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Kürzliche Beiträge
21. März 2011, 12.32 Uhr:

Solidarität mit Gaddafi

von Thomas von der Osten-Sacken

Die deutsche Friedensbewegung wacht gerade aus ihrer Winterstarre auf. Endlich geht es wieder gegen alliierte Bomber. Ganz vorne der Deutsche Freidenkerverband:

In der Stunde des drohenden barbarischen Angriffs auf die libysche Souveränität darf es keine ideologische Ver­wirrung, keine Konzessionen an die Kriegspropaganda, kein unentschlossenes “Ja, aber…” auf Seiten der Frie­densbewegung geben. Ihre Unterstützung muss ausnahmslos allen zuteilwerden, die den Angriff der Imperialis­ten und ihrer fünften Kolonne abwehren, mit der rechtmäßigen libyschen Regierung an der Spitze.

Wann, das ist die große Frage, wird aus Kreisen der deutschen Friedensbewegung nun der Aufruf “10 Euro für den libyschen Widerstand” lanciert?

Die Linke dagegen hat die Lehren aus der deutschen Geschichte absolut verinnerlicht, die da heißen: nie wieder Krieg, unter gar keinen Umständen, weil Großvati damals ausgebombt wurde:

Wir wissen, dass Krieg die Situation der Menschen nie verbessert, sondern immer verschlechtert.

20. März 2011, 15.37 Uhr:

Die Achse des Friedens

von Thomas von der Osten-Sacken

Heute morgen Gaddafi-Menschenrechtspreisträger Hugo Chavez, der lautstark den imperialistischen Angriff auf Libyen verurteilte, nun dies:

Iran has joined in the fray. A missive from Tehran says Western attacks are a neo-colonial attempt to gain control over Libyan oil.

Es besteht als Grund zur Hoffnung, dass sich die Achse der Sozialisten des 21. Jahrhunderts endlich wieder in alter Frische präsentiert.

Auch die Taliban haben inzwischen eine Erklärung abgegeben:

The Islamic Emirate of Afghanistan strongly condemn this politically-motivated and uncalled-for intervention  and adventure of the Western countries in the internal  conflict of  the people of Libya under the auspices of the United Nations. The consequences of such intervention certainly harm this Islamic country and the Islamic Ummah.

19. März 2011, 15.41 Uhr:

Ausgestreckte Hände

von Thomas von der Osten-Sacken

Nun da in Syrien scharf auf Demonstranten geschossen wird und die ersten Toten zu beklagen sind, sei noch einmal auf den Freundschaftsbesuch von Herrn Minister Ramsauer bei Bashir al Assad vor ein paar Wochen erinnert. Man solle doch bitte jetzt, erklärte der deutsche Minister, nicht so ein Gedöns um Menschenrechte machen, sondern:

Wenn Deutschland die ausgestreckte Hand der Syrer ergreift, leistet es einen Beitrag zu politischer Stabilität und nachhaltigem Frieden in Nahost.

Auch Assad, sollte es ihm denn gelingen, die wachsende Protesbewegung in seinem Land niederzukartäschen, wird die Bewerbung Deutschlands um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat sicher voll und ganz unterstützen.

18. März 2011, 19.12 Uhr:

Ausnahmezustand im Jemen

von Oliver M. Piecha

Im Jemen dürften sich sämtliche Überlegungen, ob mit diesem Präsidenten irgendeine einigermaßen verträgliche Machtübergabe zu machen ist, endgültig überlebt haben. Mittlerweile ist von 43 Toten die Rede.

President Saleh declared a national state of emergency a few minutes ago. The provisions deny citizens the right to carry weapons as they are being gunned down in the streets. The Yemeni opposition party alliance JMP responded that Saleh has lost legitimacy to declare anything. Over 40 protesters were shot dead and 320 wounded in 20 minutes of continuous sniper fire into the crowd, Ch4News reports. Marib press reports that Saleh was on board the helicopter that was flying over the scene, watching the carnage.

Over thirty were killed, including an eight year old, in what appears a pre-planned massacre. Rooftop snipers are shooting and head people in the chest. The police are standing by and watching as thugs beat unarmed protesters at Sanaa University’s al Tagheer Square. Live stream. […]

Reports are that the police are prohibiting ambulances from getting to two hospitals, a standard tactic for the Saleh regime. The clinic at the square is overwhelmed and can’t handle any more injuries. Graphic vid of the dead and wounded shows many head shots. Journalist Gamal Sharbi was just killed covering the clashes.[…]

Tank are moving in on the protesters in Taiz and all entrances to the city are blocked, al Masdar. Security forces appear to be mobilizing in Aden. Reports of violence in Mukallah. There’s still gunfire in Sanaa.

