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Kürzliche Beiträge
22. Februar 2011, 20.59 Uhr:

Solidarität unter den Sozialisten des 21. Jahrhunderts!

von Thomas von der Osten-Sacken

Via Al Jazeera:

Nicaragua’s president, Daniel Ortega, says he has telephoned Muammar Gaddafi to express his solidarity with the embattled leader.

22. Februar 2011, 16.11 Uhr:

Aus dem “befreiten” Libyen

von Thomas von der Osten-Sacken

Ein CNN Reporter ist in Benghazi, das nicht mehr unter Kontrolle der libyschen Regierung steht und berichtet aus dem “befreiten” Osten des Landes.

22. Februar 2011, 00.25 Uhr:

Das Totalversagen der UN

von Thomas von der Osten-Sacken

Es ist eigentlich ganz einfach und ein paar Zeilen reichen aus, um das erneute Totalversagen der UN auf den Punkt zu bringen:

Established in 2006 with a mandate to reform its predecessor, the UN Commission on Human Rights, the HRC has in the past five years issued some 50 resolutions that condemn countries; of those, 35 have been focused on Israel, and not one has been issued against Libya. Even as of Monday evening, as protesters were being shot down in the streets of Libya, no emergency session of the HRC had been called by its members, which include the US and the EU.

21. Februar 2011, 15.42 Uhr:

...und bei den Saudis, 11. März?

von Oliver M. Piecha

Vom Saudiwomans’s weblog:

Saving the best for last, a 6100 strong and growing group on Facebook has been started. The group is only for Saudis and you need to be approved to join. I’ve translated their demands:

The People want to Reform the Government Campaign

To support the right of the Saudi people and their legitimate aspirations:
1 – a constitutional monarchy between the king and government.
2 – a written constitution approved by the people in which governing powers will be determined.
3 – transparency, accountability in fighting corruption
4 – the Government in the service of the people
5 – legislative elections.
6 – public freedoms and respect for human rights
7 – allowing civil society  institutions
8 – full citizenship and the abolition of all forms of discrimination.
9 – Adoption of the rights of women and non-discrimination against them.
10 – an independent and fair judiciary.
11 – impartial development and equitable distribution of wealth.
12 – to seriously address the problem of unemployment

Impressive, right?! And if these demands aren’t met, according to a lot of the discussions on the group’s page, there will be a protest in Riyadh on Olaya street March 11th. I was also impressed by their code of conduct in which they committed to no sectarianism, no violence or incitement to violence, and no hate speech.

21. Februar 2011, 14.09 Uhr:

Der ironische Diktator

von Thomas von der Osten-Sacken

Eine Nemesis wird er werden, der Sturz des dienstältesten Diktators der Welt, der lange genug geherrscht hat, damit sich alle ihm an die Brust werfen konnten: erst die Linken aller Couleur, die seine Grüne Bibel verteilten und dem Volkssozialismus huldigten, um später ordentlich Petrodollars absahnen zu können, dann, von Carlos angefangen, so ungefähr jeder Terrorist dieser Welt und schließlich, nachdem der Mann in die Jahre gekommen war, Europas Regierungen, um mit ihm beste Geschäfte zu machen und sein Regime zur Fluchtabwehr zu nutzen.

Vieles wird in nächster Zeit bekannt werden. Fangen wir also schon mal an, nein nicht mit Jean Ziegler, das wär ein bissel öd, sondern mit dem großen Ex-68 und Israelkritiker Arno Widmann, Chef des FR-Kulturteils, der vor sieben Jahren eine beeindruckende Ode auf die Prosa des Colonels geschrieben hat. Ausgerechnet im Perlentaucher:

Es ist eines der wichtigsten Bücher dieses Herbstes. Man möchte es jedem politisch interessierten Menschen in die Hand drücken und ihm sagen: “Lies! Lies es! Lies es genau! Lies!”. (…)

Gaddafi ist das überzeugende Beispiel eines ironischen Diktators, eines Mannes also, der fähig ist, sich und sein Leben zu durchschauen und doch daran festhält, weil er weiß, dass er kein anderes hat.

Das Massenmorden in den letzten Tagen zwischen Tripoli und Benghazi war eigentlich auch nur ironisch gemeint.

21. Februar 2011, 01.57 Uhr:

Drei Tage

von Thomas von der Osten-Sacken

Ganze drei Tage hat es gedauert. Zur Erinnerung: Die Proteste und Demonstrationen in Libyen haben vergangenen Donnerstag begonnen.

Und heute, Sonntag abend, tritt, nachdem das Regime ein Blutbad angerichtet hat, der Sohn, nicht etwa der dienstälteste Diktator der Welt, vor die Kameras und stammelt wirres Zeug.

