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Kürzliche Beiträge
13. Oktober 2016, 13.31 Uhr:

Keine religiöse Zugehörigkeit mehr

von Thomas von der Osten-Sacken

Eine erfreuliche Nachricht aus Ägypten:

Students and both academic and administrative staff at Cairo University, one of Egypt’s top universities, will no longer be required to disclose their religious identity on any paperwork.

According to Cairo University’s President Gaber Nassar, the move is aimed at eliminating any potential discrimination arising from the disclosure of religious identity.

Speaking to Al-Nahar Al-Youm, an Egyptian television channel, Nassar said that there was no university law that required disclosure of religion and therefore the decision was made to abolish the practice in all departments at Cairo University.

12. Oktober 2016, 18.04 Uhr:

Über innerislamistische Kämpfe in Syrien

von Thomas von der Osten-Sacken

Seit Tagen bekämpfen sich in von Rebellen kontrollierten Gebieten Nordsyrien zwei der größten islamistischen Gruppen gegenseitig. Dazu schreibt Loubna Mrie:

Unlike Ahrar, Jund al-Aqsa has never considered itself a part of the Syrian uprising against the tyranny of the Assad regime. Like Nusra and ISIS, they do not recognize Syria as a national entity but as part of a larger caliphate and they’ve taken advantage of war to try to achieve that dream. Ideologically, they are Salafi-jihadist, meaning they want to create a Salafist Islamic state and will use force to do so.

Jund al-Aqsa is reliant on the local population for support and resources, but its brutal methods make it unpopular. For instance, Khan Sheikhun is well known from Jund al-Aqsa’s arrests and executions, and just last week Rami al-Sinjwai, a 13-year-old boy from Khan Sheikhun in Idlib province, was tortured and killed after he was overheard cursing God while playing with his friends. Saeed al-Swid, a FSA fighter who was detained by Jund al-Aqsa in 2014, was tortured to death at Jund al-Aqsa’s infamous “correctional facility,” located inside a shelter deep inside a series of caves in the mountains of Idlib, between Kafr Nabl and Kinsafra, known as Jabal al-Zawiya. Former detainees have told terrible stories about the prison and the torture they endured there. These actions were not only done to opposing fighters, but also to non-combatants who did not support Jund al-Aqsa or its ideology, including aid workers and civil society activists.  

Sources in Jund al-Aqsa complain that Nusra, despite their partnership, has been taking the spoils of recent gains all for itself. Jund al-Aqsa has no source of funding and relies on victory spoils and extorting resources from local communities. Even their fighters do not receive regular financial compensation, but rather get food baskets, which they often sell and are worth no more than 7,000 Syrian pounds, or around $30. All their amenities come from battle and they often rely on Nusra for supplies when fighting together.

Part of what we are seeing now are lines drawn between the two most effective Islamist groups, Ahrar al-Sham and Jabhat Fateh al-Sham, which was previously affiliated with al-Qaeda and known as the Nusra Front. Recently, Jund al-Aqsa released a statement pledging allegiance to Fateh al-Sham. Though formalizing relations with al-Aqsa will strengthen Fateh al-Sham, it will complicate its relationship with Ahrar. Though they have coordinated on the battlefield in the past, such as in August to briefly break the siege of Aleppo, they have also been competing for influence in northern Syria. Recently, both groups issued competing fatwas that tried to influence whether opposition groups should be fighting to break the siege on Aleppo or fight with the Turkish Euphrates Shield operation. Moreover, Fateh al-Sham’s hope of creating a unified Islamist coalition by breaking ties with al-Qaeda has failed, in particular because Ahrar al-Sham and other groups saw Fateh al-Sham’s break with al-Qaeda as a chance to push for it to moderate its behavior.

12. Oktober 2016, 17.42 Uhr:

Palästinenser schreiben an die Palästinasolidarität

von Thomas von der Osten-Sacken

In einem offenen Brief wenden sich 120 palästinensische Aktivisten an jene Teile der westlichen Palästinasolidarität, denen zu Syrien wahlweise nichts einfallen mag oder die dem Assad Regime die Stange halten, weil es sich ja nicht nur, gemeinsam mit seinem Beschützer Iran, die Solidariät mit Palästina ganz oben auf die Fahnen geschrieben hat (auch wenn in Syrien in dem letzten fünf Jahren mehr als 3000 Palästinenser zu Tode kamen und die Bewohner Yarmouks systematisch ausgehundert wurde), sondern die Syrische Arabische Republik überhaupt ganz vorne in der antiimperialistischen Front steht:

Along these lines, it is our position that any discussion of Syria that neglects the central role of Bashar Al-Assad and his regime in the destruction of Syria directly contradicts the principles of solidarity by which we abide. We have reflected on our own tendency to heroize those who advocate on behalf of the Palestinian struggle, and we fear that some members of our community may have prioritized the celebrity status of these individuals over the respect and support we owe to those Syrians affected most directly by the war, as well as those living in the diaspora whose voices have been dismissed as they have watched their homeland be destroyed.

