Linke Buchtage vom 3. bis 5. Juni 2016
Missy Magazin
Kürzliche Beiträge
1. Dezember 2015, 21.22 Uhr:

No Bombing Zone

von Thomas von der Osten-Sacken

Was jetzt in Syrien zu tun waere? Nun wohl in etwa genau das Gegenteil dessen, was gerade getan wird.

Ganz sicher nicht Seite an Seite mit Assads eh kaum noch existenten Truppen, also de facto mit iranischen Revolutionsgardisten und Hizbollah, gegen den IS zu kaempfen, ganz sicher nicht weitere Bomben recht sinn- und wahllos auf dem Territorium des Islamischen Staates abzuladen, ganz sicher nicht, sich in ein Buendnis mit Putin und dem Iran zu begeben, dessen Luftwaffe in den letzten Tagen diverse Massaker an Zivilisten fernab der vom IS kontrollierten Gebiete begangen hat und unter anderem in der Provinz Idlib die letzte funktionfaehige Baeckerei zerstoerte.

Dem IS schaden Luftangriffe nur sehr bedingt, aber je mehr Laender sich dieser voellig dysfunktionalen Koalition anschliessen, die angeblich den IS bekaempft, je stolzer kann jeder Jihadist weltweit sein, der mit dem Kalifat sympathisiert: So viele Gegner und doch ist man weiter unbesiegt.

Die Bomben auf Raqqa derweil treffen vor allem Zivilisten, Menschen die keineswegs den Islamischen Staat unterstuetzen, sondern de facto als Geiseln gehalten werden.

Und je mehr Bomben fallen, je mehr Menschen muessen fliehen …

Die Syriacampaign fordert deshalb, wenn schon keine Schutzone oder wenigstens Flugverbotszone eingerichtet wird, nach denen syrische Oppositionelle seit Jahren rufen, zumindest eine No-Bombing-Zone zu schaffen.

Und wuerden deutsche Tornados fuer so etwas eingesetzt, ihre Entsendung waere, anders als unter den  jetzt gegeben Bedingungen, aeusserst sinnvoll.

4 ways to protect civilians in Syria and defeat Isis

Protecting civilians is the key to stopping the violence and driving out Isis

Any anti-Isis strategy must start with the recognition that Syrians do not want Isis in their country. Isis are considered by many to be a foreign occupying force and Syrians have pushed them out of many towns in the past. But they cannot do this while they continue to be targeted by the Assad regime and now Russia.

The international community can play a vital role in defeating Isis and accelerating an end to the conflict but only if the starting point for intervention is protection of civilians.

This means recognising that only a small minority of the killing of civilians in Syria is at the hands of Isis. The vast majority is by the regime of Bashar al-Assad and now increasingly by Russia. In the first half of 2015 alone, seven times more civilians were killed by Assad’s regime than Isis with the majority of these deaths coming from aerial attacks like barrel bombs.

Weiterlesen.

27. November 2015, 20.28 Uhr:

Islamischer Staat nicht unislamisch

von Thomas von der Osten-Sacken

Eine kritische Stimme aus der Al Azhar Universitaet, die sich dem horus, der Islamische Staat sei unislamisch nicht anschliessen mag:

Sheikh Muhammad Abdullah Nasr, a scholar of Islamic law and graduate of Egypt’s Al Azhar University—regularly touted as the world’s most prestigious Islamic university—recently exposed his alma mater in a televised interview.

After being asked why Al Azhar, which is in the habit of denouncing secular thinkers as un-Islamic, refuses to denounce the Islamic State as un-Islamic, Sheikh Nasr said:

“It can’t [condemn the Islamic State as un-Islamic]. The Islamic State is a byproduct of Al Azhar’s programs. So can Al Azhar denounce itself as un-Islamic? Al Azhar says there must be a caliphate and that it is an obligation for the Muslim world [to establish it]. Al Azhar teaches the law of apostasy and killing the apostate. Al Azhar is hostile towards religious minorities, and teaches things like not building churches, etc. Al Azhar upholds the institution of jizya [extracting tribute from religious minorities]. Al Azhar teaches stoning people. So can Al Azhar denounce itself as un-Islamic?”

26. November 2015, 21.16 Uhr:

Ueber syrische Rocker und Rapper

von Thomas von der Osten-Sacken

Robin Yassin-Kassabstellt verschiedene syrische Kuenstler, die in letzter Zeit nach Europa fliehen mussten vor, und solche, denen die Flucht nicht mehr gelungen ist: The sound and the fury: how Syria’s rappers, rockers and writers fought back

24. November 2015, 22.18 Uhr:

DIY Guides für den „kalten Realisten“

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Andreas Benl

Den „Kalten Realismus des Post-Paris Kriegs gegen den Terror“ versucht Emile Simpson in „Foreign Policy“ auszubreiten, man kann ihn in etwa so zusammenfassen.

1. Kümmere dich niemals um die Realität, behaupte stattdessen, dass die einzigen Kräfte, die bereit und in der Lage sind, ISIS zu bekämpfen, die Achse des Widerstands Assad-Khamenei-Nasrallah und Putin seien.

2. Erkläre vorhergehende westliche Interventionen als verantwortlich für die Resultate von vier Jahren der westlichen Nichteinmischungspolitik und für die Entstehung von ISIS in den von der Islamischen Republik Iran und Russland kontrollierten Territorien.

