Schlüppis
Kürzliche Beiträge

Gastbeitrag vom Bündnis gegen die Teilnahme des Irans an der Münchner Sicherheitskonferenz

Zum 50. Mal jährt sich im Februar dieses Jahres die Sicherheitskonferenz in München. Gegründet 1963 unter dem Namen “Wehrkundetag” hat sie laut Selbstdarstellung die Funktion eines privat organisierten Diskussionsforums zu sicherheitspolitischen Fragestellungen. Bis heute steht dabei auch und vor allem der inoffizielle Teil im Mittelpunkt, nämlich die Vernetzung ihrer Teilnehmer hinter den Kulissen der offiziellen Programmpunkte wie Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen. So bezeichnet der Hauptorganisator und Vorstand Wolfgang Ischinger die Sicherheitskonferenz als “Marketplace of ideas". Wer auf diesem Marktplatz der Ideen einen Stand bekommt, kann sich glücklich schätzen: Er ist Teil jener offiziellen und inoffiziellen Prozesse, in denen Politiker, Diplomaten, Ökonomen sowie Vertreter der Rüstungsindustrie weltpolitische Themen verhandeln. Während jedoch beispielsweise der weißrussische Außenminister Sergej Martynow im Jahr 2010 aufgrund von Wahlfälschungen der von ihm vertretenen Regierung ausgeladen wurde, ist ein anderer Staat in den letzten Jahren stets willkommener Gast gewesen, der sicherlich kaum den angeblich hohen Ansprüchen an Demokratie und Menschenrechte der Organisatoren entspricht: Das islamistische Terrorregime der Republik Iran. Nachdem im letzten Jahr der iranische Außenminister Salehi der Konferenz beiwohnte, wird heuer sein Amtsnachfolger Mohammad Javad Zarif erwartet. Große Absatzmärkte sowie umfangreiche Erdölvorkommen sind hierbei für den Iran die Eintrittskarte zum illustren Forum Sicherheitskonferenz.

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27. Januar 2014, 22.14 Uhr:

Tunesiens neue Verfassung

von Thomas von der Osten-Sacken

Heute wurde in Tunesien eine neue Verfassung verabschiedet.

Dazu ein laengerer Bericht auf Tunisia Live und ein Kommentar aus dem Tagesanzeiger.

26. Januar 2014, 21.41 Uhr:

Aus dem Schlafzimmer des Colonel

von Thomas von der Osten-Sacken

Dass Muammar Gaddafi ein ziemlicher Psychopath war, daraus machte er sogar selbst kein Geheimnis bei seinen Auftritten. Was fuer ein Privatleben er fuehrte, kommt nun langsam auch ans Tageslicht:

Former Libyan leader Muammar Qaddafi kept male and female sex slaves – some as young as 14 – in his palaces, a British documentary has revealed.

Young boys and girls would be selected by Qaddafi in his many talks in schools and universities, and then abducted by his bodyguards and taken to a secret location hidden within Tripoli University - or one of his many palaces. After arriving, they would be forced to watch pornography before their encounter with the dictator, according to an upcoming BBC documentary entitled “Mad Dog – Qaddafi’s Secret World.”

After undergoing a gynecological examination to check for sexually transmitted diseases, they would allegedly then meet Qaddafi.

Und politische Gegner, die er ermorden liess, bewahrte er spaeter in Tiefkuehlfaechern auf:

Another eyewitness said that the bodies of Qaddafi’s enemies would be kept in a freezer for his viewing.

Bahia Kikhia, the widow of Libya’s former foreign minister and ambassador to the United Nations - who had fallen out of favor with Qaddafi - said that after her husband had gone missing, she confronted the dictator, who told her that he was being kept alive.

But after the 2011 revolution which overthrew Qaddafi, her husband’s body was found in a freezer.

“He liked to keep his victims in the refrigerators to look at them now and again,” said Bahia.

“He would visit his victims… It was as though they were some sort of macabre souvenirs. Something that he could look at and touch to remind himself of his omnipotence. Some had been there as long as 25 years,” she added.

26. Januar 2014, 21.31 Uhr:

Absurdes Theater in der Schweiz

von Thomas von der Osten-Sacken

Ueber die sog. Friedengespraeche am Genfer See, waehrend denen taeglich in Syrien so an die hundert Menschen bei Bombardements und Gefechten sterben, schreibt Abraham Ben-Zvi ganz richtig, sie erinnerten an absurdes Theater.

Die Amerikaner etwa erklaeren einerseits Assad muesse gehen nur um dann zu versichern, sie wuerden ganz sicher keine militaerischen Massnahmen ergreifen, sollte Assad nicht freiwillig gehen. Es bleiben Appelle, schoene Worte und am Ende wohl die Abmachung, irgend einen lokalen Waffenstillstand in Kraft treten zu lassen und sich bei Genf III in einem Jahr wieder zu sehen, geschaetzte 100 000 Tote und ein paar Millionen Fluechlinge spaeter eben. Und dann vielleicht unter Teilnahme des Irak und Libeanons, die dann auch als Buergerkriegslaender der Friedengespraeche beduerfen.

