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Kürzliche Beiträge
20. Februar 2011, 18.16 Uhr:

Demonstrationen weiten sich auf Iranisch-Kurdistan aus

von Thomas von der Osten-Sacken

Neben Teheran, Shiraz, Täbriz und Isfahan sollen  nun auch in Kurdistan Menschen den Demonstrationsaufrufen gefolgt zu sein:

In Kurdistan. Mardomak is reporting unrest in Kurdish cities, including Sanandaj, Mahabad, Yaveh, and Marivan.

Auch soll es in Bookan einen Generalstreik geben.

20. Februar 2011, 11.52 Uhr:

Was heißt Hurriya auf Mandarin?

von Thomas von der Osten-Sacken

AP meldet:

Jittery Chinese authorities staged a show of force Sunday to squelch a mysterious online call for a “Jasmine Revolution” apparently modeled after pro-democracy demonstrations sweeping the Middle East.

Authorities detained activists, increased the number of police on the streets and censored online calls to stage protests in Beijing, Shanghai and 11 other major cities. Citizens were urged to shout “We want food, we want work, we want housing, we want fairness” — a slogan that highlights common complaints among ordinary Chinese.

Ich erinnere mich an eine wohl prophetische Karikatur in einer tunesischen Zeitung, drei Billiardkugeln lagen da, eine kleine, auf der stand Tunesien, die auf eine größere - Ägypten - zurollte und ganz am Ende lag eine riesige:  China.

Was heißt Hurriya auf Mandarin?

19. Februar 2011, 19.27 Uhr:

Jihad der Prostitution! - No to Islamism

von Thomas von der Osten-Sacken

Man kennt es zur Genüge: es sind die Juden und die weibliche Sexualität, die sie vernichten und austrieben müssen auf dem Weg in den Gottesstaat, der dann je nach nationaler Eigenart entweder wie Gaza oder Afghanistan unter den Taliban ausfällt. Und so nutzen die Islamisten in Tunesien, zahlenmäßig eine unbedeutende Gruppe, nun die Freitage um ihre Terrorbotschaft in Tunis zu verbreiten. Vor einer Woche sammelten sie sich vor der Synagoge um “Tod den Juden” zu skandieren, gestern ging’s wieder gegen Bordelle, die in Tunesien legal arbeiten. Hier ist Prostitution nicht, wie überall sonst in der arabischen Welt, in den Untergrund gezwungen:

Dozens of Islamists calling for Tunisia’s brothels to be closed had rallied outside the interior ministry following Friday prayers before marching to Abdallah Guech Street.

At least three people were injured when security forces fired in the air to disperse the crowd.

The incident was the latest sign of Islamists organising in the North African state, the only Arab country with legal prostitution, after an uprising toppled President Zine al-Abidine Ben Ali last month.

Noch, und hoffentlich wird  es auch so bleiben, stellen diese Gotteskrieger keine Gefahr dar, sondern zeigen den Tunesiern, denen so etwas bislang erspart geblieben ist - Islamisten wurden unter Ben Ali ziemlich gnadenlos verfolgt - die häßliche Fratze des djihadistischen Islamismus.

Und richtig, wie Ynet meldet waren heute 18 000 Tunesier auf der Straße,

protesting against Tunisia’s Islamist movement, calling for religious tolerance a day after the Interior Ministry announced a Polish priest had been assassinated by an extremist group and following verbal attacks on Jews.

“We need to live together and be tolerant of each other’s views,” said Ridha Ghozzi, 34, who was among the protesters carrying signs and chanting slogans including “Terrorism is not Tunisian,” “Religion is Personal” and “Muslims, Christians, and Jews - we’re all Tunisians.”

Und so wollten sie ihnen begegnen den Islamisten, haben uns viele Tunesier vor zwei Wochen immer wieder erklärt, nicht mit Geheimpolizei und Unterdrückung, sondern auf der Straße, in Talkshows im Parlament, um ihnen zu zeigen, dass man sie nicht will. Mögen dies gelingen, es wäre wahrhaft der Anfang von etwas Neuem.

 

 

19. Februar 2011, 18.49 Uhr:

Hängen sie im Iran eigentlich auch schwule Außenminister?

von Oliver M. Piecha

Die beiden Staatsgeiseln der „Islamischen Republik Iran“, Jens Koch und Marcus Hellwig, sind frei; sie können froh sein, wegen eines ähnlichen „Vergehens“ sitzen zwei Amerikaner seit Juni 2009 in der Menschenfalle der „Islamischen Republik“.

Aber was war der Preis für die Freilassung der beiden Deutschen? Ein Narr, der glaubte, die „Islamische Republik“ täte irgendetwas aus „islamischem Mitgefühl“. Da käme eher noch der Mahdi morgen wieder. Als alte Antisemiten rechnen sie sich ihren Vorteil selbst so beharrlich aus, wie sie sich das bei den Juden vorstellen. Sie sind die Schacherer par excellence, und ihre liebste Ware ist die menschliche.

Also wieviel? Die zusammen 100.000$ „Strafe“ für die beiden Reporter sind bloß für die Kaffeekasse der Pasderan und der Justiz, das wird geteilt. Was also haben sie wirklich bekommen?

