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Kürzliche Beiträge
12. November 2016, 18.14 Uhr:

Auf eine Neues: Mit Assad gegen ISIS

von Thomas von der Osten-Sacken

Nein, neu ist diese Idee nicht, aber immerhin haben Russland, der Iran und Assad lang und hart daran gearbeitet, dass sie nun der neue amerikanische Präsident zu seiner Linie erklärt. Und wenn denn nun bald die USA die Nato bitten, der syrischen Luftwaffe beizustehen?

The US should stop to try to find and support Syrian ‘moderate’ opposition groups, as in fact, Americans “have no idea who these people are,” President-elect Donald Trump said during an interview with The Wall Street Journal on Friday.

The future US president also noted that the US should focus its efforts in Syria on fighting against terrorists of the Islamic State (IS) group, instead of attempting to oust Syrian President Bashar al-Assad, as well as be on the same wavelength with Russia.

Und was macht der bald scheidende Präsident? Er entdeckt, dass das eigentliche Problem in Syrien eigentlich Ql Qaida sei. Assad jedenfalls, stept nicht down, bevor Obama das Weisse Haus verlässt:

President Obama has ordered the Pentagon to find and kill the leaders of an al-Qaeda-linked group in Syria that the administration had largely ignored until now and that has been at the vanguard of the fight against the Syrian government, U.S. officials said.

The decision to deploy more drones and intelligence assets against the militant group formerly known as Jabhat al-Nusra reflects Obama’s concern that it is turning parts of Syria into a new base of operations for al-Qaeda on Europe’s southern doorstep, the officials said.

The move underlines the extent to which Obama has come to prioritize the counter­terrorism mission in Syria over efforts to pressure President Bashar al-Assad to step aside, as al-Nusra is among the most effective forces­­ battling the Syrian government.

11. November 2016, 18.52 Uhr:

Wer Trump nicht gratuliert

von Thomas von der Osten-Sacken

Soviel dürfte klar sein: In der arabischen Welt sind es eher Typen, wie Sissi und Assad, starke Männer eben, oder solche, die glauben es zu sein, die auf Donald Trumps Sympathien und Unterstützung hoffen dürfen.

Folgerichtig war es auch der ägyptische Präsident, der Trump als erstes ausländisches Staatsoberhaupt zu seinem Sieg gratulierte, während sie sich gar nicht freuen:

Donald Trump’s victory in the US elections is a “disaster” for the Arab and Muslim world, a Muslim Brotherhood spokesperson said today.

Mamdouh Al-Muneer, a member of the supreme body of the Freedom and Justice Party, wrote on social media that the results of the elections were a catastrophe as a “racist” has ascended to the White House.

10. November 2016, 14.46 Uhr:

‘Hezbollah-ization’

von Jungle World

Über die drohende “Hizbollaisierung” des Irak und auch Syriens schreibt Hassan Dai:

For months prior to the offensive, Iran, and its Iraqi proxies pressured the Iraqi government to accept the militias’ role in the Mosul offensive, a move that could give them a share of the victory and provide them with a pretext to justify their existence in Iraq long after the defeat of ISIS. This would secure Iran’s influence in Iraq, which predominantly relies on these militias, a prospect that many believe to be the Hezbollah-ization of Iraq.

Iran has been clear about its intentions on the role of PMF in Mosul and the future of its Shiite militias in Iraq. In late August, cleric Akram al Ka’bi, the leader of the Harakat al Nujaba, a main Iranian proxy militia in Iraq which is part of the PMF and is also heavily involved in Syria, traveled to Iran, met with the regime’s top officials including IRGC commanders and was given a platform to show his allegiance to the Iranian Supreme Leader and to echo the regime’s views about the Mosul offensive and the PMF’s future.

In his meeting with the speaker of the Iranian parliament, Ka’bi declared: “The battle for Mosul is a defining battle for the future of Iraq that could shape the future of Islamic resistance in Iraq. Mosul is the scene of battle against the US and Barzani, the leader of Kurdistan who wants to create a pro-Israeli government in Kurdistan.”

In his press conference, Ka’bi declared that “No country including the US can prevent us from participating in the Mosul offensive and cannot eliminate us and the PMF will continue its activities after the defeat of ISIS.”

He continued: “the PMF militants are trained by Hezbollah. We do not believe in geographical borders and commander Suleimani represents the resistance front in the world.”

In his interview with Iran state TV, Ka’bi declared that despite US opposition, the PMF would definitely participate in the Mosul offensive. He stated that the PMF could agree to be integrated into the Iraqi Defense Ministry only if its organizational structure, its hierarchy, and its leadership remain intact and the PMF is subordinated to resistance groups (a term used by the Iranian regime to identify its proxies across the Middle East).

