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Kürzliche Beiträge
6. April 2012, 14.21 Uhr:

Ein Lob für Günther Grass von richtiger Seite

von Thomas von der Osten-Sacken

Das iranische Press TV lobt Günther Grass mit den genau richtigen Worten:

Never in the history of postwar Germany has a prominent intellectual attacked Israel in such a brave way as Günter Grass with his controversial new poem. Metaphorically, the Nobelist has delivered a lethally lyrical strike against Israel.

Und wie man in Teheran weiss, ist die Erwartungshaltung groß. Europäische Antisemiten ebnen in mühsamer Kleinarbeit mit  “lethal lyrical strikes” den Weg;  für den lethalen hält man Teheran den Rücken frei. Die Exekution des blutigen Geschäfts wurde nämlich in den Nahen Osten delegiert. Da die großen arabischen Führer von Nasser bis zu Saddam Hussein sich aber bislang als unfähig erwiesen haben, ihre Versprechen, mit dem Judenstaat kurzen Prozess zu machen, auch einzulösen, liegt die letzte Hoffnung vorläufig nun beim iranischen Regime. Sollte auch dieses scheitern, wird es düster, könnte es um den Weltfrieden, als dessen Hauptfeinde ja die Juden identifiziert sind, in Zukunft ganz schlecht bestellt sein.

4. April 2012, 10.24 Uhr:

Die zynische Macht des iranischen Atomunterhändlers

von Wahied Wahdat-Hagh

Der Iran fordert, dass die Welt sein Atomprogramm akzeptiert und zu Menschenrechtsfragen schweigt. Das schreibt Hossein Mousavian in einem Gastkommentar für Boston Globe. Dabei wollen sich die iranischen Machthaber die Option offenhalten, ob sie irgendwann die Atombombe bauen.

Als zwischen 1990 bis 1993 zwei Deutsche in Libanon von der Hisbollah gefangen genommen wurden, vermittelte er bei den Verhandlungen für die Freilassung der zwei Deutschen. Ebenso vermittelte er bei der Freilassung der Geiseln, die die Hisbollah 1989 bis 1999 festhielt. Dabei finanzierte in derselben Zeit der Iran die libanesische Hisbollah. Damals arbeitete Hossein Mousavian für das iranische Außenministerium.

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3. April 2012, 14.03 Uhr:

10000 Tage hinter Gittern

von Wahied Wahdat-Hagh

Am 1. April 2012 waren die sieben führenden Bahai insgesamt 10.000 Tage in den berüchtigten iranischen Gefängnissen Gohardascht, Qarchak und in Evin. Sie sind Bahai, Angehörige einer im Iran unterdrückten Religion, und das ist Grund genug, sie zu inhaftieren.

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3. April 2012, 00.05 Uhr:

Facebook Kämpfe

von Thomas von der Osten-Sacken

Die Nominierung eines eigenen Präsidenschaftskandidaten durch die Muslimbrüder, ihr dritter “Verrat”, trifft keineswegs nur auf Unterstützung:

The number fans of a Facebook page against the Muslim Brotherhood’s nomination of its former deputy supreme guide, Khairat al-Shater, surpassed that of Shater’s official fan page on Monday.

Shater’s official campaign page has attracted 62,300 fans, while the page against him, “I will not vote for Shater,” has gained 76,500.

The official page supporting Shater for president was first created on Saturday after the Brotherhood announced his nomination. Hours later, an opposing Facebook campaign also emerged.

Eine lesenswerte Analyse über Ursachen und mögliche Folgen der Nominierung hat Marc Lynch in Foreign Policy geschrieben.

1. April 2012, 23.59 Uhr:

An den tunesischen Ex-Präsidenten

von Thomas von der Osten-Sacken

Sehr geehrter Herr  Zine el Abidine Ben Ali,

die Lektüre eines Artikels aus dem Tagesspiegel veranlasst mich, Ihnen diese Zeilen zu schreiben.

Sie haben schreckliche Fehler gemacht, die dann letztendlich auch zu Ihrem überhasteten Sturz geführt haben. Worin die liegen? Nun, Sie hätten sich von der deutschen Industrie, die auch in Libyen und dem Irak  sich da als äußerst fähig erwies, das Know How zum Bau chemischer Waffen liefern lassen sollen und sich dann noch mit dem Iran und Rußland, statt mit Europa und den USA verbünden müssen. Gut wäre es auch gewesen, möglichst enge Beziehungen zu allerlei Terrororganisationen zu unterhalten. Danach hätten Sie ganz einfach mit äußerster Brutalität die Demonstranten in Ihrem Land zusammenschießen lassen müssen, so lange, bis einige zu den Waffen greifen und auch Teile Ihres Sicherheitsapparates die Fronten gewechselt hätten.

