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Kürzliche Beiträge
25. August 2011, 23.39 Uhr:

Im Haus der Angst

von Thomas von der Osten-Sacken

Seit einigen Stunden kontrolliert die libysche Opposition nun auch das Hautquartier des Geheimdienstes, der, wie in so vielen anderen arabischen Ländern auch, als Inbegriff all des Schreckens und Terrors  galt. Mit dem Gebäude des Mukhabrat ist eines der stärksten Symbole des Ancién Regime gefallen, von hier wurde sie verbreitet, genährt und organisiert, die allumfassende Angst, mit der Gaddafi regiert hatte:

The headquarters of Libya’s intelligence services - a notorious symbol of Muammar Gaddafis 42-year rule - is now firmly in rebel hands.

Detailed reports on anyone opposing him would come directly to this building. Parts of the compound also served as a prison, with secret cells housing many Libyans that the regime would make disappear.

The building is full of confidential documents that could provide a valuable insight into what was one of the world’s most secretive regimes. But it will take weeks to sift through.

Man darf gespannt sein, was sie dort so alles finden werden. Denn diese Regimes leiden alle samt und sonders unter einer notorischen Sammelwut. Jede Folterung ist dokumentiert, ebenso wie das Schicksal der “Verschwundenen". So war es auch im Irak 2003. Und dann sind da noch all die Dokumente, die über Waffendeals etc. Aufklärung verschaffen könnten.  Und war da nicht noch diese Geschichte mit Rabta?

21. August 2011, 22.33 Uhr:

Exilrating für Muammar

von Oliver M. Piecha

Saudi Arabien ist nicht toll, mal allgemein vom Wetter und dem Rest abgesehen, und die Frau kann nicht mal Fladenbrot holen fahren gehen Freitags. Und wer möchte schon neben Ben Ali wohnen ( oder sich die alten Nachbarsgeschichten über Idi Amin anhören müssen, wenn der die menschlichen Festmahlknochen wieder nicht richtig entsorgt hatte).

Aber selbst dieser - “westliche” -Hitzeknast steht Muammar nicht offen:

Welcome to Chez Hugo? (Der Mann hat Krebs. Ob seine Epigonen so ewig linientreu sein werden, mh…).

Irgendwo in Afrika? Sehr, sehr unsicher (Höchstens empfohlen: Fallschirmabsprung über Südsomalia).

Minsk? Viel Spaß beim Zelten im Winter!

Nordkorea? Oh jeh, selbst schuld.

Große Führer enden in kleinen Gräbern. Leider immer zu spät. Aschereste des Grünen Buches wehen über die Wüste.

Sky News reports that the advancing Libyan rebels are now only seven kilometres away from the centre of Tripoli and are meeting no resistance. Civilians from the capital are pouring out of their homes to welcome the convoy.

Wie wäre es nun damit, auf den Fortschritt zu hoffen? (Bloß ohne Widersprüche gibt es den nicht, wer anderes wissen will muß weiter das Grüne Buch studieren - und wenn es nur darum geht, sich weiter daran abzuarbeiten. Viel Spaß dabei.)

We know how to make freedom. Remember him.

21. August 2011, 16.52 Uhr:

Keine Kohle mehr für die Hamas

von Thomas von der Osten-Sacken

Angeblich hat der Iran der Hamas nun den Geldhahn zugedreht, weil sie nicht, wie andere in Syrien ansässige Palästinenserorganisationen, die erwarteten Ergebenheitsadressen an das Regime abgeliefert hat:

One diplomat, who asked not to be identified, said intelligence reports showed that Iran had reduced funding for Hamas.

Other diplomatic sources, also relying on intelligence assessments, said the payments had stopped over the past two months.

The diplomats cited Iran’s displeasure over Hamas’ refusal to hold rallies in support of Tehran’s ally, Assad, in Palestinian refugee camps in Syria after an uprising against his rule. Hamas’ leadership outside the Gaza Strip is headquartered in Damascus.

21. August 2011, 13.48 Uhr:

Jetzt ja nicht die Palästinenser frustrieren

von Thomas von der Osten-Sacken

Südisrael liegt im Raketenhagel aus Gaza, die Toten des Terrorattentates sind gerade beerdigt, und aus Europa, genauer Spanien, kommt diese Reaktion:

Spain hopes a meeting of European Union foreign ministers on Sept. 2 will bring progress towards the recognition of a Palestinian state, Spanish Minister of Foreign Affairs Trinidad Jimenez said on Sunday.

“There’s the feeling that now is the time to do something, to give the Palestinians the hope that a state could become reality,” she said in an interview with El Pais newspaper published on Sunday.

“We have to give them some signal, because if we don’t it could generate great frustration for the Palestinian people.”

Und was passiert, wenn die Palästinenser frustriert sind? Schießen sie dann 250 Raketen statt 100 pro Tag auf Israel ab?

21. August 2011, 10.17 Uhr:

Teheran, nicht Kairo

von Thomas von der Osten-Sacken

Die Hamas, so heißt es, verhandele mit dem Jihad Islami, damit dieser den Raketenbeschuss von Israel einstelle. Eine seltsame Meldung, ist doch Hamas eigentlich für den Gazastreifen verantwortlich. Und warum zeigt sie so deutlich auf den Jihad Islami und erklärt “the group is not interested in an escalation with Israel saying it does not believe it is in the interest of the Palestinians“? In wessen Interesse liegt eine Eskalation dann? Oder lügt  Hamas, die eigentlich sonst doch immer recht klar und deutlich sagt, was sie denkt?

