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Kürzliche Beiträge
26. August 2013, 20.01 Uhr:

Wahn und Wirklichkeit

von Thomas von der Osten-Sacken

Vieles im Nahen Osten ist eigentlich ganz einfach zu verstehen: man glaubt einfach dem eigenen Wahn und lässt ihn, wo immer möglich, auch blutige Realität werden. Das ägyptische Militär geht gegen Muslimbrüder vor? Da müssen irgendwelche perfiden Mächte die Fäden ziehen. Also looten Anhänger der Muslimbrüder im Gegenzug christliche Kirchen, jüdische Einrichtungen sind in Ägypten inzwischen recht rar geworden. Die USA überlegen einen Militärschlag gegen Syrien? Da können nur die Juden dahinterstecken, folgerichtig bedroht Damaskus Israel:

A member of the Syrian Ba’ath national council Halef al-Muftah, until recently the Syrian propaganda minister’s aide, said on Monday that Damascus views Israel as “behind the aggression and therefore it will come under fire” should Syria be attacked by the United States.

In an interview for the American radio station Sawa in Arabic, President Bashar Assad’s fellow party member said: “We have strategic weapons and we can retaliate. Essentially, the strategic weapons are aimed at Israel.”

Sie funktionieren alle gleich, egal ob sie nun panarabischen oder islamistischen Vorstellungen anhängen. Dieselbe Logik veranlasste Saddam 1991 Scud Raketen auf Israel abzuschießen, obwohl der jüdische Staat gar nicht Teil der Kriegsallianz gegen den Irak war.

(Es passt natürlich ins Bild, dass in der sunnitisch-jihadistischen Propaganda wiederum Assad als Erfüllungsgehilfe Israels denunziert wird)

26. August 2013, 01.00 Uhr:

Deutscher Friedenssehnsucht

von Thomas von der Osten-Sacken

Kaum mehren sich Meldungen, die Obama Administration überlege ein militärisches Eingreifen in Syrien, regt sich in Deutschland die Friedenssehnsucht. Und dankenswerterweise hat gleich der Michael Lüders in der Taz zum Ausdruck gebracht, was es schon immer mit dem deutschen Frieden auf sich hatte, der einer mit Massenördern ist. Und je brutaler diese agieren, je mehr sehnt sich der Deutsche nach Frieden ,um der einzigen Lehre treu zu bleiben, die sie aus der Vergangenheit gezogen haben, nämlich dass Diktatur allemal besser als Krieg sei. Das schließlich haben Dresden und Stalingrad gezeigt.

Assad ist ein furchtbarer Verbrecher, aber er wird an der Macht bleiben – vorerst. Reden wir mit ihm. Verhandeln wir mit ihm. Mit ihm und mit Moskau, auch mit Teheran. Hier die Guten, da die Bösen – diese Gleichung geht leider nicht auf. Die Alternative wäre Krieg und noch mehr Krieg, bis hin zum Flächenbrand.

(Merke: Wer die beiden Worte “Flächenbrand” und “Naher Osten” mindestens drei Dutzend Mal pro Jahr in einem Satz zusammenzubringt, ist der größte aller Nahostexperten)

25. August 2013, 15.52 Uhr:

Menschenkette

von Thomas von der Osten-Sacken

In Ägypten brennen Kirchen, fürchten Christen einmal mehr um ihr Leben. Denn für Anhänger der Muslimbrüder macht es, wenn das Militär gegen sie vorgeht, absoluten Sinn sich an Christen schadlos zu halten.

Aber es gibt auch andere Bilder, etwa dieses von Muslimen, die in Sohaq mit einer Menschenkette die koptische Kirche zu schüzen versuchen:

Offensichlich allerdings vergeblich.  Der Tag danach:

 

23. August 2013, 13.52 Uhr:

Iran: Antisemitische Propaganda gegen jüdische Organisationen

von Wahied Wahdat-Hagh

Mashreghnew veröffentlichte am 22. August 2013 einen Artikel mit dem Titel „Die zionistischen Amerikaner“. Dieser Artikel widerspiegelt den puren Antisemitismus der iranischen Staatsdoktrin.

