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Kürzliche Beiträge
11. Januar 2015, 00.58 Uhr:

Wer so alles Charlie ist

von Thomas von der Osten-Sacken

Sie spüren es auch im Nahen Osten, dass spätestens mit dem Auftreten des Islamischen Staates der Wind sich ein wenig gedreht hat, die Zeiten, als  allgemein der Islam und ganz besonders alle Parteien, die in seinem Namen agieren, als irgendwie prima Gesprächs- und Dialogpartner in Europa gehandelt wurden, vorbei ist. Zumindest vorläufig. Vor ein paar Jahren noch, da konnte man auf’s Verständnis aus Europa setzen, als  dänische Botschaften abgefackelt wurden, weil Jyllands Posten ein paar Mohammad Karikaturen veröffentlich hatte.

Heute gilt zwar weiter in fast allen Ländern der Region Blasphemie als schwerer Straftatbestand, die in Saudi Arabien und der Iran nur ganz konsequent und deshalb mit entsprechender Brutalität geandet wird, aber mit dem verständnisvollen Entgegenkommen aus dem Westen ist es heute so eine Sache. Und dann waren da noch all die Massendemonstrationen zwischen Rabat und Teheran, überhaupt mehren sich auch innerhalb der Region die Stimmen, die Klerus und die im Namen der Religion Herrschenden weit weniger Respekt entgegenbringen, als noch vor einer Dekade.

Und so reihen sich nun in die Schlange der Kondolierenden  ganz brav Hamas und Hizbollah ein, ja mit zusammengebissenen Zähnen kommen sogar so etwas wie Verurteilungen aus Teheran und Riad, auch wenn sie gespickt sind mit relativierenden “Abers".

Ob vor ein paar Jahren die Hamas sich vorstellen konnte, dass sie eines Tages würde so ein Statement abgeben müssen?

A statement in French said Hamas “condemns the attack against Charlie Hebdo magazine and insists on the fact that differences of opinion and thought cannot justify murder.

(Den Anschlag auf einen jüdischen Supermarkt verurteile Hamas by the way selbstredend nicht.)

Hassan Nasrallah hatte auch ebenfalls wenig Freude, wenigstens aber noch den Trost, dass es die sunnitische Konkurrenz war:

“The behavior of the takfiri [jihadi] groups that claim to follow Islam have distorted Islam, the Quran and the Muslim nation more than Islam’s enemies … who insulted the prophet in films … or drew cartoons of the prophet,” Nasrallah said, according to Lebanon’s Daily Star.

Sie reden so, weil sie unter Druck stehen.

Aber in Europa, da wird es genügend Politiker, Journalisten und Akademiker geben, die, wenn bald die “Je suis Charlie"-Schildchen, die inzwischen jeder meint, sich umhängen zu müssen, in den Keller geräumt sind, solche Statements zitieren werden, um einmal mehr zu erklären, dass Organisationen wie Hamas und Hizbollah doch eigentlich ganz moderat seien und man dringend den Dialog mit ihnen vertiefen müsse. Schließlich hätten sie ja auch die Blutbäder von Paris verurteilt. Und das gerade zeige ja, dass sie keineswegs radikale Islamisten seien. Weshalb auch Gespräche und Entgegenkommen wichtiger denn je seien.

Und wer sonst alles noch dieser Tage so Charlie ist, von der Regierung Venezuelas bis zu Assas Regime, das dokumentiert pflichtschuldig die Junge Welt: https://www.jungewelt.de/2015/01-09/001.php

(Wird es beim nächsten Anschlag in Europa erneut nur wieder Juden und jüdische Einrichtungen treffen, sie werden alle hörbar aufatmen, irgendwelche Verrenkungen um die Meinungs- und Pressefreiheit und ähnliches sind dann nicht nötig, werden schließlich auch gar nicht erwartet.)

9. Januar 2015, 23.48 Uhr:

Özgürlük

von Thomas von der Osten-Sacken

Heute in Istanbul

9. Januar 2015, 13.07 Uhr:

Sind ja nur Ägypter

von Thomas von der Osten-Sacken

Es klingt abgegriffen, aber man überlege nur für einen Moment, welche internationalen reaktionen es gäbe, es wäre sein nördlicher Nachbar und nicht Ägypten, der dies täte:

Phase two of the buffer zone will include the destruction of 1,220 homes, providing shelter to roughly 2,044 families, according to previous statements by North Sinai’s governor Abdel-Fattah Harhour.

In a meeting with some of evacuated families on Tuesday, Harhour handed out certificates of appreciation to those who evacuated their houses.

BBC Arabic showed a video of Harhour during the meeting saying that the evacuation “might” expand to the entire city of Rafah, adding that a new Rafah city would be created.

However, no official decision has been issued on a possible extension of the buffer zone.

