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Kürzliche Beiträge
30. Mai 2014, 13.37 Uhr:

Bundestagsabgeordnete präsentieren iranischen Botschafter als „Ehrengast“

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Stephan Grigat

 

Kaum wurde das Business Forum Iran mit Alireza Sheikh Attar in Frankfurt abgesagt, steht schon der nächste Auftritt des iranischen Botschafters in Deutschland an: Für den 4. Juni laden die „Stiftung für Grundwerte und Völkerverständigung“ und eine Reihe von Bundestagsabgeordneten zu einem „Kaminabend mit Ehrengast“ in die Parlamentarische Gesellschaft am Berliner Friedrich-Ebert-Platz ein. Der „Ehrengast“ ist der Botschafter des iranischen Holocaustleugnerregimes. Unter den einladenden Abgeordneten sind unter anderem Volker Kauder und Franz Josef Jung von der CDU und Andrea Nahles von der SPD. Für die Grünen und die Linke sind Friedrich Ostendorff und Jörn Wunderlich mit von der Partie.

 

Nachdem Markus Potzel, der Leiter des Mittelost-Referats im Auswärtigen Amt, beim Business Forum Iran kurzfristig darauf verzichten musste, mit Attar über Möglichkeiten des Ausbaus des deutschen Iran-Handels zu parlieren, soll er nun beim „Kaminabend“ das Grußwort sprechen. Offenbar ist sich die „Stiftung für Grundwerte und Völkerverständigung“ bewusst darüber, wie heikel ihre Einladung des iranischen Oberislamisten in Deutschland ist: Auf ihrer Website wird die Veranstaltung mit keinem Wort erwähnt. In dem Einladungsschreiben heißt es unter anderem: „Deutschland und der Iran haben eine lange gemeinsame Geschichte guter Beziehungen, die eine weitere Vertiefung erfahren könnten.“

 

Das Bündnis STOP THE BOMB verlangt in einem Offenen Brief die Absage der Veranstaltung, fordert von allen Abgeordneten, sich von der Einladung Attars zu distanzieren und ruft zu Protestschreiben an die involvierten Mandatare auf. In einer Presseaussendung spricht STOP THE BOMB davon, dass Kauder und Nahles „auf Tuchfühlung mit dem Terror“ gehen. Der Unionspolitiker, der namentlich auf dem Einladungsschreiben, das der Jungle World vorliegt, genannt wird, reagierte umgehend darauf: Er lies seinen Pressesprecher mitteilen, dass die Einladung Attars nicht mit ihm abgestimmt sei und er die Veranstaltung am 4. Juni auch nicht besuchen werde.

 

Es wird interessant sein zu sehen, ob es weitere Distanzierungen gibt. Viele der einladenden Abgeordneten haben einen christlichen Hintergrund. Und gerade aus dieser Ecke gibt es bereits scharfe Kritik. Roger Bückert von der „Pro-Israel-Initiative Never Again“ in Siegen fragt Volkmar Klein, CDU-Politiker aus dem Wahlkreis Siegen-Wittgenstein und laut Einladungsschreiben einer der Hauptinitiatoren des „Kaminabends“, ob es denn „ausgerechnet eine christliche Stiftung sein“ muss, die jemandem wie Attar eine Bühne bietet. Bückert verweist in seinem Protestbrief nicht nur auf die „permanente Hetze gegen Israel“, sondern erinnert seinen Abgeordneten auch daran, dass Attar ein Regime präsentiert, „das sich u.a. dadurch hervortut, Schwule an Baukränen öffentlich aufzuhängen und Minderheiten wie die Bahai systematisch zu unterdrücken.”

22. Mai 2014, 11.57 Uhr:

Fuer die Freunde kurdischer Musik

von Thomas von der Osten-Sacken

Aus Irakisch-Kurdistan kommt “Risk it all“, die Saengerin MizGin, die aus aus Tuerkisch-Kurdistan kommt und heute in Schweden lebt, veroeffentlichte gerade das Lied “Get you off", ueber das hiesige Medien intensiv berichten.

Gesichter des neuen Nahen Osten:

22. Mai 2014, 11.14 Uhr:

Doch kein Business Forum Iran

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Stephan Grigat

Die Maleki Group hat nach massiven Protesten zwei Tage vor Stattfinden ihr „Business Forum Iran“ in Frankfurt am Main abgesagt. Für die Veranstaltung waren unter anderem der Referatsleiter Mittlerer Osten des deutschen Außenministeriums und der Botschafter des iranischen Regimes in Deutschland als Redner angekündigt. Die für den 23. Mai geplante Kundgebung von STOP THE BOMB, Prozionistischer Linker Frankfurt, Honestly Concerned, Gesellschaft Orthodoxe Dogmatik, Wadi und dem AStA der TU Darmstadt findet dementsprechend nicht statt. Näheres dazu kommende Woche in der Printausgabe der Jungle World.