Und während man noch die Toten zählt, Armeeeinheiten überlaufen und gegen die Präsidialgarde kämpfen, Botschafter des Landes zurücktreten und in Tripoli Demonstranten einen Platz besetzen, geht schon das Gerücht Papa hätte sich zu Hugo Chavez abgesetzt.

Während der Sohn der Welt erklärt:

“We will fight to the last,” he continues “We will not leave Libya.” The Qaddafis will not allow Al Jazeera or Al Arabiya or the BBC to triumph.

So schaut es dann aus, das absehbare Ende einer vierzigjährigen Herrschaft. Nein, Al Jazeera und BBC sollen nicht triumphieren. Erklärt man sozusagen auf gepackten Koffern sitzend.

Drei Tage  - und eines der repressivsten Regime in der Region wackelt wie ein Milchzahn.

Drei Tage in denen, mit Ausnahme der britischen, die Regierungen in Europa und Deutschland weitgehend schwiegen und dem Massaker einfach zusahen. Oder viel zu spät so nichtssagende Erklärungen abgaben wie Lady Ashton:

EU foreign policy chief Catherine Ashton said that she was “really worried about what is happening in Libya,” whose government has told Brussels to stop “encouraging” demonstrators or face a halt to cooperation on illegal immigration.

Schließlich kommt ja soviel von unserem Erdöl von Gaddafi, der wiederum, anders als Mubarak und Ben Ali keine Marionette des Westens ist, und irgendwie mit seiner lächerlichen Grünen Bibel ja auch auf der Seite der kämpfenden Völker gegen Imperialismus und Zionismus stand. Und, Libyen weiss es auf den Punkt zu bringen, die EU kooperiert seit Jahren erfolgreich mit dem Despoten in Tripoli bei der Flüchtlingsabwehr, d. h. man zahlt das dortige Regime, damit es Afrikaner vor Ort interniert und nicht weiter reisen lässt.

Drei Tage, in denen ebenfalls, mit der löblichen Ausnahme von Human Rights Watch, Grüne, Linke, NGOs, Friedensbewegung, Menschenrechtsorganisationen, Palästinafreunde und wie sie sonst noch alle heißen, eisern schwiegen.

Was in Libyen nach dem absehbaren Ende des Muammar kommen wird? Diese Frage vermag dieser Tage wohl schlicht niemand auch nur in Ansätzen beantworten können. Ein zweites Tunesien, soviel kann man wohl prophezeien, wird es wohl eher nicht werden….

(Al Jazeera betreibt ein lesenswertes Live Blog zu Libyen)

(Hier ein kleines Update zu den Reaktionen in und von der EU.)

21. Februar 2011, 00.47 Uhr:

Alles rosa auf Planet "Islamische Republik Iran"

von Oliver M. Piecha

Monarchisten, Terroristen und ein paar Oppositionelle (wer hat die bloß hergebeamt?) haben ganz unützerweise auf Krawall gemacht: calm remained undisturbed and intact in the city. Na ja, genaugenommen, also, äh, fast:

In scattered small riots in western Tehran on Monday afternoon, several MKO teams [Volksmudschahedin] opened fire at the public and police troops, killing one university student on the scene and wounding 9 more. One of those wounded in the incident also died later at the hospital.

Also Tote gabs auch, morgen lesen wir bestimmt wieder, das seien ganz überzeugte Anhänger des Revolutionsführers gewesen, die sich bloß zufällig unter die Terroristen verwirrt hätten.

Tehran’s police tried to disperse the rioters, but did not reciprocate the gunfire. Police officials announced on Tuesday that most of those wounded in the incident were security and police troops.

Aufopfernd, zurückgeschossen haben sie nicht, nur stoisch ihre Wunden ertragen, wahrscheinlich haben selbst die schwerverletzen “Sicherheitskräfte” noch unentwegt Rosen verteilt.

According to police officials, the seditionists had hatched a plot to get the police and security forces involved in armed clashes to allege that they had been treated violently, but they failed to do so.

Wie fies, wo sie doch noch schwerverletzt Rosen verteilt haben.

Eye-witnesses and FNA dispatches from the Monday unrests said that the seditionists, whose number remained lower than 200 altogether, were forced to flee the scene after thousands of people overwhelmed the streets in support of the

2000 hätte definitiv überzeugender geklungen.

Later, tens of thousands of people along with a number of parliament members staged a sit-in at a central square in Tehran Tuesday night, demanding the government to take strict action against the seditionists and their leaders.

Alles wieder gut! Alles rosa!

Von unserer den iranischen Revolutionsgarden nahestehenden Lieblingsnachrichtenagentur FARS

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