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Kürzliche Beiträge
14. Februar 2014, 20.35 Uhr:

Bahrain, drei Jahre spaeter

von Thomas von der Osten-Sacken

Vergessen, verdraengt und unter saudischen Militaerstiefeln erstickt: die Proteste in Bahrain. Und doch wollen sie nicht aufhoeren:

Bahraini protesters marking the third anniversary of an Arab Spring-inspired uprising clashed with security forces on Friday in the capital Manama and in outlying villages, witnesses said.

Hundreds of men and women took to the streets in parts of the capital and in Shia villages that have been at the forefront of the campaign among the Gulf state’s Shia majority for a consitutional monarchy in the Sunni-ruled Gulf kingdom.

They were met with tear gas and birdshot, the witnesses said, adding that several demonstrators were wounded.

The clashes came ahead of an afternoon march called by an influential cyber-group on the capital’s Pearl Square, where demonstrators camped out for a month in early 2011 before being violently dispersed by Saudi-backed troops.

14. Februar 2014, 13.28 Uhr:

With Love from Syria

von Thomas von der Osten-Sacken

Zum heutige Valentinstag ein Video aus Syrien.

Dazu sollte man wissen, dass es seit einiger Zeit eine nicht nur von Islamisten, sondern auch ganz gewohnlichen Mullahs Kampagne gegen diesen Tag gibt. Hier in Suleymaniah war heute Haupthema der Freitagspredigten, dass ein Muslim nicht Valentinstag feier solle, sonst kaeme er bzw. sie in die Hoelle.

 

Was der Valentinstag in der islamischen Welt bedeutet, das kann man hier nachlesen: Saudi Valentines defy the love police - Region und hier: Pakistan students wounded in Valentine’s Day clash

13. Februar 2014, 20.30 Uhr:

Kundgebung zu Iran-Verhandlungen in Wien

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Stephan Grigat

Nach dem fatalen Atomdeal von Genf, der am 20. Januar in Kraft getreten ist, wird nun in Wien weiterverhandelt. Dem Regime in Teheran kann gar nichts Besseres passieren. Egal, was im Iran passiert oder was iranische Regimevertreter von sich geben, ob der Sprecher des Pseudoparlaments Ali Laridjani Israel als Krebsgeschwür bezeichnet, die Hinrichtungszahlen in die Höhe schnellen oder der ach so moderate Außenminister Zarif das Grab des Hisbollah-Oberterroristen Imad Mugniyeh besucht – im Westen ist kaum etwas an Kritik zu hören, denn schließlich will man ja das prima Klima bei den Verhandlungen nicht stören. Ohne  Einspruch wird der Verhandlungszirkus aber auch diesmal nicht über die Bühne gehen: Das Bündnis STOP THE BOMB ruft für Dienstag, den 18. Februar um 9 Uhr vor dem Austria Center Vienna unter dem Motto „Keine Akzeptanz des iranischen Atomprogramms –

Gegen antiisraelische Hetze –Für einen freien und demokratischen Iran“

zu einer Kundgebung auf, die u.a. von der Israelitischen Kultusgemeinde und der Demokratischen Partei Kurdistan-Iran unterstützt wird.

11. Februar 2014, 21.17 Uhr:

Natalie Portman und der neue Nahe Osten

von Thomas von der Osten-Sacken

Kuerzlich bei einem laengeren Gespraech mit einem syrischen Aktivisten, der vor einem Jahr Syrien verlassen hat und nun in Irakisch- Kurdistan lebt.

Dieser Tage, erklaerte er mir, sei Natalie Portman ein Star der Syrer, weil sie die israelische Initiative zur Hilfe fuer verletzte Syrer unterstuetze (siehe hier). 2006, da sei er noch Fan der Hizbollah gewesen und haette sie unterstuetzt im Krieg gegen Israel. Und heute hungere Assad die Palaestinenser in Yarmouk aus und die Israelis, deren Tod man in Sprechchoeren gefordert habe, helfen den Verletzten aus Syrien. Wie er wuerden jetzt viele denken. Das alles sei Teile des Anfangs eines neuen Nahen Ostens, in dem man mit allen seinen Nachbarn zusammenleben wolle mit offenen Grenzen, in freien und demokratischen Laendern. Diese Zeit werde kommen. Und Typen wie Nasrallah, diese grossen arabischen  Fuehrer, die haetten heute alle einen Tatoo auf der Stirn, auf dem staende “Expired".

