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Kürzliche Beiträge
1. September 2015, 22.20 Uhr:

Ganz bedauerlich und 'Nicht ruetteln'

von Thomas von der Osten-Sacken

Ein bisschen bloed laeuft es schon mit dem Iran. Koennen die in Teheran nicht wenigstens ein paar Wochen aufhoeren, alle paar Tage zu verkuenden, dass die Vernichtung Israels oberste Prioritaet hat und nicht verhandelbar sei?

Hin und wieder fragt da naemlich jetzt schon ein Journalist mal nach. Und bei all den Delegationen und Kontakten und Besuchen, die die Europaer gerade planen, ist das unangenehm.

Einfach zu sagen “Solange der Iran weiter mit der Vernichtung Israels droht, fahren wir da nicht hin", geht nicht, man hat ja gerade einen Deal abgenickt, lobpreist die Islamische Republik an Stabilisator des Nahen Osten und will ausserdem Geld machen.

Und wenn man zu deutlich wird, koennte Teheran einen ja ausladen.

Also produzieren sie so ein Gestammel

Bundeskanzlerin Angela Merkel:

Ich bin dennoch betrübt oder finde es nicht akzeptabel, wie der Iran nach wie vor über Israel spricht. Es ist ein herber Rückschlag beziehungsweise kein Rückschlag, aber eine Enttäuschung, dass hier auch gar keine Wende zu erkennen ist, was die Akzeptanz des Staates Israel anbelangt.

Der oesterreichische Bundespraesident Heinz Fischer:

Österreichs Position und meine Position, dass Israel so wie alle anderen UNO-Staaten das Recht auf Existenz und das Recht auf Sicherheit für seine Menschen hat, daran gibt es nichts zu rütteln. Das stelle ich mit aller Klarheit fest.

Sollte es dem Iran dann, auch dank europaeischer Hilfe, gelingen, die Bombe zu werfen, sie werden alle ganz betruebt, ja empoert und sogar betroffen sein, und mit aller Klarheit feststellen, dass das ihren Positionen gar nicht entspricht. Soviel juckt sie die Sicherheit Israels.

31. August 2015, 14.56 Uhr:

Friede mit Israel

von Thomas von der Osten-Sacken

Ein Interview, das zu lesen sich lohnt:

In an exclusive interview with JerusalemOnline, a female member of the Free Syrian Army stressed that both Israel and the Syrian people share a common enemy. She noted that Assad stands behind ISIS, the Muslim Brotherhood, and all other radical Islamist groups active within her country.

30. August 2015, 11.55 Uhr:

Frieden und Freiheit

von Thomas von der Osten-Sacken

“Friede ohne Freiheit ist kein Friede! (…) Frieden und Freiheit, Freiheit des einzelnen von Furcht und Zwang, Freiheit der Völker und der ganzen Menschheit von Ausbeutung, von Sklaverei, von Gewalt und Tod -, Frieden und Freiheit, das sind die Grundlagen jeder menschenwürdigen Existenz".

Wer das sagte? Konrad Adenauer in seiner Weihnachtsansprache 1952.

Und heute? Klingt es so:

Steinmeier hob in einer vorab formulierten Erklärung hervor, er reise in einer “schwierigen Phase nach Afghanistan". In den vergangenen Wochen habe es Anschläge mit Dutzenden Todesopfern gegeben und die gerade begonnenen Friedensgespräche der afghanischen Regierung mit den radikalislamischen Taliban seien “in einer kritischen Phase". Trotz der Anschlagsserie will sich Steinmeier bei der afghanischen Regierung für eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit den radikal-islamischen Taliban-Milizen einsetzen. Eine Aussöhnung innerhalb des Landes sei der “einzige vernünftige Weg” für eine Beendigung des jahrzehntelangen Konflikts, schrieb der SPD-Politiker. “Die einzigartige Chance der begonnenen Friedensgespräche darf nicht vertan werden.”

Dabei wollen doch auch die Taliban nur Frieden, wie die BBC ihren Lesern erklärt:

The Taliban’s promise (…) was to restore peace and security and enforce their own austere version of Sharia, or Islamic law, once in power.

Nicht nur die Taliban, generell alle Islamisten, verstehen sich nämliche als eine große Friedensbewegung. Dem göttlichen Frieden stehen lediglich ein paar Dinge und Personen im Weg, die zuvor beseitigt werden müssen. Dann gibt es Frieden. Salam.

Nur, zu verhandeln ist da eigentlich nichts. Folgt man dem Wege der Taliban, bringen sie einen nicht um (oder in der Regel nicht) und alles ist fein. Es herrscht eben Frieden. Jener Frieden, der nur Frieden ist und nichts mehr, jener Frieden, der von deutschen Außenpolitikern als reiner Selbstzweck dargestellt wird.

