Jungle World abonnieren
Jungle World - shop
Kürzliche Beiträge
27. Mai 2016, 13.09 Uhr:

US-YPG: Brothers in Arms

von Thomas von der Osten-Sacken

Bei der Offensive auf Raqqa, die Hauptstadt des Islamischen Staates (IS), setzt die USA nicht nur ganz auf die PYD, den syrischen Ableger der PKK, amerikanische Spezialeinheiten tragen sogar ganz solidarisch das Emblem der “Volksbefreiungseinheiten” YPG, der Milizen der PYD.

Während also amerikanische Soldaten mit rotem Stern auf dem Revers durch Syrien laufen, gilt die PKK in Washington weiter als terroristische Organisation.

26. Mai 2016, 14.36 Uhr:

Die Stimme Teherans im deutschen Radio

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Stefan Frank, Mena-Watch

Reinhard Baumgarten arbeitet für den SWR als Korrespondent in Teheran. Er leidet an einer Berufskrankheit: übermäßiger Faszination für das Studienobjekt. So, wie mancher Virologe ins Schwärmen gerät, wenn er von der Wunderwelt der Viren und deren verblüffenden Fähigkeiten spricht, so findet Baumgarten, wann immer er das Ajatollah-Regime unter seinem Elektronenmikroskop betrachtet, ständig neue, bislang unbekannte Demokratiemoleküle, Freiheitspartikel und Pluralismusproteine, die noch nie zuvor ein Mensch gesehen hat und die ihm das Gefühl geben, auf wichtiger Mission zu sein: das Image eines antisemitischen Folter- und Mordregimes aufzupolieren.

Reinhard Baumgarten ist ein Entdecker; seine politischen Berichte aus dem Iran ähneln den Romanen von Jules Verne. Zwar sind sie weniger exakt, doch was ihm an Wissenschaftlichkeit und Wissen abgeht, macht er durch Phantasie wieder wett. Vor wenigen Monaten, wir erinnern uns, beschrieb Baumgarten das imposante Naturphänomen der iranischen Wahlen. Diese sind, erfuhren seine Zuhörer, „bedingt demokratisch“. Anders als in manch europäischem Land bekämen die „Hardliner“ im Iran bei Abstimmungen nie einen Fuß auf den Boden, seit Jahren schon eilten die Softliner von Erfolg zu Erfolg.

Die Hardliner nämlich sind ganz schön dumm: Obwohl sie im Iran scheinbar jede Haarsträhne und jeden Urankern kontrollieren, sitzen „gemäßigte Konservative und reformorientierte Kandidaten“ insgeheim an den Hebeln der Macht und drehen ihnen eine lange Nase. Quo vadis, theokratische Diktatur? So wird das nichts mit der Wiederkunft des Mahdis.

Den ganzen Beitrag lesen

23. Mai 2016, 23.23 Uhr:

Umfrage in Syrien

von Thomas von der Osten-Sacken

Die Tragfähigkeit der Ergebnisse einer solchen Befragung kann man anzweifeln. Dass aber offenbar die Mehrheit aller Syrer sich eine friedliche Lösung des Konfliktes erhofft und auch immer noch eine, wenn auch schrumpfende Merheit, glaubt, man könne  in Zukunft weiter zusammen leben, ist immerhin bemerkenswert:

Five years into the war that is tearing their country apart, 75% of Syrians believe a political solution stands the best chance of ending the crisis - while 25% say that military action is the way forward - according to a new poll.

In other fragments of good news from the world’s worst humanitarian crisis, 60% of Syrians feel the influence of Isis (Islamic State) in the country has decreased over the last six months. But there has also been a drop in the numbers who think Syrians can put their differences aside and live side by side, down to 61% from 69% in July 2015.

Independent polling by ORB International across all of Syria’s 14 governorates showed 59% of Sunni Muslims and 68% of Alawites and Shia Muslims felt they could be reconciled in the future. According to one estimate, some 470,000 people have been killed since the conflict erupted in March 2011. Millions have been made homeless.

22. Mai 2016, 11.35 Uhr:

Iran: der ewige Good Cop

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Andreas Benl

Ein russischer Witz lautet: “Der Kreml ist in zwei Lager zwischen Putin und Medwedew gespalten. Die einzige Frage lautet, welchem Lager sich Medwedew selbst anschließen wird …". Im Falle von Erdogans Türkei spricht man von einer „autoritären Wende“ des leaders vom Reformisten zum Despoten, aber niemand würde seine Richtlinienkompetenz bestreiten.

Nur bei der Islamischen Republik Iran funktioniert die wundersame Trennung von offensichtlich Zusammengehörigem. So zeichnen Natalie Amiri, Reinhard Baumgarten und viele andere angesichts des erneuten iranischen Holocaust-Cartoon-Wettbewerbs das Bild von iranischen Entspannungspolitikern der Rohani-Fraktion, die andauernd an ihrem aufklärerischen Werk gehindert werden: Von vermeintlichen Nichtregierungsorganisationen wie etwa den iranischen Revolutionsgarden oder dem Ministerium für Kultur und Islamische Führung.

Der exiliranische Karikaturist Nik Kowsar hat den Spin von und um Zarif, Rohani und ihren Förderer Rafsanjani folgendermaßen kommentiert:

„Die Behauptung, dass die iranische Regierung diese Plattform für die Verbreitung von Hass und die Leugnung des Holocaust nicht kontrolliere, ist eine blanke Lüge aus dem Mund eines notorischen Lügners, der exakt vor einem Jahr die absurde Behauptung aufstellte: ‚Wir inhaftieren niemanden aufgrund seiner Meinung.‘“

22. Mai 2016, 09.45 Uhr:

Promoting the Iran Deal

von Thomas von der Osten-Sacken

Haaretz, 16. Juli 2015.