11. Februar 2014, 20.45 Uhr:

Warten auf die Hinrichtung

von Thomas von der Osten-Sacken

Unter Herrn Rohani, dem viel gelobten angeblichen Reformer, wird im Iran so viel hingerichtet wie seit langem nicht mehr. Ueber 70 Exekutionen fanden alleine im Januar diesen Jahres statt. Und erst kuerzlich wure der Dichter Hashem Shaabani gehaengt. Sein Verbrechen? Er habe “Krieg gegen Gott gefuehrt”.

Auch die Brueder Logman und Zaniar Moradi koennen jeden Moment hingerichtet werden. Hier ein Brief von ihnen aus dem Todestrakt :

Dearest Friends at the International Committee Against Execution,

We heard that you are holding a conference against executions in Cologne, Germany. We are Zaniar and Loghman Moradi, in Rejai Shahr Prison in the city of Karaj. We would like to thank you for your work and let you know that your work brings those of us awaiting our execution much hope and the warmest feelings.

Please hurry. Just envision for a moment what it is like for those of us who are waiting to be executed here at any time, without notice. We are asking you out of desperate despair. I go numb as I imagine the scene on the day they finally come … I wait for the sound of the heavy boots of my executioner; he is outside my cell… I see his stare…. he walks us slowly to the gallows, step by step… no expression on his face… he puts the rope around our necks … and then… I cannot to think of what comes after that, my mind freezes.

Awaiting execution is torment.

Please investigate the increased rate of executions in Iran. I do not want to die so young. It might be too late for us tomorrow. Life is not something that can be returned after it has been taken… is it bad that we really want to live?

11. Februar 2014, 13.46 Uhr:

Dumm gelaufen

von Thomas von der Osten-Sacken

Das ist dumm gelaufen:

A commander at a secluded terrorist training camp north of Baghdad unwittingly used a belt packed with explosives while conducting a demonstration early Monday for a group of militants, killing himself and 21 other members of the Islamic State of Iraq and Syria, army and police officials said.

Iraqi citizens have long been accustomed to daily attacks on public markets, mosques, funerals and even children’s soccer games, so they saw the story of the fumbling militants as a dark — and delicious — kind of poetic justice, especially coming amid a protracted surge of violence led by the terrorist group, including a rise in suicide bombings.

Just last week a suicide bomber struck a popular falafel shop near the Ministry of Foreign Affairs here, killing several people. On Monday evening Raad Hashim, working the counter at a liquor store near the site of the attack, burst out laughing when he heard the news.

 

10. Februar 2014, 21.37 Uhr:

Aufruf: Für ein freies & demokratisches Syrien – ohne Diktatur, ohne Jihadisten.

von Thomas von der Osten-Sacken

Die demokratische Opposition in Syrien braucht Ihre Unterstützung – gegen Baath-Regime und Djihadisten, Freiheit für Syrien!

 

Wenn man an die Grausamkeit, das Elend und die Sinnlosigkeit des Krieges denkt …, liegt die Versuchung nahe, zu sagen: ›Die eine Seite ist ebenso schlecht wie die andere. Ich bleibe neutral.‹ In Wirklichkeit jedoch kann man nicht neutral bleiben, und es gibt kaum einen Krieg, bei dem es keinen Unterschied macht, wer gewinnt. Fast immer steht die eine Seite mehr oder weniger für den Fortschritt, die andere Seite mehr oder weniger für die Reaktion. (George Orwell)

 

Seit 2011 dauert der Krieg in Syrien an. Friedlicher Protest gegen die Diktatur wurde vom ersten Tag an durch das Assad-Regime mit Folter und Massakern an Demonstranten in einen Bürgerkrieg verwan­delt – mit mehr als 120.000 Toten. Auf der Seite Assads kämpfen iranische Spezial­einheiten, die libanesisch-schiitische Hizbollah und Freiwillige aus Dutzen­den von Ländern. Andererseits wollen sunnitische Djihadisten, die seit Beginn des Konflikts großzügig von Saudi-Arabien, Katar, den Muslimbrüdern und al-Qaida unterstützt werden, in Syrien ein Kalifat errichten. Beide Seiten gehen mit unerhörter Grausamkeit gegen gegnerische und konkur­rierende Rebellen, aber auch Zivilisten vor. Syrien hat sich zum Schlachtfeld eines Heiligen Krieges entwickelt.

