Schlüppis
Kürzliche Beiträge
17. Mai 2014, 11.15 Uhr:

Obamas Mission Accomplished

von Thomas von der Osten-Sacken

Schon als der Chemiewaffendeal mit Syrien bekannt wurde, der vergangenen August nicht nur Assad und vor seine Luftwaffe rettete, sondern das syrische Regime sogar international zum Partner aufwertete (wie will man diplomatisch mit wem konstruktiv zusammenarbeiten, dessen Sturz man zugleich fordert?), gab es sie, die Stimmen, die zweifelten, dass mit einem baathistischen Massenmoerden man Vertrage abschliessen koennen oder solle.

Wer zweifelte, galt als Spielverderber, der diesen vermeintlich so grossen Durchbruch multilateraler Diplomatie in Frage stellte. Nun, wie Michael Weiss dokumentiert, tritt ein, was so absehbar war, wie die naechsten Barrel Bombs auf Wohngebiete: Natuerlich haelt sich Assad nicht an den Deal, setzt weiter chemische Waffen ein und was auch hat er zu befuerchten? Rote Linien?

The Assad regime is withholding 27 tons of sarin precursor chemicals as “leverage,” to quote the Washington Post, in an ongoing argument with the West about the fate of its chemical manufacturing and storage plants. According to Robert P. Mikulak, the US envoy to the Organization for the Prohibition of Chemical Weapons (OPCW), “12 chemical weapons production facilities declared by Syria remain structurally intact” and “the Assad regime has delayed the operation at every opportunity.” Nor, Mikulak told the Post, are these facilities in rebel-held or rebel-interdicted hot zones: they’re fully under the control of Damascus in the network of tunnels and buildings which the regime built to conceal its chemical weapons program in the first place.

Detail number two: the regime is still using chemical weapons against the people of Syria. Building on superb investigative journalism in Britain’s Daily Telegraph, Human Rights Watch has now concluded that chlorine bomb attacks, all delivered by helicopters – a weapon of war which, if the Syrian rebels had them, would mean an end to the war – struck the towns of Kfar Zeita, Temanaa, and Telmans, killing at least 11 people and wounding 500 more. All of these attacks, the watchdog notes, occurred in April, the very month the regime was due to have relinquished the last of its chemical stocks to the OPCW.

This demands immediate multilateral action, right?  Except that it doesn’t, because Obama’s big diplomatic breakthrough in ensuring peace in our time was hastily cobbled together with a Russian booby-trap.

Peace in Our Time, das findet auch die Washington Post in ihrem Editorial, ist einer, der darauf basiert, Assad einfach weitermachen - und morden zu lassen:

There are, of course, many actions Mr. Obama could take to punish Syria for its use of chemical weapons and to prevent their further deployment. He could begin by granting the opposition’s request for antiaircraft missiles to use against the helicopters that are dropping chlorine bombs. He could revive his plan to launch U.S. military strikes against Syrian infrastructure that supports those attacks.

In reality, Mr. Assad is being allowed to disregard his chemical weapons commitment with impunity not because there’s nothing the United States can do but because Mr. Obama chooses to do nothing.

15. Mai 2014, 15.01 Uhr:

Business Forum Iran nun doch ohne Omid Nouripour

von Ivo Bozic

An dieser Stelle dokumentierten wir am 6. Mai einen Offenen Brief von Detlev zum Winkel an den grünen Bundestagsabgeordneten Omid Nouripour, in dem dieser dafür kritisiert wurde, am Business Forum Iran der Maleki Group am 23.5. in Frankfurt teilnehmen zu wollen: „Es handelt sich nicht um eine Veranstaltung, die sich um die Menschenrechte im Iran oder um den Frieden im Nahen und Mittleren Osten sorgt. Es handelt sich nicht einmal um eine Informationsveranstaltung. Sondern es handelt sich um eine Veranstaltung der Iran Lobby, um eine Unternehmung zum Nutzen des Mullah-Regimes. Das wissen Sie. Ich bin bestürzt, dass Sie sich für solche Zwecke einspannen lassen.“

Von Omid Nouripour erreichte uns nun eine Antwort, die wir im folgenden dokumentieren:

Sehr geehrter Herr zum Winkel,

zuerst einmal danke ich Ihnen für Ihr Interesse an der Iranpolitik. Sie haben völlig recht, wenn Sie die menschenrechtlichen Zustände im Land anprangern. Dies war und ist auch das zentrale Anliegen meiner Äußerungen zum Iran, wie Sie vielfach nachlesen können, dies ist auch das zentrale Anliegen der Iranpolitik meiner Partei.

