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Kürzliche Beiträge
13. Juli 2011, 16.22 Uhr:

Gegen einen einseitig ausgerufenen palästinensischen Staat ...

von Thomas von der Osten-Sacken

meldet jetzt Jordanien Bedenken an und plant offenbar in der anstehenden UN-Vollversammlung mit “Nein” zu stimmen:

The Dubai-based daily Al-Bayan recently published a leaked report that Jordan’s prime minister had revealed that his country would vote against Palestinian statehood at the UN General Assembly in September - thus breaking with the Arab consensus. In recent months, Israel seems to have divorced itself from its traditional policy of resisting a Palestinian state at all costs. In the Jordanian mind, this translates into a position that might endanger the very existence of the Hashemite Kingdom, as well as the 1994 Israeli-Jordanian Peace Treaty.
The creation of such a state would put Jordan’s very existence in jeopardy: The PLO is formally and spiritually committed to taking over all of mandatory Palestine - i.e., Jordan, the territories and Israel. Considering that Israel would hold its ground within the 1967 lines, the next target of a small, economically weak, irredentist Palestinian state would be Jordan - a country that has already served as a battleground for the PLO in 1970-71.
Furthermore, declaring a Palestinian state with Jerusalem as its capital constitutes a flagrant violation of the internationally recognized Israeli-Jordanian Peace Treaty. That instrument states (Article 9): “When negotiations on the permanent status will take place, Israel will give high priority to the Jordanian historic role in these shrines [Muslim holy shrines in Jerusalem].”

11. July 2011, 14.24 Uhr:

Panzer gegen Freiheit

von Oliver M. Piecha

Das wäre doch eigentlich eine Lieferung Leopards wert, oder? Das Regime in Syrien zeigt gerade vorbildhaft, wie man sich mittels Panzern um “Stabilität” bemüht. Und Stabilität, das wissen wir ja nun, ist das Zauberwort der Bundesregierung für Panzerlieferungen. Und genauso wie die das ungemein sympathische, fortschrittliche saudische Königshaus bemühen sich ja auch Assad & Co nur darum, daß möglichst viel vom alten Nahen Osten “stabil” bleibt.

In der Nacht von Sonntag auf Montag sind Panzer und Soldaten Assads in die Großstädte Hama und Homs eingedrungen und haben wieder ein Kapitel im nationalen Dialog eröffnet. Wieder ein paar Tote mehr, Verhaftete und Schüsse in der Nacht.

Ein Journalist vom Economist war letzten Freitag in Hama:

On Friday, checkpoints were removed to encourage protesters to enter the city centre. The call to prayer rang out and the city burst into life. On every street, people marched waving olive branches and pink roses. They poured into Aasi Square, where a banner fluttered, emblazoned with the words, “Long live free Syria! Down with Bashar al-Assd!” Two vans parked in the middle of the square functioned as a makeshift podium from which men led the cries: “The people want to topple the regime!"; “No to dialogue! No to Bashar!” The crowd of thousands repeated the chants back. A Syrian flag, three kilometres long, was paraded up and down the road. Another van drove around distributing free water to thirsty protesters. Men hung off the balconies and rooftops of surrounding buildings, some filming with mobile phones. Fewer women ventured out this week; some were too scared, others had been sent out of the city with their children. But a small group in black abeyas shouted and waved olive branches from the corner of the square.

In the evening the checkpoints reappeared. Drivers had to show their identity cards. But unlike government checkpoints, the boys in charge apologised for having to carry out the checks. At one they offered sweets and a squirt of perfume when they waved people through.

11. July 2011, 14.00 Uhr:

Ganz kleine Brötchen

von Thomas von der Osten-Sacken

Vorab: man mag sich ja manchmal fragen, warum die großen arabischen Leader immer dann  Demokratie, Veränderungen, Reformen etc. ankündigen, wenn schon ganze Städte in ihren Ländern nicht mehr unter Kontrolle des Regimes stehen. Hätte man ja auch früher machen können. Kommen die Angebote zu spät, wirken sie nur noch wie ein Zeichen der Schwäche. So hat die syrische Opposition geschlossen eine Konferenz des “nationalen Dialoges” in Damaskus boykottiert. Erschienen waren ein paar “unabhängige Parlamentarier” (was ist das in Syrien?) und Mitglieder der Baathpartei. Die syrische Nachrichtenagentur Sana, die bislang den Narrativ hoch hielt, bei den Demonstranten handele es sich um Salafiten, israelische Agenten und Gangster, berichtet nun von einem Vizepräsidenten, der seiner Hoffnung Ausdruck verlieh, diese Konferenz

announces the transformation of Syria into a pluralistic, democratic state where its citizens are equal and participate in the formation of their homeland’s future.

Sollte das geschehen, und alle Teilnehmer sind sich dessen wohl bewusst, würde das ganze Regime kollabieren und seine Vertreter entweder im Knast oder Exil enden.Dass sie aber nun so reden, zeigt wie wenig ihnen sonst noch einfällt.

