Schlüppis
Missy-Magazin
Kürzliche Beiträge
25. Dezember 2013, 16.27 Uhr:

Die Ghouta Offensive

von Thomas von der Osten-Sacken

Das syrische Regime, so hieß es in letzter Zeit, befände sich überall auf dem Vormarsch und Assad gewinne die Oberhand. Für viele überraschend kam die Meldung, dass Rebelleneinheiten ausgerechnet aus den Vororten von Damaskus beträchtliche Siege und Geländegwinne vermelden konnten.

Christopher Kingdon analysiert auf dem Brown Moses Blog Verlauf, Erfolge und Hintergründe der Offensive in East Ghouta.

25. Dezember 2013, 16.07 Uhr:

War's Prantl oder Augstein?

von Thomas von der Osten-Sacken

Vorgestern erschien in der Sueddeutschen ein Gastbeitrag des iranischen Präsidenten Hassan Rohani, in dem stand, was man so von einem Gastbeitrag des iranischen Präsidenten in der Sueddeutschen erwartet.

Nun aber dementiert das Büro des Präsidenten, dass dieser je der Sueddeutschen einen Gastbeitrag zugeschickt hat:

Iranian president Hassan Rouhani`s advisor on media affairs, Mohammad Reza Sadeq has rejected reports claiming that Rouhani has written a commentary for German newspaper, Sueddeutsche Zeitung, Fars news agency reported on Dec. 23.

Reuters claimed on Dec. 23 that Rouhani has written an article for the German newspaper saying Iran wants to improve bilateral relations with the United States and other Western powers. (..)

Sadeq underlined that “regardless of the article’s content, Rouhani didn’t sent any article to the German newspaper,” adding that attributing the published note to Iran’s president is a lie.

Sollte am Ende gar sich herausstellen, dass entweder Franziska Augstein oder Heribert Prantl den Text unter Pseudonym verfasst haben? So klingen tut er jedenfalls.

(Die Auflsöungs scheint zu sein, dass die Sueddeutsche einfach einen Text des großen Präsidenten aus diesem Büchlein übersetzt und nachgedruckt hat, ohne das Büro des Präsidenten zu informieren. )

24. Dezember 2013, 11.39 Uhr:

Des Premiers Männer

von Thomas von der Osten-Sacken

Burak Bekdil kommentiert den Korruptionsskandal, der die Türkei dieser Tage erschüttert und inzwischen als offener Krieg zwischen AKP und Gülen Bewegung bezeichnet wird:

For a few moments, I thought I got it all wrong throughout the past several years; and the Justice and Development Party’s usual chorus of cheerleaders had been right that Turkey really was a first-class democracy. 

Something “Nordic” had happened in the Crescent and Star – the police have arrested, along with nearly 50 other high-profile suspects, the sons of three cabinet ministers, including the interior, on charges of corruption. A few hours later, everything was back to normal: five police chiefs in charge of the operation along with dozens of other officers who the government bigwigs thought may have been their accomplices were removed from duty. 

Prime Minister Recep Tayyip Erdo?an and his nomenklatura never disappoint. After the first shock, they announced their verdicts: innocent before trial. They had not even examined any of the prosecution’s evidence which, by law, must be secret until court proceedings open. They are certain the investigation is the work of clandestine networks hoping to tarnish the government; that this is a “very, very dirty operation;” that the plotters are trying to darken Turkey’s future; that this is carefully-planned psychological warfare against the government. (…)

Allow me to help you understand, prime minister: All of your men, their friends and relatives and next of kin are perfectly clean since Muslims don’t cheat. Thousands of evidence allegedly the police have produced, after several months’ of technical and physical surveillance, are all bogus plotted by dark forces by means of telekinesis. The United States, the EU, Russia and China one day secretly convened and discussed plans to stop the inevitable rise of the Turkish Empire which, in a few years’ time, would dwarf all of them combined. Helpless, they resorted to telekinesis. 

Never mind, the plot has been thwarted now. You can peacefully go back to your ambition to raise devout generations. But remember to keep the devout kids from stealing aggressively.

23. Dezember 2013, 00.59 Uhr:

Frauenrechte in Libyen

von Thomas von der Osten-Sacken

Im Libyan Herald diskutieren Magdulien Abaida und die Mitbegründerin der “Voice of Libyan Women”, Alaa Murabit, ob sich die Lage von Frauen nach dem Sturz der Gaddafi Diktatur verbessert habe oder nicht.

Nein sagt Abaida:

To say that women’s rights are better now just because we have 33 women in the GNC does not really mean women are enjoying their rights.  If it wasn’t for the election law which required that women had to be on the party lists, we would only have one women in the parliament by now  (…).

