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Kürzliche Beiträge
29. Januar 2016, 19.44 Uhr:

Mehr Hunger

von Thomas von der Osten-Sacken

Nicht nur in Syrien, auch im Jemen wird gehungert:

More than half of Yemen’s population face hunger, an increase of 12 per cent in the past eight months, the UN agricultural agency has revealed.

Some 14.4 million Yemenis are food insecure as prices skyrocket due to ongoing conflict and import restrictions, cautioned the UN Food and Agriculture Organisation.

“The numbers are staggering,” said Etienne Peterschmitt, the FAO’s emergency response team leader in Yemen.

He called the situation “a forgotten crisis, with millions of people in urgent need across the war-torn country", reported the UN. (…)

Food and fuel prices in the country have risen dramatically since the conflict escalated in March 2015 due to fuel shortages and import restrictions.

29. Januar 2016, 17.47 Uhr:

Frieden in Syrien

von Thomas von der Osten-Sacken

Friedensgespraeche zu Syrien oder gelebter Multilateralismus:

Cornelia Vospernik im Mittagsjournal: In Genf beginnen heute Syrien-Gespräche. Soviel ist klar. Aber der UNO-Sprecher dort, kann den Journalisten heute Vormittag weder sagen, wann, wo oder mit wem genau.“

Besser noch der Spiegel: Sicher ist bislang nur, dass islamistische Terroristen wie der “Islamische Staat” (IS) nicht an den Unterredungen beteiligt werden.”

Kurzum: “Nur eine Seite scheint in der Vorbereitung auf Genf III wunschlos glücklich: das syrische Regime.”

28. Januar 2016, 20.55 Uhr:

Un grand merci

von Thomas von der Osten-Sacken

Ein Dankeschön vom Präsidenten der “über die ganze Welt verbreiteten” Islamischen Revolution - und Kooperationspartner gegen die sunnitische Konkurrenz - an Frankreich und Europa:

Rouhani paid homage to the long-standing relationship between the two countries by acknowledging the presence of Valery Giscard d’Estaing at one of his speaking venues. The 89-year-old was president of France during the Islamic revolution of 1979 while Ayatollah Khomeini, who went on to lead the country, lived in exile in France.

“That was when we started to hear the sound of the revolution which started in France and spread around the world,” Rouhani said.

28. Januar 2016, 20.26 Uhr:

Gute YPG, schlechte PKK??

von Thomas von der Osten-Sacken

Die PKK, da stimmt der US-Verteidigunsminsiter ja inzwischen ganz seinen tuerkischen Kollegen zu, ist eine Terrororganisation, die bekaempft gehoert. Was die Tuerkei ja gerade auch tut, wobei inzwischen Bilder aus Cizre und Diyabakir doch sehr an Homs und Aleppo erinner.

Die PYD und ihr bewaffneter Arm, die YPG, dagegen, die syrische Schwesterorganisationen der PKK, wiederum gelten in Washington nicht als Terrororganisation und werden, ganz im Gegenteil von den USA sogar unterstuetzt, weil sie ja gegen den Islamischen Staat kaempfen und das wiederum sind ganz schlimme Terroristen, gegen die die USA eine internationale Koalition anfuehrt, zu der unter anderem auch die Tuerkei gehoert, fuer die PKK und YPG allerdings ebenfalls Terroristen sind.

Nun aber kommen ein paar Interbrigadisten der YPG daher und erklaeren der Tuerkei den Krieg:

Westerners fighting alongside Kurdish militants have urged other foreigners sympathetic to their struggle to carry out attacks against Turkey in an online video that threatens to complicate upcoming peace talks on Syria.

The video, which superimposes stirring music with dramatic footage of fighting and rioting, was recorded near the Syrian-Turkish border between the cities of Qamishli and Nusaybin. The location has a symbolic relevance as the speaker implies the group fights for an independent Kurdistan comprising territories in both countries. He also urges volunteers to join either the YPJ or the Turkey-based Kurdistan Workers’ Party (PKK).

The clip marks the first explicit foreign recruiting effort by Kurdish militants and explicitly targets leftists and communism-nostalgists by using a language typical of left-wing revolutionaries. “When the Soviet Union collapsed it was said that we are at the end of history. But now, 25 years later, we see once more that capitalism isn’t and never has been able to solve our problems,” the masked fighter says.

25. Januar 2016, 23.12 Uhr:

As times goes by

von Thomas von der Osten-Sacken

Kurz vor den anstehenden Syrien-Gesprächen in Genf spricht das Regime in Damaskus einmal mehr Klartext:

We are not going to give today what we did not give over the past five years,” said senior Baath Party official Hilal al-Hilal late Saturday. “This year will be the year of victory for Syria because of the heroic acts and sacrifices by its army and people.”

Regime newspaper Tishrin said in an editorial on Sunday that the Geneva talks should not include “representatives for the agendas terrorist-supporting countries that seek a seat for terrorism at the dialogue table”.

