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Kürzliche Beiträge
11. Januar 2014, 01.26 Uhr:

Mehrwegjournalismus

von Thomas von der Osten-Sacken

Über einen iranischen Porzellanfabrikanten als journalistischen Wiedergänger

Gastbeitrag von Andreas Benl

In seinem 2007 erschienenen, aber aufgrund der unveränderten Lage immer noch aktuellen Buch “Iran. Sprengstoff für Europa” berichtet der Journalist Bruno Schirra, dass es “für jede Reise innerhalb des Irans, für jede Recherche, für jeden Gesprächspartner eines Antrags bei [der staatlichen Zensurbehörde] Ershad” bedarf. “Dafür wurden drei halbprivate Medienfirmen etabliert, die sich um die Belange eines jeden ausländischen Journalisten kümmern. Was als Serviceleistung für Medienvertreter verkauft wird, ist hingegen nichts anderes als der Versuch, die totale Kontrolle über alle westlichen Journalisten zu erlangen.” Im Gegenzug biete Ershad seinen westlichen Gästen vermeintlich interessante und authentische Begegnungen und Stories, “denn bei so viel Programm hätten Journalisten kaum Zeit, unabhängig zu recherchieren, und gleichzeitig doch das Gefühl, ihrer Arbeit nachgehen zu können - ein wohl funktionierender Grauschleier der Scheininformation.”

Anscheinend ist das einzige, was sich seitdem verändert hat, dass auch Ershad unter dem Bankrott der iranischen Wirtschaft leidet und seinen westlichen Gästen nur noch ein abgespecktes Repertoire an “spins” liefern kann.

Die Süddeutsche Zeitung hatte am 23. Dezember letzten Jahres als “Aussenansicht” einen vermeintlichen Artikel von Hassan Rohani abgedruckt, der von dessen Medienberater umgehend dementiert wurde. Die SZ fühlte sich trotzdem nicht zu einem Statement bemüßigt, erklärte aber auf Nachfrage, dass das Dementi ihren Informanten zufolge “auch nicht eindeutig dem Präsidenten zuzuordnen”, das Ganze also irgendwie egal sei.

Zu Weihnachten folgte dann ein Artikel von Thomas Avenarius mit dem Titel “Iran nach der Atom-Einigung. Hungrig nach Investitionen". Darin geht es um die Probleme von “Massoud Ghassaei” eines einem “schwäbischen Maschinenbauer” mit sozialem Herz ähnelnden iranischen Porzellanfabrikanten mit den internationalen Sanktionen.

Porzellan, das ist ein Thema mit human touch, da denkt man nicht an den staatlich beaufsichtigten deutschen High-Tech-Schmuggel für das iranische Atomprogramm, über den die Süddeutsche wohl auch nie berichtet hat und erst recht nicht an die Hinrichtungen im Iran.

Nun erscheint, pünktlich nach den Winterferien, in der österreichischen “Presse” ein Artikel von Martin Gehlen mit dem Titel “Sanktionen: Iran hungert nach Investitionen". Auch dort geht es um den Porzellanfabrikanten “Masoud Ghasaei", “den man in Deutschland einen mittelständischen Unternehmer nennen würde". Und wie bei Avenarius ("Unser Land hungert nach Investitionen") sehnt sich der iranische Unternehmer auch hier ("Iran hungert nach Investitionen") nach besseren Beziehungen zur deutschen Industrie.

War Gehlen jetzt mit Avenarius auf derselben von Ershad organisierten Veranstaltung, und der Artikel lag über die Ferien auf Halde? Oder hat man ihn über zwei Wochen später noch einmal in dieselbe Fabrik geführt, wo der freundliche Porzellanunternehmer seine Geschichte inzwischen im Schlaf erzählen kann?

10. Januar 2014, 19.30 Uhr:

Landesweite Proteste gegen Assad und Al Qaida

von Thomas von der Osten-Sacken

Heute gab es in Syrien landesweit Proteste sowohl gegen das Assad Regime als auch gegen Al Qaida.

