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Kürzliche Beiträge
28. Dezember 2011, 00.28 Uhr:

Die arabische Liga und der Genozid

von Thomas von der Osten-Sacken

Wenn ein Mitglied der Beobachtermission der Arabischen Liga in Syrien von Völkermord spricht, sollte das nicht auf die leichte Schulter genommen werden, der Chef der Truppe nämlich, das wirft ihm jedenfalls die syrische Opposition vor, kann da eine gewisse Expertise auf diesem Gebiet vorweisen:

The SNC members also accused Arab mission head Mohammad Ahmad Mustafa al-Dabi—a Sudanese intelligence officer—of committing “war crimes in the Darfur region of Sudan.”

In einem Interview mit Al-Arabiyya erklärte Mostashar Mahgoub:

A member of the Arab League observer team in Damascus told Al Arabiya broadcaster Monday that ‘what’s happening in Syria is a genocide.’

‘This is a regime is taking revenge on its people,’ Mostashar Mahgoub told the channel by telephone.

Mahgoub was injured in security forces shelling in Homs city activists said. However, he refused to say how and where he was wounded and it was also not clear whether he was in the restive city of Homs or in Damascus during the call.

Siehe auch: “What is Happening in Syria Proves the Jews are Respectable” – Injured Member of the Arab League Observers

24. Dezember 2011, 09.09 Uhr:

Brauchbarer Vorschlag für eine neue Fahne

von Thomas von der Osten-Sacken

Endlich mal ein brauchbarer Vorschlag für eine neue ägyptische Fahne. Dieser phallische Adler nervt eh gewaltig:

(Diese Kampagne ist Reaktion auf den brutalen und tödlichen Einsatz des Militärs gegen Demonstrantinnen auf dem Tahrir Platz)

21. Dezember 2011, 19.05 Uhr:

Syrische Wirtschaft am Ende

von Thomas von der Osten-Sacken

Aus dem libanesischen Daily Star:

Syria’s economy is contracting rapidly. It is estimated that since the protests began, the country’s gross domestic product has shrunk by as much as 20%.
Revenues from oil and tourism, two important sources of foreign income, have almost disappeared. Recent Arab League sanctions have closed the trading route between Turkey and the rest of the region, cutting customs revenues. On the black market the value of the Syrian pound against the U.S. dollar has fallen to 62 pounds to $1, which means that Syrians have lost some 25% of their spending power.

Derweil sollen in den letzten Tagen über 250 Menschen in Syrien massakriert worden sein:

The Syrian National Council, which is based outside Syria, says about 250 people have been killed since Monday. A human rights group has accused the Syrian authorities of carrying out an “organised massacre” in Idlib province.

19. Dezember 2011, 22.09 Uhr:

Ein Photo sagt es alles

von Thomas von der Osten-Sacken

Max Fisher im Atlantic über ein Bild, das die ganze Brutalität der ägyptischen Polizei zum Ausdruck bringt:

The above photo shows Egyptian army soldiers beating a young woman in Tahrir Square in Cairo on Saturday, the second straight day of clashes with protesters that began on Friday and continued overnight. There’s no reason to believe that there was anything special about this woman or even about the way that soldiers treated her. Members of the army, once beloved by Egypt’s activists for standing by their side during the revolution in February, have sent hundreds of men and women to the hospital over the last 48 hours and have killed at least 10, some with live ammunition fired into crowds.

But there is something especially barbaric about this photo. The taboo of violence against unarmed women is unusually strong in the Arab world. But to watch three soldiers beat a defenseless woman with batons, their fists, and for one extraordinarily cruel soldier with his boot, is not even the most provocative part. For these men to pull her black abaya above her head and expose her midriff and chest is, for Egypt, a profound and sexually charged humiliation. And there is a certain awful irony of using that abaya, a symbol of modesty and piety, to cover her face and drag her on the street that, though probably not intentional, will not be lost on Egyptian eyes. Here, below, is part of the photo pulled out in detail.

