Schlüppis
Kürzliche Beiträge
20. März 2012, 14.30 Uhr:

Eigentlich nicht so kompliziert

von Thomas von der Osten-Sacken

Dass, wenn nur Saudi Arabien, Katar und irakische Sunniten die syrische Opposition mit Waffen und Losgistik unterstützen, Islamisten und nicht etwa andere Teile der Opposition unterstützt werden, ist eigentlich nicht sonderlich schwierig zu begreifen. Nur scheint diese Tatsache noch immer weder in Washington noch in  europäischen Hauptstädten  irgend eine Rolle zu spielen:

Geheimdienstler warnen seit Monaten, der Norden Syriens habe ein historisch gewachsenes Potential für islamistischen Extremismus. Da keinerlei militärische Hilfe von westlichen Staaten im Aufstand gegen Assad zu erwarten sei, so ein ehemaliger israelischer Geheimdienst-Mitarbeiter vor wenigen Wochen gegenüber “Welt Online", seien Islamisten nun in der Lage, die Situation im Land für sich zu nutzen.

Al-Qaida könne versuchen, an Einfluss zu gewinnen. “Sie erklären den Kampf gegen Assad zum Dschihad", so der Geheimdienstler, “und ziehen damit auch ausländische Terroristen an.”

“Ein paar Autobomben und eine Gruppe von Selbstmordattentätern, das ist alles was es braucht um die syrische Revolution vom Kurs abzubringen", warnte Ende Februar ein Kommentator in der arabischen Tageszeitung al-Hayat.

Auf der anderen Seite schicken die Russen nun offenbar Antiterroreinheiten, um Assad beizustehen. Sie werden damit Kämpfer der Hizbollah und iranische Revolutionsgardisten verstärken, die ebenfalls an der Niederschlagung des Aufstandes beteiligt sind. Saudi Arabien wiederum hat angekündigt nun Waffen an die Opposition (an wen kann man oben nachlesen) zu schicken.

Und Europa? Wird weiter warnen, dass eine Intervention in Syrien zum Bürgerkrieg führen könnte. Appelle  von jenen Syrern, die ohnmächtig zuschauen müssen, wie die Islamisten die Überhand in der Opposition gewinnen, weil sie Geld und Waffen bekommen, werden weiter ungehört verklingen. Deshalb an dieser Stelle ein kleiner Rat: Zypern, also die EU, sind gerade einmal 80 km von der syrischen Küste entfernt. Ein paar zehnatusend syrische Flüchtlinge vor Larnaca und schon wird was passieren. Versprochen.

20. März 2012, 13.08 Uhr:

Will der globale Marsch nach Jerusalem „Märtyrer“ schaffen?

von Wahied Wahdat-Hagh

„Ich hoffe, dass dieser Marsch eine Bewegung schafft, die das zionistische Regime stürzt.“ Dieser Satz stammt von Hussein Scheich ul-Islam. Er ist der Direktor der iranischen Organisation des Marsches nach Jerusalem.

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18. März 2012, 22.25 Uhr:

Lärmende Kinder, eifersüchtige Ehefrauen, Familenkrach

von Thomas von der Osten-Sacken

Schön klingt das aber nicht, wie’s bei Osama bin Laden in den letzten Jahren zugegangen ist, im Hideout in Pakistan: lärmende Kinder, eifersüchtige Ehefrauen, Familienkrach …. Banalität des Bösen im 21. Jahrhundert:

Besides Bin Laden was his three wives, eight of his 20 children and five grandchildren lived there. (…)

Also, Bin Laden’s courier who unwittingly led U.S. forces on the trail of Bin Laden’s whereabouts, lived on the property with his brother and their wives and children.

Bin Laden spent virtually all his time on the third floor of the building where he lived, ate and slept in one room together with Amal Ahmed Abdel-Fatah al-Sada, whom he had married in 1999 when she was 19 years old. In another room on the same floor lived a second wife, Siham Saber.

Since Bin Laden’s wife of the late 1980s, the Saudi born Khairiah Saber, arrived at the house in early 2011, the aggressive tone in the house increased, the youngest wife revealed during interrogations.

Khairiah had a strained relationship with Osama’s other wife Amal, because Bin Laden openly preferred the younger woman’s company. Even Bin Laden’s violent death during the U.S. attack did not make her milder.

The staff from Pakistan’s intelligence service, who cross-examined her, was questioned inquisitorially by Khairiah. ‘She was so aggressive that it bordered to the intimidating,’ a source from the interrogation team told Qadir, writes AP.

18. März 2012, 17.28 Uhr:

Ankündigung eines Hungerstreikes von iranischen Asylbewerbern in Würzburg

von Thomas von der Osten-Sacken

Pressemitteilung iranischer Asylbewerber der Stadt Würzburg

 

Wir sind einige der in Würzburg ansässigen iranischen Asylbewerber, die nach Deutschland flüchten mussten, um ihr Leben zu retten. Nun sehen wir uns hier vor das letzte Mittel gestellt und treten am 19.03.2012 in den Hungerstreik, damit man uns endlich hört und uns ein menschenwürdiges Leben zugesteht.