We will no longer entertain individuals who fail to acknowledge the immediate concerns of besieged Syrians in their analysis. Despite reaching out to some of these individuals, they have shown an unwillingness to reflect on the impact of their analysis. We regret that we have no choice left but to cease working with these activists whom we once respected.

11. Oktober 2016, 22.03 Uhr:

Ein Propagandacoup namens Jihad

von Thomas von der Osten-Sacken

Ein zehnjähriges palästinensisches Mädchen ist der neue Star der Anti-Israel-Szene und wird durch die Medien und das Internet gereicht. Die infame Strategie seiner dahinter stehenden einflussreichen Großfamilie wird dabei ausgeblendet – auch im Weltspiegel der ARD, der das Kind kürzlich porträtiert hat. Dabei ist die Kenntnis genau dieser Strategie wesentlich, wenn man den medialen Erfolg von „Janna Jihad“ verstehen und einordnen will.

Gasbeitrag von Alex Feuerherdt

Der Spiegel hat sie als „jüngste Journalistin Palästinas“ vorgestellt, nahezu wortgleich hat das auch der Kurier getan, im Schweizer Tagesanzeiger ist sie „die jüngste palästinensische Reporterin“ und „die jüngste Kriegsreporterin der Welt“ sowie „das Kamerakind des Nahostkonflikts“ genannt worden, im Weltspiegel der ARD hieß es unlängst über sie: „Eine Kinder-Reporterin stoppt Soldaten“. Eine Menge Publicity und Ruhm also für ein gerade mal zehnjähriges Mädchen, das darüber hinaus auch von Al-Jazeera porträtiert wurde, dem britischen Boulevardblatt Daily Mail eine Story wert war und in den amerikanischen Vice News zu Wort kam. Die internationalen Medien stürzen sich regelrecht auf „Janna Jihad“, wie sie sich beispielsweise auf ihrer auffallend professionell gestalteten Facebook-Seite nennt, wo ihr mittlerweile über 220.000 Nutzer folgen. Bevorzugt dort, aber auch auf YouTube und Instagram veröffentlicht sie ihre selbst produzierten Videos und Fotos, die von Abertausenden angeklickt werden. Sie „kämpft mit ihrer Kamera gegen die israelische Besatzung“, meint anerkennend der Weltspiegel, der Janna auch ihren Berufswunsch begründen ließ: Sie wolle Journalistin werden, „um Palästina zu befreien“, sagte sie der ARD.

Ein niedliches kleines Mädchen, das sich mutig und nur mit einem Bildaufnahmegerät bewaffnet einer hochgerüsteten Militärmacht entgegenstellt – so etwas erwärmt die Herzen von Medien und Publikum natürlich, zumal dann, wenn es sich um ein palästinensisches Kind und israelische Soldaten handelt. Dass sie „mit Nachnamen Jihad heißt“ – also Heiliger Krieg –, sei bloß „Zufall“, beteuert die Autorin des Weltspiegel-Beitrags, Susanne Glass vom ARD-Studio Tel Aviv, gleich zu Beginn ihres Films. Doch da irrt die Korrespondentin, denn „Jihad“ ist in diesem Fall ein Nom de guerre, der somit keineswegs von ungefähr kommt. Jannas Nachname lautet vielmehr Tamimi, was Glass eigentlich bekannt sein müsste, schließlich nennt sie später den Zunamen von Jannas Mutter.

Ritualisierte Proteste aus Pallywood

Was die ARD-Korrespondentin ebenfalls wissen dürfte: Wer Tamimi heißt und wie Janna in Nabi Saleh lebt, einem palästinensischen Dorf im Westjordanland, gehört einer dort ansässigen Großfamilie an, die seit Jahren bekanntermaßen vor allem damit beschäftigt ist, Bilder zu inszenieren, die Israel als grausame und unmenschliche Besatzungsmacht erscheinen lassen sollen. Ihre Kinder setzt sie dabei gezielt als propagandistische Waffe ein. Wie das vonstattengeht, hat Georg M. Hafner vor einem Jahr in der Jüdischen Allgemeinen eindrücklich geschildert: Regelmäßig freitags machen sich Mitglieder des Tamimi-Clans gemeinsam mit anderen Bewohnern von Nabi Saleh in Richtung der nahe gelegenen, seit rund 40 Jahren existierenden israelischen Siedlung Halamish auf. Stets haben sie palästinensische Fahnen, Gasmasken, Steine und ihre Smartphones dabei, stets werden sie von einem Medientross begleitet, den es nach spektakulären Bildern dürstet.