As several Jewish groups are mobilizing opposition to the Iran deal, the liberal pro-Israel advocacy organization J Street is launching a multimillion dollar national campaign to make the administration’s case on the nuclear agreement reached Tuesday.

The campaign will launch with a 30-second advertisement “highlighting the unprecedented inspections and monitoring of Iran’s nuclear and military sites under the agreement,” according to J Street.

INN, 21. Mai 2016:

J-Street received more than half a million dollars to advocate for the Obama administration’s controversial nuclear deal with Iran, it has been revealed.

The liberal Jewish group, which bills itself as “pro-Israel and pro-peace” but which critics say takes solely anti-Israel stances, was paid the money by the White House’s main surrogate organization for selling the deal.

The Ploughshares Fund was named in an explosive New York Times profile of Obama aid Ben Rhodes, in which the President’s chief spin doctor listed the central groups responsible for creating an “echo chamber” in order to promote the deal, even when the White House’s official line didn’t jibe with the facts.

21. Mai 2016, 17.02 Uhr:

Tunesien: Unterstützung für Demokratie nimmt zu

von Thomas von der Osten-Sacken

Erfreuliche Nachrichten aus Tunesien:

The nationally representative survey – conducted from Feb. 13 to March 3, 2016 – was led by the Tunis-based independent firm One to One for Research and Polling. Including 1,200 respondents randomly selected from all 24 of Tunisia’s governorates, the survey was conducted face-to-face in the respondent’s place of residence and has a margin of error of ± 3 percent.

Results reveal that Tunisians have not given up on democracy. In fact, today 86 percent of citizens say that democracy, despite its problems, remains the best system of governance – even more than the 70 percent polled shortly after the revolution.

Perhaps even more importantly, the survey shows that Tunisians are more supportive of democracy even though they recognize some of its potential limitations. At the time of the revolution, the vast majority of Tunisians had never lived under democracy, leading many to believe this political system would represent a panacea for the country’s ills. In 2011, fewer than 20 percent of citizens said that economic performance was weak in a democracy or linked democracy with political instability or indecisiveness. By contrast, five years after the revolution, nearly half or more say democracy suffers from each of these problems. In sum, Tunisians have become more supportive of democracy even as the majority have come to realize it is a less than perfect political system.

Vor diesem Hintegrund beginnt auch Ennadha andere Töne anzuschlagen, Töne, die man von Islamisten immer dann zu hören pfelgt, wenn sie in die Defensive geraten und nicht zum bewaffneten Jihad aurufen wollen:

“Ennahda has changed from an ideological movement engaged in the struggle for identity, to a protest movement against the authoritarian regime, and now to a national democratic party,” Ghannouchi told supporters at a rally. “We must keep religion far from political struggles.”

Analysts said Ennahda’s reform appeared to try to distinguish itself in a region where political Islam has suffered setbacks, and also to prepare for local elections next year and presidential run in 2019.

19. Mai 2016, 18.25 Uhr:

Unsere Despoten

von Thomas von der Osten-Sacken

Die Türkei verwandelt sich in rasantem Tempo in eine Autokratie.

Das hat, findet Colin Dürkop, Leiter des Istanbul-Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung, durchaus auch seine guten Seiten:

Bei einem Präsidialsystem haben Sie dann einen Ansprechpartner, und es wird dann keine Spannungen und keine Reibereien mehr geben zwischen dem Staatspräsidenten und dem Regierugnschef.

Auch bei der Fluchtabwehr lässt sich mit Despoten nämlich wunderbar kooperieren. Etwa mit der sudanesischen Regierung, deren Präsident nur vom Internationalen Gerichtshof zur Fahndung ausgeschrieben ist. Ald dieser Gerichtshof in Den Haag seine Arbeit aufnahm, wurde dies von Deutschland als großer Sieg des internationalen Rechts und Multilateralismus gepriesen und natürlich die USA und Israel entsprechend getadelt, weil sie sich weigerten, die Jurisdiktion des Gericht anzuerkennen.

Die Zeiten ändern sich eben:

Classified documents obtained by German magazine Der Spiegel and broadcaster ARD reveal the secret European plan to send cameras, scanners, and servers for refugee registration to Sudan, which is the transit point for refugees from East and Central Africa moving through the desert to Libya to cross the sea to Italy.

The plan also includes assistance from Germany’s international development arm, GIZ, to set up two detention camps for refugees in Sudan. (…)

Sudanese officials told German reporters that Sudan has recently hosted numerous German visitors to discuss building the camps.

“What we’ve told the Germans delegation is, the refugees should stay in the camps, so their needs can be looked after, and they can participate in income-generating projects,” a Sudanese immigration official told ARD. “The goal is that the refugees won’t leave the new camps. We’ve discussed all of this thoroughly with the German delegation.”

Schmeicheln Sie uns!

Falls Sie Ihre Wertschätzung für unsere Website ausdrücken möchten, können Sie dies mithilfe des Mikro-Bezahlsystems Flattr tun. Benutzen Sie einfach den folgenden Button:

Mehr Informationen auf flattr.com

Anzeige Transformellae Ikeae

Werden Sie ein Fan!

Jungle World
auf Facebook

Sie müssen sich nicht für Facebook registrieren, um unsere Seite zu betrachten. Na gut, dann …