Schlüppis
Kürzliche Beiträge
23. April 2012, 00.36 Uhr:

Britische Kollaboration mit dem Gaddafi Regime

von Thomas von der Osten-Sacken

So langsam kommt so einiges ans Licht über die europäisch-libysche Zusammenarbeit, als Gaddafi noch am Ruder war. Da flossen beispielsweise nicht nur Gelder in  Sarkozys Wahlkampf, offenbar hat der britische Geheimdienst libysche Asylsuchende auch gezwungen, für Gaddafi zu spionieren:

The UK’s intelligence services have come under renewed pressure with the emergence of a fresh cache of secret documents that suggest MI5 officers forced Libyans seeking asylum in Britain to co-operate with the very regime from which they had fled.

For the last three months, Scotland Yard detectives have been investigating MI6’s alleged involvement in two so-called rendition operations that saw two Libyan dissidents kidnapped along with their families and flown to one of Muammar Gaddafi’s prisons in 2004.

The role that MI6 is said to have played is detailed in a batch of documents discovered in an abandoned government office in Tripoli last September. The two men have lodged civil claims against MI6 and against Jack Straw, who was foreign secretary at the time. (…)

The Mail on Sunday now says it is in possession of a second batch of Libyan government documents, that the newspaper says shows how the continuing close co-operation between the UK government and Gaddafi’s external security operation (EOS) saw Libyan agents enter Britain in 2006 in order to make joint “approaches” to dissidents living in London and Manchester.

22. April 2012, 23.54 Uhr:

Parlament fordert Rücktritt des Mufti wegen Jerusalem Besuchs

von Thomas von der Osten-Sacken

Das neu gewählte ägyptische Parlament demonstriert einmal mehr, was von ihm zu halten ist. Der Antrag wurde, by the way, keineswegs nur von islamisten unterstützt, sondern auch von angeblich liberalen Wafd-Partei:

Egypt’s Islamist-dominated Parliament on Sunday demanded the resignation of Grand Mufti Ali Gomaa over his controversial visit to Jerusalem last week.

Despite Gomaa’s statements that the visit was unofficial and that it took place under the supervision of the Jordanian authorities, the visit angered those opposed to normalizing relations with Israel.

Parliament Speaker Saad al-Katatny read out a recommendation within a statement issued by the People’s Assembly’s Religious Affairs and Endowments Committee that demanded an apology from Gomaa, and his resignation.

The recommendation received the approval of a majority of Parliament.

It demanded Gomaa’s “repentance to God,” “an apology to the Arab and Islamic peoples” and his resignation.” (…)

Chairman of the Wafd Party’s parliamentary bloc Mahmoud al-Sakka said, “if he was sincere in his visit, he would have returned with Jerusalem in his right hand.”

“He will be held accountable by God and by the people because he made a huge mistake,” he added.

 

22. April 2012, 20.11 Uhr:

Thawra, thawra hatta al-Nasr

von Jörn Schulz

An der Blue Lagoon von Dahab, wo das lauteste Geraeusch das Rauschen der Palmen ist, erscheint der Tahrir-Platz sehr fern. Aber auch unsere Unterkunft hier ziert die 25, die Zahl der Revolution, die am 25. Januar begann, und eine Fahne von al-Ahly, dem Fussballclub der Revolution. Bei der Freitagskundgebung auf dem Tahrir war, sehr zum Unwillen der Saekularisten, die Praesenz der Muslimbrueder und der Salafisten sehr stark. Zunaechst mussten wir durch das Vorzeigen unserer Paesse nachweisen, dass wir keine israelischen Agenten sind – so jedenfalls die “offizielle” Begruendung der Gruppe, die fuer die Absicherung und die Kontrolle auf Waffen zustaendig war. Am Abend erfuhren wir, dass die Ausweiskontrolle vor allem die Polizeipraesenz reduzieren soll. Auf den aegyptischen ID-Cards ist vermerkt, wenn jemand bei der Polizei arbeitet. Fuer Militaer und Geheimdienst gilt das allerdings nicht.

Einmal auf dem Platz, wird man dann sogar von ausgewiesenen Salafisten (viele tragen ein Bild ihres Praesidentschaftskandidaten, ob zugelassen oder nicht, auf einer Plastikkarte um den Hals) mit “Welcome to Egypt” begruesst. Getrommelt wird hier auch, und zwar vor allem von den Salafisten. Bei der Bewegung 6. April gibt’s hingegen revolutionaeren Folk zu hoeren. Alle hier wollen die Militaerherrschaft beenden oder behaupten das zumindest, auf “Thawra, thawra hatta al-Nasr” (Revolution, Revolution bis zum Sieg) koennen sich irgendwie alle einigen, allerdings nicht so recht darauf, worin dieser Sieg bestehen soll. Auf etwa einem Dutzend Buehnen wird in ohrenbetaeubender Lautstaerke gegeneinander agitiert. Man wundert sich nicht, dass die Leute hier frueher mal einen Gott hatten, der eigens fuer das Chaos zustaendig war.