After all of this, I can say women’s rights activists are seriously living in a state of denial about women rights in Libya, if they think anything so far has really been “gained.”  There is a very long way to go before women are truly equal to and free from men in Libya.

Durchaus findet Murabit:

Due to recent media attention painting a negative picture on certain incidents related to women’s rights issues in Libya which are undermining the progress that has been made in this area, I would like to highlight some positive progress.

This progress that has been made has not only been in the visible changes, but also the changes achieved in mentality and the importance of women’s inclusion in decision-making.

A matter of months ago, it would have been an idealistic dream to even be discussing the importance and mechanism of women’s involvement in public life in Libya. The fact that the importance of women’s roles are now being highlighted and fought for by not only Libyan women, but Libyan men as well is a landmark of progression and growth. It is a realization of the ultimate values of equality that this revolution is being built on.

Ganz pessimistisch dagegen zeigt sich Aicha Almagrabi in einem Interview mit IPS und meint: “Things have changed but not for the better, and we´ve lost the few rights we had.”

21. Dezember 2013, 17.46 Uhr:

Sozialdemokrat verteidigt „Irans Recht auf Urananreicherung“

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Stephan Grigat

De facto haben die UN-Vetomächte und Deutschland durch ihren ebenso schändlichen wie gefährlichen Deal von Genf das Recht des iranischen Regimes anerkannt, Uran anzureichern. Zur offensiven und expliziten Verteidigung dieses Rechtes hatten sich bisher jedoch eher die linkspopulistischen Freunde der Mullahs, also insbesondere Hugo Chavez und seine Nachfolger, hergegeben.

Das war schon insofern naheliegend, als die „Anerkennung“ oder „Verteidigung“ dieses „Rechts“ gegen gültige Resolutionen des UN-Sicherheitsrates verstößt, in denen unmissverständlich und völlig zu Recht die vollständige Einstellung der Urananreicherung im Iran gefordert wird. Umso bemerkenswerter, dass sich nun auch ein österreichischer Sozialdemokrat und EU-Parlamentarier in die Riege der heldenhaften „Verteidiger“ des Rechts der Ajatollahs auf Urananreicherung einreiht: Josef Weidenholzer, der gerade Ali Laridjani und Hashemi Rafsandjani seine Aufwartung gemacht hat, erklärte im Gespräch mit der Zeitung „Shargh”, deren Titelblatt das Konterfei von Ali Khamenei und von Hassan Rohani ziert: „Wir verteidigen das Recht des Iran auf Urananreicherung“.

Nun muss man zugestehen, dass iranische Regimemedien eine mitunter originelle Art bei der Wiedergabe von Fakten und Zitaten an den Tag legen. Doch Weidenholzer hat das Interview so gut gefallen, dass er es sogleich retweeted hat. Der „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“, der das offene Bündnis mit den Islamisten sucht, hat offenbar auch in der österreichischen Sozialdemokratie ein Zuhause.

 

19. Dezember 2013, 17.36 Uhr:

Respekt für Laridjani, Kritik von Elie Wiesel

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Stephan Grigat

Der Präsident des iranischen Pseudoparlaments, Ali Laridjani, erklärte Anfang Dezember Israel zum „modernen Gesicht des faschistischen Rassismus“. Dafür musste er unbedingt sofort belohnt werden, und diesen Job hat die Delegation des EU-Parlaments natürlich gerne übernommen, die in den letzten Tagen in Teheran weilte. In vollendeter Ekelhaftigkeit hat das Isabelle Durant vorexerziert: Die belgische Grüne und Vizepräsidentin des EU-Parlaments trat einem sichtlich zufriedenen Laridjani mit gesenktem Kopf, voller Demut und mit freundlichem Lächeln gegenüber. Sie hätte sich auch gleich vor Laridjani auf den Boden schmeißen können – aber womöglich wäre dabei das züchtig drapierte Kopftuch verrutscht, das nicht nur sie, sondern die gesamte weibliche Riege der Delegation – neben Durant Cornelia Ernst von der Linken, die finnische Grüne Tarja Cronberg und die niederländische Linksliberale Marietje Schaake – selbstverständlich aus „Respekt“ vor den landesüblichen Sitten, also in Akzeptanz des islamischen Tugendterrors, angelegt hatte.

Für die österreichischen Sozialdemokraten, die sich schon länger damit brüsten, auch in „schwierigen Zeiten zu Teheran gestanden“ zu sein, nahm Josef Weidenholzer an der Reise zur Hofierung des iranischen Regimes teil. Nach iranischen Angaben gab sich die Delegation gerne für einen Propagandaauftritt mit den Angehörigen jener iranischen Atomphysiker her, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Nuklearprogramm der Ajatollahs standen und in den letzten Jahren eines nichtnatürlichen Todes gestorben sind.

