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Kürzliche Beiträge
1. Juli 2011, 21.06 Uhr:

Uneinsichtige Syrer

von Thomas von der Osten-Sacken

Da sprechen nun alle (wieder) von Reformen, der Präsident des eigenen Landes, der der USA, die Europäer sowieso, aber statt endlich Ruhe zu geben, machen die Syrer einfach weiter, ganz uneinsichtig fordern sie den Sturz des Regimes. Weder weichgespülte Oppositionskonferenzen und irgendwelche Ankündigungen von “nationalen Dialogen” auf der einen Seite noch erneut scharf schießende Sicherheitskräfte auf der anderen haben die Demonstranten davon abhalten können, heute erneut in Massen auf die Straße zu gehen. Im Gegenteil, glaubt man dem Guardian, gab es heute sogar die größten Demonstrationen seit Beginn der Unruhen im März:

Syria witnessed the biggest protests today after 16 weeks of unrest, footage from the demonstrations suggested. Activists said hundreds of thousands of people gathered in the central city of Hama, and there were reports of protests across the country. At least 12 people died when the security forces crackdown on the protests, as citizen journalists continued to record the violent crackdown.

Siehe auch diesen Artikel über die neugegründeten lokalen Koordinierungskomittees in Syrien: Coalition of Factions From the sreets Fuels a New Opposition in Syria

30. Juni 2011, 22.23 Uhr:

Wanted!

von Thomas von der Osten-Sacken

Sollte diese Meldung zutreffen, waere es endlich soweit. Der Moment, den die Hizbollah seit Monaten fuerchtet:

A United Nations-backed court has handed down indictments requesting the arrest of four members of the Shia movement Hezbollah in connection with the 2005 killing of former Lebanese Prime Minister Rafik al-Hariri, according to media reports.

Lebanon state prosecutor Saeed Mirza has received the indictments, which are meant to remain sealed for 30 days to allow him to examine them. But local and international media, some citing judicial sources, immediately reported that the arrest warrants named four men: Mustafa Badreddine, Salim al-Ayyash, Hassan Issa and Asad Sabra.

Badreddine is Hezbollah’s chief operations officer, according to the Daily Star, an English-language newspaper based in Beirut. He replaced his former cousin and brother-in-law Imad Mugniyeh in that position after Mugniyeh was assassinated in Syria in 2008, the newspaper reported.

The indictment alleges Badreddine masterminded and supervised the plot to kill Hariri, while Ayyash led the cell that actually carried out the operation, the Star wrote.

Saad Hariri, Rafik’s son and a former prime minister himself, welcomed the news of the indictments’ release.

30. Juni 2011, 18.06 Uhr:

Peace in our times

von Thomas von der Osten-Sacken

Obamas Iranpolitik, eine Mischung aus Appeasement, Weggucken und ein paar Sanktioenchen. immer verhanengt mit der Option der ausgestreckten Hand, ist eine einzige Erfolgsgeschichte: erst hat man die Demonstranten haengen gelassen, dann zugeschaut wie der Iran sowohl Langstreckenraketen baut, als auch unverdrossen an seinem Atomprogramm weiterbastelt (von den unzaehligen Menschen, die derweil gefoltert, verschleppt, vergewaltigt oder aufgehaengt wurden ganz zu schweigen) und jetzt kommt, wie vorausgesagt, das atomare Wettruesten. Die Saudi-Klerikalautokraten, die noch jeden sunnitischen Terroristen weltweit foerdern oder gefoerdert haben, dafuer aber Frauen das Autofahren verbieten, weil es nicht der Sharia entspreche, streben nach der Bombe:

Prince Turki al-Faisal, a former Saudi intelligence chief and ambassador to Washington, warned senior NATO military officials earlier this month that if Iran comes close to developing a nuclear weapon, the existence of such a device “would compel Saudi Arabia…to pursue policies which could lead to untold and possibly dramatic consequences.”
A senior official in Riyadh who is close to the prince said on Tuesday, “We cannot live in a situation where Iran has nuclear weapons and we don’t….If Iran develops a nuclear weapon, that will be unacceptable to us and we will have to follow suit.”

Apropos Obama. Mubarak forderte er nach ein paar Tagen auf, zurueck zu treten. Der war ja auch nicht mit dem Iran aliiert und unterstuetzte Terrororganisationen, wie Assad in Syrien. Da geht das Weisse Haus natuerlich anders, viel reformorientierter vor: US-backed plan for reform leaves Bashar al-Assad in place

29. Juni 2011, 22.15 Uhr:

Don't fuck the Arabs - and the crew neither

von Thomas von der Osten-Sacken

Das Neue Deutschland kann sich diesmal nicht so richtig fuer die Gazaflotilla erwaermen. Sind ja auch keine Bundestagsabgeordneten von der Linken mit dabei und ausserdem haeufen sich da im Vorfeld so einige Dinge, die, na ja, man doch besser jetzt schon meldet, um nicht nachher, wie beim letzten Mal, bloed dazustehen.