Auch die Kommunisten in Syrien, bislang treueste Blockflötenpartei des Regimes, unternehmen gerade einen Kursschwenk. Ausgrerechnet Karin Leukefeld, die bislang noch dem Regime die Treue gehalten hat wie sonst nur Hassan Nasrallah, interviewt in der Jungen Welt Dschihad As-Saad Mohamad, der dort auch schon einen Totengesang auf Aassad und seine Herrschaft anstimmt.

PS: Spannend zu lesen ist dieser Bericht aus der Sunday Times: Secret journey around a nation in revolt finds protesters are not flagging.

10. July 2011, 18.43 Uhr:

Wanted by Interpol

von Thomas von der Osten-Sacken

Via Al Jazeera:

Interpol has issued its highest-level international alerts against four Hezbollah men indicted in the assassination of Lebanon’s former prime minister, according to a Lebanese security official.

Hezbollah, a  Shia Muslim-backed political group with its own military wing, denies its men were involved and says they will not be handed over.

The Interpol red notices were issued at the request of the Netherlands-based Special Tribunal for Lebanon, the security official, who requested anonymity, said on Saturday.

9. July 2011, 17.05 Uhr:

Deutschland und der arabische Frühling

von Thomas von der Osten-Sacken

Treffender als Hans Kundnani in diesem Kommentar kann man es kaum auf den Punkt bringen:

While Germany did not want to support military intervention in Libya to prevent a massacre by Muammar Gaddafi’s forces in Benghazi, it is perfectly happy to supply arms to Saudi Arabia – which sent troops to Bahrain to help the authorities there put down pro-democracy protests in March. This, it seems, is Germany’s contribution to the Arab spring.

8. July 2011, 16.45 Uhr:

Seltsame arabische Straße III

von Thomas von der Osten-Sacken

Die arabische Straße wird in der Tat immer seltsamer, jetzt bewirft sie Repräsentanten des US-Imperialismus schon mit Blumen. Hier ein Video über den Besuch des amerikanischen Botschafters in der Stadt Hama in Syrien.

8. July 2011, 14.55 Uhr:

Stabilität über alles

von Thomas von der Osten-Sacken

Erinnert sich noch wer? Der Iran wurde schon in den 80er Jahren als Bedrohung der Stabilität im Nahen Osten gefürchtet. Weshalb damals etwa die USA den Irak unterstützte, zwar auch eine Diktatur, aber ja eine säkulare, irgendwie moderate. Und heute? Ist der Iran noch immer eine Bedrohung. Statt aber etwa im Jahre 2009 die Millionen von Iraner zu unterstützen, die auf die Straße gingen, um sich ihrer Regierung zu entledigen, hat man dieses lieber unterstützt, bzw. den Mund gehalten und die Machthaber in Teheran bestenfalls freundlich aufgefordert, sich doch an die Menschenrechte zu halten. (So wie man heute Assad auffordert, doch bitte bitte Reformen durchzuführen, statt täglich Dutzende auf Syriens Straßen abknallen zu lassen). Es geht schließlich um die Stabilität in der Region. Die jetzt wieder vom Iran bedroht ist. Weshalb man dringend Saudi Arabien aufrüsten und unterstützten muß, ein Land, dass nicht nur die Scharia als Verfassung hat, sondern ansonsten auch noch weltweit in ewa jeden Djihadisten wohlwollend und großzügig unterstützt, so er der besonders widerwärtigen wahabitischen Auslegung des Islam folgt.

Aber Saudi Arabien is ja auch so ein angeblich moderates, prowestliches Regime (- das nur staatlicherseits mehr antisemitische Propaganda verbreitet, als alle anderen arabischen Staaten, aber wen stört es schon?).  In den Worten von CDU Politiker Volker Kauder:

Angesichts der Bedrohung durch Iran müsse der Nahe Osten stabilisiert werden, und dafür kann, und finde ich muss man einen Beitrag leisten.

Sie hätten das genau so sagen können, als es vor knapp dreißig Jahren um die Aufrüstung des Irak ging. Der ja bekanntlich großzügig aus Deutschland unterstützt wurde. Etwa auch mit Know How zur Herstellung von Giftgas. Das Saddam dann flächendeckend gegen iranische Soldaten einsetzte, ebenso wie gegen kurdische Zivilisten. Natürlich nur, um  den Nahen Osten zu stabilisieren.

(Den Herren Kauder et. al. sei, sollten sie denn Englisch lesen können, dieses Buch über die weltweite Finanzierung des Terrors durch Saudi Arabien und seine ansonsten nur auf Export von wahabitischem Fundamentalismus ausgerichtete Außenpolitik ans Herz gelegt: The Two Faces of Islam: Saudi Fundamentalism and Its Role in Terrorism.)

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