20. April 2012, 15.15 Uhr:

Iran fühlt sich als Sieger der Atomverhandlungen

von Wahied Wahdat-Hagh

Die Atomverhandlungen mit dem Iran werden nur dann erfolgreich sein, wenn der Iran sein Urananreicherungsprogramm stoppt, den gehorteten Bestand an angereichertem Uran außer Landes schafft und die unterirdische Anreicherungsanlage Fordo schließt sowie die Anlage abbaut. Das iranische Regime aber wird sich kaum auf solche Forderungen einlassen. Dies machen Kommentare in der Teheraner Zeitung Kayhan deutlich, die als Sprachrohr des iranischen Revolutionsführer Ali Khamenei gilt.

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20. April 2012, 13.04 Uhr:

Steigender Bierkonsum in Tunesien

von Thomas von der Osten-Sacken

Wie die größte Brauerei Tunesiens  mitteilt, ist der Bierkonsum im Lande im vergangenen Jahr beachtlich, nämlich um gut ein Drittel, angestiegen. Das dürfte dem Salafiten gar nicht gefallen.

Les indicateurs trimestriels de la SFBT, premier brasseur en Tunisie, laissent entrevoir une hausse importante de la production et de la vente de la bière dans le pays.
Et cette hausse importante est visible par rapport à l’année 2011, mais aussi par rapport aux années 2010 et 2009.

Ainsi, en termes de ventes en hectolitres, la SFBT a vendu au premier trimestre de cette année, 387.628 HL, contre 283.783 HL au 1er trimestre 2011, 289.706 HL au 1er trimestre 2010 et 265.156 HL au 1er trimestre 2009.

20. April 2012, 00.24 Uhr:

Grand Prix und Tränengas

von Thomas von der Osten-Sacken

Am Wochenende wird er in Bahrain durchgezogen der Grand Prix, in Tränengasschwaden sozusagen. Während Sportreporter einreisen dürfen, wurden anderen Visas verwehrt. Die Opposition hat schon mal einen Tag der Wut angekündigt:

Bahrain riot police fired tear gas and stun grenades at anti-government activists on Thursday and members of the Force India race team were caught up in a petrol bomb incident as unrest simmered ahead of this weekend’s Formula One Grand Prix.

Protesters seeking to oust Bahrain’s monarchy have threatened “days of rage” to coincide with the race, while organisers have ignored appeals to call off an event that was cancelled last year due to violent demonstrations during the Arab Spring.

While international sports correspondents are in Bahrain for the race, non-sports reporters from Reuters and some other news organisations have not been granted visas to visit the Gulf island.

Several hundred people tried to stage a protest in the capital, Manama, on Thursday. The protesters moved from a Shi’ite neighbourhood in the back streets chanting slogans against the government but riot police fired tear gas and stun grenades when they tried to enter a main highway near the British embassy.

19. April 2012, 20.54 Uhr:

Al-Midan huwa al-Hall

von Jörn Schulz

Die Leute laufen sich hier in Kairo schon mal langsam warm fuer den morgigen Freitag, am fruehen Abend zwaengte sich eine erste “Hurriya, Hurriya”-Demonstration mit etwa 2000 Teilnehmern durch die voellig verstopfte Talaat-Harb-Strasse zum Tahrir-Platz. Urspruenglich sollte am morgigen Freitag eher ein Protest der saekularen Demokratiebewegung stattfinden, aber die Muslimbrueder wollen offenbar auch kommen. Die Salafisten haben ihren Stand am Rand in der Naehe der Mugamma-Verwaltungsgebaeudes aufgebaut.

“Der Platz ist die Loesung” (al-midan huwa al-hall) war gestern eine Schlagzeile in der Tageszeitung al-Masry al-Youm, das ist sozusagen die revolutionaere Version der klassischen Islamistenparole “Der Islam ist die Loesung” (al-Islam huwa al-hall). Geloest wird morgen sicherlich nichts, aber es ist offenbar recht vielen klar, dass die entscheidenden politischen Entwicklungen sich nicht in den Institutionen abspielen werden. Gestern sprachen wir im “Horreya” mit einigen Leuten, Liberalen im urspruemglichen Sinn des Wortes, die nicht zum aktiven Kern der Bewegung gehoeren (Schrot oder der Polizeiknueppel hat allerdings fast jeder schon mal abbekommen). Auch ihnen gilt der Praesident nicht als die Loesung, man erwartet vor allem von ihm, das er einen akzeptablen Rahmen fuer die weitere gesellschaftliche Entwicklung sichert. Das scheint man am ehesten Amr Moussa zuzutrauen, er gilt als erfahrener Staatsmann, der mit Militaer und Islamisten klarkommen kann.

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