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10. Oktober 2016, 14.57 Uhr:

Ein Sieg, der wie eine Niederlage aussehen könnte

von Thomas von der Osten-Sacken

Viel wir dieser Tage vom angeblich kurz bevorstehenden Sturm auf Mosul geschrieben, die letzte größere irakische Stadt, die sich noch in den Händen des Islamischen Staates befindet. Für die Obama Administration wäre dies zum Abschied noch ein Erfolg, den man vorweisen könnte agesichts des völligen Totaldebakels, das ihre Nahostpolitik ansonsten ist. Ein wenig könnte man von Syrien ablenken und so tun, als hätte man das Heft der Handlung doch noch in der Hand.

Nur was eigentlich bedeutet es, Mosul nun “befreien” zu wollen? Tragfähige Pläne, was man nach dem Day After denn machen solle existieren keine, die Bodentruppen (Schiitische Milizen, irakische Armee, kurdische Peshmerga etc. pp.), sind heillos zerstritten und dann droht eine humanitäre Katatsrophe.

Denn mit bis zu einer Million Flüchtlingen aus der nordirakischen Stadt wird gerechnet. Und wie man die unterbringen und versorgen will, steht völlig in den Sternen.

Dazu schreibt Florian Neuhof im Daily Beast unter dem vielsagen Titel “A Million Refugees Could Make a Mosul Victory Look Like Defeat“:

Once the battle for Mosul begins, most of the civilians streaming out of the city will not find room in displacement camps. Instead, they will be led to “emergency sites” lacking in shelter and basic services, says Lise Grande, the UN’s Humanitarian Coordinator for Iraq. A total of 13 such sites are being prepared, and will—at least initially—be little more than open fields.

According to the IRC’s Milutinovic, only 35,000 additional shelter units, capable of housing a mere 200,000 people, will have been added between June and mid-November.

The UN estimates that up to 700,000 people fleeing Mosul could be in need of shelter as the winter approaches.

The inability to deal with the humanitarian fallout of the Mosul campaign, aid agencies say, comes down to money problems. A UN appeal in June for $280 million in emergency funding has so far yielded only half that amount. Short of resources, the humanitarian community was not able to prepare a response, despite knowing months in advance the rough timeline for the offensive.

“Funding is a huge issue. What we really need now is the rest of the money we asked for,” says Becky Abdullah, media coordinator for the Norwegian Refugee Council. (…)

The uncertainty extends to how the cash-strapped Kurdistan Regional Government (KRG) will react to a renewed influx after taking in roughly 1.3 million internally displaced people who fled to the autonomous region in the wake of the Islamic State’s sweep through Iraq in 2014.

Aid officials and recent internal UN memos seen by The Daily Beast suggest that the Kurds are unwilling to accommodate significant numbers of new arrivals from Mosul. If the KRG stops them from entering its territory, as many as 350,000 people will be trapped in a narrow corridor of land only recently taken from ISIS.

10. Oktober 2016, 13.01 Uhr:

Schon Urlaubspläne für den Herbst?

von Thomas von der Osten-Sacken

Das syrische Tourismusministerium hat gerade ein Werbevideo veröffentlich. Es soll zu Reisen in den vom Regime gehaltenen Westteil Aleppos animieren. Und das Video zeigt, wie die Realität in dieser geteilten Stadt aussieht. Im Osten, Tod, Zerstörung, Hunger und Ruinen und im Westen immerhin eine Normalität, über die man solche Videos drehen kann:

Und dies in Drohnenflug über den Osten der Stadt:

9. Oktober 2016, 22.26 Uhr:

Konsequent ad absurdum geführt

von Thomas von der Osten-Sacken

Umweltministerin Hendricks verbeugt sich vor ihr, Außenminister Steinmeier lacht fröhlich neben ihr in die Kamera, und vorm Brandenburger Tor gibt sie ein CNN-Interview: Massoumeh Ebtekars Reise nach Berlin war wahrlich ein voller Erfolg für das Mullah-Regime. Die iranische Vize-Präsidentin und Umweltministerin wurde 1979 als Sprecherin der Geiselnahme in der Teheraner US-Botschaft international bekannt. Jetzt ist sie hochrangige Vertreterin des Regimes, das neue Hinrichtungsrekorde setzt, politische Geiseln gefangen hält, Homosexuelle, religiöse Minderheiten, und kritische Stimmen brutal verfolgt, zur Vernichtung Israels aufruft, den Holocaust leugnet, Terrorgruppen und Anschläge weltweit finanziert und in Syrien auf Seiten Assads mordet. Der unterwürfige Empfang dieser Frau ist der völlige Ausverkauf freiheitlich-demokratischer Werte. Er führt jede Rede der Bundesregierung über die Bedeutung der Menschenrechte oder die besondere Beziehung zu Israel ad absurdum, denn er zeigt, wie konsequenzlos sie ist.

Das schreibt Antje Schippmann über einen weiteren Bersuch iranischer Regierungsvertreter in Deutschland.

Siehe auch: Kazem Moussavi; Deutsche Kooperation mit den Umwelt-Terroristen im Iran


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