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Kürzliche Beiträge
12. Juni 2016, 16.04 Uhr:

Unverschleierte Frauen mal wieder schuld

von Thomas von der Osten-Sacken

Jahrelanges Mismanagement hat im Iran zu chronischem Wassermangel geführt: Der Grundwasserspeiegel sinkt, Flüsse und Seen trocknen aus und selbst iranische Behörden sind inzwischen alarmiert.

Besonders unter Präsident Ahmenijedad wurden die Iraner förmlich aufgefordert, Wasser zu verschwenden und neue Brunnen zu bohren, weil:

„Nachhaltigkeit ist ein aus dem Westen importierter Begriff. Hier ist das von Gott geschenkte unendliche Wasser. Pumpt ab, so viel ihr wollt.“ Nach dieser Rede seien innerhalb weniger Monate zigtausende illegale Brunnen im Land gebaut worden, das Parlament habe alle Bohrungen nachträglich legalisiert.

Nun sehen sie langsam die Folgen, in Ishafan etwa führt der Zayadeh kaum noch Wasser.

Und wer ist daran dann schuld?

Die Juden?

Heute mal nicht, sondern, laut  Freitagsprediger Yosef Tabatabe,  Frauen, die immer öfter sich unverschleiert vor dem Fluss ablichten lassen:

“I have seen many women taking pictures of themselves without hijab by the river and I have heard the social media encourage them to unveil themselves. These unveiled women have caused Zayandeh River to dry in Iran.”

Dazu schreibt die Kampagne “My Stealthy Freedom“:

So apparently, in addition to having been once been the cause of earthquakes in Iran—in reference to the remarks of another cleric, Kazen Sedigi, who once uttered “many women who do not dress modestly spread adultery in society and this gives rise to earthquakes,"—we women are now being blamed for another natural disaster. It seems that the rulers of Iran are intent on blaming their own mismanagement and incompetence on women.

With these beautiful pictures that we have taken, we are actually adding to the beauty of nature; we are not causing natural disasters. Natural disasters are triggered by your own inability to properly manage Iran’s limited resources.


12. Juni 2016, 11.04 Uhr:

Statement aus dem kulturellen Dialog

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Andreas Benl

Das Kulturstaatsministerium unter Monika Grütters läßt ausrichten, die Preisverleihungen ihres Teheraner Kooperationspartners Majid Mollanoroozi an Holocaustleugner seien zwar unerträglich, eine Ausladung des im Dezember erwarteten Ehrengastes und Direktors des Teheraner Museums of Contemporary Art sei aber nicht geplant. Schließlich habe die Kunst „eine große zivilisatorische Kraft“ zur Verständigung, eben zum Wandel durch Annäherung.

Hier eine Erinnerung daran, wie der iranische Kooperationspartner den Dialog gegenüber seinen westlichen Partnern, vor allem aber gegenüber iranischen Künstlerinnen und Künstlern definiert:

“Alle Künstler sind repräsentativ für die Revolution, die sich unter dem Dach des Ministeriums für Islamische Kultur und Aufklärung der Islamischen Republik umfassend verpflichten. (…) Wir trennen die bildende Kunst nicht von dem islamischen System. Diejenigen, die die islamische Regierung und den Staat nicht akzeptieren, gehören nicht unter uns. Ihnen dürfen keine Hilfe und Möglichkeiten gewährt werden. (…) Anti-religiöse Künstler und Frauen ohne Hijab (Verschleierung) nehmen wir nicht zu der 56. Biennale in Venedig mit. (…) Wir berücksichtigen die bildende Kunst auch in unseren politischen Beziehungen. Das Spektrum der islamischen Kultur und der Politik der Islamischen Republik Iran hat sich heute erfolgreich durchgesetzt. Wir sprechen jetzt von einem islamischen Erwachen in der bildenden Kunst in der Region.“

11. Juni 2016, 12.50 Uhr:

Alliierte im Kampf gegen den Terrorismus

von Thomas von der Osten-Sacken

Vor wenigen Tagen hat das US-State Departement seinen neuesten Bericht über globalen Terrorismus veröffentlicht. Und wie jedes Jahr führt der Iran mit Abstand:  „Iran remains the leading state sponsor of terrorism globally.“ Erneut auch wird, wie jedes Jahr, ein Iraner ganz besonders erwähnt: Quasim Soleimani, der Anführer der al-Quds-Brigaden. Über ihn und seine Truppe heißt es, sie seien  „Iran’s primary mechanism for cultivating and supporting terrorists abroad.”

