Herrschaftskritische Sommeruni
Missy Magazin
Kürzliche Beiträge
20. Januar 2016, 10.15 Uhr:

Die staatlichen Förderer der Holocaust-Karikaturen im Iran

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Kazem Moussavi

Der angeblich moderate Hassan Rouhani erweist sich als mindestens ebenso antisemitisch wie sein Vorgänger, der Holocaustleugner Mahmoud Ahmadinejad, der im Jahre 2006 den ersten internationalen Holocaust-Karikaturen-Wettbewerb in Teheran veranstaltete. Nun soll unter dem Hinrichtungspräsidenten Rouhani in der Stadt Mashad wieder eine Holocaust-Karikaturen-Ausstellung stattfinden (Juli 2016). Parallel dazu ist ein Wettbewerb zu Karikaturen Benjamin Netanjahus vorgesehen.

Es sollen judenfeindliche Darstellungen von Karikaturisten aus 50 Ländern gezeigt werden. Als Extra-Gewinn wurde der exorbitante Preis von 50.000 US-Dollar ausgelobt, die 1., 2., und 3. Platzierten werden mit jeweils 12000, 8000 bzw. 5000$ belohnt. Die prämierten Arbeiten in Mashad sollen später im Teheraner „Museum für palästinensische zeitgenössische Kunst“ gezeigt werden.

Die Auswahl der Karikaturen findet unter der Schirmherrschaft des “Iranischen Hauses der Karikaturen” in Teheran (Seyed Massoud Shojai-Tabatabai) und dem “Sarcheshmeh Cultural Center of Martyrs of the Islamic Revolution” (Hojat-ol-Islam Mohammad Reza Zaeri) statt.

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17. Januar 2016, 12.11 Uhr:

Vorgespielte Evakuierung

von Thomas von der Osten-Sacken

Humanitäre Hilfe à la Assad:

Mit Assad verbündete Fernsehstationen aus dem Iran, Russland und dem Libanon berichteten groß über die angebliche „Rettung der Hungernden aus Madaja“, zeigten sie mit Krankenwagen des Roten Kreuzes und Jeeps der Vereinten Nationen. Zeitungen und Fernsehsender rund um die Welt nutzten die Bilder, um über die Evakuierung zu berichten. In zahlreichen Interviews dankten Männer, Frauen und Kinder dem Diktator für seine Hilfe, machten die Rebellen in Madaja für alles Leid, das über sie gekommen sei, verantwortlich.

Direkt nach dem in deutscher und englischer Sprache erschienenen Bericht in BILD zu der gewaltigen Propaganda-Aktion, bezichtigten russische Medien BILD der Lüge. Der BILD-Bericht sei frei erfunden und „urkomisch“, sagte der Syrien-Korrespondent der russischen Staatsmedien „Murad Gazdiev“. (…)
Doch die Fakten sehen anders aus. Am Freitag bestätigten die beiden Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen (UN), das Welternährungsprogramm (WFP) und das Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA), dass niemand aus Madaja evakuiert worden sei. Auch das Rote Kreuz gab an, dass bislang niemand aus Madaja von Hilfsorganisationen herausgebracht wurde.

„Das Welternährungsprogramm war an keiner Evakuierung von Zivilisten im Rahmen des Konvois vom Montag beteiligt“, sagte Abeer Etefa, leitende Kommunikationsbeamtin der Organisation für den Nahen Osten.

17. Januar 2016, 11.12 Uhr:

Demonstration in Berlin: 'Wir haben es satt'

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von AbdAlaziz Alhamza

Yesterday was the International Day to Break the Sieges in Syria. Simultaneous protests in different German cities were organized with the Slogan “Wir haben es satt” to express our deep concern about food sovereignty for tens of thousands of Syrian civilians.

We as Syrians in Germany are identifying with the aims of these protest as people suffer extremely from the lack of food sovereignty due to the sieges imposed by the Assad regime and all its allies over many Syrian towns and cities, so we decided to join forces with our friends in the German movements for food sovereignty. It was a core message of the grassroots solidarity and connections between the struggles no matter the differences.

Hundreds of people demonstrated in Berlin and were demanding an end of the sieges and free access for humanitarian assistance to places like Madaya and Moudamiaya.

16. Januar 2016, 15.01 Uhr:

Brief aus einem türkischen Gefängnis

von Thomas von der Osten-Sacken

Der Herausgeber der türkischen “Cumhuriyet", Can Dündar, sitzt im Gefängnis. Von dort schrieb er einen Gastbeitrag für die “Welt". Und was für die Türkei gilt, gilt genau so für alle anderen Länder in der Region:

Das, was in der Silvesternacht in Köln passiert ist, kam uns Türken wohlbekannt vor. Es war dasselbe, was sich jedes Jahr auf dem größten Platz von Istanbul, dem Taksim-Platz, zuträgt. (…)

In der Türkei kämpfen seit Jahren Frauen und Männer unter Lebensgefahr gegen dieses Weltbild und für ein laizistisches, modernes Leben und eine demokratische Republik. Sie sind davon überzeugt, dass man sich nicht mit den Symptomen, sondern mit den Ursachen auseinandersetzen und eine Politik entwickeln muss, die diese Ursachen bekämpft.