3. Verwandele die Kritik an halbherziger westlicher Unterstützung für Gemäßigte und Demokraten im Mittleren Osten in ein Argument für die volle Unterstützung des Despotismus.

4. Verschwende keine Zeit damit, nach den Folgen der westlichen Unterstützung für Assad in Bezug auf die Flüchtlingskrise zu fragen. Deren Eskalation wird die Rechtspopulisten fördern, die mit Putin oder sogar mit dem iranischen Regime verbündet sind, und das steht im Einklang mit diesem Rezept für die Zerstörung der Überreste demokratischer Zivilisation im Westen.

Einen notwendigen Epilog steuerte bereits vor einer Woche Götz Aly bei:

5. Beginne angesichts der Absehbarkeit des Desasters bereits jetzt damit, nach eigentlichen Schuldigen zu suchen:

„Was Syrien angeht, mimt Israel den Unbeteiligten. … Den Gedanken, dass man mit dem Iran diskrete Gespräche über eine bessere Zukunft einleiten könnte, hegt hier niemand. Die Realität verleugnend, setzt Netanjahu die Regierung in Teheran immer wieder mit der Regierung Hitlers gleich.“

23. November 2015, 21.10 Uhr:

Syrische Selbstbestimmung

von Thomas von der Osten-Sacken

Weder das syrische Regime, mit dem in Deutschland alle noch unbedingt reden wollen, oder die syrische Armee spielen in Syrien noch eine groessere Rolle. Laengst bestimmen der Iran und Russland das Geschehen und mit dem Iran jene schiitischen Milizen, die ihren Treueeid dem obersten Revolutionsfuehrer Ali Khamenei in Teheran schwoeren.

Wie es dann an der Front aussieht, das schildert ein Offizier der syrischen Armee, der kuerzlich desertierte:

He described how troops were organised and deployed: “Ten high-ranking Iranian officers control the division, they plan the operations. Only Iranian or Hezbollah forces can access operations rooms, no Syrian soldiers are allowed in.”

For battles, groups of 50 fighters are deployed: 15 IRGC, 15 Hezbollah, 20 Syrians, the majority of which are shabiha. Within battles the hierarchy is clear: the commander is an Iranian IRGC officer and his deputy will be a Hezbollah officer, according to Khaled.

Syrian officer who defected and is now in Amman, who asked to remain anonymous, recounted comments to me from a friend who remains an officer in Assad’s forces: “We are in the fifth class,” he said. “Even the civilian Lebanese militia have the power to tell a Syrian general what to do, to send him back to his office. They have better food than us, better weapons and more respect.”

He described how Syrians are now isolated from military activities and have no trust: “The militia are running the show nowadays. These militia believe they are there to defend Syria when the regular army has failed, so they treat us as failures with no respect.”

The difference in pay between the groups is stark: Khaled was paid $60 a month as a regular Syrian soldier, while the shabiha were paid three times as much at $180 a month. Lebanese Hezbollah were paid around $400.

23. November 2015, 20.39 Uhr:

Hilfsgelder fuer Moscheenbau

von Thomas von der Osten-Sacken

Die USA sollen, berichtet Channel 2 aus Atlanta, Millionen fuer den Moscheebau in aller Welt zur Verfugung gestellt haben. Hilfsgelder, die Egyptian-American human rights activist Nonie Darwish mit folgenden Worten kommentiert:

“This part of the world has a lot of respect for power and America is not showing its power, it’s showing its appeasement. They are laughing all the way to the bank,” said Darwish.

Darwish was born in Egypt and is now a former Muslim. Darwish told Farmer that she moved to America and has written several books critical of radical Islam. Darwish said that most of the mosques in Egypt are run by extremists who have ordered former Muslims like herself to be killed.

“We are rebuilding mosques to support the radicals, not to support the moderates. We are building mosques to issue fatwas of death against people like me,” said Darwish.

22. November 2015, 00.44 Uhr:

Steinmeier macht jetzt Kunst

von Oliver M. Piecha

Meint er das im Ernst? Immerhin ist der Mann doch deutscher Aussenminister. Warum sagt er so etwas? Was will er erreichen, indem er so etwas sagt? Dass man ihn für, nun, überfordert hält? Ok, vielleicht stimmt die Meldung auch einfach nicht? Die Bildzeitung hat ihn möglicherweise falsch übersetzt?

Oder es ist doch Kunst und es bliebe die Frage: eher FLUXUS oder DADA?

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat ein gemeinsames Vorgehen der syrischen Armee und der mit ihr verfeindeten moderaten Kräfte gegen die Terrormiliz IS gefordert. Man müsse jetzt alle zusammenbringen, die gegen den IS sind, sagte er der «Bild am Sonntag».

Und das Weihnachtswunder geschah und die Kämpfer in Syrien stiegen aus ihren Gräben, warfen ihre Kalaschnikows beiseite, taumelten aufeinander zu und umarmten sich. Und die Erde brach auf und 300.000 Tote standen wieder auf, und die Gefängnisstore öffneten sich, und Millionen von syrischen Flüchtlingen entfuhr ein Seufzer der Erleichterung, sie paddelten auch sofort zurück in Richtung türkische Küste. Assad wischte sich derweilen verstohlen eine Träne mit dem überlangen Jacketärmel ab, und aus den Schächten der russischen Langstreckenbomber regnete es plötzlich keine Phosphorbomben mehr sondern kleine Marzipansteimeiers.

Die Forderung Frank-Walter Steinmeiers ist äußerst bedenkenswert. Sagen wir so.

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