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Kürzliche Beiträge
1. September 2011, 16.48 Uhr:

Gaddafi ist doch keine Frau

von Thomas von der Osten-Sacken

Wie es aussieht, setzt Gaddafi nun auf einen langen und blutigen Kleinkrieg  in Libyen. Notfalls in Flammen solle alles aufgehen hat er gerade verkündet, ganz der arabischen Nibelungenrhetotrik (wo sie das wohl her haben?) treu. Etzels Schloss in der Sahara. Man versteht auch, warum ganz tief drinnen, die Deutschen immer so große Sympathien zu diesen arabischen Looser-Führern empfinden.

Und dann erklärte er noch:

“We will not give up. We are not women. We will continue fighting”

Da ist es wieder dieses wunderbare Menschenbild. Frauen geben auf, Männer kämpfen, bis alles in Trümmer fällt.

Aber bestimmt finden sich wieder irgendwo irgendwelche Feministinnen, die dieser Tage schreiben, dass Gaddafi doch eigentlich ein großer Verteidiger der Frauenrechte gewesen sei.

31. August 2011, 18.44 Uhr:

Den Haag statt Timbuktu

von Jörn Schulz

Der „König der Könige Afrikas“ hat schon bessere Tage gesehen, aber von Muammar al-Gaddafis Hofstaat kann noch eine Gefahr ausgehen, denn an Geld und Waffen mangelt es den Anhängern des „Revolutionsführers” nicht. Darauf weist Dominic Johnson in der Taz hin: „Es ist durchaus denkbar, dass sich Gaddafi-Anhänger jenseits der libyschen Grenzen neu sammeln, entweder militärisch oder als dubiose Geschäftemacher. Die Sahelregion ist ohnehin schon ein Hort von Instabilität, Rückzugsgebiet von radikalen Anhängern al-Qaidas und ein kaum kontrollierbarer rechtsfreier Raum. Die Staaten sind schwach, Warlords und Geschäftemacher können ungebremst agieren. Je länger sich die endgültige Klärung der Machtfrage in Libyen hinzieht, desto tiefer rutscht dieses Land in den Sog dieser Zustände hinein. Das, und nicht angebliche Stammeskonflikte in Libyen selbst, ist die größte Gefahr für den Erfolg der libyschen Revolution.“

 

31. August 2011, 18.31 Uhr:

„Folgen Sie der Blutspur“

von Jörn Schulz

“Nasrallah and Ahmadinejad have shown their true faces, and they have lost the support they once enjoyed in Egypt.” “Nasrallah and Iran’s Leaders speeches have garnered nothing but disgust and fury after both demonstrated complete disregard of Syrians and their legitimate rights, and put their narrow sectarian interests above everything.” So wird ein satirisches Video kommentiert, das eine Syrerin bei YouTube präsentierte (auf Arabisch) und viele Araber über Facebook weiterverbreiteten. Die Unterstützung für das syrische Regime hat die Popularität des Hizbollah-Generalsekretärs Hassan Nasrallah erheblich gemindert. Er wird im Video eingeladen, sich die Verhältnisse in den syrischen Städten selbst anzuschauen: „Wenn Sie sich verirren – folgen Sie der Blutspur.“ Ersatzweise könne er, „weil Sie ihn so lieben“, Assad und dessen Hofstaat „als Geschenk des syrischen Volkes gerne haben. Aber beachten Sie: Waren, die Syrien verlassen, können nicht zurückgegeben werden“. Offensichtlich sympathisierend mit den Hizbollah-Kritikern wird die Geschichte von der ägyptischen Muslimbruderschaft präsentiert.

 

 

 

 

 

 

 

 



31. August 2011, 11.07 Uhr:

Islamisten und Milizen in Libyen

von Thomas von der Osten-Sacken

Patrick Coburn berichtet aus Tripoli über den Einfluss von Islamisten und meint,

the Islamists may, for the moment, look stronger than they are because they alone could provide experienced guerrilla leaders and an organised network of sympathisers in Tripoli. These cells could scarcely maintain their existence before the rebellion started on 15 February, but thereafter they expanded rapidly.