Sekundiert wird Weidenholzer in seinen Bemühungen, Österreich wieder einmal die Avantgarderolle bei der Durchbrechung der Isolation des iranischen Regimes spielen zu lassen, vom Vizepräsidenten der Österreichischen Wirtschaftskammer, Richard Schenz, der Anfang Dezember mit einer eigenen Delegation in den Iran gereist war, und vom österreichischen Botschafter in Teheran, Friedrich Stift die offenbar beide potentiellen Geschäftspartnern nachdrücklich versichert haben, die Alpenrepublik sei ja ohnehin schon immer gegen jegliche Sanktionen gegen das Antisemitenregime gewesen. Nach seiner Rückkehr aus Teheran äußerte sich Schenz geradezu euphorisch über die Geschäftsmöglichkeiten im Iran.

Kritik an derartigen Reisen, der immerhin von den europäischen Konservativen die Unterstützung verweigert wurde, ist in Deutschland und Österreich ebenso selten wie an dem fatalen Atomdeal von Genf, der einen Sieg des Appeasements hinsichtlich der nuklearen Ambitionen der Ajatollahs und Pasdaran bedeutet. Eli Wiesel hingegen, Friedensnobelpreisträger und Unterstützer der Kampagne STOP THE BOMB, hat in den USA wieder einmal klare Worte gefunden: In ganzseitigen Anzeigen in der „New York Times“ und dem „Wall Street Journal“ fordert er weitere scharfe Sanktionen gegen das iranische Regime und „the total dismantling of Iran’s nuclear infrastructure and the regime’s public and complete repudiation of all genocidal intent against Israel.”

18. Dezember 2013, 20.48 Uhr:

Westliche Freunde

von Thomas von der Osten-Sacken

Nun also hat Assad es geschafft, er steht als das kleinere Übel dar. War viel Arbeit, ob mit schweren Geschützen, Giftgas oder mit der Luftwaffe. Die westlichen Freunde der Opposition, die nie welche waren, und als es darauf ankam, diese Opposition schmächlich hängen liessen, die sind jetzt überzeugt, dass der syrische Präsident doch besser im Amt bleibe.

Als die Opposition, auch die bewaffnete, noch keine islamistische war, hat man sie nicht unterstützt, weil ja die Islamisten davon hätten profitieren können, nun ist die Opposition zwar noch immer keine rein islamistische, aber doch so von Islamisten dominiert, wie das Assad Regime sie immer haben wollte, um sich einmal mehr als Garant von Stabilität in der Region präsentieren zu können, auch dank der so gar nicht islamistischen Unterstützung von Hizbollah, Iran und irakischen Zeinab Milizen.

Der Totalbankrott der westlichen Freunde, er könnte totaler kaum sein:

“Unsere westlichen Freunde haben in London klar gemacht, dass man Assad jetzt nicht gehen lassen kann, weil sie glauben, dass Chaos und eine Machtübernahme der Islamisten die Folge wären", sagte ein hochrangiges Mitglied der Nationalen Syrischen Koalition. Unter Hinweis auf das formelle Ende von Assads Amtszeit im kommenden Jahr sagte er weiter: “Einige scheinen sich nicht einmal daran zu stören, dass er nächstes Jahr wieder antreten könnte und vergessen dabei, dass er sein eigenes Volk vergast hat.”

(Quelle:  http://mobil.n-tv.de/politik/Westen-aendert-Haltung-zu-Assad-article11937336.html)

Und ausgerechnet von einem saudischen Prinzen muss man dann solche Zeilen lesen, ganz so als hätte Humanität und Restvernunft, und sei’s auch nur weil denen aus Angst vor dem Iran die Klammer geht, ein letztes Refugium bei diesen erszreaktionären Klerikalautokraten gefunden:

We continue to show our determination through our support for the Free Syrian Army and the Syrian opposition. It is too easy for some in the West to use the threat of Al Qaeda’s terrorist operations in Syria as an excuse for hesitation and inaction. Al Qaeda’s activities are a symptom of the international community’s failure to intervene. They should not become a justification for inaction. The way to prevent the rise of extremism in Syria — and elsewhere — is to support the champions of moderation: financially, materially and yes, militarily, if necessary. To do otherwise is to walk on by, while a humanitarian disaster and strategic failure continue to fester.

 

(Quelle:  http://www.nytimes.com/2013/12/18/opinion/saudi-arabia-will-go-it-alone.html?_r=1&)

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