Dass Sie mich angesichts dessen als Teil der “Iran Lobby” bezeichnen und mir indirekt vorhalten, ich würde aus meinem Auftreten bei der Konferenz in Frankfurt oder aus irgendwelchen anderen politischen Tätigkeiten in Bezug auf den Iran materielle Vorteile erzielen, ist eine grundlose Unterstellung.

Ich werden wegen eines dringenden politischen Termins nun doch nicht am “Business Forum Iran” teilnehmen können. Warum ich die Einladung ursprünglich dennoch angenommen habe, können Sie in meiner Erklärung nachlesen.

In der Hoffnung, Ihnen meine Motivation damit verständlich gemacht zu haben, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Omid Nouripour

 

14. Mai 2014, 14.49 Uhr:

Pack vertraegt sich

von Thomas von der Osten-Sacken

Dass es in Syrien zwar auch um einen schiitisch-sunnitischen Konflikt geht, die Situation aber doch ein wenig komplizierter ist, und etwa Al Qaida seit langem eine recht gutes Arbeitsverhaeltnis zum Iran unterhaelt, weshalb man iranische Truppen in Syrien nicht angreife, erklaert jetzt ein Sprecher der ISIS Leute selbst:

The spokesman of the Islamic State of Iraq and the Sham (ISIS), Abu Muhammad al Adnani, has said al-Qaeda has ordered its fighters and branches to refrain from attacking the Iranian state in order to preserve the terror group’s network in the country.
He said, “ISIS has not attacked the Rawafid [rejectionists, a term used to describe Shia Muslims] in Iran since its establishment….It has held back…its own anger for years to maintain the unity of the mujahideen….Let history record that Iran owes al-Qaeda invaluably.”


13. Mai 2014, 22.02 Uhr:

Die grosse Entschleierung

von Thomas von der Osten-Sacken

Weg mit dem Schleier:

Going out in public without a hijab can get you 70 lashes and 60 days in prison, but these women are taking the risk. (…)

Now some Iranian women are challenging that rule in a particularly in-your-face way. They have taken to Facebook to post photos of themselves veil-less. Instead of wearing the veils, they’re wrapping them around their necks, holding them up or flying them like ceremonial flags. The veils are everywhere except where the government says they’re supposed to be—on women’s heads, covering their hair.

6. Mai 2014, 21.36 Uhr:

Eine pure Veranstaltung der Iran Lobby

von Thomas von der Osten-Sacken

Ein offener Brief von Detlef zum Winkel

Sehr geehrter Herr MdB Nouripour,

Hiermit protestiere ich gegen Ihre Teilnahme an der unten angegebenen Veranstaltung des Business Forum Iran und der Maleki Group am 23.5. in Frankfurt. Es handelt sich nicht um eine Veranstaltung, die sich um die Menschenrechte im Iran oder um den Frieden im Nahen und Mittleren Osten sorgt. Es handelt sich nicht einmal um eine Informationsveranstaltung. Sondern es handelt sich um eine Veranstaltung der Iran Lobby, um eine Unternehmung zum Nutzen des Mullah-Regimes. Das wissen Sie. Ich bin bestürzt, daß Sie sich für solche Zwecke einspannen lassen.

Ich protestiere ferner dagegen, daß Sie als Mitglied und außenpolitischer Sprecher der Partei DIE GRÜNEN angekündigt werden, was bedeutet, daß auch Ihre Partei zum Objekt meines Zorns wird, so lange sie sich nicht eindeutig davon distanziert. Es ist mir nicht entgangen, daß einer Ihrer Altvorderen, Herr J. Fischer, gern nach Teheran reist, um seine früheren politischen Funktionen in Geldwerte umzuwandeln - eine Praxis, die sich in Nichts von jener des Ex-Kanzlers Schröder unterscheidet. Ihre Teilnahme an der unten genannten Veranstaltung zeigt, daß es sich nicht nur um ein Problem ausrangierter Politiker handelt. Haben Sie denn schon gute Beziehungen zu den deutschen Atomkonzernen geknüpft, die im Iran ihren letzten begeisterten Kunden sehen?