Ben-Zvi also schreibt:

The Syrian regime is fighting a multipronged opposition, complete with a fundamentalist, jihadist core – that much is true. Still, one would think that after over two years of fighting, the U.S. would have been able to come up with a more sophisticated and vigorous strategy that would lend its full diplomatic and military support to the pro-Western elements within the Syrian opposition’s ranks, thus having an actual impact on the ground.

Instead, all we are seeing are eloquent speeches by U.S. Secretary of State John Kerry, whose call from Montreux to Assad to step down sounded even more hollow than before.

After all, it was already decided during the June 2012 Syrian “peace summit” in Geneva that a new, Assad-free interim unity government would be formed in Syria to navigate the war-torn country through a new general election, in the hope that this would foster peace and stability. Eighteen months later, not only is it impossible for the international community – under the U.S.’s nominal leadership – to speak of any progress, but U.S. President Barack Obama’s reluctance to support military action against Assad’s massive use of chemical warfare has effectively legitimized the Syrian president’s penchant for mass killing via other means.

Although the Syrian ruler no longer has a chemical option, Russia’s mediation through the crisis has offered him an insurance policy he could never have even dreamed of. The U.S.’s voluntary waiver of its aggressive leverage has left Kerry devoid of any real munitions. All he has now in his diplomatic toolbox is recycled rhetoric, devoid of any true credence.

23. Januar 2014, 00.29 Uhr:

Kein Marsch durch die Institutionen

von Thomas von der Osten-Sacken

Ordinary Egyptians are tired of revolutionary uprisings and noisy demonstrations and bickering political activists. “I never thought that the 2011 revolution would bring three years of instability — I’m so tired of it all,” is a comment I’ve come to hear rather frequently now.

Die Ägypter sind also des Protestes müde. Jugendliche Aktivisten dagegen haben den Eindruck sie wurden betrogen und keines ihrer Ziele auch nur ansatzweise erreicht schreibt Maha Ghalwash in ihrem Artikel Egypt’s young political activists: The way forward.

Was also sollen sie tun, die “young political activists"? Gründet Parteien ist die Antwort:

Rather than merely “going out into the streets,” they should establish political parties. Thus a group of like-minded activists must think about the ideology or vision to be espoused by their party, and then express this in a comprehensible party programme, and finally turn this into a viable policy platform. They will have to organise outreach activities that will inform the public and mobilise citizens in support of their party’s vision and goals.

Als wäre das so einfach. Das Dilemma, hier ist es auf den Punkt gebracht: in den zentralisierten, autoritären Strukturen dieser politischen Systeme fehlen Institutionen und Organisationsformen jeder Art, in der Leute sich, wie es im Bewegungsjargon heißt “einbringen können". Wie soll man beispielsweise eine Partei gründen, wenn man auf keine Gruppen, Initiativen, Vereine, Jugendzentren und ähnliches zurückgreifen kann? Und ist es das, was sie wollen: Parteien gründen? Oder nicht etwas ganz anderes?

Ja ging es je bei Massenprotesten von Jugendlichen um die Gründung neuer Parteien?

Diesen “jungen Aktivisten” bleibt lediglich die Straße. Sobald sie sie verlassen können sie sich kein Gehör mehr verschaffen. Schön wäre es, sie träten einen Marsch durch die Institutionen an. Nur fehlen hierfür schlicht die Institutionen.

21. Januar 2014, 14.07 Uhr:

Vom dritten Jahrestag der „Revolution“ in Tunesien

von Thomas von der Osten-Sacken

Tunis feiert mit Großdemonstrationen

Gastbeitrag aus Tunis von Hannah M.

Schon Wochen vor dem 14. Januar, dem Jahrestag des Sturzes es Diktators Zine al-Abidine Ben Alis wurde ganz Tunis in ein Fahnenmeer getaucht. Der Uhrturm, ein Wahrzeichen der Stadt, wurde in eine gigantische Tunesische Flagge gehüllt und insgesamt wurden hunderttausende Fähnchen in allen größeren Straßen aufgehängt. Der 14. Januar ist ein Feiertag in Tunesien und dieses Jahr soll er in der Hauptstadt mit diversen Feierlichkeiten begangen werden. Der Übergangspräsident entließ zur Feier des Tages 689 Gefangene ,von denen 401 weniger als drei Monate Haftzeit übrig hatten. Die größte Feier war für die Avenue Habib Bourguiba geplant worden, wo die größten Demonstrationen der jüngeren Geschichte stattgefunden hatten.