Hier eine mögliche Antwort: hinter den Anschlägen in Südisrael steckt weder die Hamas noch irgendwelche mit ihr verbundenen Terrortruppen, sondern der Iran. Und was dort geschah, passt der Hamas gerade gar nicht ins Zeug. Nicht etwa weil sie etwas gegen Terroranschläge und tote Juden hätte, ganz im Gegenteil, sondern sie gerade kein Interesse an einer bewaffneten Auseinandersetzung mit Israel hat.

Und so zeigt sie womöglich, wenn auch indirekt, mit dem Finger auf Teheran. Denn der Jihad Islami jedenfalls ist ein verlängerter Arm des iranischen Regimes (und nicht nur, wie die Hamas ein Verbündeter Teherans)  und wurde aus Teheran  in der Vergangenheit Waffen und Logistik ausgerüstet.  JI hört unmittelbar auf seine Sponsoren im Iran, das Verhältnis mit der Hamas ist dagegen seit längerem gespannt.

Der Iran und sein engester regionaler Alliierter, das angeschlagene Regime in Damaskus, dagegen bräuchten ganz dringend  Krieg mit Israel, um von ihren Problemen abzulenken? So war es  auch die Hizbollah, die in besonder widerwärtiger Form das Massaker an den Israeli begrüßte und abfeierte.

Nimmt man also einmal an, die Terrorattacken in Südisrael wurden in Teheran orchestriert und gar nicht mit der Hamas koordiniert, dann ergibt sich ein durchaus kohärentes Bild: der Iran hat ein existentielles Interesse die Spannungen zwischen Ägypten und Israel eskalieren zu lassen,  Ägypten auch innenpolitisch weiter zu destabilisieren und die Islamisten dort zu stärken. Außerdem muss dringend von den Problemen, die die Hizbollah gerade hat, abgelenkt werden. In Syrien stellen sich verschiedene Palästinenser offen gegen das Assad Regime und die PLO hat dem syrischen Diktator “Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen, nachdem dieser gewaltsam gegen ein palästinensisches Flüchtlingslager in Lattakia vorgegangen ist. Die Hamas sitzt in Damaskus auf einem heißen Stuhl und Gerüchte wollen nicht abbrechen, dass sie versucht ihr Hauptquartier in eine anderes arabisches Land zu verlegen.

Kurzum: der Iran und seine verschiedenen Verbündeten befinden sich in der Defensive. Was läge da näher, als mit einer Terrorattacke das Heft der Handlung wieder in die Hand zu nehmen? Wenn dem so wäre, erledigen alles, die nun mit dem Finger auf Ägypten und die Hamas zeigen den Job des Iran. Der wiederum, wie die Vergangenheit gezeigt hat, direkt oder indirekt hinter fast allen Terroranschlägen im Nahen Osten steht und momentan auch, angesichts der Entwicklungen in Syrien und dem Libanon, am meisten zu verlieren hat. Und der immer und überall am allermeisten von Instabilität, Krieg, Bürgerkrieg und Terror profitiert.

21. August 2011, 01.37 Uhr:

Tripolis calling

von Thomas von der Osten-Sacken

Heftige Gefechte werden aus Tripolis gemeldet:

For the first time in months, witnesses in Tripoli reported heavy fighting in multiple neighborhoods in the capital late Saturday night, even as rebel forces claimed to have encircled the city by taking major towns to its east, west and south.

Phone calls to several Tripoli residents confirmed widespread gunfire, including in the Tajoura neighborhood, which had declared it was against Col. Muammar el-Qaddafi’s rule in February only to be brought back into submission by a security crackdown.

Residents were continuing to stream out of Tripoli on Saturday. And reports of the third defection of a major government official in a week, added to the reports of rebel military gains, indicated that Mr. Qaddafi’s grip on Libya was becoming ever more tenuous. Rumors swept Libya that he was preparing to flee, if he had not already.

Hierder Liveticker von Libya February 17th

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20. August 2011, 22.51 Uhr:

Vor der Staatsausrufung II

von Thomas von der Osten-Sacken

Zwei Meldungen vom heutigen Tag:

More than 40 Qassam rockets, Grad missiles and mortar shells have been fired at southern Israel from the Gaza Strip since Thursday evening, injuring 13 people. Early on Saturday, one person was lightly wounded by a rocket that landed in an open area near Be’er Sheva, while seven others received medical attention either for sustaining wounds while seeking shelter, or for shock. Quelle

Und:

Abbas’s Fatah faction, meanwhile, said that its men would participate in defending the Palestinian people in the Gaza Strip against Israeli “aggression.” (…)
“Fatah will be at the forefront of the forces defending the Palestinians with all available means,” he added. “We will fully support the people in their resistance against this aggression.” Quelle

Dazu eine Presserklärung des American Jewish Committee:

Following a series of fatal terrorist attacks near Eilat that killed at least eight people and injured scores more, AJC is again urging the German government and parliament to step up efforts to prevent European support for UN recognition of a unilateral declaration of Palestinian statehood.

“A Palestinian leadership that refuses to negotiate with Israel, and cooperates with terrorists, does not deserve UN recognition,” said Deidre Berger, Director of AJC Berlin. Yesterday’s terror attacks were coordinated by Hamas, according to Israeli security experts. Hamas, the terrorist organization that rules Gaza, reached an agreement of cooperation in May with Fatah, the ruling party in the West Bank.

Germany’s opposition Social Democratic Party (SPD), in a proposed resolution on the peace process, calls on the German government to drop its opposition to UN recognition of a Palestinian state, and demands that Israel stop all settlement activity, which the SPD asserts is the main barrier to peace.

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