Die ideologische Zielsetzung des Artikels sollte die Europäer nachdenklich machen. Denn es wird behauptet, dass nur zionistische Kreise ein Interesse an Sanktionen gegen den Iran haben. Jüdische Organisationen werden zu den Schuldigen erklärt, die die Sanktionen gegen den Iran zu verantworten haben. Sie würden die US-Regierung und die europäischen Regierungen zwingen sich gegen eine Normalisierung der US-amerikanisch-iranischen Beziehungen auszusprechen. Es wird höchste Zeit, dass die europäischen und die US-amerikanische Regierungen deutlich machen, dass nicht die „Zionisten“ verantwortlich sind für die Sanktionspolitik.

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23. August 2013, 00.19 Uhr:

Von Halabja nach Ghouta

von Thomas von der Osten-Sacken

Ghouta, Syrien 2013.

Zwei Stimmen.

Ein Experte aus der Schweiz:

Es gibt sehr viel Videomaterial, das eindrücklich ist. Mehr als ein Dutzend Clips zeigen klar die Gesichter der Opfer mit typischen Symptomen von Nervenkampfstoffen. Im vorliegenden Fall kann ich mir nur schwer etwas anderes als einen Nervenkampfstoff vorstellen.

(Quelle: “>http://www.derbund.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Etwas-anderes-als-Nervengas-ist-nur-schwer-vorstellbar/14239971/print.html)

Und einer aus England:

Alastair Hay, another former weapons expert, who investigated the aftermath of the Halabja attack, when up to 5,000 people were gassed in Iraqi Kurdistan by Saddam Hussein’s forces in 1988, said: “I’m struck by the appearance of the victims and the absence of any signs of trauma. This suggests some powerful asphyxiant. Many of the victims have individual signs suggestive of exposure to an organophosphate agent. Nasal and lung secretions are very evident in many of the victims. These are just some of the signs consistent with [such] exposure.”

Quelle: http://www.theguardian.com/world/2013/aug/22/syria-deaths-strike-sarin-alleged-chemical)

15. August 2013, 18.41 Uhr:

Iran: Pragmatisch, aber machtbewusst

von Wahied Wahdat-Hagh

Nach dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Hassan Rohani wird auch in iranischen Politforen über einen möglichen iranisch-amerikanischen Dialog diskutiert, allerdings nur in dem engen Rahmen, den das islamistische Regime vorgibt. Es gibt jedoch offenbar Meinungsverschiedenheiten über die Frage, ob man überhaupt mit den USA reden solle und wenn ja, mit welchem Ziel. Der iranische Experte für internationale Beziehungen Kayhan Barzegar hat in einem Beitrag die Möglichkeiten eines iranisch-US-amerikanischen Dialoges analysiert. Barzegar lehrt an der Teheraner „Freien Universität“ und ist Direktor des Forschungsinstituts für strategische Studien des Mittleren Ostens. Seine Analyse erschien am 13. August 2013 in der Nachrichtenagentur Tabnak.

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15. August 2013, 00.00 Uhr:

'I hold both the army and Brotherhood responsible'

von Thomas von der Osten-Sacken

Der ägyptische Schauspieler und Regisseur Khalid Abdalla kommentiert die blutigen Ereignisse des heutigen Tages:

I hold both the army and the Brotherhood responsible for the situation we’re in - on so many levels - and unfortunately it’s the narratives they are peddling, in blood, in actions and in words, that are currently defining how things are framed, internally and externally.

I don’t believe we’re facing a civil war, but I believe we’re being threatened with it - which for both sides acts as a way to justify the blood, the burning of churches, the violence.

The wider context is that neither of them holds the key to the future and I believe time will prove that.

Since this revolution began, the country has shown time and time again that despite moments of deep and bloody confusion, it will not accept attempts to establish any authoritarian or fascist status quo. We’re transitioning between two of those right now. (…)

The way forward has to be inclusive from a political perspective, and fought fairly. To do so we need the whole state to be reformed, starting with a new constitution.

The recent downfall of the Brotherhood began with its own bloodstained attempt to tailor the state around its own political interests, with actions that found their clearest formulation in a constitution that disenfranchised the rest of the population: the majority, who ended up toppling them.

The army needs to remember that the country came out in its millions to refuse their rule before, barely 18 months ago. If things continue as threateningly as they are, it may well come to pass that they will be pushed out again.

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