An die Verantwortlichen der bayerischen Asylpolitik:

Wir beschweren uns bei der bayerischen Regierung aufgrund ihrer nicht gehaltenen Versprechen, unsere ungewissen und leidvollen Umstände zu verbessern. Um eine Anerkennung unseres Status als politische Flüchtlinge, wie auch eine Besserung unserer Lebensverhältnisse zu erreichen, fühlen wir uns gezwungen, zum letzten der uns möglichen Mittel zu greifen und in den Hungerstreik zu treten.
Wir leiden unter dem langwierigen, Jahre anhaltenden Prüfungsprozess unserer Asylanträge und hoffen jeden Tag darauf, dass sich diese Folter der Ungewissheit schnellstmöglich zum Besseren wendet. Diese Ungewissheit und dass uns keinerlei Selbstständigkeit im Alltag gewährt wird, wir außerdem wie Gefangene gehalten werden, zermürbt uns und treibt uns Schritt für Schritt in den Tod.

Der Selbstmord Mohammad Rashepars, welcher sich am 29.01.12 in Würzburg ereignete, ist nur ein Beispiel dafür, wozu einem solche Umstände treiben.

Wenn ein deutscher Staat derlei menschenverachtende Lebenssituationen billigend in Kauf nimmt, werden wir es fortan bevorzugen, unseren Weg in den Tod in aller Öffentlichkeit zu gehen. Wir sind politische Asylbewerber, die der Hölle der „islamischen Republik“ Iran entflohen sind. Der Iran ist ein Land, in dem heutzutage Menschenrechte, seitens der dort etablierten Machthaber, mit Füßen getreten werden und weder Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, noch Religions- und Meinungsfreiheit vorherrschen.

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18. März 2012, 15.42 Uhr:

Der Unterschied zwischen Freund und Kritiker

von Thomas von der Osten-Sacken

Was eigentlich ist der Unterschied zwischen einem selbsternannten Freund Israels, der unbedingt noch sein großes Aber loswerden muss, und  erklärten Israelkritikern? Sie alle lieben es  in den Nahen Osten zu reisen, für einen halben Tag die Westbank zu besuchen, um anschließend dann ganz genau zu wissen, was dort los ist.

Der Freund, und das ist der Unterschied, bemüht nur den Apartheidsbegriff, die Kritiker sehen den Geist von Auschwitz über Ramallah schweben oder bezeichnen das Vorgehen Israels in den besetzten Gebieten als Vernichtungskrieg.

Ein selbsternannter Freund Israels ist also jemand, der den Israelis nicht nach seinem Besuch gleich vorwirft, sie betrieben einen zweiten Holocaust oder eine andere Form systematischer Massenvernichtung der Palästinenser.

17. März 2012, 00.15 Uhr:

Wahlsieg über Islamisten bei Studentenwahlen in Tunesien

von Thomas von der Osten-Sacken

A left-leaning student union won a landslide victory against its Islamist rival union – supported by the moderate islamist political party Ennahda – in yesterday’s student board elections that took place in Tunisian universities.

Young members of the leftist General Union of Tunisian Students (UGET) celebrated their triumph at the ballot box last night, filling Habib Bourghiba Avenue in downtown Tunis with dance and song. Islamist partisans of the General Tunisian Union of Students (UGTE), on the other hand, had little reason to celebrate.

UGET candidates dominated the elections, collecting a staggering 250 out of 284 seats across all Tunisian universities. Islamist representatives of the UGTE suffered a heavy defeat, winning only 34 seats. Consequently, UGET students will represent a majority in the student boards across the nation.

Quelle

15. März 2012, 16.51 Uhr:

Bei Assads auf dem Sofa

von Jörn Schulz

Womit die Assads sich beschäftigen, während draußen massakriert wird, kann man dank eines gehackten E-Mail-Accounts nun im Guardian nachlesen: Online-Shopping. Asma lässt in London Schmuck, Schuhe, Vasen und anderes kaufen. „The emails suggest a woman preoccupied with shopping – but also with an eye for a bargain. She was eager to claw back VAT on luxury items shipped to Damascus.”

Bashar hingegen lädt Musik herunter, und zwar – Antiimperialisten, aufgepasst! – auch Country&Western. Beim Guardian deutet man die einen Tag vor dem Beginn der Bombardierung von Homs registrierte Bestellung des Songs für seine Frau symbolisch. Denn Blake Shelton singt: „I’ve been a walking heartache / I’ve made a mess of me / The person that I’ve been lately / Ain’t who I wanna be / But you stay here right beside me / Watch as the storm goes through.” Ob man Assad soviel Gewissen zutrauen kann, ist zweifelhaft. Da der Sturm nicht einfach so vorüberziehen wird, sollte er aber rechtzeitig den passenden Song für das Showdown im Ablussrohr herunterladen. Meine Empfehlung: No Hiding Place: “Hey where you gonna run sinner man / You may run to the mountains / And the mountains will say / No hiding place down here there’s no hiding place”

 

 

 

 

 

 

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