Vorsicht Volk!
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Kürzliche Beiträge
15. Juni 2015, 23.11 Uhr:

Fahnenwechsel

von Thomas von der Osten-Sacken

Nach tagelangen Kämpfen ist es Einheiten der PYD gemeinsam mit FSA Kämpfern und unterstützt von der US- Luftwaffe gelungen, Isis im nordsyrischen Tel Abyad fast völlig zu schlagen. Die beiden kurdischen Kantone Jezira und Kobani sind nun per Landkorridor verbunden und der, für Isis enorm wichtige Gernzübergang befindet sich nicht mehr unter Kontrolle der Jihadisten.

14. Juni 2015, 23.14 Uhr:

Keine libanesische Bewegung

von Thomas von der Osten-Sacken

In einem Interview mit ntv spricht die libanesische Journalistin und Feministin Hanin Ghadder über den Bürgerkrieg in Syrien und die Rolle von Hizbollah :

Der IS will nicht ganz Syrien besetzen und die Hisbollah genauso wenig. Solange der IS sich nicht in die Interessen Irans und der Hisbollah in Syrien einmischt, können die Schiiten damit leben. Der Norden Syriens interessiert die schiitischen Mächte sowieso nicht. Die entscheidende Schlacht für die Hisbollah ist die in der Region Qalamun zwischen Damaskus und libanesischer Grenze. Dort haben sie alles zusammengezogen, was sie haben.

Warum lässt sich die Hisbollah so vom Iran einspannen? Eigentlich sieht sie sich doch als libanesische Befreiungsbewegung gegen Israel.

Das ist eines der Hauptmissverständnisse: Die Hisbollah ist keine libanesische Bewegung! Sie ist keine libanesische Partei und sie ist keine Widerstandsbewegung, auch wenn die Propaganda das glauben machen will. Die Hisbollah wurde erfunden, gegründet, organisiert und finanziert vom Iran. Das ist auch heute noch so. Wenn der Iran es verlangt, gehen die Kämpfer nach Syrien.

Wie populär ist der Einsatz in Syrien unter den Anhängern der Hisbollah und den libanesischen Schiiten?

Der Einsatz hat einen hohen Preis für die Organisation. Im Libanon bedeutet das aktuell, dass die Hisbollah ihre sozialen Dienste zurückgefahren hat. Ihre Popularität bei der schiitischen Bevölkerung hat gelitten. Aber diesen Preis müssen sie bezahlen. Denn die Schlacht jetzt ist nicht mehr im Libanon, sondern in Syrien zu schlagen, heißt es offiziell.

Quelle: http://www.n-tv.de/politik/Es-geht-nicht-um-Freundschaft-zu-Assad-article15296906.html

12. Juni 2015, 00.22 Uhr:

Emails statt Parlament

von Thomas von der Osten-Sacken

Die neue Bürgerbeteiligung in Ägypten:

Egypt’s parliament has been shut for three years, leaving President Abdel-Fattah El-Sisi to function as a one-man legislature. He’s invited his 90 million constituents to e-mail him with their concerns.

Citizens can submit their “inquiries about Egyptian affairs,” and El-Sisi will address them during his monthly televised speech to the nation, the presidency said in a statement last month. With so much power centered in the former general, there aren’t many other avenues open to Egyptians. The two main nationwide political groups have been swept away in four years of upheaval.

No date has been set for elections to replace the legislature closed down by courts in 2012, and it’s not clear which of Egypt’s 100 or so parties will be contenders.

Quelle: http://www.bloomberg.com/news/articles/2015-06-09/just-e-mail-me-el-sisi-tells-egyptians-awaiting-parliament-vote

9. Juni 2015, 23.25 Uhr:

Der spanische Anchorman des iranischen Staatsfernsehens

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Andreas Benl

Während in Deutschland LINKE Bücher volljammern mit der Klage, sie würden unschuldig als Antisemiten verfolgt, derweil man doch nur ein wenig internationale Solidarität übe, ist man in Spanien schon weiter.

Pablo Iglesias, der Führer von „Podemos“ - der spanischen Sektion des Sozialismus des 21. Jahrhunderts - ist kein Kind von Traurigkeit. Im Gegensatz zu seinen Genossen in Deutschland hat er kein Problem damit zuzugeben, dass es sich bei den Herrschern im Iran um Frauenunterdrücker und Kommunistenmörder handelt – und trotzdem ihr Geld zu nehmen und sich von ihnen eine TV-Show auf dem spanischsprachigen Zwillingskanal von PressTV finanzieren zu lassen. Politik sei schließlich ein schmutziges Geschäft und mindestens so schlimm sei es, bei Coca Cola oder Walmart seine Brötchen verdienen zu müssen.

Voraussetzung für die Kooperation ist natürlich, über die Zustände im Iran zu schweigen, dafür umso mehr über die „Apartheid in Gaza“ zu reden. Iglesias ist nicht der erste westliche Angestellte des iranischen Staatsfernsehens, hat aber im Gegensatz zu seinem Vorgänger seine Karriere in Europa noch vor sich.

Die Motorradikonografie im Intro seiner Sendung „Fort Apache“ hat sich Iglesias anscheinend von seinem Kollegen Varoufakis abgeschaut. Oder er hat sich einfach an das Auftreten seiner aktuellen Arbeitgeber erinnert, die als Experten für Aufstandsbekämpfung auch im einstigen linken Traumkontinent unterwegs sind.