EA berichtet:

Friday saw protests against Syrian President Bashar al-Assad and the Islamic State of Iraq and ash-Sham in many cities and neighborhoods across Syria.

Das heutige Plakat aus Kafranbel:

10. Januar 2014, 14.12 Uhr:

Ein pakistanischer Held

von Thomas von der Osten-Sacken

Ein pakistanischer Held:

Aitzaz Hassan Bangash wurde 15 Jahre alt – und in Pakistan zum Held. Er hat einen Selbstmordanschlag auf seine Schule verhindert und wurde dabei getötet. (…)

Aitzaz habe ein Attentat von großem Ausmaß verhindert, sagt der lokale Polizeichef, Iftikhar Ahmed. Er hat sein Leben geopfert – und damit das Leben vieler Menschen gerettet.

In Pakistan bewundern deshalb viele Aitzaz’ mutigen Einsatz. Sein Cousin sagte gegenüber CNN, es sei ein großes Opfer gewesen, Hunderte von schiitischen wie auch sunnitischen Leben zu retten. In sozialen Netzwerken drücken viele Pakistaner unter den Hashtags #onemillionaitzazs und #aitzaz ihren Respekt für Aitzaz aus.

9. Januar 2014, 01.13 Uhr:

Wie denken Tunesier über den "Arabischen Frühling"?

von Thomas von der Osten-Sacken

Verschieden US-Universäten haben in Zusammenarbeit mit der Universität von  im Mai und Juni 2013 eine Befragung von Tunesiern durcheführt, um mehr über die öffentliche Meinung und Einstellung herauszufinden und diese dann mit Ergebnissen aus Ägypten, dem Irak, der Türkei und anderen Ländern verglichen. Hier einige Auszüge aus der 134-Seitigen Publikation:

Though they are disillusioned by the  current political leaders and believe that the difference between the rich and poor expanded since the overthrow of the authoritarian ruler, Zein al-A bedin Ben Ali, in early 2011, Tunisians consider themselves to be more empowered and freer than they were before the revolution. They support secular politics, and less than 20% favor a n Islamic government. For them, secular parties have grown a bit more popular, while the ap peal of religious-oriented parties, including an-Nahda, has waned considerable. (…)

Attacks on the US:

More than 90% of Tunisians disapproved the attacks on the U.S. Embassy and the American School in Tunis in September, 2012.

Low popularity of the rulers : The current ruling politicians are not popular am ong the respondents, as more than 60% expressed that these politicians make them upset, angry, or feel contempt toward them.

Perception of Corruption: Fully 86% of respondents believed that corruption i n government is common, and only 28% said that curren t government officials care about what 5 people think and just 29% believe that government p olicies serve the interests of the Tunisian people.

Positive changes :

A majority of respondents believe that life in T unisia is better now than before the revolution: specifically, that unlawful arrest and corruption are less common, and freedom to join organizations is more common.

Auffällig ist auch, dass inzwischen die Merheit der  Befragten in allen Ländern Demokratie für die beste aller Regierungsformen hält und, vor die Wahl gestellt, sich für von Menschen gemachte Gesetze und damit gegen Gottesgesetze, also Shariarecht, aussprechen:



8. Januar 2014, 10.51 Uhr:

Al Qaida Hauptquartier eingenommen

von Thomas von der Osten-Sacken

Die Kämpfe zwischen dem Al Qaida Ableger ISIL (Islamischer Staat in Syrien und der Levante) und anderen Rebellengruppen, die vergangenen Freitag ausgebrochen sind, gehen unvermindert weiter. Nun wurde die Einnahme des Haupquartiers von Al Qaida in Alepp0 gemeldet:

Islamist rebels have captured the headquarters of the al-Qaeda-affiliated Islamic State in Iraq and the Levant (ISIS) in the Syrian city of Aleppo.

The Syrian Observatory for Human Rights said it was not clear what had happened to the jihadists who had been at the hospital in the Qadi Askar district.