Wie einst im spanischen Bürgerkrieg, auf den George Orwell Bezug nimmt, gibt man auch heute gerne der Versuchung nach, allen Beteiligten gleichermaßen die Schuld an der Gewalt zu geben, statt Stellung auf Seiten jener zu beziehen, die immer noch mit großem Mut gegen die Unterdrückung kämpfen. Denn es gibt immer noch bewaff­nete demokra­tische Kräfte in Syrien.

Ausgerechnet diese demokratischen Rebellen­fraktionen im syrischen Krieg finden jedoch keine Unterstützung. Sie wurden seit dem Beginn der syri­schen Revolution vom Westen in beschämen­der Weise im Stich gelassen. Die Demokraten haben keine Unterstützer, sie haben alle ande­ren Konfliktbeteiligten zum erbitterten Feind. Heute stehen sie mit dem Rücken zur Wand.

Die spärliche humanitäre Hilfe und die Aufnah­me (viel zu geringer) Flüchtlingskontingente, die Europa verspricht, können der Not kaum Abhilfe verschaffen.

Die demokratischen Gruppen werden heute von Terror, Folter und Massenexekutionen bedroht. Europa muss endlich der logistischen und finanziellen Überlegenheit der schiiti­schen und sunnitischen Djihadisten militärische Hilfe für die demokratischen Allianzen entgegensetzen.

Unsere Unterstützung gilt jenen, die seit 2011 gegen die Diktatur und die islamis­tischen Grup­pen ihr Leben riskieren. Weil die europäischen Regierungen ihnen jede Hilfe vorent­halten, liegt es an uns, ausgewählte Rebellengruppen, die eine demokra­tische Zukunftsvision für Syrien haben, in ihrem Überlebens­kampf praktisch zu unter­stützen. Nötig sind Medikamente, Verbandszeug, Kleidung sowie technische Ge­räte zur Kommunikation. Jede Spende hilft den Gruppen, ihre Gebiete zu verteidigen und Orte zu schaffen, die ein Überleben jenseits der Barbarei ermöglichen und so die Ideen von Freiheit und individuellem Glück lebendig halten.

Erstunterzeichner:

Hamed Abdel-Samad, Politologe und Schriftsteller, Berlin ; Prof. Dr. Ursula Spuler-Stegemann, Philipps-Universität Marburg ; Henryk M. Broder, Publizist, Berlin ; Thomas von der Osten-Sacken, Publizist, Frankfurt ; Kacem El Ghazzali, politischer säkularer Aktivist, Zürich ; Dr. Tilman Tarach, Publizist, Berlin ; Dr. Kazem Moussavi, Sprecher der Green Party of Iran in Deutschland ; Daniel Fallenstein, Journalist, Berlin ; Tjark Kunstreich, Publizist, Wien ; Remko Leemhuis, Politikwissenschaftler, Berlin ; Felix Riedel, Ethnologe, Marburg ; Alex Feuerherdt, Publizist, Köln ; Hans Branscheidt, Mesopotamische Gesellschaft, Oberursel ; Simone Dinah Hartmann, Founder of Stop the Bomb, New York ; Sonja Vogel, Journalistin & Verlegerin, Berlin ; Stephan Grigat, Politikwissenschaftler, Wien ; Jörg Rensmann, Vorstand Mideast Freedom Forum Berlin / Vorstand Scholars for Peace in the Middle East, Berlin ; Lars Stern, Die Linke, Offenburg ; Saba Farzan, Publizistin, Institute for Middle Eastern Democracy, Berlin ; Jörg Sundermeier, Verleger, Berlin ; Arvid Vormann, Islamwissenschaftler, Berlin

Zur Seite der Kampagne “Freies Syrien”

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