The reference was to Saudi Arabia, Turkey, and Qatar, all of whom back the opposition-rebel bloc

Vor zwei Jahren schrieb ich über die damals anstehenden Syrien-Verhandlungen in der Schweiz:

Wenige Tage vor dem Beginn der sogenannten Genf-II-Friedensverhandlungen sagte Ali Haidar, syrischer Minister für Versöhnung: »Erwarten sie nichts von Genf II. Weder Genf II noch Genf III noch Genf X werden die Krise in Syrien lösen.« Die Lösung, fuhr er fort, werde durch den »militärischen Triumph des Staates« erreicht. Damit hat Haidar der offiziellen Position der syrischen Regierung Ausdruck verliehen. Er plane keineswegs zurückzutreten oder zu kapitulieren, gab Präsident Bashar al-Assad bekannt und die staatliche Syria Times bekräftigte: Das »noble und humanitäre Ziel« der Verhandlungen müsse darin bestehen, den Terrorismus und seine Sponsoren zu bekämpfen und zu vernichten.

Im offiziellen Sprachgebrauch des syrischen Staates gilt als Terrorist jeder, der mit der Waffe in der Hand gegen das Assad-Regime kämpft. Zu Recht also könnte man sich fragen, was es in Montreux, wo die Verhandlungen nun stattfinden sollen, eigentlich zu verhandeln gibt. Das Regime besteht auf seiner Legitimität und der Notwendigkeit, in Syrien den Terrorismus zu bekämpfen; die Opposition, so desorganisiert sie auch sein mag, insistiert auf dem sofortigen Rücktritt ­Assads sowie der Schaffung einer repräsentativen Übergangsregierung. Seit den ersten Genfer Verhandlungen 2012 hat sich also nichts Grundsätzliches verändert, außer dass weitere Zehntausende Menschen umkamen, Millionen mehr auf der Flucht sind, die Infrastruktur des Landes weitgehend zerstört wurde und Tausende zusätzliche ausländische Islamisten, ob von al-Qaida oder der Hizbollah, ins Land geströmt sind. (…)

So spricht alles dafür, dass Genf II eine weitere absurde Veranstaltung wird, bestenfalls geeignet zu demonstrieren, wie gelebter Multilateralismus aussieht. Derweil wird in Syrien weiter gekämpft und gestorben. Aber vielleicht einigen sich die Teilnehmer von Genf II ja darauf, in einem Jahr eine Folgekonferenz abzuhalten.

Frederic Hof kommentiert:

The 2014 Geneva talks proved to be the toxic icing on a half-baked diplomatic cake: a forlorn administration prayer for a conference room miracle; a piece of paper that would politically transition a regime being borne aloft militarily by Iran and Russia; a criminal enterprise that only months before had made a mockery of the American president’s chemical weapons red line. (…)

Weiterlesen.

24. Januar 2016, 11.13 Uhr:

Divide et non impera

von Thomas von der Osten-Sacken

In Syrien ist die PYD, der dortige Ableger der PKK, enger Alliierter der USA im Kampf gegen den IS, in der Türkei die PKK dagegen so schlimm wie der IS. Erklärt jedenfalls Joe Biden während eines Besuchs in Ankara:

U.S. Vice President Joe Biden said on Jan. 23 that Washington recognized the outlawed Kurdistan Workers Party (PKK) in Turkey was as much of a threat to Ankara as the Islamic State of Iraq and the Levant (ISIL), condemning it as “a terror group plain and simple.”

ISIL “is not the only existential threat to the people of Turkey, the PKK is equally a threat and we are aware of that. The PKK has shown no desire or inclination to do that [live in peace]. It is a terrorist group plain and simple. And what they continue to do is absolutely outrageous,” Biden said at a news conference after a meeting with Prime Minister Ahmet Davuto?lu, adding that Ankara had to do whatever was needed to protect its people
.

23. Januar 2016, 13.55 Uhr:

Weltpolitik 2016

von Thomas von der Osten-Sacken

Russland in Not:

“Sollte es der Kreml nicht schaffen, bald die westlichen Sanktionen aus dem Weg zu bekommen, ist das Land in 18 Monaten am Boden", sagt Bill Browder, Gründer der Anlagegesellschaft Hermitage Capital Management. Das Land befände sich in einer prekären Situation. Durch den historischen Verfall des Ölpreises nehme es mit seinem wichtigsten Wirtschaftsgut immer weniger ein, zugleich gingen die Reserven zur Neige. (…)

“Wegen des Drucks im Inland muss Putin riskante Manöver wagen", sagte der Milliardeninvestor George Soros dem Finanzdienst Bloomberg. Nur so sei sein Eintritt in den Krieg in Syrien zu erklären. Mit den Bombardements könne er indirekt auch Europa destabilisieren. Denn Putin habe mit damit neue Flüchtlinge “produziert", die nun auf den Kontinent drängen. “Putin möchte die EU kollabieren sehen, deshalb will er die Flüchtlingskrise verschärfen", sagt Soros. “Es drängt sich der Verdacht auf, dass Putin mit uns spielt.” (…)

Browder würde dem wohl zustimmen. Putins Syrien-Einsatz sieht er als Druckmittel, um endlich aus der internationalen Isolierung herauszukommen und sich an den internationalen Kapitalmärkten wieder dringend benötigtes Geld zu besorgen. “Der Krieg kostet ihn zwar zusätzliche Summen, aber er will damit erreichen, dass Europa bei den Sanktionen einknickt.”

Kerry hört die Signale:

In addition, Kerry said he believes damaging sanctions against Russia could be removed within the next few months, provided Russia cooperates, CNN reported.

“I believe that with effort and with bona fide, legitimate intent to solve the problem on both sides, it is possible in these next months to … get to a place where sanctions can be appropriately … removed,” said Kerry.

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