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Kürzliche Beiträge
27. November 2013, 21.51 Uhr:

Wettruesten in Nahost

von Thomas von der Osten-Sacken

Das Abkommen von Genf, nun das hat viele Folgen, ob die Hizbollah und Assad sich gestaerkt fuehlen und jubeln, Israel sich verraten sieht, die Liste ist lang.

Und natuerlich geht jetzt das Wettruesten los, denn wenn die Iraner die Bombe bauen, dann wollen die Saudis, Aegypter, Tuerken sie auch.

Dazu schreibt Bruno Schirra fuer die oesterreichische Presse:

Der US-Präsident gab im Namen der USA das Versprechen ab, „eine Welt ganz ohne Atomwaffen zu schaffen“. Global Zero! „Yes, we can!“, versprach Obama unter dem frenetischen Jubel seiner Zuhörer.

„Nein, er kann es eben nicht“, kommentiert ganz undiplomatisch ein französischer Diplomat in Paris. „In Genf hat Barack Obama sein Versprechen gebrochen.“ Das in der Nacht zum Sonntag mit dem Iran geschlossene Interimsabkommen bezeichnet er als einen „Kniefall des Westens vor der Islamischen Republik.

Der Iran habe in den letzten Jahren eine breite „militärische Nuklearstruktur etabliert“ und alle technischen Schwierigkeiten auf dem Weg zur Bombe gemeistert, inklusive der Probleme bei der Entwicklung eines fortgeschrittenen Atomsprengkopfes nach dem Zwei-Punkt-Implosionssystem. (…)

Den Militärmachthabern in Kairo und Algier, den Monarchen in Rabat und Amman, den Prinzen und Sultanen am Golf ist eines gemeinsam. Eine panische Angst vor einem nuklear hochgerüsteten schiitischen Gottesstaat. Die sunnitischen Herrscher glauben nicht mehr daran, dass die USA die Islamische Republik vom Bau der Bombe abhalten werden. „Diplomatisch können die USA es nicht mehr verhindern, militärisch wollen sie es nicht“, zitiert der Diplomat saudische Gesprächspartner.

Die Antwort der sunnitischen Potentaten auf die schiitische Nuklearrüstung hin zur Bombe hat der saudische König Abdallah 2009 in schonungsloser Offenheit dem damaligen Nahost-Beauftragten Obamas, Dennis Ross, gegeben. „Wenn die Iraner Atomwaffen bekommen, dann bekommen wir sie auch“, bekräftigte König Abdallah im Gespräch auf mehrfaches Nachfragen gegenüber Ross. (…)

Pakistan, schon heute die fünftgrößte Atommacht der Welt mit dem am schnellsten wachsenden Arsenal nuklearer Sprengköpfe, kooperiert seit Beginn der Siebzigerjahre mit den saudischen Herrschern. Offiziell wie inoffiziell. Der Vater der pakistanischen Bombe, Abdul Kadir Khan, hielt sich mehr als 50-mal in Saudiarabien auf und offerierte die Produkte seines nuklearen Supermarkts. Laut Abdul Kadir Khan wurde ihm dort zum Dank die saudische Staatsbürgerschaft angeboten.

26. November 2013, 21.38 Uhr:

Hoffnung in Daraya

von Thomas von der Osten-Sacken

Waehrend in den Vorstaedten von Damaskus sich Rebellen heftige Gefechte mit Einheiten der syrischen Armee und mit ihr verbuendeten Schiitenmilizen liefern, ja von den blutigsten Kaempfen seit Monaten die Rede ist, startete in Daraya eine “Hope-Campaign”, die ganz so klingt, als waere der Geist von 2011 noch nicht ganz tot, als ueberall in Syrien Menschen friedlich gegen die Assad Diktatur demonstrierten, nur um von ihren Schergen niederkartaescht zu werden. Inmitten des Buergerkrieges gibt es eben noch immer Initiativen wie diese:

This is ongoing civilian resistance–this is the Syrian Revolution story you do not hear on mainstream media. “Daraya: A Hope Story” is a campaign launched yesterday by the executive council of the Local Council of the City of Daraya, Syria. Women aim to form a human chain across the besieged, agriculture-based town, to draw world attention to the hunger and critical humanitarian condition among the approx. 6,000 residents who remain unable to evacuate from the city in the Damascus countryside. See the original post on the FB page of Wild Grapes (Enab Baladi), the revolution newspaper of the city of Daraya (and know that our burgeoning free media of the revolution is another part of our ongoing civilian struggle against the repressive Assad regime)

Noch scheinen nicht alle, und sie haetten wahrhaft die besten Gruende dafuer, die Hoffnung verloren zu haben. Daran erinnerte letztes Wochenende auch  Kafranbel:

26. November 2013, 19.21 Uhr:

Streiks und Demonstrationen gegen Milizenterror

von Thomas von der Osten-Sacken

Bilder aus Benghazi:

 

Und in Derna, einer Hochburg der Islamisten, demonstrieren heute abend Frauen gegen jihadistische Milizen:

26. November 2013, 19.11 Uhr:

Achse des Widerstandes in bester Laune

von Thomas von der Osten-Sacken

Die Hizbollah begruesst das Genfer Abkommen mit dem Iran, nachdem auch die syrische Regierung sich auesserst erfreut gezeigt hat. Die Achse des Widerstandes in bester Laune:

“What was achieved through this agreement is a major victory for Iran and to all the people of the region and it is a defeat for the enemies of these people,” Hezbollah said in a statement.

“(It is) a model victory and world class achievement which the Islamic state adds to its record which shines with victories and achievements.”

25. November 2013, 21.29 Uhr:

Benghazi: Milizen und Katzenfreunde

von Thomas von der Osten-Sacken

In Libyen eskaliert der Konflikt mit den Milizen. Ein Generalstreik in Tripolis hat vergangene Woche Erfolg gezeitigt: Fast alle Milizionaere haben die Hauptstadt des Landes inzwischen verlassen.

Seit gestern Nacht finden in der zweitsgroessten Stadt des Landes heftige Gefechte von Sondereinheiten der Armee mit der islamistischen Ansar al Scharia Miliz statt:

Nine people have been killed in clashes between the Libyan army and an Islamist militia in the restive city of Benghazi, officials say.

Gunfire could be heard from the early hours of the morning and smoke was seen rising in part of the city.

Casualties were reported among both the army and Ansar al-Sharia, an armed Islamist group suspected of killing US ambassador Christopher Stevens in 2012.

The government has struggled to contain militias in control of parts of Libya.

The BBC’s Rana Jawad in Tripoli says the latest fighting is seen as one of the most serious and direct confrontations between official forces and this militia.

Ein Bekannter aus Benghazi, den ich  dort 2011 kennen gelernt habe, schrieb gerade, dass jetzt wohl endlich ein Konflikt eskaliere, der haette eskalieren  muessen, anders koenne man sich der Jihadisten nicht entledigen, und schloss: “I hope this distress will bring good things after“. Einer Hoffnung, der man sich von ganzem Herzen anschliessen mag.

Als Helden des Tages feiern Libyer auf Facebook und Twitter allerdings heute nicht nur die Armee, sondern vor allem diese Katzenfreunde:

24. November 2013, 21.48 Uhr:

Von "Freunden" informiert

von Thomas von der Osten-Sacken

Es waren offenbar die Saudis, die Israel informierten, dass in den vergangenen Monaten geheime Gespraeche zwischen den USA und dem Iran stattgefunden haben. Mehr ueber Obamas Nahostpolitik braucht man eigentlich nicht zu wissen:

Israeli officials knew they were being kept in the dark as the U.S. conducted secret talks with Iran, and the knowledge that the White House was “going behind Israel’s back” was one of the key sources of tension between Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu and President Barack Obama, according to a senior Israeli minister and other Israeli officials.