(armies of liberation)

18. März 2011, 19.03 Uhr:

Doch nicht in Syrien

von Thomas von der Osten-Sacken

Sie waren in den letzten Wochen Legion, die Artikel und Analysen, die einem im Brustton der Überzeugung erklärten, nein in Syrien da sei alles anderes, da bliebe es ruhig, zumindest in den nächsten Monaten, wenn nicht Jahren. Und nun Meldungen von Demonstrationen, Protesten und gewaltsamen Zusammenstößen gleich aus mehreren syrischen Städten. (Selbst das Staatsfernsehen konnte sie nicht ganz verschweigen.)

Dazu das Blog Syria in Transition:

Syrians do not want “chaos”. The Syrian people all love their president. Syria was immune to change because of its anti-Israel stance. Syrians do not want “Western democracy”. Syria is immune to protest. Syria is not Tunisia or Egypt. Syria is a “sturdy house”.

Not true as it turns out. The democratic revolution has reached Syria, and a protest movement is beginning to gain traction there. The doubters have been proved wrong.

Not to get carried away, the demonstrations that have taken place in Syria have not been large-scale. We are talking about hundreds, not thousands. They did occur right across the country though, with protests taking place in Damascus, Aleppo, Deir az-Zour, Qamishli and Hassaka. The video above is for a demonstration that took place on Tuesday 15 March in the heart of Damascus. A second demonstration in the capital was organized by family and relatives of political prisoners the following day on Wednesday 16th March [pic below] opposite the Interior Ministry building. To put things into perspective, the last time an anti-regime protest took place in Syria was 31 years ago. These demonstrations, however modest, are an important ice-breaker and a harbinger of things to come.

18. März 2011, 17.54 Uhr:

Den letzten beißen die Hunde

von Oliver M. Piecha

Was für eine bezaubernde Koalition, Herr Westerwelle, Frau Merkel, Herr Erdogan (“Was hat die Nato in Libyen verloren?“), sie sollten sich öfter zusammentun. Dadurch, daß das libysche Regime als Reaktion auf die UN-Resolution auch noch schnell eine Waffenruhe verkündet hat, stehen diese hochmoralischen Großpolitiker so dämlich dar, daß es einem fast schon leid tut. Und dabei wollten sie doch nur das Beste, keinen Krieg und so, ein bißchen Vertrauen schaffen und ein bißchen reden, so lange eben, bis sich das Problem von selbst gelöst hätte. Wer in der Nato oder in Europa steht ihnen eigentlich in dieser schmachvollen Stunde bei?

Es muß bitter sein, sogar Zapatero und Berlusconi, ausgerechnet:

One by one countries are making their positions on the crisis clearer. Spain’s Prime Minister Jose Luis Rodriguez Zapatero says he has asked his parliament to authorise Spanish armed forces to help enforce a no-fly zone over Libya. He called the UN resolution a “truly historic step”.

Italy – Libya’s former colonial ruler and key trading partner – will make its military bases available to those operating the no-fly zone and will take an active role in any operations against Gaddafi, Foreign Minister Franco Frattini says. Italy is also closing its embassy in Tripoli, he adds.
(BBC)

18. März 2011, 16.52 Uhr:

Bahrain: Die geniale Lösung zur Beendigung aller Revolten

von Oliver M. Piecha

Daß da aber auch niemand vorher drauf gekommen ist; Demonstranten kann man eingasen, totschießen oder wegprügeln, problematisch für die Herrschenden bleibt, daß im Zweifel das nächste mal dann noch mehr Demonstranten kommen, oder aber, ein regelrechter Apltraum, daß sie erst gar nicht weggehen und störrisch einen Platz besetzt halten. Und so ein Platz taugt als Symbol ebensoviel wie als praktischer Versammlungsort, wo sich die notorisch Unzufriedenen schnell zur kritischen Masse akkumulieren können.

Also was macht man, wenn man die Demonstranten nicht wegbekommt? Genau, man beseitigt einfach ihren Versammlungsplatz. Genial. Pearl Roundabout, der Verkehrskreisel mit der hübsch-häßlichen Streben/Perleninstallation in der Mitte ist nicht mehr. Am Freitagmorgen wurde er ganz schnell abgerissen. Hätte Mubarak mal spontan ein gigantisches Ausschachtungsprogramm für den Tahrirplatz aus dem Ärmel geschüttelt, er wäre noch hundert Jahre Pharao geblieben.

“Goonerinoman", ein Augenzeuge aus Bahrain:

Just got back from the Pearl Roundabout and the Pearl is no more. I went past it at about 12 Bahrain time and it was there and now having just passed it, I can tell you that it is no more. The Pearl has come down and there are lots of trucks levelling off the ground by the roundabout. Maybe they are going to turn it into a graveyard. It is quite bizarre that whilst there are still some tents up and the rest of the Seef area is a mess to say the least rather than clean the mess of smashed up cars and barbed wire and roadblocks, the government are concentrating their time, money and effort on smashing down and destroying the crime scene. Like any good criminal. Less blockades than normal but lots of tanks and APC. (Guardian)

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