In the first phase, a total of 802 houses accommodating 1,156 families were evacuated and destroyed. Although the majority of homeowners agreed to the move, 140 were evacuated against their will.

9. Januar 2015, 10.31 Uhr:

Öffentliche Auspeitschung

von Thomas von der Osten-Sacken

Was heute in Saudi Arabien ansteht:

A Saudi blogger who was sentenced last May to 10 years in prison and 1,000 lashes will be publicly flogged for the first time after Friday prayers outside a mosque in the Red Sea coastal city of Jeddah, according to a person close to his case.

Raif Badawi was sentenced on charges related to accusations that he insulted Islam on a liberal online forum he had created. He was also ordered by the Jeddah criminal court to pay a fine of 1m Saudi riyals, or about $266,000.

Rights groups and activists say his case is part of a wider clampdown on dissent throughout the kingdom. Officials have increasingly blunted calls for reforms since the region’s 2011 Arab Spring upheaval.

8. Januar 2015, 17.58 Uhr:

Werbeveranstaltung für Iran-Geschäfte im Bundestag

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Stephan Grigat

 

Vertreter der deutschen Industrie scharren bekanntlich schon seit dem Amtsantritt von Hassan Rohani in den Startlöchern, um endlich wieder völlig ungestört Milliardengeschäfte mit dem Antisemiten-Regime in Teheran abwickeln zu können. Unbeeindruckt vom iranischen Atomprogramm und der dramatischen Zunahme von Hinrichtungen unter dem freundlichen Gesicht des Terrors, organisieren sie eine Werbeveranstaltung nach der anderen für den Ausbau des Iran-Handels. Nachdem in der Vergangenheit jedoch stets auch Kritik an derartigen Events laut wurde und die Einladung von Repräsentanten von sanktionierten iranischen Institutionen mitunter zu Absagen solcher Veranstaltungen geführt hat, werden sie nun nicht mehr groß angekündigt.

Am 14. Januar soll im Paul-Löbe-Haus des Bundestags ein „Iran-Roundtable“ stattfinden, der vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Deutsch-Iranischen Industrie- und Handelskammer (AHK Iran) veranstaltet wird. In der Einladung, die der Jungle World vorliegt, wird Peter Ramsauer als Begrüßungsredner genannt. Der ehemalige Verkehrsminister und jetzige Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft und Energie des Bundestags hat sich schon in der Vergangenheit für einen Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zum Iran stark gemacht hat. Ramsauers Büro hat seine Teilnahme auf Anfrage weder bestätigt noch dementiert.

Neben Vertretern des DIHK und der AHK Iran werden in der Einladung Volker Perthes von der Stiftung Wissenschaft und Politik und Peter Florenz von der Henkel AG als angefragte Referenten genannt. Die Henkel AG hat auf Anfrage allerdings erklärt, dass niemand von ihnen an dieser Veranstaltung teilnehmen wird. Die DIHK bestätigte das Stattfinden des Roundtables, wollte sich aber weder dazu äußern, wer die in der Einladung angekündigten „ca. 25 Vertreter der deutschen Wirtschaft und Multiplikatoren“ sein werden, noch, was sie zu der Kritik sagen, dass sich deutsche Institutionen und Firmen auch unabhängig von den bestehenden Sanktionsregelungen bei Geschäften mit einem Holocaustleugner-Regime, das dem Staat Israel regelmäßig und bis zum heutigen Tag mit der Vernichtung droht, besonders zurückhalten sollten.

Das Bündnis STOP THE BOMB hat den Bundestagspräsidenten Norbert Lammert aufgefordert, das “hochrangige Iran-Wirtschaftslobbytreffen” in den Räumlichkeiten des deutschen Parlaments zu unterbinden.

7. Januar 2015, 18.52 Uhr:

'I stand with Charlie Hebdo, as we all must'

von Thomas von der Osten-Sacken

Salman Rushdie über das Massaker an der Redaktion von Charlie Hebdo:

Religion, a mediaeval form of unreason, when combined with modern weaponry becomes a real threat to our freedoms. This religious totalitarianism has caused a deadly mutation in the heart of Islam and we see the tragic consequences in Paris today. I stand with Charlie Hebdo, as we all must, to defend the art of satire, which has always been a force for liberty and against tyranny, dishonesty and stupidity. ‘Respect for religion’ has become a code phrase meaning ‘fear of religion.’ Religions, like all other ideas, deserve criticism, satire, and, yes, our fearless disrespect.

6. Januar 2015, 10.58 Uhr:

In a nutshell

von Thomas von der Osten-Sacken

Der Nahe Osten in a nutshell. Da treffen sich im Yemen Houthis, um den Geburtstag des Propheten zu feiern, und gerade als sie zum Höhepunkt der Feier beginnen, “Tod Israel” zu rufen, sprengt sich ein Suicide Bomber in ihrer Mitte in die Luft:

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