Tunesiens Übergang zur Demokratie gestaltet sich langwieriger als erhofft. Erst in den nächsten Tagen soll eine neue Verfassung verabschiedet werden, mit einer eineinhalbjährigen Verspätung. Die regierende islamistische Partei Ennahda, die der globalen Bewegung der Muslimbruderschaft zugeordnet wird, steht in scharfer Kritik, für die Verzögerung verantwortlich zu sein. Sie ist mit der Opposition tief zerstritten. Der Jahrestag des Sturzes der alten Regierung fordert gleichzeitig heraus, eine Bilanz der darauf gefolgten drei Jahre zu ziehen. Das konnte man von dem Fest im Zentrum der Hauptstadt erwarten. Erstmal mutet es seltsam an, wenn man hört, dass sich an diesem Fest zerstrittene Gruppen beteiligen wollen. Doch beim näheren Hinsehen, hat der Staat alles im Griff.

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11.000 Tote? Was? … Bloß? …
Elftausend Tote sind eigentlich nicht besonders beeindruckend. Nicht angesichts des Krieges in Syrien, der mittlerweile um die 130.000 Tote und Millionen von Flüchtlingen hervorgebracht hat.
11.000 ermordete Syrer also.
Und wir lesen das doch längst mit Schulterzucken: Da wirft das Regime von Assad gerne mal mit Nonchalance Ölfässer voller Eisenschrott und Sprengstoff auf Schulhöfe und benennt das im Verbund mit Russland und Iran als Krieg gegen den Terrorismus. Oh ja, die irren islamischen Terroristen in Syrien, die gibt es ja tatsächlich - mittlerweile - auch zuhauf, bloß dass Assad seine Bomben lieber auf die Menschen wirft, die einmal vorher gegen ihn friedlich demonstriert haben. Sind denn diese Syrer, die 2011 so einfach gegen ihren einheimischen (indigenen) Diktator protestiert haben, einfach Freiwild?
Ja, das ist die Quintessenz des Ganzen. Das ist die Folge aus der jüngsten “westlichen” Nahostpolitik – man nennt dieses Phänomen auch „Obama“. Assads Fehler war offensichtlich bloß, dass er auf seinem Leichenhaufen namens Baath-Diktatur nicht mehr für Totenruhe sorgen konnte. Und jetzt das: Der wirklich perfideste „Erfolg“ des Assad-Regimes schien doch so nahe: eine Art Verhandlungsmaßnahme namens “Genf II", und Assad selbst als tödlicher Friedensbringer, wobei dieses Regime ein verwesendes Regime ist, trotz aller gerne auch in deutschen Medien verkündeten Durchhalteparolen, überlebensfähig längst nurmehr mit Hubschauberersatzteillieferungen und Kalaschnikowmunition aus Russland und Iran. Und es ist nun ein spezielles Totenglöckchen, das für Baschar Al-Assad - und nicht zuletzt auch für seine antiimperialistischen Freunde - ganz deutlich läutet.
Der Genosse Assad hatte doch gerade aufgeatmet; die russisch-iranische Bestelliste für „alles-was-sich-lethal-auf-Pausenhöfe-werfen-lässt“ war problemlos angekommen,und dieser komische Koreaner Ban Ki Mun hatte sogar die Jungs aus Teheran für dieses seltsame “Genf II” spontan eingeladen. Und nun das: Der Koreaner mußte sie 24 Stunden später wieder ausgeladen und eine Meldung des Guardian liest sich jetzt total häßlich: Das syrische Regime hat also 11.000 Stück Oppositionsgeziefer vernichtet. Ja und, mag sich Baschar gedacht haben. Standen denn ich und meine Regierung jemals für etwas anderes?
Nein, das ist es ja.
Gehen wir davon aus, das der „Guardian“ weiß, was er berichtet, der Informant mag ein kleines Rädchen im Vernichtungssystem gewesen sein, er hat also mitfotografiert: 11.000 konsequent „industriell“ umgebrachte Menschen.
Unsere konsequenten antiimperialistischen Freunde haben das mutmaßlich längst abgehakt. Aber wir müssen dennoch darauf zurückkommen: Die Begrifflichkeit “documented industrial-scale killing", benutzt von einem der Gutachter, mag man anzweifeln, aber ist diese Formulierung wirklich überraschend?
Wird sie denn jemanden richtig überraschen?
Der Irak Saddam Husseins war ein Baathregime. Das Syrien Assads ist ein Bathregime. 11.000 zielgerichtet, wie auch immer umgebrachte Tote? Berge von Toten sind dazu da, sie zu verdrängen.
Ja, der Guardian schreibt selbst, dass diese Meldung von interessierter Seite nun kurz vor dem ominösen “Genf II” lanciert worden ist. Macht das 11.000 Menschen weniger tot?
Wir warten überdies auf den Hinweis, dass diese 11.000 Menschen Opfer zionistischer Umtriebe waren.

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