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Kürzliche Beiträge
13. Januar 2017, 00.01 Uhr:

IS richtet wieder Homosexuellen hin

von Thomas von der Osten-Sacken

Auch wenn Mosul schwer umkämpft ist, lässt sich der Islamische Staat keineswegs davon abhalten, sein Kalifat weiter zu „säubern“ und, so dass Scharia Gericht des IS, jeder Homosexuelle gehört erniedrigt und getötet:

Islamic State’s (ISIS) jihadists on Wednesday executed a young Iraqi man by throwing him from the top of a building on charges of being gay.

The 17-year-old victim was arrested by the ISIS-led Islamic Police, also known as Diwan al-Hisba, in the city of Mosul in Nineveh Governorate under the pretext that he was “a homosexual”.

“He was brutally thrown from the top of a building in front of a large crowd of people in Mosul downtown,” local sources told ARA News.

ISIS has also released footages showing a group of militants pushing the teenager off a roof.

The ISIS-linked Sharia Court had issued a decision to execute every gay man by throwing him from the top of a building.

12. Januar 2017, 14.40 Uhr:

Die Hamas hätte es nicht anders formuliert

von Jungle World

Gastbeitrag von Florian Markl, Mena-Watch

Nicht nur die Berliner taz gibt dieser Tage einer Terror-Versteherin Raum, auch die Wiener Zeitung lässt eine Gast-Kommentatorin erklären, warum Israel selbst schuld ist, wenn Palästinenser Juden ermorden. Herausgekommen ist dabei ein Text, in dem Liza Ulitzka nicht nur antisemitischen Terror rationalisiert, sondern darüber hinaus auch zeigt, dass man wohl „Kultur- und Sozialanthropologie mit Spezialisierung auf den Nahen und Mittleren Osten“ studiert haben muss, um für Opfer mörderischen Terrors kaum Empathie übrig zu haben, sich dafür aber umso mehr in die angeblichen Motive ihrer Mörder einfühlen zu können.

Der Anschlag von Jerusalem, so Ulitzka, habe mit den Terrorattacken von Nizza oder Berlin „politisch nichts gemein“, denn:

„Der Attentäter in Jerusalem vom Wochenende war Palästinenser und hat israelische Soldaten angegriffen, keine Zivilisten wie in Berlin und Nizza. Und selbst wenn es sich bei den Opfern von Anschlägen in Israel um Zivilisten handelt, was auch oft genug der Fall ist, sind all diese Taten letztendlich ein Ausdruck verzweifelten Widerstandes gegen die israelischen Besatzer, die die palästinensische Bevölkerung seit Jahrzehnten in Gaza und im Westjordanland schikanieren und töten.“

Wenigstens ist Ulitzka so ehrlich, nicht um den heißen Brei herumzureden: Selbst wenn der Attentäter mit seinem LKW ausschließlich Zivilisten niedergemäht hätte, hätte er ihr vollstes Verständnis. Keine Tat, und mag sie noch so blutrünstig sein, ist vorstellbar, die nicht auf diese Weise legitimiert wird. „All diese Taten“ seien „letztendlich“ Ausdruck des „verzweifelten Widerstandes“ gegen die „Besatzung“ – in der Wiener Zeitung ist zu lesen, was üblicherweise genauso von Hamas-Sprechern gesagt wird, wenn sie wieder einmal über getötete Juden jubeln.

In Gaza gibt es zwar seit mehr als einem Jahrzehnt keine Besatzung und keinen einzigen Israeli mehr, es sei denn, die Hamas hat gerade einmal wieder einen verschleppt, und eine große Mehrheit der palästinensischen Bevölkerung im Westjordanland lebt in der sogenannten Zone A, die unter alleiniger Kontrolle palästinensischer Behörden steht. Aber auf solche Kleinigkeiten braucht eine studierte Spezialistin für den Nahen Osten keine Rücksicht zu nehmen, denn was zählt, ist der Blick aufs Ganze – und der sieht nur Israelis, die „seit Jahrzehnten“ Palästinenser „schikanieren und töten“. Wozu sich mit der Realität im Westjordanland auseinandersetzen, wenn man auch Komplexitätsreduktion per Computertastatur betreiben und alles kurz und bündig darauf hinunterbrechen kann, dass die Israelis nur „schikanieren und töten“ wollen?