19. Dezember 2011, 17.53 Uhr:

Die Drogengeschäfte der Partei Gottes

von Wahied Wahdat-Hagh

Die Hizbollah finanziert sich nicht nur mit Hilfe von Geldern aus dem Iran, sondern auch aus dem Drogengeschäft. Tarnkonten einer libanesischen Bank dienten nach Angaben der US-Behörden dazu, schmutzige Drogengelder zu waschen. Die Drogen, hauptsächlich Kokain, wurden und werden in den USA abgesetzt.
Aufgrund der Intervention der US-Behörden wurde einer der vielen Kanäle der zwielichtigen Geschäfte der libanesischen Hizbollah geschlossen. Die libanesische Bank, die als Lebanese Canadian Bank bekannt ist, diente über Jahre als eine Drehscheibe für die Geldwäsche. Ursprünglich war das Institut von der Royal Bank of Canada gegründet worden.

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14. Dezember 2011, 18.52 Uhr:

Friedhofsruhe an den iranischen Universitäten

von Wahied Wahdat-Hagh

Am 7. Dezember 1953 wurden in Teheran drei Studenten bei einer Protestdemonstration von der Polizei getötet. Dieser Tag wird seitdem im Gedenken als “Tag des Studenten” begangen. In diesem Jahr rief eine im iranischen Untergrund arbeitende studentische Organisation die „Woche des Studenten“ aus, die vom 7. bis 14. Dezember dauerte. Es konnten keine öffentlichen Veranstaltungen durchgeführt werden. Zu viele Studenten sitzen in Haft oder wurden exmatrikuliert. Es herrscht Friedhofsruhe an den iranischen Universitäten.

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14. Dezember 2011, 15.07 Uhr:

Kleriker gegen "Hexen"

von Jörn Schulz

Wegen „Hexerei und Zauberei“ wurde Amina bint Abdul Halim bin Salem Nasser am 12. Dezember in Saudi-Arabien enthauptet, so die knappen offiziellen Angaben. Der Hintergrund ist unklar, stimmen die Angaben der Behörden, war die „Hexe“ eine Trickbetrügerin, die versprach, Hilfesuchende für 800 Dollar pro Sitzung von Krankheiten zu heilen. Sie galt jedoch offenbar als „Bedrohung für den Islam“, was faktisch immer bedeutet: eine Bedrohung für die religiöse Legitimation der Herrschenden. Worin bestand diese Bedrohung?

Nach orthodoxer islamischer Lehre hat Gott drei Arten von intelligenten Wesen geschaffen: Engel, Menschen und Jinn (Geister), wobei den beiden letzteren ein freier Wille zugesprochen wird. Man kann Jinns also, wie Menschen, manipulieren. Der Geisterglaube ist eigentlich theoretisch verbindlich, spielt aber in der religiösen Praxis heutzutage nur eine geringe Rolle, zumindest in der arabischen Welt. „Weiße Magie“, Heil- und Schutzzauber, wird hingegen in Westafrika ausgeübt – von muslimischen Geistlichen (Marabouts), die vor allem Jujus (Amulette) mit Koranversen herstellen. Der gambische Präsident Yahya Jammeh behauptet, mit Kräutern und Gebeten Aids heilen zu können.

Es gibt keine Tradition der Hexenverfolgung in der islamischen Welt, und aus theologischer Sicht kann ein Heilzauber eigentlich nicht verwerflich, sondern höchstens unwirksam (und gefährlich für Erkrankte, die, wie Jammehs Patienten, auf die medizinische Behandlung verzichten) sein. Doch darum ging es im Fall der saudischen „Hexe“ nicht.

“The real story here may not be the struggle between modernity and ‘medieval’ Saudi theocracy, but rather the struggle between orthodox men of the Establishment and an unorthodox woman making claims on forms of social power and authority”, vermutet Juan Cole. Wer Frauen nicht einmal das Autofahren gestattet, kann schwerlich hinnehmen, dass sie als spirituelle Konkurrenten der Kleriker auftreten. Ähnliches gilt für Männer mit einem niedrigen sozialen Status, im September wurde ein sudanesischer Migrant wegen „producing a spell designed to lead to the reconciliation of his client’s divorced parents“ (auch dies eher „weiße“ als „schwarze“ Magie) hingerichtet. Jammeh hingegen blieb bei seinem Besuch in Saudi-Arabien unbehelligt, vielmehr beglückwünschte die von Saudi-Arabien dominierte Organisation der Islamischen Konferenz ihn zu seiner “Wiederwahl".

 

 

 

 

 

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