“We did not know from the beginning, but we knew, we had intelligence that these meetings were happening,” said the Israeli minister, who spoke to BuzzFeed by phone from his Jerusalem office. He said that a “friend in the Gulf” shared intelligence with Israel that the meetings were taking place, and urged Israel to find out more. “I would like to say we knew the content of the talks, but we didn’t. What we knew was that the U.S. was choosing not to tell us about them and that was very worrying.”

That “friend,” one foreign ministry official said, was Saudi Arabia, which along with Israel has most strongly objected to the nuclear deal reached between Iran and the West over the weekend.

Und ein anderer Saudi meint:

“There’s no confidence in the Obama administration doing the right thing with Iran,” he told me, with a directness that would make Benjamin Netanyahu blush. “We’re really concerned – Israel, Saudi Arabia, the Middle East countries – about this.”

Warum die anderen Staaten im Nahen Osten unter anderem so “concerned” sind, erklaert Jonathan S. Tobin:

Instead of avoiding war, what Kerry has done is to set in motion a chain of events that may actually make armed conflict more likely. It’s not just that Israel must now come to terms with the fact that it has been abandoned and betrayed by its American ally and must consider whether it must strike Iran’s nuclear facilities before it is too late. Saudi Arabia must now also consider whether it has no choice but to buy a bomb (likely from Pakistan) to defend its existence against a deadly rival across the Persian Gulf. The Western stamp of approval on Iran will also embolden its Hezbollah terrorist auxiliaries and make it even less likely that Tehran’s ally Bashar Assad will be toppled in Syria. (…)

The choice here was not between war with Iran or a weak deal. It was between the U.S. using all its economic power and diplomatic influence to make sure that Iran had to give up its nuclear program and a policy of appeasement aimed at allowing the president to retreat from his promises. The Middle East and the rest of the world may wind up paying a terrible price for Obama’s false choices.

24. November 2013, 20.41 Uhr:

Was im August in Damaskus geschah

von Thomas von der Osten-Sacken

Im Wall Street Journal rekonstruieren Adam Entous und Nour Malas, was am 21. August geschah, als es zum groessten Giftgaseinsatz gegen Zivilisten seit der Bombardierung von Halabja kam. Keine Zweifel lassen sie an der Frage, wer das Giftgas eingesetzt hat. Es war das Regime.

Sie erhaerten aber auch die Vermutung, dass es Frontkommandanten, nicht die Fuehrungsspitze war, die den Einsatz befohlen hatten:

US and Israeli communications intercepts reveal chaos inside the Syrian regime that night. When the reports of mass casualties filtered back from the field, according to the officials briefed on the intelligence, panicked Syrian commanders shot messages to the front line: Stop using the chemicals!

Calls came in to the presidential palace from Syrian allies Russia and Iran, as well as from Hezbollah, the Lebanese militant group whose fighters were inadvertently caught up in the gassing.

Vermutlich sollte auch dieser Einsatz “nur” ein begrenzter werden, mit einigen Dutzend Toten, wie die Gasangriffe gegen Rebelleneinheiten zuvor. Von denen die USA auch wussten. Und nicht nur das: Syrische Oppositionelle haben mehrmals Washington gebeten, ja angefleht, etwa Gasmasken und  Antidote zu liefern.

Syrian opposition leaders made their first formal appeal to the U.S. for protection from chemical weapons….At a meeting in Washington, opposition representatives handed administration officials a request for various nonlethal supplies, including 2,500 gas masks, say people who attended. (…)

U.S.-based representatives of the opposition stepped up their requests for protection, asking top Pentagon officials for a supply of the penlike auto-injectors carried by American troops, diplomats and spies to treat sarin exposure. They argued the devices were easier and quicker to use than conventional syringes. The answer was no.

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