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Kürzliche Beiträge
14. April 2011, 00.22 Uhr:

"Delayed indefinitely"

von Thomas von der Osten-Sacken

Kurz mal hat die Arabische Liga es geschafft als handelnder Akteur aufzutreten, sonst trifft dieser Club sich normalweise gar nicht mehr,  und wenn doch, dann nur, um sich über die Sitzordnung zu zerstreiten und Israel dafür verantwortlich zu machen. Die Forderung nach einer No Fly Zone über Libyen, die de facto auch nur von einer Minderheit der Liga-Staaten gestellt wurde, schien aber nur eine Ausnahme, die die Regel bestätigt.

Denn offenbar wird’s auch mit dem nächsten großen Liga Treffen in Bagdad nichts:

Arab Gulf countries are demanding “the cancellation” of the Arab Summit, according to a press statement by Bahraini Foreign Minister Khaled Al-Khalifa. (…)

No reason for the request has been given, but Arab diplomats speak openly of a disquiet among Bahrain and Saudi Arabia over the role played by the Iraqi government headed by Prime Minister Nouri Al-Maliki in stirring the demands made by Bahraini and Saudi Shias for political reforms. (…)

If the six member states of the Gulf Cooperation Council can garner the support of six other countries then the summit would be “delayed indefinitely” but not cancelled, according to one GCC-based diplomat.

13. April 2011, 21.27 Uhr:

Der Tyrann in Damaskus

von Thomas von der Osten-Sacken

Michael Totten beschreibt hier in wenigen Absätzen äußerst treffend das Regime in Syrien, seine Außenpolitik und destruktive Rolle in der ganzen Region:

In fact, Bashar, like his father before him, is a blood-spattered sponsor of terrorism responsible for the murders of American, Iraqi, Israeli, Lebanese, and Syrian citizens. He helped jihadists from all over the Arab world cross Syria’s border with Iraq to kill Americans and Iraqis; backed a car-bomb spree against Lebanese journalists and members of parliament; allows Iran to use Syria as a logistics hub in its armament of Hezbollah; and leases prime real estate in downtown Damascus to Hamas leader Khaled Mashal, who uses it for his headquarters. As if all that weren’t enough, Assad’s soldiers are now shooting unarmed protesters in the streets of their own neighborhoods.

Assad’s regime has always been characterized by totalitarianism at home and terrorism abroad. The reason for the first is simple: he can’t survive without his instruments of internal repression. As for the terrorism, if Syria severed its alliance with Iran, let Lebanon go its own way, and dismantled its support system for Hamas and Hezbollah, it would have no more geopolitical clout than Yemen has. Further, Assad supported the Iraqi insurgency because it made the world’s democrats shudder at the bitter fruits of regime change in the region. “For Assad,” Middle East expert Lee Smith wrote in his brilliant but bleak book , “the Iraqi insurgency amounted to a debate over the nature of the Middle East. The Bush administration thought that the region was ripe for democracy and pluralism, and that its furies could be tamed by giving Middle Easterners a voice in their own government. . . . [Syria’s] support for the insurgency was, at least in part, intended to give Washington no choice but to put away dangerous ideas like Arab democracy.”

Siehe auch: Syrian soldiers shot for refusing to fire on protesters

13. April 2011, 01.32 Uhr:

Was die Linke jetzt tun kann

von Thomas von der Osten-Sacken

Stefan Ziefle ist Mitglied im Sprecherrat der Bundesarbeitsgemeinschaft Frieden und internationale Politik der LINKEN.

Und in dieser Funktion macht er sich aber sowas von Gedanken zu Libyen:

Wenn Revolutionen scheitern, dann mit allen blutigen Folgen, die das hat. Trotzdem sind sie der einzige Weg zur Befreiung. Es gibt keine Abkürzung über die NATO. Und nur die Libyer selbst können die Revolution machen.

Da aber das, was Ziefle libysche Revolution nennt, vor ein paar Wochen ganz knapp vor dem Scheitern, bzw. Gaddafis Armee kurz vor Bengasi stand, wäre es halt, so ist Geschichte nun einmal, etwas blutig zugegangen (etwas blutiger noch als hier), nur lieber ein blutiges Ende als ein Einsatz der Nato.

Aber trotzdem kann die Linke den Libyern noch immer helfen, eine echte natofreie Revolution zu machen:

Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Regierungen den revolutionären Prozess nicht mit Waffengewalt ersticken. Vor allem dürfen wir uns nicht zu Handlangern der westlichen Regierungen machen, die alles daran setzen werden, eine wahre Befreiung zu verhindern.

Denn was die Nato da halbherzig betreibt ist, marxistisch-21-ologisch betrachtet, nämlich in Wirklichkeit die Erstickung eines revolutionären Prozesses durch Waffengewalt, der die wahre Befreiung verhindert.