Während in Washington dieser Bericht veröffentlicht wurde, kooperierten die USA eng mit genau diesem Quasim Soleimani, der in Syrien und dem Irak die Bodenoffensiven gegen syrische Rebellen und ISIS leitet und sich derzeit in Fallujah an der Front aufhält. Denn Soleimani leitet auf irakischer Seite die Bodenoffensive schiitischer Milizionäre, während die US-Luftwaffe Fallujah aus der Luft bombardieren.

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11. Juni 2016, 12.48 Uhr:

Weg mit dem Ding

von Thomas von der Osten-Sacken

Aus einem Ort in der Nähe von Manbij, der kürtzlich durch Einheiten der Ssyrian Democratic Front (SDF) vom Islamischen Staat befreit wurde:

Syrian women pictured throwing off niqabs after their village was freed from Isis

Und andere griffen erst einmal zur Zigarette, denn Rauchen ist unter islamistischer Kontrolle bei schwere Strafen verboten:

9. Juni 2016, 11.05 Uhr:

Grab Mittelmeer

von Thomas von der Osten-Sacken

Das Sterben geht weiter:

Die Informationen kamen scheibchenweise: Zuerst gab es gar keine Meldung, nach und nach stiegen die Opferzahlen. Schließlich hat Flavio Di Giacomo, Sprecher der Internationalen Organisation für Migration, eine neue Schätzung bekannt gegeben: Bei einer Serie von Schiffsunglücken im Mittelmeer sind in den vergangenen acht Tagen offenbar über 1.000 Flüchtlinge ertrunken.

Damit liegt die Opferzahl bis Ende Mai bei 2.630 und damit höher als je zuvor. 2016 sei bislang ein „besonders tödliches“ Jahr, sagte ein Sprecher des UN-Flüchtlingswerks UNHCR. Rund 2.300 Menschen starben zwischen Libyen und Sizilien, die meisten der übrigen in der Ägäis. In den ersten fünf Monaten des Vorjahrs waren 1.855 MigrantInnen ertrunken.

7. Juni 2016, 14.59 Uhr:

Beim Verhungern immer gut auf die Gesundheit achten!

von Thomas von der Osten-Sacken

Von Florian Markl und Thomas von der Osten-Sacken

Seit Wochen sind die von Rebellen gehaltenen Teile Aleppos de facto eingeschlossen, systematisch bombardieren die russische und syrische Luftwaffe die einzige Straße, die noch aus der Stadt herausführt. Die Castello Road ist zur Todesfalle geworden, Versorgung kommt kaum mehr durch. Aber offenbar soll Aleppo nicht nur ausgehungert werden – Assad und seine Alliierten in Moskau und Teheran planen, die Stadt, die von großer symbolischer Bedeutung für die Opposition ist, militärisch zu erobern.

So war jüngst auf Now Lebanon zu lesen:

„Iran’s defense minister has vowed that the Syrian army and allied fighting forces would seize Aleppo amid reports Tehran was bolstering its forces in the flashpoint region.

‚The Syrian army and the Popular Resistance and its allies will liberate the entirety of the Aleppo region from the hands of terrorists groups and the infidels,‘ Hossein Dehghan said in a conference held Monday on Tehran’s strategy in Syria.“

In Aleppo leben bis heute noch geschätzte 150 000 Menschen unter teils unbeschreiblichen Bedingungen. Während die gefürchteten Fassbomben ganze Stadtviertel in Ruinenlandschaften verwandeln, sind fast alle Krankenhäuser zerstört und die Nahrungsmittel knapp. An Flucht ist heute kaum mehr zu denken; wer es aus der belagerten Stadt raus schafft, landet in einem Flüchtlingslager an der inzwischen hermetisch abgeriegelten türkischen Grenze.

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7. Juni 2016, 14.14 Uhr:

ISIS verbrennt Ezidinnen

von Thomas von der Osten-Sacken

Nineteen Yazidi women were brutally executed last weekend in Mosul, Iraq, after refusing to have sex with their husbands - all members of ISIS.

Eyewitnesses told news agencies that the women were put in an iron cage and burned alive in front of a crowd of hundreds of spectators.

“They were burnt to death while hundreds watched,” an eyewitness told the Syrian news agency ARA. “No one could do anything to save them from the horrific punishment.”

Abdullah al-Mala, another witness, said that “they were punished because they refused to have sex with ISIS militants.”

Quelle

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