opportunities.

The revolutionary groups could benefit from the conflict between Shafiq and the Brotherhood by planning a strategy and opposing their attempts to abort the revolution. In particular, the revolutionaries could connect with the public, listen to their grievances, recruit supporters, and groom young leaders.

They could also pressure both Shafiq and the Brotherhood to meet some of the revolution’s goals.

Above all, the revolutionary groups should make sure that the constitution is not written in their absence or dominated by one group.

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8. Juni 2012, 14.53 Uhr:

Iran setzt auf China und Russland

von Wahied Wahdat-Hagh

Iran will der europäischen Sanktionspolitik trotzen und trifft Gegenmaßnahmen. Ein stärkeres Engagement in der OPEC und der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit soll die Abhängigkeit von Europa mindern. Iranische Medien berichten, dass der frühere iranische Ölminister Gholamhussein Nowzari sich für das Amt des Generalsekretärs der OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries) bewerben will. Am 14. Juni soll auf dem Treffen der Ölminister der OPEC-Staaten der neue Generalsekretär gewählt werden. Die zweite Amtszeit von OPEC-Generalsekretär Abdalla Salem al-Badri geht im Dezember 2012 zu Ende. Bisher haben Saudi-Arabien, Irak, Kuwait und Ecuador jeweils ihre eigenen Vorschläge für einen Generalsekretär unterbreitet. Die USA werden am 28. Juni und die Staaten der Europäischen Union am 1. Juli 2012 neue Sanktionen in Kraft treten lassen.

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Baschar also, die Beine übereinandergeschlagen, sein Oberkörper verdeckt mit einer offenen Zeitung, er sitzt auf einem dieser im Damaszener Stil mit Intarsien eingelegten Stühle, die auf jedem Bild mit internationalen Besuchern auftauchen. Jeder Syrientourist kennt diese Möbel aus dem Basar, oder hat zumindest ein Backgammonspiel in der Machart mitgebracht.

Unter dem Stuhl sammelt sich eine rote Lache. Dahinter?

Dahinter steckt das da:

FAZ: “Syrische Oppositionelle, die aus der Region kommen, konnten in den vergangenen Tagen aufgrund glaubwürdiger Zeugenaussagen den wahrscheinlichen Tathergang in Hula rekonstruieren. Ihr Ergebnis widerspricht den Behauptungen der Rebellen, die die regimenahen Milizen Schabiha der Tat beschuldigt hatten. Sie sollen unter dem Schutz der syrischen Armee gehandelt haben. Da zuletzt Oppositionelle, die den Einsatz von Gewalt ablehnen, ermordet oder zumindest bedroht worden sind, wollen die Oppositionellen ihre Namen nicht genannt sehen.”

Oh, welche Vorsicht auch nur eine Quelle bei diesem interessanten, ja geradezu weltpolitisch bedeutendem Thema zu nennen. Sehr gut! Sehr delikat, wobei, den Namen des syrischen Kontaktoffiziers an der Bar von…, na könnte man doch ruhig…. aber das ist bloß eine Phantasie. Worauf bezieht sich hier die FAZ? Es müssen sehr sichere persönliche Kontakte sein. Faszinierend. Denn diese halbgenannten, nun “Informationen” werfen sozusagen… ein ganz anderes Bild… wir müssen alles umschreiben… Baschar ist also doch…. der Gute? Stimmt das echt FAZ? Wirklich echt, also im Ernst? Also die Russen und die Chinesen, die behaupten nämlich auch…. Nee, also Du bist da auch aus voller Überzeugung jetzt….

Oder sagen wir mal so, liebe FAZ,  man  kann vielleicht über so manches Reden reden. Aber über  Assad?

Assads Tempotaschentuch in einer Blutlache zu spielen, was ist das? Unter Niveau, oder?

Es lohnt sich auch nicht mehr. Das ist doppelt peinlich.

Diese ganze Angelegenheit in Syrien seit 15 Monaten, nennen wir es nun “Konflikt", “Unruhen", “Bürgerkrieg” oder sonstwas, vielleicht auch bloß “Schlächterei", eines ist offensichtlich: es handelt sich doch um einen einen medial sehr “dreckigen” “Konflikt": das heißt Frontstellungen werden bewußt verwischt, es geht auch darum, den Gegner mit bestimmten Konnotationen zu belegen, das Regime in Damaskus lebt geradezu davon, alles als “terroristisch” niederzuschießen, was nicht eine von ihm arrangierte Jubelversammlung darstellt.

Hey FAZ, das wißt ihr doch: Das Assad-Regime zieht Fingernägel aus Menschenkörpern, lässt töten, vergewaltigen, Kinder zerstückeln. Man weiß gar nicht, wie man solche Sachen aufzählen soll. Und das wohlgemerkt erst nicht seit 15 Monaten. Bloß beginnt es erst seit dieser Zeit zu interessieren, weil die demonstrierenden Syrer genau das erzwungen haben, und zwar gegenüber einer total desinteressierten “Weltgemeinschaft".

Für den unterdrückten Syrer hat sich vorher niemand interessiert. Auch klar sollte sein, in einem Aufstand, in einem Bürgerkrieg speziell wird das Morden je barbarischer, je mehr es undeutlich wird. Am Anfang war es Assad. Am Ende werden es viele und alle möglichen gewesen sein. Bisher war das allein das große entschuldigende Argument für ASSAD.