Ganz anders wiederum verhält es sich mit Syrien, dessen Präsident ja nicht wie Gaddafi 2003 einen Kotau vor den Imperialisten gemacht hat, sondern weiter, wie ihm auch der Kollege Außenminister aus dem Iran attestiert, ein government führe that supports „resistance“, weshalb die Demonstrationen im Land auch ein mischievous act of Westerners, particularly Americans and Zionists seien.

Oder, wie die Junge Welt, die dem Assad natürlich auch die Stange hält, so schön schreibt:

Seit zehn Jahren verändert sich Syrien, Reformen sind auf allen Ebenen ­angesagt. Sie greifen langsam, sind aber einschneidend.

Überhaupt ist der syrische Präsident sowas von einem duften Kerl:

Assad entließ die Regierung und warnte vor einer ausländischen Verschwörung, die das Land destabilisieren solle. Das bedeute aber nicht, so Assad, daß die Syrer keinen Grund und nicht das Recht hätten, zu protestieren.

Wohl aus Platzgründen endet der ellenlange Artikel über Syrien als nahöstliches Musterland des Sozialismus des 21. Jahrhunderts mit diesen Worten.

Denken wir uns den letzten Absatz also hinzu: Assad betonte, dass Proteste gegen den zionistsichen Fremdkörper und Massakerstaat Israel jederzeit und überall im Lande abgehalten werden könnten. Das sei nicht nur das Recht, ja sogar die Pflicht eines jeden aufrechten Arabers. Außerdem hoffe er seine Landsleuten würden auf Massenkundgebungen den Agenten und fünften Kolonnen, die die Einigkeit der arabischen Nation zu untergraben versuchten, wachsam und kämpferisch entgegentreten.

12. April 2011, 16.35 Uhr:

Arabische Straße immer seltsamer

von Thomas von der Osten-Sacken

Jahrzehntelang wusste nur eine kleine Gruppe von Experten, wer da eigentlich in Libyen so lebt. Außer den Gaddafi, und das auch nur aus dem Fernsehen, konnten die wenigsten von sich behaupten, auch auch nur einen einzigen Libyer zu kennen, von Libyerinnen ganz zu schweigen. Libyen war so ein bisschen das Nordkorea Afrikas: abgeschottet, exotisch und seltsam. Und dann, mit einem Paukenschlag, der es in sich hatte, betraten am 17. Februar die Libyer die Weltbühne und das gleich mit einem Drehbuch, vor dem man bislang  in jeder Hinsicht nur den Hut ziehen kann. Nicht nur wirbelten sie die Weltpolitik völlig durcheinander, spalteten nebenbei mal Nato, EU und UN, brachten die Arabische Liga dazu, sich plötzlich für No Fly Zones und Regime Change zu erwärmen, sondern warfen auch noch final das ganze schöne Bild, das man bislang von der arabischen Straße gepflegt hatte, über den Haufen. Statt für, demonstrieren sie energisch gegen die, doch angeblich so arabefreundlichen Länder Deutschland und  Türkei und wedeln, statt, wie es sich für die arabische Straße eigentlich gehört, sie zu verbrennen, am Ende nicht etwa nur mit der Trikolore und dem Union Jack, sondern gar noch mit den Stars und Stripes. Und solch infame Bilder werden dieser Tage auch noch ganz unkommentiert von Al Jazeera verbreitet:

 

12. April 2011, 15.54 Uhr:

Schwer verrechnet

von Thomas von der Osten-Sacken

Wenn die Hamas geglaubt hat, mit ihren neuerlichen Rakenetangriffen einen großen Coup gelandet zu haben, so hat sie sich schwer verrechnet, meint jedenfalls Yigal Wait:

Gaza’s terrorists are again finding themselves dumbfounded, confused and outmatched as the house of cards they attempted to build collapses right before their very eyes. Hamas’ first miscalculation was the failure to estimate Israel’s response to the missile attack on an Israeli school bus Thursday.

Past governments may have been inclined to maintain a business-as-usual attitude following such strike, but not the Netanyahu-Lieberman duo. Israel quickly made it clear to Hamas that it won’t shy away from hitting it hard, among other things by bombing terror targets deliberately set up right next to a Gaza hospital. The message delivered was unequivocal: We’ll hunt you down wherever you are. Sadly for Hamas, this was least of the blunders it had to worry about.

Counting on Goldstone Gaza terrorists were counting on the “Goldstone effect” to tamper any Israeli intentions for punishing strikes on the Strip, yet when the moment of truth arrived Hamas discovered that it was fooled, again. Judge Goldstone’s retraction several weeks ago, even without being officially adopted by the international community, deeply undermined the report’s anti-Israel and pro-terror findings and conclusions.