19. Mai 2014, 23.16 Uhr:

"Die PKK war sehr hilfreich fuer das Regime'

von Thomas von der Osten-Sacken

Aus einem Interview von Kurdwatch mit einem ehemaligen syrischen Geheimdienstler ueber das Verhaeltnis der PKK/ PYD zum syrischen Regime:

We had ties to all the Kurdish parties, but our relationship with the Democratic Union Party (PYD), the Syrian branch of the Kurdistan Workers’ Party (PKK), was especially well-developed. The first generation of PKK?leadership was comprised of people who had come to Syria from Turkey as leftist students. Therefore these people regularly travelled back and forth between Turkey and Syria. The PKK and the PYD has had an important relationship with Damascus, and we in the local offices were secretly in personal contact with them. We knew that both parties were close to the regime, but did not make this public. For example, when the PKK recruited young men and women in order to train them in Lebanon or the Iraqi Qandil Mountains, we received a corresponding letter from Damascus. From this letter we understood that there was an unspoken permission to let these young people travel to Lebanon, Iraq, or Turkey. This all happened prior to the Syrian uprising. The PYD has been very helpful for the Syrian intelligence service given that the PKK position as the dominant political party among the poorer classes and the lower middle class in Kurdistan, in other words those classes that could have been a danger for the state. Thus the PKK spared us a confrontation.  (…)

The security authorities had instructions from Damascus to place Kurdish public life in the hands of the PKK. If soldiers who had deserted the Free Syrian Army (FSA) advanced into the Kurdish regions, the order stipulated that the security and military apparatus should turn to the PKK. This sometimes meant that entire areas and bases were ceded to the PKK. In order to avoid arousing resentment among the Arabs, the PKK was only permitted this latitude in the al?Hasakah province. The intelligence service also strengthened the PYD and PKK by providing them with vehicles of all kinds. To avoid provoking the displeasure of Kurds and Arabs in light of a coordinated action between the regime and the PKK, it was agreed that armed party fighters would seize the vehicles in the security forces’ fleet. They were to subsequently remove the license plates and claim that the party had forcibly taken possession of these vehicles as the FSA did elsewhere.

18. Mai 2014, 23.03 Uhr:

UNHilfe II

von Thomas von der Osten-Sacken

Ein Grossteil europaischer Hilfsgelder fuer Syrien wird ueber die UN abgewicklet und die UN arbeitet mit dem syrischen Regime zusammen, weshalb fast alle UN-Hilfe auch an Gebiete geht, die vom syrischen Regime kontrolliert werden. Das gibt die UN inzwischen selbst zu:

The United Nations has further confirmed that Syria’s authorities ensure all humanitarian aid goes to regime-held areas.

UN officials said that more than 85% of food aid and more than 70% of medicines went to the regime’s neighborhoods, compared to a 50-50 split between regime and insurgent areas in 2013.

Damascus has claimed that the aid is limited because of security issues; however, UN officials, activists, and the opposition say that President Assad’s officials have prevented cross-border deliveries.

The Syrian military has pursued “surrender or starve” sieges on insurgent-held territory for up to two years.

UN Secretary General Ban Ki-moon will reveal the situation publicly next week to the Security Council.

The Council passed a resolution on February 22 calling on all sides, and especially the regime, to permit aid; however, it could not include enforcement because of Russian opposition.

 

18. Mai 2014, 21.36 Uhr:

Jihad Korridor

von Thomas von der Osten-Sacken

Der islamische Staat im Irak und der Levante (im Irak Daash genannt) versucht seit einigen Tagen die syrisch-irakische Grenzstadt Rabia einzunehmen (Frueher war das der syrische-irakische Grenzuebertritt, ich erinnere mich noch gut, ihn mehrmals genutzt zu haben). Ihr Ziel ist es, einen Korridor zwischen beiden Laendern zu schaffen, um, sollte ihnen dies gelingen, ein Gebiet zu kontrollieren, dass dann von Aleppo im Westen bis zu den Toren Bagdads im Osten reichen wuerde.

Und natuerlich fliehen einmal mehr Tausende, diesmal Yeziden, denen, sollten die Jihadisten den Ort uebernehmen, der sichere Tod droht.

Wofuer, so fragt man sich, gibt es eigentlich all die Drohnen, wenn sie nicht einmal in so einem Falle zum Einsatz kommen?

Iraqi security source in Nineveh province said on Sunday that the Islamic State of Iraq and the Levant organization ( Daash ) seemed to penetrate in Rabia sub-district , referring to the quest for making safe passage of its supply and movements between al-Hasakah Syrian province and Iraqi province of Nineveh .

The source told “Shafaq News ” that “the intelligence confirms that Daash organization started permeating in Rabia area ( 100 km north-west of Mosul) and activated its sleeper cells”.

17. Mai 2014, 12.20 Uhr:

"A grim 21st-century Dickensian dystopia'

von Thomas von der Osten-Sacken

Karabekir Akkoyunla ueber die AKP-Tuerkei und welche Rolle das Minenunglueck von Soma spielen koennte:

Prime Minister Recep Tayyip Erdogan’s scandalous attempt to justify the death of more than 280 miners by pointing to mining disasters that occurred in France, Britain and the United States more than a century ago reveals more than the worldview of a ruthless politician with a skewed sense of chronology.

It also exposes Turkey for what it has become: a grim 21st-century Dickensian dystopia, where a new class of political and business elite grows rich and powerful on the back of cheap labor and expendable lives. (…)

The Soma disaster may turn out to be a watershed moment. Numerous times in recent years, the government’s security apparatus harassed those who were experiencing unspeakable agony for having lost loved ones, some at the state’s own hands. The families of those killed in an airstrike near the Kurdish village of Roboski in December 2011, in the terror attack in Reyhanli in May 2013, or during the anti-government protests across the country since last June have been deprived of their right to grieve and forced into a continuous state shock and outrage.

But these were mostly poor Kurds, Alevis or secular Turks, who are unlikely to support Erdogan’s party. In Soma, on the other hand, the AKP is popular. It carried the town comfortably both in the general election in 2011 and the municipal election held in March this year. And it is here that the AKP’s headquarters have been ransacked, and the prime minister hackled and called on to resign by furious residents.

In Huxley’s Brave New World, “soma” was the hallucinogenic substance used by the state to induce a feeling of contentment and happiness among citizens. It remains to be seen whether in Erdogan’s Brave New Turkey, Soma will have the opposite effect.

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