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Kürzliche Beiträge
31. Januar 2014, 20.27 Uhr:

Protest gegen Zarif in Berlin

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Stephan Grigat

Der Außenminister des iranischen Regimes, Mohammad Javad Zarif, ist auf Deutschland-Tour. Am Sonntag hat er seinen großen Auftritt bei der Münchner Sicherheitskonferenz, und am Montag darf er in Berlin bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik die freundliche Fassade des iranischen Terrorregimes darbieten. Während die Revolutionswächter und Teherans Verbündete von der Hisbollah in Syrien Tausende abschlachten und die Zahl der Hinrichtungen im Iran zunimmt, wird dem Chefdiplomaten eine Bühne geboten, um über die „neue iranische Außenpolitik“ zu plaudern.

Die DGAP war schon in der Vergangenheit Gastgeber für Repräsentanten des Holocaustleugner-Regimes: Im Februar 2013 trat dort Zarifs Amtsvorgänger Salehi auf, musste sich allerdings vor seinem Vortrag zumindest den Protest von Kazem Moussavi, Sprecher der Green Party of Iran und Aktivist bei STOP THE BOMB, anhören. Auch am Montag wird der Auftritt des iranischen Außenministers in Berlin nicht unwidersprochen über die Bühne gehen: Das Bündnis STOP THE BOMB ruft für den 3. Februar um 11 Uhr zu einer Kundgebung gegen Zarif vor der DGAP in der Rauchstraße in Tiergarten auf.

Was vom Gerede über einen „Strategiewechsel“ in Teheran zu halten ist, hat Zarif nochmals deutlich gemacht, als er am 13. Januar demonstrativ das Grab des Chefterroristen und Hisbollah-Kommandanten Imad Mughniyeh im Libanon besucht und dort einen Kranz niedergelegt hat. Wofür der vermeintlich „moderate“ Zarif steht, kann nun auch in seiner Autobiografie nachgelesen werden, in der er sich offenherzig zu den globalen Ambitionen des Regimes bekennt:

“We have a fundamental problem with the West and especially with America … This is because we are claimants of a mission, which has a global dimension. It has nothing to do with the level of our strength, and is related to the source of our raison d’être. How come Malaysia [an overwhelmingly Muslim country] doesn’t have similar problems? Because Malaysia is not trying to change the international order.”

Der Mann sieht es also als seine Mission an, die internationale Ordnung nach den Vorstellungen Ajatollah Chomeinis zu ändern – ganz so, wie es auch die Verfassung der „Islamischen Republik“ als raison d’être vorschreibt.

Mit diesem treuen Soldaten des iranischen Antisemitenregimes wird sich in München auch der österreichische Außenminister Sebastian Kurz am Rande der Sicherheitskonferenz treffen. Die Alpenrepublik kann einfach nicht davon lassen, stets ganz vorne mit dabei zu sein, wenn es um die Hofierung der Ajatollahs geht. Schließlich lauert auch die OMV darauf, ihren vor einigen Jahren nach scharfer Kritik auf Eis gelegten 22-Milliarden-Euro-Deal mit dem iranischen Regime nun doch noch unter Dach und Fach zu bringen.

 

30. Januar 2014, 14.07 Uhr:

Erfolgreicher Deal

von Thomas von der Osten-Sacken

Vier (!) Prozent aller syrischen Chemiewaffen seien bislang entsorgt, meldet Reuters:

Bislang habe die Regierung in Damaskus lediglich gut vier Prozent der von ihr genannten Bestände außer Landes gebracht, sagten am Mittwoch mehrere Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind. “Das ist nicht genug, und es gibt keine Anzeichen, dass es mehr wird", sagte eine Person. Das Vorhaben sei sechs bis acht Wochen hinter den Planungen zurück. Ein hochrangiger Vertreter des US-Außenministeriums sagte Reuters, das Thema werde am Donnerstag bei einem Treffen der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) diskutiert.