„Wenn Israels Premier und auch die deutsche Regierung das Jerusalemer Attentat jetzt mit dem allgemeinen Etikett ‚islamistischer Terrorismus‘ versehen, negieren beide vollkommen sowohl die Geschichte der Staaten Israel und Palästina als auch die Ursache für islamistischen Terrorismus, der aus Kontexten wie Afghanistan, Syrien oder dem Irak entsteht.“

Die Geschichte des „Staates Palästina“ ist kurz erzählt: Es gibt ihn nicht und hat ihn in der Geschichte auch nie gegeben, wofür nicht zuletzt die Führung der Palästinenser verantwortlich ist, der es in all den Jahren des Konflikts stets wichtiger war, Krieg gegen den jüdischen Staat zu führen, als einen eigenen aufzubauen.

Vermutlich führt Ulitzka Afghanistan, Syrien und den Irak an, um zu sagen, dass palästinensischer Terror nichts mit Islamismus zu tun habe. Um das zu behaupten, bedarf es freilich einer Ignoranz, die selbst für Nahost-Spezialisten mit akademischem Abschluss beachtlich ist. Denn dazu muss man ausblenden, dass Gruppen wie die Hamas nicht gegen die „Besatzung“ kämpfen, sondern den jüdischen Staat vernichten und die Juden massakrieren wollen. Und man muss ignorieren, dass der vermeintlich gemäßigte Mahmud Abbas die Palästinenser zur Gewalt gegen Israelis aufhetzte, indem er behauptete, die Juden würden mit ihren „dreckigen Füßen“ die Al-Aksa-Moschee „beschmutzen“ und erklärte:

„Wir segnen jeden Tropfen Blut, der für Jerusalem vergossen wurde. Es ist sauberes und reines Blut, Blut, das für Allah vergossen wurde, so Allah es will. Jeder Märtyrer wird das Paradies erreichen, und jeder Verwundete wird von Allah belohnt werden“.

Die Palästinenser werden von Kindheit an mit derartig religiös aufgeladener Hetze gegen Israel indoktriniert. Wenn sich dann einer von ihnen hinter das Lenkrad eines LKW setzt, um möglichst viele Juden niederzumähen, stehen Terror-Versteher wie Ulitzka bereit, um zu behaupten, die Opfer seien selbst schuld am Hass ihrer Mörder. Das mag in Uni-Seminaren zum guten Ton gehören, in denen sich die post-koloniale Ideologie mit besonderem Verve der Diffamierung und De-Legitimierung Israels widmet. Aber dass die Wiener Zeitung einer solchen Verteidigung antisemitischen Terrors Raum gibt, ist unverständlich und skandalös.

Zuerst erschienen aus Mena-Watch

12. Januar 2017, 14.36 Uhr:

Sieger Assad

von Thomas von der Osten-Sacken

Wie zu erwarten war, ist es, seit Aleppo zurück erobert wurde, um Syrien ruhig geworden. Keine Bilder des Grauens mehr, keine Schlagzeilen. Assad, der Iran und Russland haben gesiegt. Zumindest vorläufig und nichts spricht dafür, dass die Lage in Syrien sich in nächster Zeit ändern wird. Wie aber sieht dieser Sieg aus? David W. Lesch hat in der New York Times einige Zahlen zusammengestellt:

Let’s take a look at the numbers. (While the following statistics are estimates, they will, if anything, get worse with the continuing matrix of wars in Syria.) More than 80 percent of Syrians live below the poverty line. Nearly 70 percent of Syrians live in extreme poverty, meaning they cannot secure basic needs, according to a 2016 report. That number has most likely grown since then. The unemployment rate is close to 58 percent, with a significant number of those employed working as smugglers, fighters or elsewhere in the war economy. Life expectancy has dropped by 20 years since the beginning of the uprising in 2011. About half of children no longer attend school – a lost generation. The country has become a public health disaster. Diseases formerly under control, like typhoid, tuberculosis, Hepatitis A and cholera, are once again endemic. And polio – previously eradicated in Syria – has been reintroduced, probably by fighters from Afghanistan and Pakistan.