Da waere zB. ein Verhaltensleitfaden für die Flotten-Teilnehmer. In dem heißt es:

»Es ist während der gesamten Reise verboten, mit Teilnehmern oder mit Palästinensern im Gaza-Streifen Sex zu haben«.

Das klingt doch schon ziemlich nach der Diktion des Gazastreifens, wo noch so einige andere Dinge verboten sind. Aber klar: wahrend man als aufrechter Linker in Europa fuer das Recht der muslimischen Frau auf Kopftuch streitet, unterwirft man sich bei Reisen schon mal vorauseilend allen moeglichen Verhaltensregeln, die ja angeblich im Orient gelten, wo Kultur noch zaehlt und die Menschen nicht so erbaermlich individualisierte Monaden sind, denen es nur um Konsum und Karriere geht.

Dem ND wiederum ist nicht nur das Sexverbot ein wenig suspekt, auch scheint da noch eine weitere Flotilla unterwegs sein, mit deren Teilnehmern man besser auch keinen Verkehr haben sollte:

Was den meisten Europäern Sorge bereitet, sind Gerüchte über die 200 arabischen Teilnehmer, die von Akaba aus nach Gaza auslaufen sollen. Es heißt, es seien gewaltbereite Aktivisten darunter. Einige der friedfertigen Teilnehmer erwägen einen Ausstieg aus der Passage nach Gaza.

Friedbert Boxberger von der Palästina-Nahost-Initiative Heidelberg ist unsicher, ob er hier noch richtig sei. »Mir hat niemand während der Vorbereitungstreffen und Gespräche gesagt, dass auch noch 200 arabische Teilnehmer mit von der Partie sind. Das ist doch bestimmt nicht spontan in letzter Sekunde organisiert worden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass unter dieser Gruppe nur Lämmer sind.« Zudem kritisiert er, dass die Teilnehmerstruktur zu heterogen und intransparent sei. »Mir ist nicht mehr klar, mit welchen Leuten ich hier alles zu tun habe. Und ich muss mich doch ganz auf die Mitpassagiere verlassen können in Extremsituationen.«

Araber aus Arabien moechte man doch offensichtlich lieber nicht mit dabei haben, denn irgendwie sind die suspekt und verlassen kann man sich auf sie auch nicht. Und ficken sollte man auch nicht mit ihnen. Aber wehe irgendwer wagt was gegen die Hamas oder eine andere der islamistischen Terrortruppen in der Region zu sagen, jede Wette Friedbert Boxberger und Freunde wuerden sofort empoert bruellen: Rassismus! Islamophobie!

 

29. Juni 2011, 19.06 Uhr:

Lockruf des Wassers

von Jörn Schulz

Die Friedensbewegung ist mitten in der Wüste auf Wasser gestoßen. Eigentlich waren es US-Firmen, die Ende der fünfziger Jahre das Wasser fanden, aber nun findet es sich unter den „wahren“ Gründen für die Intervention: „Es lockt das libysche Süßwasserreservoir, das noch in staatlicher Hand ist.“ Immer nur Öl, das ist ja auch langweilig. „Nach Berechnungen des ‚UN-Zentrums für Umwelt und Entwicklung für die arabische Region und Europa’ (Cedare) in Kairo reichen die libyschen Wasservorräte bei gleich bleibendem Verbrauch noch 4.860 Jahre.“

Weiterlesen.

29. Juni 2011, 11.41 Uhr:

Schuhe & große Führer

von Oliver M. Piecha

Werfen Sie einen Schuh auf Baschar Al-Assad - jetzt.

28. Juni 2011, 23.40 Uhr:

Tunesien - Der Morgen nach der Revolution

von Thomas von der Osten-Sacken

Man liest und hoert wenig von Tunesien dieser Tage, andere Konflikte dominieren die Medien. Das vielleicht ist gar nicht so schlecht fuer die dortige Entwicklung. Meint jedenfalls Bruce Maddy-Weitzman in einer langen und lesenswerten Analyse der bisherigen Entwicklungen und kommt zu folgendem Schluss:

The focus of regional and international attention on the Arab upheavals has long since shifted from Tunisia to other hot spots, from the civil war in neighboring Libya—where Tunisia has been providing aid to refugees and injured Libyans and would very much like to see Qaddafi fall—to teetering Yemen, Bahrain, Egypt, and, most recently, Syria. This lack of attention suits Tunisians just fine. It also indicates that, however tortured the path to greater political pluralism, rule of law, and the necessary degree of comity among competing social forces and political movements, Tunisia has made substantive progress in the first months of its new era. Whether or not the country’s elites will demonstrate the wisdom and leadership necessary to manage the transition—perhaps the key factor in determining the success of a democratizing transition according to Huntington—remains to be seen.

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