Gastbeitrag vom Bündnis gegen die Teilnahme des Irans an der Münchner Sicherheitskonferenz

Zum 50. Mal jährt sich im Februar dieses Jahres die Sicherheitskonferenz in München. Gegründet 1963 unter dem Namen “Wehrkundetag” hat sie laut Selbstdarstellung die Funktion eines privat organisierten Diskussionsforums zu sicherheitspolitischen Fragestellungen. Bis heute steht dabei auch und vor allem der inoffizielle Teil im Mittelpunkt, nämlich die Vernetzung ihrer Teilnehmer hinter den Kulissen der offiziellen Programmpunkte wie Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen. So bezeichnet der Hauptorganisator und Vorstand Wolfgang Ischinger die Sicherheitskonferenz als “Marketplace of ideas". Wer auf diesem Marktplatz der Ideen einen Stand bekommt, kann sich glücklich schätzen: Er ist Teil jener offiziellen und inoffiziellen Prozesse, in denen Politiker, Diplomaten, Ökonomen sowie Vertreter der Rüstungsindustrie weltpolitische Themen verhandeln. Während jedoch beispielsweise der weißrussische Außenminister Sergej Martynow im Jahr 2010 aufgrund von Wahlfälschungen der von ihm vertretenen Regierung ausgeladen wurde, ist ein anderer Staat in den letzten Jahren stets willkommener Gast gewesen, der sicherlich kaum den angeblich hohen Ansprüchen an Demokratie und Menschenrechte der Organisatoren entspricht: Das islamistische Terrorregime der Republik Iran. Nachdem im letzten Jahr der iranische Außenminister Salehi der Konferenz beiwohnte, wird heuer sein Amtsnachfolger Mohammad Javad Zarif erwartet. Große Absatzmärkte sowie umfangreiche Erdölvorkommen sind hierbei für den Iran die Eintrittskarte zum illustren Forum Sicherheitskonferenz.

Weiterlesen.

27. Januar 2014, 22.14 Uhr:

Tunesiens neue Verfassung

von Thomas von der Osten-Sacken

Heute wurde in Tunesien eine neue Verfassung verabschiedet.

Dazu ein laengerer Bericht auf Tunisia Live und ein Kommentar aus dem Tagesanzeiger.

26. Januar 2014, 21.41 Uhr:

Aus dem Schlafzimmer des Colonel

von Thomas von der Osten-Sacken

Dass Muammar Gaddafi ein ziemlicher Psychopath war, daraus machte er sogar selbst kein Geheimnis bei seinen Auftritten. Was fuer ein Privatleben er fuehrte, kommt nun langsam auch ans Tageslicht:

Former Libyan leader Muammar Qaddafi kept male and female sex slaves – some as young as 14 – in his palaces, a British documentary has revealed.

Young boys and girls would be selected by Qaddafi in his many talks in schools and universities, and then abducted by his bodyguards and taken to a secret location hidden within Tripoli University - or one of his many palaces. After arriving, they would be forced to watch pornography before their encounter with the dictator, according to an upcoming BBC documentary entitled “Mad Dog – Qaddafi’s Secret World.”

After undergoing a gynecological examination to check for sexually transmitted diseases, they would allegedly then meet Qaddafi.

Und politische Gegner, die er ermorden liess, bewahrte er spaeter in Tiefkuehlfaechern auf:

Another eyewitness said that the bodies of Qaddafi’s enemies would be kept in a freezer for his viewing.

Bahia Kikhia, the widow of Libya’s former foreign minister and ambassador to the United Nations - who had fallen out of favor with Qaddafi - said that after her husband had gone missing, she confronted the dictator, who told her that he was being kept alive.

But after the 2011 revolution which overthrew Qaddafi, her husband’s body was found in a freezer.

“He liked to keep his victims in the refrigerators to look at them now and again,” said Bahia.

“He would visit his victims… It was as though they were some sort of macabre souvenirs. Something that he could look at and touch to remind himself of his omnipotence. Some had been there as long as 25 years,” she added.

26. Januar 2014, 21.31 Uhr:

Absurdes Theater in der Schweiz

von Thomas von der Osten-Sacken

Ueber die sog. Friedengespraeche am Genfer See, waehrend denen taeglich in Syrien so an die hundert Menschen bei Bombardements und Gefechten sterben, schreibt Abraham Ben-Zvi ganz richtig, sie erinnerten an absurdes Theater.