Im Vorfeld: Dem neuen iranischen Außenminster Salehi wurden im Rahmen der Münchner Sicherheitstagung goldene Brücken gebaut (auch wenn da offenbar ein Deal kurzfristig gescheitert ist, denn ganz plötzlich hatte Salehi einen vollen Terminkalender vor dm Abflug nach München), ein deutscher Staatssekretär ist dann nach Teheran gepilgert, aber Staatsgeiseln verschleudern sie in Teheran nicht zum Discountpreis.

Wichtig ist der propagandistische Mehrwert, sie müssen öffentlich zeigen können, daß sie selbst ganze andere Staaten – zumal aus dem Westen – angeleint vorführen können. Das ist der ganze Zweck der Übung.

Nun, sie haben einen richtigen Staatsgast eingeheimst:

Meanwhile, German Foreign Minister Guido Westerwelle arrived in Tehran on Saturday to hold talks about bilateral ties between the two countries and discuss recent developments in the region. (Press TV)

In einem Spiegelgespräch Anfang Januar hatte Salehi exakt diesen Preis bereits genannt.

Ob Westerwelle ein wohlwollendes Wort für die Demonstranten morgen in Teheran einlegt?

19. Februar 2011, 12.53 Uhr:

Der Trailer ist da, wo bleibt der Hauptfilm?

von Oliver M. Piecha

Es sieht nach einem sehr monumentalen Epos aus:

Solidaritätsdemonstrationen (Filmpremieren?) zwischen Aachen und San Francisco (via Arshama3?s Blog):

Aachen: SAMSTAG, 19.02.2011, ab 14 Uhr, am Elisenbrunnen

Berlin: FREITAG, 18.02.2011, ab 18 Uhr am Breitscheidplatz

Berlin: SAMSTAG, 19.02.2011, ab 17 Uhr am …

Dortmund, SAMSTAG, 19.02.2011, ab 15 Uhr an der Reinoldikirche

Hamburg: SAMSTAG, 19.02.2011, 15.30 Uhr, Ida-Ehre-Platz

Köln: FREITAG, 18.02.2011, ab 18 Uhr – Bahnhofsvorplatz (HBF)

München: SONNTAG, 20.02., 13 – 14:30 Uhr, Türkenstrasse, vor dem ARRI-Kino und der Kunsthochschule

München: SONNTAG, 20.02., 15 Uhr, vor dem Konsulat der Islamischen Republik, Mauerkircherstraße

Wien: SAMSTAG, 19. Februar 2011, 15 Uhr, Albertina-Platz

Brussels: SATURDAY 19/2-2011, 11 AM, Luxembourg place, in front of European Parliament

Göteborg: SATURDAY 19/2-2011, 2 PM, Gustav-Adolph square

London: SUNDAY 20 February 2011, 3 to 5 PM, Iranian Embassy in London, 16 Princes Gate, London SW7 1 PT

Malmö: Manifestation on SATURDAY 19/2-2011, Time: 2 PM, Location: Triangle

Paris: SATURDAY 19/2-2011, Time: 6 PM, Trocadéro

Rom: SUNDAY 20 February 2011, Ambasciata della Repubblica Islamica dell’Iran

Stockholm: FRIDAY 18 February 2011, 5 PM, Mintorget, in front of Swedish Parliament

Nevshehir (Turkey): SUNDAY 20 February 2011, Time: 2 PM

Washington DC: SUNDAY 20 February 2011, 12 AM to 2 PM, Dupont Circle

Los Angeles: SUNDAY 20 February 2011, 1 to 4 PM, Opposite side of the Federal Building, (Los Angeles National Cemetery)

Atlanta, GA: SUNDAY 20 February 2011, 4 to 5.30 PM, In front of the Lenox Mall, Intersection of Lenox Rd and Peachtree

Chicago: FRIDAY 18 February 2011, 12 AM, Daily Plaza

Toronto: SUNDAY 20 February 2011, 1 to 3 PM, Mel Lastman Square

San Francisco: SUNDAY 20 February 2011, 4 to 6 PM, Union Square

19. Februar 2011, 02.55 Uhr:

Bahrain: Dialog als Mordaktion

von Oliver M. Piecha

20.20 Uhr: The King of Bahrain has asked the Crown Prince to start a national dialogue “with all parties”.

Eure Hoheit meinten wirklich Dialog?

Dieses Urteil der Weltgeschichte dürfte unterzeichnet sein.

19. Februar 2011, 01.13 Uhr:

Was, schon wieder? Wo denn diesmal?

von Oliver M. Piecha

Wikipedia: XXX ist ein hochgradig unterentwickeltes Land; die Arbeitslosenquote lag 2005 bei offiziell 60 %. […]Gemäß der Verfassung von 1992 ist XXX eine Präsidialrepublik. […]An den Präsidentschaftswahlen von 2005 und den Parlamentswahlen von 2008 nahm die Opposition aus Protest nicht teil.

“Tausende” von Demonstranten fordern den Rücktritt des Präsidenten; die Menschen sammeln sich an einem markanten Punkt, um so lange dort auszuharren, bis ihr Präsident geht. Die Polizei umstellt sie. Der Präsident ist zwar erst sein 1999 im Amt, er hat aber gerade die Verfassung ändern lassen, die ihm zwei weitere Amtszeiten à sechs Jahren ermöglichen würde. Danach kann er ja noch mal weiter sehen. Nach Einruch der Dunkelheit heißt es Schlagstöcke und Tränengas gegen Steine.

Ach so, der Präsident heißt Ismail Omar Guelleh und es geht um Dschibuti.

 

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