Inside, the rebels found dozens of prisoners and the bodies of several men who appeared to have been executed.

Recent days have seen fierce fighting between ISIS and other rebel groups.

More than 270 people, including 46 civilians, have been killed in the worst rebel-on-rebel violence since the uprising in Syria began in March 2011, according to the Syrian Observatory, a UK-based activist group. (…)

The latest clashes erupted on Friday when rebels led by the Islamic Front, a relatively new coalition of Islamist groups, launched what appeared to a series of co-ordinated strikes against ISIS in northern and eastern Syria. The offensive was backed by the National Coalition.

Und vermutlich ist diese Offensive gegen Al Qaida ausgelöst worden, als Milizen von ISIL Kafranbel stürmten:

“The reason Kafranbel became important is because it’s been persistently and consistently supporting the revolution in all of its aspects — whether it’s the non-violent revolution, or the armed revolution or the humanitarian and civil society work,” Fares told me. He absolutely sees the assault on the village and its symbolic importance for the opposition as stirring anti-ISIS sentiment. And, in a sense, going after ISIS is just like going after Assad. “The regime, when we would say something in opposition to them, they’d shell us. ISIS, when we made a drawing against them — the first in June of this year — they wanted to attack us so they came and raided the media center. At the end of the day, they’re both the same.  They’re both tyrants.”

6. Januar 2014, 00.47 Uhr:

Boykott palästinensischer Firmen?

von Thomas von der Osten-Sacken

Was das BDS Movement wohl dazu zu sagen hat? Wenn noch nicht mal die Palästinenser, sobald es darauf ankommt, die ganze Boykottgeschichte ernst nehmen?

The partners in Israel’s Leviathan natural gas field said on Sunday they signed a 20-year deal to sell $1.2 billion worth of gas to the Palestine Power Generation Company (PPGC). (…)

Leviathan has estimated reserves of 537 bcm and is the largest offshore gas discovery of the past decade.

“Economic cooperation such as the agreement signed today will lead to prosperity and growth and will contribute to the fostering of mutual respect and trust between Israelis and Palestinians and lay the foundations for peace,” said Yitzhak Tshuva, controlling shareholder of the Delek Group.

Oder wird BDS jetzt auch zum Boykott der PPGC aufrufen, einer Firma  deren erklärter purpose ist, zu “developing a power plant to generate electricity for the Northern West Bank to satisfy the electricity needs of Palestinians by providing electricity through a competitive and reliable source".

(Hat Tip)

4. Januar 2014, 01.15 Uhr:

Für eine "No-Fly-Zone" in und über Syrien

von Thomas von der Osten-Sacken

Kellie Foot erklärt auf Left Food Forward, warum eine No-Fly-Zone in Syrien (auch zwei Jahre zu spät) eingerichtet gehört, um Tausenden von Syrern das Leben zu retten:

Syria has been an unwanted experiment in non-intervention, and the results are clear. Comparing events in Libya and Syria, there is objective evidence that while enforcing a No-Fly Zone early in the conflict might have led to civilian casualties numbering over a hundred, it would likely have prevented several thousands of killings by aircraft, and would have restricted the ability of Assad’s forces to kill on the ground. (…)

Enforcing a No-Fly Zone is not an easy option. It needs money, advanced technology, expertise, and bravery on the part of many of the volunteer combatants who have to see it through. Only a few nations have the resources needed to succeed.

Enforcing a No-Fly Zone is not politically easy. In the case of Syria, it requires willingness to defy Russian President Putin’s policy of obstruction in the UN Security Council. It requires making the case that defence of collective security requires and justifies this military action even in the absence of a Security Council resolution.

There is more than one way to impose a No-Fly Zone, from the regular air patrols seen in the 1990s over Iraq, to bombing air bases in response to attacks by Assad aircraft. A discussion in May at the US Institute for Peace explored some of the options and constraints.

The war is far from over. Assad’s air force may yet kill several thousands more, possibly tens of thousands more.

Syria still needs a No-Fly Zone

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