9. Juni 2015, 23.13 Uhr:

Mosul, ein Jahr danach

von Thomas von der Osten-Sacken

Vor einem Jahr nahm der Islamische Staat fast kampflos Mosul ein. Danach rief er das Kalifat aus. Nicht spricht dafuer, dass Mosul in absehbarer Zeit befreit werden wird.

Und was es heisst in diesem Kalifat zu leben, das beschreibt die sehenswerte BBC Reportage ‘Inside Mosul‘.

Was allerdings geschieht, wenn es schiitischen Milizen eines Tages gelingen sollte, die Millionenstadt zu stuermen - nun man kann es sich vorstellen. Schliesslich sind Tikrit und Jalaula, beide wurden vom IS befreit, heute Geisterstaedte in denen ein paar Milizionaere ihr Unwesen treiben.

Und ganz zu Recht fuerchten sich Bewohner Mosul, so sehr sie inzwischen auch unter dem Terror des IS leiden, vor einer solchen “Befreiung".

“Despite this, if the government manages to take Nineveh Plains and Mosul back I will be very happy. I hope that the internally displaced people and refugees will be able to return so that we can work together to build a safe and united Iraq. IS is the enemy of humanity.

“I do worry about how the army will take the city though. I think the violations committed in Tikrit by the Popular Mobilisation [a pro-government volunteer force comprising mostly Shia militias] are going to happen in the Nineveh Plains and Mosul, and that the whole situation will just be whitewashed again.

“The government should arm local people so that they can protect the city themselves. With the help of God, we will defeat IS.”

9. Juni 2015, 22.20 Uhr:

Rettung aus dem Iran

von Thomas von der Osten-Sacken

Wie seit langem zu erwarten war, steht das syrische Regime udn seine Armee offenbar kurz vor dem Zusammenbruch. Im Sueden des Landes machten heute FSA-Einheiten bedeutende Gelaendegewinne und erorberten eine wichtige Militaereinrichtung, im Norden gelang es islamistischen Milizen, die Strasse von Aleppo nach Lattakia zu unterbrechen. Damit sind die verbleibenden Regierungstruppen in Aleppo de facto von weiterer Versorgung abgeschnitten.

Russland zieht sich sukzessive aus Syrien zurueck, so bleiben Assad nur noch der Iran und die Hizbollah:

“Recently, the Syrian foreign minister asked Iran to send 100,000 fighters, according to the diplomat who regularly visits Syria,” Raja Abdulrahim for The Wall Street Journal. “The request was denied because Iran feared turning the conflict into an open sectarian war, he said.”

Zehntausende sollen inzwischen schon nach Syrien entsandt worden sein, wo sie sich wie Kolonialherren auffuehren:

Iranian commanders overseeing the Assad regime’s fighting efforts on the frontlines south of Idlib have reportedly executed three Syrian army officers.

London-based Al-Quds al-Arabi said that the three officers were Sunnis who were among the regime troops that withdrew from the Mahmbel and Bsanqoul checkpoints following rebel advances in the southern Idlib province area on Saturday.

The three officers, who were also accompanied by several soldiers, were accused deserting their duty and “betraying the homeland,” the daily reported Sunday.

Mit den entsprechenden Folgen:

A Free Syrian Army (FSA) commander told the paper that “the regime has handed over the operations room to Iranian officers and leadership.”

“The recent execution has caused a state of fear and terror among remaining regime troops,” the FSA commander added, saying he expected “more defections and more field executions.”

“There are still Sunni soldiers and officers bearing arms in the ranks of the regime’s army who will receive humiliating treatment during the coming period.”

Und je weniger die syrische Armee zu kaempfen bereit ist, je teurer wird das Unterfangen fuer den Iran. Denn Assad ist laengst pleite.

A spokeswoman for the U.N. special envoy for Syria, Staffan de Mistura, told me that the envoy estimates Iran spends $6 billion annually on Assad’s government. Other experts I spoke to put the number even higher.

Also hofft man in Teheran, wo die Euphorie ueber das neue iranische Imperium inzwischen auch ein wenig verflogen sein duerfte, ja einige schon jetzt zu fuerchten beginnen, Syrien koennte zu Irans Vietnam werden, dass der Westen in den Nuklearverhandlungen nachgeben und man zu einer Einigung ohne Zugestaendnisse kommen wird. Denn der Iran braucht das Geld, das ins Land fliessen wuerde, sollten die Sanktionen aufgehoben werden - vor allem, um seine teuren Kriege in Syrien, dem Jemen und Irak zu finanzieren.

Sagt inzwischen selbst Martin Dempsey, der ansonsten ja den Einsatz des US-Militaers mit den schiitischen Milizen im Irak koordiniert:

Iran would likely spend some newfound resources on its military and its surrogates if a nuclear deal can be reached that leads to sanctions relief, General Martin Dempsey, the top U.S. military officer, said during a trip to Israel Tuesday.


8. Juni 2015, 16.49 Uhr:

Wahlverlierer

von Thomas von der Osten-Sacken

Randnotiz über einen Wahlverlierer, die viel sagt über die Bedeutung der gestrigen Wahlen in der Türkei: Die Aktien des größten Produzenten von Wasserwerfern in der Türkei sind heute an der Börse Istanbul um fast 10% gefallen.

Quelle: http://www.hurriyetdailynews.com/water-cannon-producers-stock-dips-after-turkeys-ruling-akp-loses-majority.aspx?pageID=238&nID=83655&NewsCatID=345

 

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