Auf welcher Seite aber stehen die westliche Welt und die Europäische Union und insbesondere Deutschland und Frau Merkel, wenn diese beiden verschiedenen Auffassungen in Istanbul oder in Köln aufeinanderprallen? Wir kennen die Antwort auf diese Frage. Und genau darum lächeln wir bitter, wenn wir von Merkels harter Reaktion auf die Angreifer von Köln hören.

Der Weg in eine Welt, in der nicht die Religion das Leben reglementiert, in der Frauen und Männer in Freiheit zusammenleben, in der Gerechtigkeit, Demokratie und Freiheit die allergrößte Wertschätzung genießen und in der nicht der Krieg, sondern der Frieden gepriesen werden, führt nicht darüber, die Grenzen zu schließen. Er führt über die globale, grenzüberschreitende Solidarität jener, die dieselben Ideale teilen.

Derweil füllen sich die türkischen Gefängnisse mit anderen Kritikern Erdogans.

16. Januar 2016, 00.09 Uhr:

Der Krieg und die Flüchtlinge

von Thomas von der Osten-Sacken

Die EU zahlte Gaddafi bis 2011 Milliarden, damit er Flüchtlinge in Libyen internierte.

Heute zahlt die EU Erdogan Milliarden, damit der Flüchtlinge nicht weiter ziehen lässt.

Gaddafi nutze die Drohung, seine Grenzen zu öffnen, äußerst geschickt, um mehr Unterstützung von der EU zu erhalten. Erdogan ist nicht weniger gerissen.

Putin, Assad und Iran produzieren gemeinsam jeden Tag neue Flüchtlinge.

Flüchtlinge sind somit nicht nur eine Einkommensquelle und Überlebensgarantie, sie selbst werden zur Waffe.

Und jeder, der Europa weiter schwächen will, verfolgt mit Freude, wie effizient dies mit Flüchtlingen, die man zu Millionen “produziert", funktioniert.

Nur die Europäer glauben weiterhin, sie befänden sich ja eigentlich gar nicht im Krieg, wenn, dann gegen ein paar Jihadisten des IS und der würde mit Bombenflugzeugen entschieden.

Oder sie führen Krieg gegen den Flüchtlinge selbst … nicht gegen jene, die sie erst erschaffen, womit sie erneut genau denen in die Hände spielen, die jederzeit ein paar weitere Millionen Flüchtlinge produzieren können.

Der Krieg gegen die Flüchtlinge ist nur eine weitere der vielfältigen Fronten, an der Europa den “War on Terror” verliert. Denn er ist nur eine weeitere falsche Front, eine, an der der Gegner immer siegen und Europa verlieren wird, strategisch und moralisch.

16. Januar 2016, 00.05 Uhr:

Drohender Dammbruch

von Thomas von der Osten-Sacken

Seit Jahren ist bekannt, dass dieser Damm in einem miserablen Zustand ist, die letzten Jahre scheinen ihm den Rest zu geben:

Iraks größter Staudamm droht nach Angaben des US-Außenministeriums im Frühjahr zu brechen und eine 20 Meter hohe Flutwelle durch das dicht besiedelte Tal des Tigris zu schicken. Schuld sei fehlende Wartung des instabilen Untergrundes – der Damm steht auf Schichten aus Gips, Kalk und Lehm, so dass der Untergrund des Bauwerks seit seiner Inbetriebnahme permanent durch technische Maßnahmen stabilisiert werden muss. Diese Arbeiten sind durch den Krieg gegen die Terrormiliz Daesh seit nunmehr 16 Monaten unterbrochen. Nun sehen Fachleute Indizien dafür, dass Wasser im Untergrund das Fundament der Staumauer von unten her abträgt. Im schlimmsten Fall, so schätzen die US-Diplomaten, könnte das Versagen des Damms mehrere hunderttausend Menschenleben kosten.

9. Januar 2016, 13.49 Uhr:

Ultimative Handlungsempfehlungen für Sittsamkeit

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Andreas Benl

Nachdem die Stellungnahme des “MuslimStern” zur shariakonformen Abhilfe in Köln durchs Internet gelaufen ist, hat die Redaktion den ursprünglichen Post gelöscht, an anderer Stelle wiederveröffentlicht und Sätze wie “Man kann nicht vor einem Löwen eine nackte Antilope werfen und erwarten, dass bei dem Löwen sich nichts regt.” mit der schmierigen Anmerkung versehen: “Dass Frauen keine Schuld trifft, wenn sie Opfer sexueller Straftaten werden, egal wie sie gekleidet sein mögen, ist für uns selbstverständlich und steht auch nicht zur Debatte!”

Bei den Moderaten in der Islamischen Republik bedarf es keines solchen Eiertanzes. Ende 2015 erklärte die iranische Verkehrspolizei, 40 000 Autos von Frauen wegen Verstößen gegen das Verschleierungsgebot beschlagnahmt zu haben.
Eine Bilderstrecke der Deutschen Welle zeigt, dass man auch propagandistisch keinen Aufwand im Kampf für die zwangsverschleierte Sittsamkeit scheut.



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