9. November 2016, 15.03 Uhr:

Was die Wahl Donald Trumps für den Nahen Osten bedeutet

von Jungle World

Gastbeitrag von Florian Markl

Nach einer Wahl, die für viele Amerikaner und Amerikanerinnen sprichwörtlich die für das kleinere Übel gewesen ist, steht fest: Der 45. Präsident wird Donald Trump heißen. Statt der ehemaligen First Lady und Außenministerin Hillary Clinton, deren inhaltliche Positionen zwar oft nur schwer fassbar, aber zumindest von der Grundtendenz her erkennbar sind, wird der Diktatoren-Bewunderer mit der auffälligen Frisur und den gleichermaßen erratischen wie inkonsistenten außenpolitischen Ankündigungen ins Weiße Haus einziehen. Was die Präsidentschaft Trumps für den Nahen Osten bedeutet, ist einigermaßen unklar – viel zu widersprüchlich waren seine verschiedenen Ankündigungen, um eine auch nur halbwegs konsistente Linie erkennen zu können. Statt sich in Spekulationen über einen Kurs zu ergehen, den Trump selbst vermutlich nicht angeben könnte, könnte es zu diesem Zeitpunkt nützlich sein, sich die Widersprüchlichkeit seiner vollmundigen Ansagen vor Augen zu führen.


Die Welt ist eine Scheibe – oder auch nicht

Im schier endlos langen Wahlkampf hat Trump in außenpolitischen Fragen eine der Grundregeln der Logik außer Kraft gesetzt, die für eine vernünftige Unterhaltung unabdingbar sind: Der Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch besagt, dass nicht eine Aussage und ihr Gegenteil gleichermaßen zutreffen können.

In Trumps Welt gilt das nicht. Um nur einige wenige Beispiele zu nennen: Trump kann an einem Tag erklären, dass die Zeit militärischer Interventionen im Ausland vorüber sei, um am nächsten Tag anzukündigen, zigtausende Soldaten nach Syrien schicken zu wollen. Er kann darüber sinnieren, dass die Erde ein sichererer Ort wäre, wenn Japan, Saudi-Arabien und andere Staaten Atomwaffen entwickelten, um sodann zu behaupten, das nie gesagt zu haben und davor zu warnen, dass „the Nuclear“ die größte Gefahr auf der Welt sei. Er konnte gestern militärische Interventionen im Irak und in Libyen unterstützen bzw. fordern, um heute zu bestreiten, das jemals getan zu haben – und darüber hinaus zu erklären, es wäre besser, wenn Saddam Hussein und Gaddafi noch an der Macht wären. Die Aufzählung ließe sich beliebig verlängern.


Wenige Fixpunkte

Im Dickicht der zahlreichen Widersprüche finden sich nur wenige Themen, zu denen Trump sich einigermaßen konsistent geäußert hat. Einer dieser Punkte ist der Iran-Deal, den er konsequent als eines der schlechtesten Abkommen bezeichnete, das jemals von den Vereinigten Staaten verhandelt worden sei. Als Präsident werde er den Deal aufkündigen –was an dessen Stelle treten soll, blieb freilich völlig offen.

Klar dürfte dagegen sein, dass die syrische Opposition von Trump keinerlei Unterstützung zu erwarten hat. Mehrfach hat er erklärt, mit Russland und dem Assad-Regime im Kampf gegen den Islamischen Staat gemeinsame Sache machen zu wollen. Die Forderung nach dem Sturz Assads prangerte er als schweren Fehler an. Damit distanzierte er sich deutlich von der Politik der Obama-Administration, die sich zumindest rhetorisch auf die Seite der Opposition gestellt hatte.

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9. November 2016, 12.42 Uhr:

'Annihilation'

von Jungle World

Von Thomas v. der Osten-Sacken

Die Wahl ist entschieden. Vor Aleppo hat man noch abgewartet. Nun ist es die “Kriegstreiberin” Clinton (Augstein, Zizek etc.) nicht geworden. So kann es losgehen. Angekündigt wurde es ja schon:

Moscow has  has warned (it) will be a bombardment that will level what remains of east Aleppo.

Und es geht los:

Nach seiner Verlegung ins Mittelmeer sollen erstmals Luftangriffe vom russischen Flugzeugträger “Admiral Kusnetsow” aus geflogen werden. Unterstützt werden sollen sie durch Bombardements der Begleitschiffe - auf das Gebiet um Aleppo.

Was übrig bleibt, wird dann ihnen überlassen:

Ahead of a major battle in Aleppo, Syria, sources close to Iran’s Shi’ite Fatimiyoun militias said that on Friday passenger and cargo aircraft had transported to Damascus airport a large number of forces from Iran’s Revolutionary Guards and several other militias linked to both Iran and Iraq.

Aleppo ist, was Guernica in den 30ern war. Ob man den Vergleich nun mag oder nicht.

Nur starb der letzte Kämpfer der Abraham Lincoln Brigade dieses Jahr. Und ausgerechnet John Mc Cain schrieb den Nachruf. So schließt sich der Kreis. Und nein, es hilft nichts, sich heute zu fragen, wie es in Aleppo aussähe, hätte vor acht Mc Cain die Wahlen gewonnen.

8. November 2016, 17.05 Uhr:

Syriens Stellvertreter im Krieg.

von Jungle World

Keine Bühne für Todenhöfer!