Und schon wären Sie wesentlich länger an der Macht geblieben, ja hätten Ihr Amt vielleicht gar nicht abgeben müssen. Denn schließlich zählt ja Stabilität. Und wer weiß in wessen Hände das Giftgas fallen könnte, das Ihnen vom Westen zuvor geliefert wurde?

Sie werden das nicht wieder gut machen können. Aber andere Diktatoren, die lernen gerade und werden künftig selbstredend dem Herrn Assad in Damaskus nacheifern und nicht etwa Ihre Fehler wiederholen.

Deutsche und andere westliche Kommentatoren halten es neuerdings nämlich mit Realpolitik, von der sie zwar überhaupt nichts verstehen, denn schließlich unternahmen die richtigen Politiker im Namen der Stabilität in den vergangenen Jahren so gut wie alles, um das Regime in Damaskus an der Macht zu halten, aber so können sie wenigstens ihrem Zynismus und ihrer nur schwer unterdrückten Bewunderung für Führer zum Ausdruck bringen, die noch richtig durchgreifen.

Sie Herr Ben Ali waren so ein Führer nicht. (Auch wenn, was gerne in vergessenheit gerät, Tunesien unter ihrer Herrschaft eines der übelsten Folterregime in Afrika war). Und deshalb dämmern sie jetzt im saudischen Exil vor sich hin, statt die Städte Tunesiens sukzessive in Schutt und Asche zu legen, können nicht souverän jedes Abkommen mit Füßen treten, um doch immer noch als vermeintlicher Stabilitätsfaktor hofiert zu werden.

1. April 2012, 01.09 Uhr:

Der dritte "Verrat" der Muslimbrüder

von Thomas von der Osten-Sacken

Nun also stellen die Muslimbrüder in Ägypten in sozusagen letzter Minute doch einen eigenen Präsidentschaftskandidaten auf. Damit brechen sie ihr drittes Versprechen, das erste, an das sie sich nicht hielten, war nur für maximal 1/3 der Sitze im Parlament zu kandidieren, das zweite nicht die verfassungsgebende Versammlung dominieren zu wollen (warum die Vertreter nichtreligiöser und linker Parteien diese jetzt boykottieren erklärt Mostafa al-Naggar).

Diesmal aber reagieren sie auf wachsenden äußeren Druck und ganz hausgemachte Probleme;  die Kandidatenaufstellung könnte sich deshalb durchaus als Bumerang erweisen. Al Ahram berichtet über die Entscheidung und die Reaktionen verschiedener Gruppen in Ägypten:

In a major policy turaround, the Muslim Brotherhood, Egypt’s most powerful political force, has asked its second in command, Khairat El-Shater, to resign from the organisation inorder to run for president in the elections set for May.

The Brotherhood, in doing so, has dramatically reversed the vow it took in the spring of 2011, weeks after the ousting of Mubarak, not to field a candidate from among its members to run in Egypt’s first post-revolution presidential elections. (…)

This has also taken place at a critical moment when the liberal minority in the Parliament, unexpectedly, managed to tap into growing popular discomfort with the Brotherhood’s rush to dominate the constituent assemble tasked with drafting the constitution, and also significant discomfort with the inability of the Brotherhood to act quickly on achieving tangible progress on issues of economic equity, chronic gas crisis, and, overall, achieving basic demands of the January25 revolution such as retribution for the martyrs.

On Saturday evening, as the wind was blowing at the Brotherhood from all directions, the Shura council, the organisation’s second highest decision making body, decided to throw one of its heavyweight figures into the ring. (…)

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30. März 2012, 21.58 Uhr:

Eine neues Nahostwunder

von Thomas von der Osten-Sacken

Der Millionen Mann Marsch auf Jerusalem von Mahmoud Ahmedinejad, Norman Paech und anderen selbsternannten Freunden der Palästinenser, er scheint doch ein ziemlicher Flop gewesen zu sein. Statt der Milionen, die nicht kamen, vermelden die Veranstalter in ihrer Presseeklärung nun immerhin, es hätten sich  im Libanon  über 5.000 Menschen in Sichtweite zu Jerusalem versammelt.

Es muss sich dabei um ein weiteres dieser spezifischen Nahostwunder gehandelt haben. Die einen laufen dort nämlich übers Wasser, schenkt man der Übelieferung glauben, andere reiten mit ihrem Pferd in den Himmel und nun also sehen vom Libanon aus wiederum andere das doch immerhin 200 km entfernte Jerusalem.

In Deutschland by the way waren es nicht einmal Tausende, sondern gerade 50 Leute, die es zum Event auf die Straße trieb.

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