Upward of 500,000 are dead from the war, and an untold number of Syrians have died indirectly from the conflict (the price for destroying hospitals, targeting health care professionals and using starvation as a weapon). With more than two million injured, about 11.5 percent of the prewar population have become casualties. And close to half the population of Syria is either internally or externally displaced. A 2015 survey conducted by the United Nations refugee agency looking at Syrian refugees in Greece found that a large number of adults – 86 percent – had secondary or university education. Most of them were under 35. If true, this indicates that Syria is losing the very people it will most need if there is to be any hope of rebuilding in the future.“

12. Januar 2017, 14.24 Uhr:

US-Geheimdienste warnen Israel vor Trump

von Thomas von der Osten-Sacken

So etwas dürfte es in der Geschichte der amerikanisch-israelischen Beziehungen auch noch nicht gegeben haben:

The Americans implied that their Israeli colleagues should “be careful” as of January 20, Trump’s inauguration date, when transferring intelligence information to the White House and to the National Security Council (NSC), which is subject to the president. According to the Israelis who were present in the meeting, the Americans recommended that until it is made clear that Trump is not inappropriately connected to Russia and is not being extorted – Israel should avoid revealing sensitive sources to administration officials for fear the information would reach the Iranians.

If Israel’s secrets are indeed not kept confidential, this is a serious danger to the state’s national security: Since the early 2000s, the cooperation between the Israel and US intelligence communities has been intensified. It was led by the head of the Israeli Military Intelligence Directorate (AMAN) at the time, Aharon Ze’evi Farkash (who even received a citation from the NSA Chief General Michael Hayden), late Mossad chief Meir Dagan and his successor, Tamir Pardo, who served earlier as the commander of one of the secret operational units that cooperated with the Americans.

Most of the joint operations between the two countries’ intelligence communities were directed, according to reports, against Iran, and a small part of them – against Hezbollah and Hamas. The ties became even tighter in the previous decade on the backdrop of Primes Ministers Ariel Sharon and Ehud Olmert’s close relations with US President George W. Bush.

 

10. Januar 2017, 12.54 Uhr:

'Wir geben einen Scheiß auf Assad'

von Thomas von der Osten-Sacken

Die engste Verbündete des syrischen Regimes, die libanesische Hizbollah, ohne deren Kämpfer Assad wohl längst verloren hätte – die Miliz ist als Bodentruppe für sein Überleben so wichtig, wie die russische Luftwaffe es ist -, scheint von ihrem Alliierten nicht viel zu halten. Das jedenfalls zeigen Gespräche, die ein Newsweek-Reporter jüngst mit Mitgliedern der Gottespartei führte:

Hezbollah members now say there is tension between the Shiite group and the regime in Damascus. In his hideout, Ali, the Hezbollah fighter, snorts when asked about his feelings on Assad’s government. ‚We and the Syrian regime often shoot at each other,‘ he says, laughing. ‚We don’t give a damn about the Syrians. We have no intention of giving up most of the territories we control in Syria. We are not in Syria because we’re in love with a person named Bashar al-Assad for his good looks. If you come to us and tell us tomorrow that the Syrian regime is coming back to [invade] Lebanon, we would fight them. We would kill them all. Fuck those sons of bitches. We’re only there for our own benefit. We’re defending our interests.‘
Slim says Hezbollah’s antipathy toward the Syrian government has been building for some time. ‚It is no secret that Hezbollah’s military leaders are not impressed by the Syrian army’s capacity and the discipline of pro-regime militias,‘ she says. ‚I don’t think that Assad and his army have the interest and the means to contest their presence in the near future.‘ Ali’s grizzled friend seems to agree. ‚Assad is just a figurehead,‘ he says. ‚He has no real power. We won this war, not the regime.‘