Fast wünscht man sich da die alten Slogans aus den 50er Jahren zurück. Sie kommen aber nicht wieder. Mit den Sowjets nämlich befand man sich im - wenn auch kalten - Krieg, vor denen hatte man Angst, mit den Islamisten, ob in Afghanistan, Iran, Gaza oder anderswo will man Frieden. Und das ganze Gerede von Freiheit, Sklaverei und Tod … nun ja, etwas Pathos musste eben sein.

Läse man heute in Kabul die Rede von Adenauer vor, sie stieße bei jenen, die den Unterschied zwischen Friedhofsruhe “Frieden in Freiheit"  kennen, wohl auf volle Zustimmung, etwa auf die von Fawzia Koofi, der ersten Frau im afghanischen Parlament nach 2001:

I feel that the international community is not planning a peace process based on the realities on the ground in Afghanistan. (…) But with the Taliban involved there will never be peace. (…) Oh yes, there was stability under the Taliban, but it was a dead stability. There was no life. Nobody on the streets could breathe.

29. August 2015, 11.38 Uhr:

Was man bei den Non-Religious Albanians so findet

von Thomas von der Osten-Sacken

Auch gestern demonstrierten wieder tausende Iraker in Bagdad und anderen Städten. Und dass es bei diesen Demonstrationen dezidiert gegen iranische Einmischung und für einen säkularen Staat geht und diese Forderungen nicht nur von marginalen Randgruppen gestellt werden, zeigt ein Video, das ich - könnte die Koinzidenz schöner sein? - auf der FB-Seite der “Non-Religious Albanians” gefunden habe:

 

28. August 2015, 22.04 Uhr:

Prinzipienfeste Antisemiten

von Thomas von der Osten-Sacken

In Teheran, da weiß man noch, was Standfestigkeit ist. Und lässt einen Auftritt von Daniel Barenboim nicht zu, weil er Israeli ist.

Man stelle sich mal vor, wie von der New York Times bis zur SPD alle ins Jauchzen gekommen wären. Barenboim in Teheran. Bitteschön, die Iraner laden einen Israeli ein, der muss nur kritisch gegenüber der Okkupation sein. Da sehen wir es doch. Wandel durch Annäherung und das alles Dank des großartigen, friedensstiftenden Iran Deals, den nur die bösen, kriegslüsternen Republikaner und Netanjahu verhindern wollen. Die Artikel hätten sich von selbst geschrieben. Eine Steilvorlage wär’s gewesen.

Aber der Antisemit , und das wollen und können sie alle offenbar nicht verstehen, hat eben feste Prinzipien, zu denen er steht, koste es was es wolle, Kompromisse wären nur Verrat an seinem hehren Ziel, am Ende in der Welt für Frieden und Gerechtigkeit zu sorgen, und die sind nur zu erreichen, geduldig erklären sie es in Teheran wieder und wieder, indem man die Juden bzw. ihren Staat auslöscht.

Barenboim sollte offenbar das kulturelle Rahmenprogramm für einen Staatsbesuch von Angela Merkel liefern:

Sources deep within the Staatskapelle in Berlin are telling us that the orchestra has been asked to accompany Chancellor Angela Merkel to Teheran in October for the signing of the nuclear agreement.

 

28. August 2015, 14.01 Uhr:

Aus Gaza

von Thomas von der Osten-Sacken

Derweil im Gazastreifen:

Tensions in the Gaza Strip were felt last night after a corn vendor named Mohammed Abu Assi poisoned himself.  The Palestinian public is now threatening to attack Hamas offices.   Abu Assi poisoned himself after the Hamas authorities in Gaza closed down his stand.  In response, he decided to protest in a manner that has an uncanny resemblance to the Tunisian Revolution that led to the Arab Spring.

The Corn vender from Gaza is hospitalized in critical condition in a local hospital.  Since then, many people in Gaza are threatening to raise their hands against Hamas institutions.  They are calling to burn, to destroy and to protest.

28. August 2015, 12.58 Uhr:

Burning Ayatollahs

von Thomas von der Osten-Sacken

Bei den Massenprotesten in Bagdad und in anderen irakischen Städten, auf denen unter anderem Parolen wie “Keine Sunna, keine Shia. Für einen säkularen Staat” skandiert werden, brennen nun auch Bilder der iranischen Ayatollahs:

One of the most notable features of the new wave of anti-corruption protests in predominantly Shiite areas of Iraq is an increasing resentment of the Iranian regime’s growing dominance over the country, with protesters (as seen in these photos) burning photos of Ayatollah Khamenei, pictured alongside Ayatollah Khomeini, the founder of the ‘Islamic Republic’ in Iran.


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