Gastbeitrag der AAB

Am 14. November 2016 empfängt der Verleger und Chefredakteur der Wochenzeitung »Der Freitag«, Jakob Augstein, den bekanntesten Propagandisten der mörderischen Assad-Diktatur in Deutschland, Jürgen Todenhöfer, zum Gespräch. Und der öffentlich-rechtliche Sender Radio Eins überträgt das Gespräch unter dem Motto „Syrien, der ewige Stellvertreter-Krieg?“ auch noch im Radio.

Erst vor einigen Wochen wurde von syrischen Aktivisten aufgedeckt, dass der sogenannte Terrorexperte Jürgen Todenhöfer aus Sympathie für Syriens Machthaber Baschar al-Assad ein Interview mit einem Kommandeur der jihadistischen Organisation Jabhat Al Nusra inszeniert hatte. So berichtete nicht nur die syrische Online-Zeitung Zaman al-Wasl, dass der Interviewpartner Todenhöfers ein Fake sei. Abu al-Ezz ist weder Kommandeur der al-Qaida-nahen Al-Nusra-Front, noch gehörte er zu ihrer Nachfolgeorganisation, Fatah al-Scham. Dieses unglaubliche Malheur ändert aber nichts an seinem Status als Experte.

Selbstverständlich. Die deutsche Öffentlichkeit nahm seinen angeblichen Coup begierig auf. In dem Interview bestätigte der angebliche Kommandeur nämlich alle Vorurteile gegenüber den USA und den sunnitischen Staaten, die heutzutage in großen Teilen der deutschen Gesellschaft gepflegt werden.

Lautsprecher deutscher Sehnsüchte.

Jürgen Todenhöfer ist im besten Sinne des Wortes ein deutscher Nahost-Experte. Er ist ständig vor Ort, hat aber keinerlei Ahnung von der Materie und wird deshalb von den deutschen Medien geliebt. Er ist der Lautsprecher deutscher Sehnsüchte.

Noch im Juni 2014 behauptete Jürgen Todenhöfer, dass der IS „nur scheinbar die alles überragende Rolle“ spiele, hauptsächlich werde der „Aufstand“ von dem „Nationalen, Panarabischen und Islamischen Widerstand“ angeführt, einer „säkularen Koalition mehrerer Gruppen, die schon mit großem Erfolg gegen die US-Armee gekämpft“ (1) hatte. Beinahe ehrfürchtig sprach er vor zwei Jahren von den „Dschihadisten aus aller Welt“, die sich dem IS anschließen und „wegen ihres Todesmuts und ihrer Härte, Furcht und Schrecken“ in dem Bündnis geachtet werden.

Ein Jahr später behauptete der allseits zitierte Experte, dass „der IS die gefährlichste Terrorarmee“ ist, „die die moderne Geschichte gesehen hat“ (2). Kein Wort verlor er mehr über die angeblichen ehemaligen Bündnispartner des Islamischen Staates, die sich innerhalb eines Jahres in Luft aufgelöst hatten. Und das, obwohl der so genannte „Nationale Widerstand“ laut Todenhöfer „in Mossul mit über 20.000 Mann präsent und von der Bevölkerung getragen“ (1) wurde.

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6. November 2016, 14.56 Uhr:

Ende mit Schrecken oder Schrecken ohne Ende?

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Andreas Benl

Zwei Statements von ein und derselben Person und ein und derselben Website. Besser könnte man den kompletten Bankrott des Iran-Appeasements nicht dokumentieren:

6.11.2016: Dem kräftigen Ruf “Weg mit Assad", der auch in Berlin zu hören war, folgte ja keinerlei Handeln des Westens. Das ist unverantwortliche Politik. Stattdessen haben Russland und Iran auf Seiten Assads und die radikalen Islamisten und Terroristen auf der Gegenseite die Entwicklung des Konflikts in letzter Zeit immer stärker bestimmt – ganz zum Leidwesen der syrischen Zivilbevölkerung. Die ganze syrische Tragödie – viele Millionen Flüchtlinge und Hunderttausende von zivilen Opfern – ist eine Schande für den Westen und für die Werte, die wir eigentlich vertreten sollten.

14.10.2015: Unter der Leitung des MSC-Vorsitzenden Botschafter Wolfgang Ischinger und des iranischen Außenministers Mohammed Sarif wird in Teheran ein exklusiver Kreis von rund 60 Teilnehmern zusammenkommen, um sich in einem informellen Rahmen austauschen zu können. Zum Anlass des Meetings sagte der MSC-Vorsitzende Wolfgang Ischinger: “Das Wiener Abkommen hatte nur die Frage des iranischen Nuklearprogramms im Blick. Es löst nicht alle unsere Probleme, und es bleiben wichtige Umsetzungsschritte zu erfüllen. Aber angesichts der jüngsten Einigung im Atomstreit ist nun der Zeitpunkt gekommen, um zu eruieren, ob und inwieweit mit dem Iran auch in anderen Feldern eine engere Zusammenarbeit möglich sein wird. Wir müssen auch mit iranischen Entscheidungsträgern mögliche gemeinsame Ansätze bei der Bewältigung der vielfältigen regionalen Krisen, insbesondere in Syrien, besprechen.”

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