Schlüppis
Kürzliche Beiträge
10. März 2012, 23.54 Uhr:

Crushed Opposition?

von Thomas von der Osten-Sacken

EA berichtet aus Bahrain:

So much for the line that protest was “crushed” by the Bahraini regime last March….

Almost a year after security forces, backed by troops from Saudi Arabia and Gulf nations, cleared out Pearl Roundabout, after months of tear gas and denunciation of opposition as foreign-controlled, many tens of thousands were on the roads in the “March 4 Democracy".

Activists such as Maryam Alkhawaja proclaimed that 400,000, out of a country of 1.2 million, were calling for “an elected government, a parliament with power, an end to sectarian discrimination, a clear redistribution of wealth and power and all demands guaranteed by the international convention on human rights,” in the words of Nabeel Rajab, the head of the Bahrain Centre for Human Rights. The number was probably much lower, but even regime supporters — defensively countering the claims — were defensively pointing to media estimates of “only” 100,000 in the rally.

We now watch for the regime response to the demonstration that the opposition, far from crushed, is persisting in the campaign for political, legal, and social reform.

8. March 2012, 18.43 Uhr:

Auf die UNESCO ist Verlass: Syrien bleibt im Menschenrechtsrat

von Thomas von der Osten-Sacken

Da UN Watch das für einen erledigt, kann man sich jeden weiteren Kommentar ersparen:

The UN’s education, science and culture organization has just voted 35 to 8 for a resolution that condemns Assad for abuses, yet — despite vigorous efforts led by the U.S. — keeps the regime on its human rights committee.

“For UNESCO to keep President Bashar al-Assad on a human rights committee while his regime mercilessly murders its own people is immoral, indefensible and an insult to Syria’s victims,” said Hillel Neuer, executive director of UN Watch, the Geneva human rights group that heads a campaign of 55 parliamentarians, human rights and religious groups demanding Syria’s expulsion.

Siehe auch:U.N. to Condemn Israel Over Treatment of Women, Ignore Syria

7. March 2012, 23.35 Uhr:

Kulturkampf in Tunesien

von Thomas von der Osten-Sacken

In Tunesien eskaliert der Konflikt mit den Salafiten weiter:

The removal of the official Tunisian flag by a young Salafist in the Faculty of Arts and Humanities of Manouba provoked the public opinion’s reaction, which condemned the action as an “offence to the national identity”.
The Tunisian presidency has declared that it considered the act as an “assault against one of the most important national symbols in the University”.
In an official statement, President Moncef Marzouki called on “the security and judicial authorities to treat this incident and any similar ones with the utmost rigor, so that nobody dares to insult the flag”.
The president also stressed that the attack against the national flag is equivalent to attacking one of the national consciousness symbols, which many Tunisians have martyred for.
Moncef’s calls have also been broadcasted online to underline the necessity of prosecuting anyone who is found involved in such crimes.
Many Tunisians displayed the national flag on their personal websites to protest against the Salafist’s act and to mark the difference between him and other Tunisians.
One of them was quoted as saying: “This incident will show how serious the government is in dealing with the Salafist danger that threatens the country”.
Kolena Tunis movement (“We all are Tunisia”) condemned the action saying it is a treason to the country and called for holding a demonstration in front of the National Constituent Assembly to pressure it to assume its responsibilities for what is happening in the country in that respect. The movement said in a statement obtained by Arabstoday: “We strongly condemn this action, which we consider a treason to Tunisia and to everyone who struggled for the liberty of the homeland”.
After removing the national flag, the young man replaced it with a Caliphate banner.

Update: Heute, am Weltfrauentag, gab es in Tunesien große Demonstrationen nicht nur für eine säkulare Verfassung, die Gleichstellung der Frau, sondern auch für die tunesische Fahne, die seit letztem Jahr zum Symbol der soh. Jasmin Revolution geworden ist. Mideastyouth dokumentiert den mit einem Bericht und einer Bilderstrecke: On women’s day, it is a brave female student that honours the Tunisian flag desecrated by a Salafist

 


6. March 2012, 22.34 Uhr:

Hamas Sprecher erklärt Neutralität im Fall eines israelisch-iranischen Krieges

von Thomas von der Osten-Sacken

Eine bemerkenswerte Entwicklung: Ein hochrangiger Sprecher der Hamas in Gaza, die lange Zeit noch engere Beziehungen zum Iran unterhalten hat, als die, inzwischen aus Damaskus abgezogene Exilführung, erklärt, im Kriegsfall würde seine Organisation sich nicht einmischen:

Hamas will stay out of a possible military conflict between Israel and Iran over Tehran’s contentious nuclear program, a senior Hamas official said on Tuesday, adding that the Palestinian organization was not part of regional alliances.