What’s worse for Hamas, the current round of fighting in the south coincided with the West’s campaign against Gaddafi. More specifically, NATO forces have been bombing a foreign country, Libya, in order to prevent murderous attacks on civilians – the same logic behind Israel’s strikes against Gaza terrorists. In this respect, the Arab League’s call to impose a no-fly zone over Gaza is particularly ludicrous. If the West wishes to adopt the Libya logic in Gaza as well, it will be bombing Hamas, not Israel. Hamas was slow to grasp the significance of current realities, but terror leaders are likely getting it by now. Indeed, Israel’s incessant strikes on Gaza targets were met with a rather deafening global silence. Instead of the global embrace it expected, Hamas now must contend with the realization that it is more isolated than ever, somewhat resembling a bride with no suitors (with the exception of that dashing fellow, Ahmadinejad.)

11. April 2011, 12.44 Uhr:

Auch eine Form der Satire

von Oliver M. Piecha

Syrische Experten diskutieren im Fernsehen die für irgendwann versproche Aufhebung der Gesetze für den Ausnahemezustand; und da doch der Ausnahmezustand die Normalität der Diktatur charakterisiert, und zwar seit fast 50 Jahren, muß man schon mal diskutieren, wie man das jetzt in Zukunft machen soll. Und es gilt Begriffe zu klären, so den der Notstandsgesetzgebung:

He added that this law is not applied permanently, for this it is called the emergency law which means that the law is not applied but when the state of emergency declared.

Soweit ist der Chef des von Assad eingesetzten Komitees zur Begutachtung der möglichen Aufhebung der Notstandsgesetzte schon gelangt; und man sollte diese innerhalb des Referenzrahmens einer Diktatur gewonnene Erkenntnis nicht kleinreden! Die syrischen Experten sind sich auch einig, daß es Notstandsgesetze und die Möglichkeit zur Erklärung des Ausnahmezustands ja in vielen anderen Ländern gibt - nur daß dort der Ausnahmezustand halt nicht die Regel ist. Aber wofür hat man Experten: eine weiterere große akademische Leuchte der syrischen Rechtspflege beschreibt die übernomme Aufgabe damit, Entwürfe zu erarbeiten, die ebenso sehr der nationalen Sicherheit wie der “Würde der Bürger” dienen.

Humaner foltern mit anderen Worten. Denn: as the homeland can not be safe unless the citizen enjoys his freedom, and freedom or dignity have no value unless the homeland is safe.

Man muß nun also schnell alle entsprechenden Gesetze so umschreiben, daß die Notstandsgesetze problemlos aufgehoben werden können - und keiner diesen gravierenden Kontinuitätsbruch bemerkt. Das ist wahre Staatskunst in der Diktatur. So viel Reformfähigkeit war selten. Und demonstrieren dürfen die Syrer natürlich! Man muß nur dafür sorgen, daß sie es in Zukunft auch überleben.

‘’There’s an important point to make: the right to demonstrate and demand reforms is undeniable…The problem is that transgressions happened, and we have to cooperate to limit them and find the appropriate solutions to end this painful state.'’

Die Experten werden also einen gesetztlichen Weg finden, um zu verhindern, daß in Zukunft weiterhin Angehörige der Sicherheitskräfte andauernd auf Demonstranten schießen. Sie müssen einfach nur die Diktatur abschaffen. Assad will doch schließlich Reformen.

10. April 2011, 12.05 Uhr:

Das ägyptische Satiremagazin El Koshtary

von Thomas von der Osten-Sacken

El Koshtary , ein englischsprachiges Satiremagazin aus Ägypten, über den ersten online dating service der Muslimbrüder:

Ikhwan Dating may signal the end of arranged marriages



IkhwanDating helped this man score these three chicks


An online dating site was recently launched by the Muslim Brotherhood to help its male members find appropriately veiled woman with advanced skills in general obedience.

Men and women set up profiles on the social network where, much like Facebook, if a man finds a specimen of interest he may send her a “poke”, which on IkhwanDating signifies a marriage proposal.

The woman can then check out the pokers profile, and if her father agrees he can click on “Accept marriage proposal” on her behalf.

Members like Mahmoud El-Balboos have already been able to snatch up three obedient wives via IkhwanDating, and it’s no surprise given his spot-on profile:

Name: El-Balboos, Mahmoud
Age: 52
Education: PhD in reciting Koran while doing handstand.
Beard length: 83 centimeters.
Penis length: Istaghfar allah!!
Hobbies: Reading and re-reading article 2 of the constitution.
Interested in: Low IQ women with good set of ovaries.

Interestingly, IkhwanDating has two different entrances to the site, one for women and one for men. “In a proper Islamic society men and women must use different doors to avoid accidental touching, even if it is only virtual,” explained the site administrator, adding, “That’s why women have to add /horma to ikhwandating.com to be able to enter”

Meanwhile Salafi groups have criticized the site as too liberal, warning that personal pictures of fully veiled women can be too easily misconstrued as pornographic material.


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