Die Amerikaner etwa erklaeren einerseits Assad muesse gehen nur um dann zu versichern, sie wuerden ganz sicher keine militaerischen Massnahmen ergreifen, sollte Assad nicht freiwillig gehen. Es bleiben Appelle, schoene Worte und am Ende wohl die Abmachung, irgend einen lokalen Waffenstillstand in Kraft treten zu lassen und sich bei Genf III in einem Jahr wieder zu sehen, geschaetzte 100 000 Tote und ein paar Millionen Fluechlinge spaeter eben. Und dann vielleicht unter Teilnahme des Irak und Libeanons, die dann auch als Buergerkriegslaender der Friedengespraeche beduerfen.

Ben-Zvi also schreibt:

The Syrian regime is fighting a multipronged opposition, complete with a fundamentalist, jihadist core – that much is true. Still, one would think that after over two years of fighting, the U.S. would have been able to come up with a more sophisticated and vigorous strategy that would lend its full diplomatic and military support to the pro-Western elements within the Syrian opposition’s ranks, thus having an actual impact on the ground.

Instead, all we are seeing are eloquent speeches by U.S. Secretary of State John Kerry, whose call from Montreux to Assad to step down sounded even more hollow than before.

After all, it was already decided during the June 2012 Syrian “peace summit” in Geneva that a new, Assad-free interim unity government would be formed in Syria to navigate the war-torn country through a new general election, in the hope that this would foster peace and stability. Eighteen months later, not only is it impossible for the international community – under the U.S.’s nominal leadership – to speak of any progress, but U.S. President Barack Obama’s reluctance to support military action against Assad’s massive use of chemical warfare has effectively legitimized the Syrian president’s penchant for mass killing via other means.

Although the Syrian ruler no longer has a chemical option, Russia’s mediation through the crisis has offered him an insurance policy he could never have even dreamed of. The U.S.’s voluntary waiver of its aggressive leverage has left Kerry devoid of any real munitions. All he has now in his diplomatic toolbox is recycled rhetoric, devoid of any true credence.

23. Januar 2014, 00.29 Uhr:

Kein Marsch durch die Institutionen

von Thomas von der Osten-Sacken

Ordinary Egyptians are tired of revolutionary uprisings and noisy demonstrations and bickering political activists. “I never thought that the 2011 revolution would bring three years of instability — I’m so tired of it all,” is a comment I’ve come to hear rather frequently now.

Die Ägypter sind also des Protestes müde. Jugendliche Aktivisten dagegen haben den Eindruck sie wurden betrogen und keines ihrer Ziele auch nur ansatzweise erreicht schreibt Maha Ghalwash in ihrem Artikel Egypt’s young political activists: The way forward.

Was also sollen sie tun, die “young political activists"? Gründet Parteien ist die Antwort:

Rather than merely “going out into the streets,” they should establish political parties. Thus a group of like-minded activists must think about the ideology or vision to be espoused by their party, and then express this in a comprehensible party programme, and finally turn this into a viable policy platform. They will have to organise outreach activities that will inform the public and mobilise citizens in support of their party’s vision and goals.

Als wäre das so einfach. Das Dilemma, hier ist es auf den Punkt gebracht: in den zentralisierten, autoritären Strukturen dieser politischen Systeme fehlen Institutionen und Organisationsformen jeder Art, in der Leute sich, wie es im Bewegungsjargon heißt “einbringen können". Wie soll man beispielsweise eine Partei gründen, wenn man auf keine Gruppen, Initiativen, Vereine, Jugendzentren und ähnliches zurückgreifen kann? Und ist es das, was sie wollen: Parteien gründen? Oder nicht etwas ganz anderes?

Ja ging es je bei Massenprotesten von Jugendlichen um die Gründung neuer Parteien?

Diesen “jungen Aktivisten” bleibt lediglich die Straße. Sobald sie sie verlassen können sie sich kein Gehör mehr verschaffen. Schön wäre es, sie träten einen Marsch durch die Institutionen an. Nur fehlen hierfür schlicht die Institutionen.

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