The comment by Salah Bardawil a member of Hamas’ political leadership in Gaza, and following estimations that Iran-back militant groups in the regions, such as Hamas and Hezbollah, would aid Tehran in case of war with Israel. (…)

The sentiment was echoed by another Hamas official speaking the U.K. newspaper, who said that the military group “would not get involved” in a war between Israel and Iran

Interessant, dass  Sprecher der Hamas ausgerechnet jetzt, da die Obama-Administration sich durchgerungen hat, wesentlich härtere Töne gegenüber dem Iran anzuschlagen, mit solchen Aussagen an die Öffentlichkeit treten.  Denn de facto heißt das, dem Iran bricht seine “Südfront” weg. Bislang konnte Teheran immer drohen, dass, sollte die IDF sein Nuklearprogramm angreifen, sowohl die Hizbollah von Norden, als auch die Hamas von Süden, Raketen auf  Israel regnen lassen werden würden.

Und dann hat ja auch kürzlich erst ein hochrangiger Muslimbruder in Ägypten de facto zum Regime Change im Iran aufgerufen. Das alles wird man in Teheran so gar nicht gerne vernehmen.

Update: Wie in zentralen Fragen dieser tage so üblich (etwa der, ob man denn nun die syrische Opposition unterstützt oder nicht), kommt denn auch nur Tage später aus dem Munde eines anderen hochrangigen Hamasmitgliedes ein Dementi: ‘Hamas denies it would stay out of Israel-Iran war’. Und ganz sicher kommt das Dementi des Dementis in wenigen Tagen auch.

5. March 2012, 20.55 Uhr:

Legalize it

von Thomas von der Osten-Sacken

Kürzlich fand in Tunis eine “Legalize it!” Demonstration statt. Businessweek berichtete und stellte dieses schöne Bild ins Netz:

5. March 2012, 13.41 Uhr:

Der deutschen Friedensforschung ihr Sicherheitsinteresse

von Thomas von der Osten-Sacken

Mit dem Begriff des „Sicherheitsinteresses“ ist es so eine Sache. Bei einer Vergewaltigung etwa haben beide Beteiligten ein je ganz eigenes: Der Vergewaltiger möchte weder bei der Tat vom Opfer verletzt, noch von Dritten erwischt werden. Es liegt also durchaus in seinem Sicherheitsinteresse, wenn das Opfer unbewaffnet, der Ort menschenleer ist. Schwierig wird es nur, beginnt man sich darüber Gedanken zu machen, wie denn nun die jeweils durchaus nachvollziehbaren, „Sicherheitsinteressen“ miteinander zu vereinbaren wären. Dann landet man bei so etwas wie deutscher Friedensforschung:

Da gibt es vielerlei Interessen zu berücksichtigen, vor allem aber Sicherheitsinteressen Irans und Israels. Iran sieht sich zunehmend von den USA bedroht und sucht möglicherweise sein Heil in klassischer atomarer Abschreckung als Überlebensgarantie. Wenn die eigenen Waffen nicht bis in die USA reichen, könnte Israel als Geisel dienen. Israel sieht sich im möglichen Schatten iranischer Atomraketen bedroht, möchte aber auf die eigenen vermutlich 200 Atomsprengköpfe, die auch Iran bedrohen können, nicht verzichten.

Kurzum: Wenn der Vergewaltiger sich durch die Polizei bedroht fühlt, könnte er das Opfer auch ermorden, das  seine Waffe deshalb besser auch zu Hause lassen sollte. Dann ist aller Sicherheitsinteresse gedient.

Diese guten Vorschläge kommen übrigens aus Aachen. Einer Stadt mit einer ganz eigenen politischen Szene, über die das Blog Pax Diaboli regelmäßig berichtet.

5. March 2012, 12.54 Uhr:

Friedensbewegung gegen friedliche Maßnahmen

von Ivo Bozic

Wer nicht will, dass es zu einem militärischen Konflikt mit dem Iran kommt, die und der ist ja sicher für friedliche Maßnahmen gegen Irans Atomprogramm, Wirtschaftssanktionen zum Beispiel. Sollte man meinen, ist aber nicht so. In einer Erklärung aus der Friedensbewegung werden mal wieder gerade solche friedlichen Mittel kritisiert: „Der Konflikt mit Iran spitzt sich gefährlich zu. Das vom Westen geplante Ölembargo und der Boykott der iranischen Zentralbank sind gefährliche Interventionen.“ Gegen diesen unsäglich einfältigen Aufruf „Sanktionen und Kriegsdrohungen sofort beenden“, den die Professoren Altvater, Birckenbach, Dürr, Fetscher, Grottian, Krippendorff, Narr und Negt sowie Bahman Nirumand und viele weitere unterzeichnet haben, gibt es nun einen Offenen Brief von Ralf R. Schumann, Matthias Küntzel und Nikoline Hansen von SPME: „Wir bedauern, dass Sie mit der Autorität Ihres Namens einer Erklärung zum Irankonflikt Gewicht verleihen, die das iranische Regime von jeglicher Verantwortung für die Zuspitzung der Lage freispricht.“ Weiterlesen hier

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