In der libyschen Hauptstadt leitet allerdings immerhin ein ehemliges Führungsmitglied der Islamic Fighting Group den neu eingerichteten Military Council.

Auch Ranj Alaaldin analysiert im Guardian die Strukturen der Opposition, die meisten Milizen im Westen des Landes haben bislang den TNC nicht als legitimen Repräsentanten Libyens anerkannt und agieren alleine unter lokalem Kommando:

So far, brigades in both Misrata (located in the east) and the Nafusa mountains (the west) have refused to either recognise the authority of the NTC or reject the notion that they unreservedly take orders from NTC leaders.

Und dann wären da noch die USA, die in den 80er Jahren eng mit Islamisten in Pakistan und Afghanistan kooperiert haben (man denke nur an die Mujaheddin und den pakistanischen Präsidente Zia al-Haq). Einiges deutet darauf hin, dass die Obama Adminstration an diese Tradition wieder anzuknüpfen gedenkt. Zumindest in Syrien scheinen die Mulsimbrüder ihre bevorzugten Ansprechpartner zu sein.

30. August 2011, 18.54 Uhr:

Für Guido auf Jobsuche

von Jörn Schulz

Guido Westerwelle muss sich wohl bald einen neuen Job suchen. Damit er nicht in spätrömische Dekadenz verfällt, möchte ich ihm schon mal ein paar Tipps geben. Er hat ja auch viele neue Freunde gewonnen. „Man muss Westerwelle in diesen Tagen verteidigen“, meint Uli Cremer von der Grünen Friedensinitiative. Gewiss, bei den Grünen wäre es etwas ungemütlich, gegen die Kader, die solide KB-Schulungen absolviert haben, kommt man als Dünnbrettbohrer nicht an. Aber in der Friedensforschung ist es etwas einfacher. Keine Sorge, Herr Westerwelle, man muss da gar nicht soviel forschen. Man muss immer nur sagen, dass dieser oder jener Dikator schon etwas uncool sei, es aber auch nicht so schlimm wäre, dass man jetzt wirklich etwas unternehmen müsste, und dass die Leute da unten sowieso ganz anders sind als wir.

Weiterlesen.

30. August 2011, 11.18 Uhr:

Ein Reformprogramm für Saudi Arabien

von Thomas von der Osten-Sacken

Aus Guantanamo zurückgekehrt wartet ein AL-Qaida Mann mit einem Reformprogramm für Saudi Arabien auf:

Ibrahim al-Rubeish, a former Guantanamo detainee, addressed Prince Nayef bin Abdulaziz with seven measures which he considered essential for “reform” in the ultra-conservative Gulf state and for the prince’s own safety, SITE Intelligence reported on Monday.

The measures included expelling non-Muslims from the Arabian Peninsula, repealing all man-made laws and instituting (Islamic) sharia-based governance, the US-based monitoring service said.

They also included releasing prisoners, allowing preachers to speak with impunity and removing themselves as obstacles to those who wish to support Muslims in Iraq and the Palestinian territories, it added.

29. August 2011, 23.02 Uhr:

10 Euro für den libyschen Widerstand!

von Thomas von der Osten-Sacken

Betrachtet man dieser Tage die Äußerungen und Artikel in von der Partei Die Linke nahestehenden Publikationen und die anderer Genossen zu den Ereignissen in Libyen,  drängt sich einem doch die Frage auf:  Wann wohl starten sie die Kampagne Zehn Euro für den Widerstand in Libyen?

Die Vorgängeraktion war ja auch äußerst erfolgreich und hat ganz immens zum Fortschritt der Menschheit beigetragen.

Und aus berufenem Munde wird den Gaddafi Leuten immerhin schon attestiert doch um einiges mutiger und motivierter gewesen zu sein, als die Truppen Saddams 2003:

Beeindruckend der Widerstand der Gaddafi-Leute, die selbst unter aussichtslosen Bedingungen bis zum Schluss kämpfen – jedenfalls kein Vergleich mit dem Saddam-Regime im Irak.

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