Dass Assad keine wirkliche Macht mehr in Syrien hat, ist seinen Feinden ebenso bekannt wie seinen vermeintlichen Freunden. Würden morgen Iraner, Russen und die Hizbollah abziehen, trotz der jüngsten Siege in Aleppo, würde das Regime sich wohl keinen Monat an der Macht halten. Nur plant ja niemand abzuziehen, Syrien ist längst ein internationalisiertes Territorium geworden, dessen Zukunft überall, nur nicht in Damaskus entschieden wird. Dabei verfolgen die jetzigen Verbündeten allerdings ganz unterschiedliche, miteinander unvereinbare Ziele und es ist lediglich eine Frage der Zeit, wann sie aufeinander losgehen werden.

10. Januar 2017, 10.08 Uhr:

Erfrieren auf der Flucht

von Jungle World

Realitäten an Europas Außengrenzen:

Erneut sind am Wochenende zwei irakische Flüchtlinge in einem bulgarischen Wald erfroren. Doch nicht nur die grimmige Kälte quält die unerwünschten Grenzgänger auf der sogenannten Balkanroute. Vor Jahresfrist wurden die in Richtung Westeuropa ziehenden Flüchtlinge noch von einem Heer von Hilfsinstitutionen eskortiert. Doch statt Mitgefühl schlägt ihnen auf der seit dem Frühjahr weitgehend abgeriegelten Route vermehrt Gleichgültigkeit oder gar offene Feindseligkeit entgegen: Die Polizei verschärft ihre Maßnahmen gegen die lästigen Transitflüchtlinge, unter anderem mit illegalen Abschiebungen.

Ein Asylgesuch wird inzwischen nicht nur in Ungarn bisweilen missachtet. Per Mobiltelefon alarmierte Helfer aus Belgrad vermochten Mitte Dezember eine Gruppe von sieben irakischen Asylbewerbern mit Kindern vor dem drohenden Kältetod zu retten: Sie waren bei einer offiziellen Überstellung von Belgrad in ein an der bulgarischen Grenze gelegenes Aufnahmelager von Uniformträgern aus dem Bus gezerrt, ihrer Papiere beraubt und bei minus elf Grad mitten in der Nacht in einem Wald ausgesetzt worden. “Dies war ein klarer Versuch der illegalen Deportation", so Gordan Paunovic von der Belgrader Hilfsorganisation Info Park: “Wir hören darüber seit Monaten, aber hatten bisher dafür keine Beweise.” Auch die jesuitische Flüchtlingshilfsorganisation JRS in Kroatien klagte zu Jahresbeginn über die zunehmende Anzahl von Fällen ungesetzlicher Abschiebungen von Asylsuchenden.

9. Januar 2017, 13.13 Uhr:

Feiern in Gaza

von Thomas von der Osten-Sacken

Die Hamas feiert den Terroranschlag  von Jerusalem:

Thousands of Hamas activists and supporters took to the streets of Jabalya refugee camp in Gaza on Sunday night to rally against Israel and praise the terrorist ramming attack in Jerusalem which killed four Israelis.

Earlier on Sunday, a Palestinian rammed his truck into a group of Israeli soldiers on a popular promenade in Jerusalem, killing four of them in an attack which Prime Minister Benjamin Netanyahu said had likely been inspired by Islamic State.

Chanting anti-Israeli slogans the protesters marched to the rally where sweets were handed out in celebration.

“The message of our Islamic party Hamas is a message of encouragement and support for every jihadi who carries out an attack that puts an end to the acts of the Zionist enemy,” Hamas leader Fathi Hamad, who led the rally, told Reuters.

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