Es gibt, zumal nach der vermutlich vom Regime gesteuerten Ermordung mehrerer westlicher Reporter nur eine sehr eingeschränkte Berichterstattung “direkt” aus Syrien. Es gab vorher und gibt seitdem sowieso kaum eine “Live"-Berichterstattung aus deutschen Nachrichtenquellen.

Auch nicht aus der FAZ.

Anzumerken bleibt: Besagter FAZ-"Bericht” gibt schlicht Regimepropaganda wider, wenn er von “Syrische Oppositionelle(n), die aus der Region kommen” spricht, die etwas anderes als Regimemilizen am Morden gesehen haben wollen. Wenn die FAZ über Syrien etwas wüßte, dass den Erkenntnissen der UN-Beobachter, oder der versammelten internationalen Presse widerspräche… tja, sehr interessant.

Wir warten auf einen Exklusivbericht: Unterwegs mit der Shabiha. Wir sind bloß die Bandidos von Syrien.

Oder steckt hinter diesem klugen Köpfen doch nur ein abgeschlagener Stumpf, von dem Assad mit Hilfe der FAZ gerade noch Fliegen wegwedelt?

7. Juni 2012, 23.36 Uhr:

Antiimperialisten für Assad

von Thomas von der Osten-Sacken

Diese Plakate und Aufkleber sind auch bei den Nazis vom Reproversand bestellbar.

6. Juni 2012, 10.36 Uhr:

Shahin Najafi: "Aufrecht Sterben"

von Thomas von der Osten-Sacken

Shahin Najafi hat auf die Todesfatwa gegen ihn mit einem neuen Lied reagiert:

Eine Übersetzung des Liedes gibt es bei Enduring America und hier einen lesenswerten Kommentar von Matthais Küntzel.

5. Juni 2012, 17.38 Uhr:

Lieber Bengasi als Berlin

von Jörn Schulz

“Life is pretty normal. I talked to a Libyan of African heritage who had worked in Germany 14 years and recently had returned. He said he is much happier in Libya.” Juan Cole, US-Historiker und gewiss kein Neocon, berichtet aus Libyen: “Imagine my surprise on visits to Benghazi, Misrata and Tripoli, to find that there were no militiamen to be seen, that most things were functioning normally, that there were police at traffic intersections, that there were children’s carnivals open till late, families out, that jewelry shops were open till 8 pm, that Arabs and Africans were working side by side, and that people were proud in Benghazi of having demonstrated against calls for decentralizing the country.”

“Cities unhappy with the foot-dragging of the transitional national government have simply staged their own municipal elections. Benghazi just held its successfully, and Misrata did this months ago. I met the husband of a newly-minted female city council member in Benghazi; she was the number one vote-getter among the candidates that ran, and may chair the council. The municipal governments have the legitimacy of the ballot box and are beginning to address local problems.”

“In the urban north, I found a society actively reconstructing (…) So while I wouldn’t want to minimize what difficulties remain, and while I am aware that a week on the ground won’t reveal all the society’s problems, I can say with certainty that the image found in the Western press of the place is far more negative than what I saw with my own eyes and what I heard from locals in Arabic-language conversations.”

 

 

 

3. Juni 2012, 15.54 Uhr:

Free Syria From Assad!

von Thomas von der Osten-Sacken

Ein Aufruf der Antideutschen Aktion Berlin (ADAB):

Im März des vergangenen Jahres hatten Kinder in der südsyrischen Stadt Daraa den im Arabischen Frühling in Tunesien und Ägypten verwendeten Slogan „Das Volk will den Sturz des Regimes“ an mehrere Wände geschrieben. Die Kinder wurden verhaftet und gefoltert. Daraufhin forderte die Teilnehmer auf der ersten großen Demonstration in Daraa die Freilassung dieser Kinder. Eine weitere Demonstration am Freitag, den 18. März, wurde von Sicherheitskräften gewaltsam angegriffen, mindestens vier Menschen verloren ihr Leben. Bei den Begräbnissen der Toten wurde am Tag darauf ein weiterer Mensch von den syrischen Sicherheitskräften getötet. Die Proteste griffen im Weiteren auf andere Städte in Syrien über.

Über ein Jahr, zwei Beobachtermissionen, zehntausende Flüchtlinge, abertausende Verhaftungen und beinahe 10.000 Tote später verhandelt die internationale Weltgemeinschaft nach wie vor mit dem syrischen Diktatur Baschar al-Assad über ein Ende der Gewalt. Das Ergebnis ist immer dasselbe. Assad verkündet ein oder zwei Reförmchen und lässt dort wo gerade die internationalen Beobachter ihre Runde drehen die Waffen schweigen. Überall sonst in Syrien gehen die Sicherheitskräfte weiterhin brutal gegen die Opposition vor. Business as usual.

„Natürlich kann man einerseits sagen, dass durch Revolutionen alles nur noch schlimmer geworden ist. Die französische Revolution hat der Menschheit den Nationalismus und die allgemeine Wehrpflicht gebracht. Letztere hat es möglich gemacht, dass die Gemetzel in den beiden Weltkriegen alle vorangegangenen in den Schatten stellten. Und ohne Demokratie kein NS-Regime. Andererseits: Niemand weiß, was uns geblüht hätte ohne die Französische Revolution.

Auf jeden Fall kann man von Menschen nicht verlangen, dass sie sich mit der Despotie und den Folterkellern eines Mubarak-Regimes abfinden sollen. Sie haben das volle Recht, es mit Gewalt zu stürzen, ohne zu bedenken, was nachher kommt. Und vielleicht kommt es bei Ihnen ja nicht so schlimm, wie es bei uns gekommen ist.“ (1)

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