Drittens protestiere ich dagegen, daß Sie, wenn Sie schon für ein einträgliches Einvernehmen mit dem Mullah Regime werben, dies nicht offen Ihrer Partei und Ihren Wählern vorstellen. Ich finde es unhaltbar, ja absurd, über ein Business Forum Iran erfahren zu müssen, daß Sie sich bei der Iran Lobby einreihen und sei es als ein Feigenblatt, das demokratische Pluralität vortäuschen soll, während wirkliche iranische Oppositionelle in ihrer Heimat mit der Todesstrafe bedroht werden. Dies wird Folgen haben. Sie werden sie an Ihren Wahlergebnissen ablesen können.

Detlef zum Winkel,

29. April 2014, 15.36 Uhr:

'Why I visted Auschwitz'

von Thomas von der Osten-Sacken

Zeina M. Barakat war eine der palästinensischen Studenten, die im März Auschwitz besucht haben und dafür in palästinensischen Medien beschimpft wurden. Sie antwortet im Atlantic:

In March, I was one of 27 Palestinian students who visited the Auschwitz-­Birkenau death camps with Professor Mohammed S. Dajani Daoudi. When we returned from Poland, the condemnation of our trip—and of Professor Dajani himself—in the media, and on Facebook and Twitter, was deafening. Equally deafening was the silence of my fellow travelers, who were so cowed into muteness by the virulence of the criticism that only a couple came to Professor Dajani’s defense.(…)

Many Palestinians link what happened to the Jews during World War II with the Nakba, the Arabic word for “disaster” and the term Palestinians use to describe the events of 1948, which led to their dispossession and the flight of hundreds of thousands of refugees. But those who argue that we Palestinians should close our eyes to the reality of the Holocaust because it was the cause of our national tragedy are wrong. They know nothing about Zionist history, from the First Zionist Conference in Basel, Switzerland, in 1897, to Britain’s Balfour Declaration calling for the establishment of a Jewish homeland in Palestine in 1917, through the British mandate in the 1920s, 30s, and 40s. And those who argue, as student-critics of our trip wrote on Facebook, that the injustice Palestinians currently face is of the same magnitude as what happened to Jews in Nazi-controlled Europe are wrong, too. However degrading and unfair our situation in Palestine is today—and yes, it is degrading and unfair—it pales in comparison to the dehumanizing horror, depravity, and evil conceived and implemented by Nazis and their collaborators.

When my fellow Palestinian travelers talk among themselves and with friends and family about the accusation that they “sold out to the Jews” by visiting Auschwitz, they tend to cite their love for their country, noting that their travel makes them no less patriotic or nationalistic than their critics. Although the public outcry has silenced most of them, they all went to Auschwitz out of the belief that deepening their knowledge of the Holocaust could help pave the road to peace. Not only did they choose to reject ignorance, but they displayed remarkable moral courage by choosing to respect the past suffering of “the other.”

28. April 2014, 15.04 Uhr:

6. April Bewegung verboten

von Thomas von der Osten-Sacken

Ein Gericht in Ägypten hat heute die Bewegung des 6. April in Ägypten verboten, weil sie angeblich Geld aus dem Ausland erhalten und spioniert habe. Das ist die Sprache des ägyptischen “Deep State", der noch jeden Aufstand überstanden hat. (Zeitgleich verurteilte das  Gericht in Minia weitere 683 Muslimbrüder, darunter auch ihren Führer Mohamad Badie, zum Tode, wobei, wie schon zuvor, davon ausgegangen wird, dass der Oberste Mufti von Ägypten diese Todesurteile nicht bestätigen wird.)

The Court for Urgent Matters has ordered the banning of all activities by the April 6 Youth Movement.

Lawyer Ashraf Saeed filed the lawsuit, which accused the group of espionage and defaming the Egyptian state.

He called for interim President Adly Mansour, Prime Minister Ibrahim Mahlab and Interior Minister Mohamed Ibrahim to freeze the movement’s activities and confiscate its headquarters.

“The recordings showed the movement had received foreign funding,” he claimed.

The group’s participation in raids on state security buildings in March 2011 increased my feelings against the group, Saeed added.

Following Mubarak’s ouster, activists stormed state security buildings in which numerous accounts of torture had been reported.

The events were aired live on television and took place in the presence of soldiers who did not attempt to stop them.

Saeed added that he wanted the group and all of its offshoots disbanded.

The young group, which played a vital role in the January 2011 uprising against Hosni Mubarak, has been the target of an ongoing smear campaign since its founding in 2008.

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